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wir wissen es selber ost nicht welchen Schatz wir Katholiken in unserem an Zere­monien so reichen Gottesdienst (Liturgie) haben. Was wir längst haben, suchen jetzt die Protestanten. Es ist eine offenkundige Tatsache, daß viele An­dersgläubige, die von Herzen fromm sein wollen, mit ihrem kirchlichen Leben nicht mehr zufrieden sind, es ist ihnen zu leer und $u kalt. Da ist es nun interessant, ms jüngst in einem Artikel der Frankfurter Ztg." zu lesen war. Danach gibt es innerhalb der preußischen Landeskirche eine Gruppe, die Episkopal (bischöfliche Verfassung), eine reichere Liturgie mit hl. Messe und nicht mehr Predigt allein, eine besondere Altarkleidung, Ohrenbeichte, Brevier (priesterliches Tagesgebet), Klöster undSeelensanatorisn", auch geistliche Exerzitien verlangt, lauter Dinge, die wir in der katholischen Kirche längst haben. Vor einiger Zeit wurde bereits in einer Berliner protestantischen Kirche eine protestantische Messe gelesen. Danken wir Gott, daß wir haben, was diese smhsn. Hof­fentlich bleiben sie nicht auf halbem Wege stehen unb finden noch die volle Einigung mit der katho­lischen Kirche. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß bei vielen Konvertiten der Besuch einer katho­lischen Kirche, eines katholischen Gottesdienstes den ersten Anstoß zum Uebertritt gegeben hat. Sorgen wir deshalb dafür, daß überall in der Diaspora Kirchen entstehen und der katholische Solte^leust recht würdig gefeiert werden kann. Dazu ist die Aulerstützung des Bsnifcttiusvereins notwendiger denn je. Denke daran bei der Kollekte am heutigen

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Die Washingtoner Konferenz

Mhi weiter, ob dabei mehr als beim Hornberger Schie­ßen herauskommt, muß rr.sn sbwarien. Offen gestan­den, haben wir wenig Zutrauen. Wahrscheinlich wird es bei schönen Worten und guten Vorsätzen bei­den, und wenn man in einigen Wochen das Koufeveuz- ergebnis vor sich hat, je wird man zu einem Berg-elch geneigt sein. Vor Versailles hat man im Entente- tag« von den vierzehn Punkten Wiksons gestochen, um sie nachher ins Gegenteil zu verkehren. Vor Was­hington redet man große Töne über Abrüstung, um sich nachher noch eifriger auf die nächste große Aus- e rn-ander f-tzung vornüber eiten. Jeder der Teilnehmer wird heimgehen mit dem Gedanken, wann er seinen GeMer und sei es auch den Freund von gestern über­fallen kann. Jedenfalls wird, jo weil man jetzt sehen kann, die Washingtoner Konferenz kaum ein MeULnsbin am Wege zum Weltfrieden sein. In der Presse werden schon allerlei Zukunftsbetrachiungen angestellt, wonach aus den gegenwärtigen Verzögerungen in Washington sich die Keime für eine neue, sehr schwere weltpolitische Auseinandersetzung ergeben, in deren Mittelpunkt Frank­reich steht, und zwar Frankreich als der Stöver des Friedens der Welt. Das herrsch- und selbstsüchtige Auftreten Briands in Washington unö sein Verhallen zu den Forderungen der Abrüstungskonferenz hat Frank­reich jedenfalls keine Sympathien erworben/ Es muß auf Amerika und EnglarD doch einen eigentümlichen Eindruck machen, wenn Frankreich so tut, als ob es der GtleeiTige Herr der Welt sei, während man doch weiß, daß es ohne englische und amerikanische Hilfe elend unterlegen wäre. Vm den Italienern gar nicht zu reden, die BrianÄ durch schnoddrige Sieben über die Zweifelhaftigkeit ihrer Arm«? und ihrer Storni so sehr erzürnt hat, daß in Turin und Neapel die fran­zösischen Konsulate gestürmt worden sind. Der Wider­stand Frankreichs gegen die Vorschübe in Washington, auch die Landh«ve zu verringern, vor allem das fran- zösisäM Riesenheer von 800 000 Mann, hat überall stark verschnupft, nachdem die drei Seestaaten im We- frMlichen so bereitwillig waren, die Rüstungen zur Se eiirzchchränken. Wegen des Widerstandes Frankreichs hat Harding gar nicht gewagt, die Landabrüstung' offi- ziell anzuschneiden, um nicht durch einen öffentlichen Mißerfolg die Wirkung der ganzen Konferenz zu ge­fährden. Trotzdem ist der Unwille der ehemaligen Bun­desgenossen groß. Das schirre Telegramm, das Har­ding dem auf der Heimreise befindlichen Briand nach- sandte, ist nur die herkömmliche Höflichkeitsformel. Und der feierlich Empfang des frmHösifchn Ministerpräsi­denten durch eine Torpèdoflottille und durch die Mi­nister in der HasenstM und durch die nationalen Macher in Paris ändert so wenig etwas an der Stim­mung des ftanzösifchn Volkes, als der seinerzeitige Empfang Dr. Simons kn Berlin nach seiner Ableh- namg der Londoner BedinMngsn. Hätten wir sie nur dchnM MamouMLyt hie g«uMi SanksioneP W®

seither re ast schwankend, bald neigte sie nach rechts, bald nach der Mitte und gegenwärtig ringen innerhalb der Partei zwei Auffassungen um die Vorherrschaft, die der positiven Mitarbeit und des oppositionellen Beiseite- stehsns. In Preußen ist die Volkspart,n bekanntlich in die Regierung eingetreten, im Reich dagegen ist die große Koalition gescheitert. Auf dem Stuttgarter Par- stüag hatte Stresemaim, der zu einer Politik der Mitte neigt und sür eine große Koalition ist (von Scheide­mann bis Stresemann") unstreitig die Fichrung. T^r Parteitag bedeutet eine Absage an die Deuischr^ionalen. Strcsemanns Rrde war sehr vernünftig, er sprach sich gegen einen Rechisblock aus, wir müßten vieinrehr da­für sorgen, daß auch in der Sozialdemokratie diejeniAM, die Aufbauarbeit treiben wollen, mit uns Zusammen­gehen, er gab zu, daß seine Partei bisher eine falsche Lozialpsiilik getriân und den Zusammenhang mit den arbeitenden Schichten des Volkes verloren habe;wir haben eine viel zu nachgiebige Politik gegenüber den Konservativen getrieben". Mit Recht tritt er für Aende­rung des Versailler Vertrags ein, aber scharf wendet er sich gegen die deutschnationale Phrasen:Mit der Re­densart, daß wir keinen Pfennig zahlen, ist niclsts zu machen. Wir müssen bis an die Grenze unserer Kraft dem Feinde geben, was wir können. Das muß jebe Regierung anerkennen." Sehr vernünftig war Mph feine Stellung zur Monarchie:Wèr jetzt rintritt für u.oe aktuelle Lösung der monarchischen Frage in Siiddeutsch- land, (es ist damit auf die Bestrebungen in Bayern ongespielt) der lege sich die Frage vor, ob er damit nicht die Art setzt an die Einheit des deutschen Reiches." Alles in allem geonmmen muß man sagen, daß es eine besiere Rechtferrigung der Zenirumspolirik, als diese Rede Stresemanns gar nicht geben kaim. Der Gedanke einer gesundkn potüif der Mitte bricht sich immer mehr Vohn. Wir brauchen eine deutsche Volksgemeinsehrstt, einen Zusammenschluß aller, die guten Willens sind, M dem Wiederaufbau des Vaterlandes mitzuarbeiten. Darauf beruht der Glaube an die Zukmrft DrâsäMrds. Hoffentlich entsprechen den in Stuttgart gesprochenen schönen Worten auch die Talen. Führer und Gewählte werden bei den Steuern und anderen Fragen bald Ge- segenheU ^âen, sich zu bewahren.

Viel geschwindelt

wird Ärch besonders in deutschnationalen Blättern über Äe hohen Minisiergehälkor, die die Republik zahle im Gegensatz zurguten alten Zeit". Wie verhalt sich die Sache in Wahrheit? Rechnet man die Gehälter zusammen, die heute die ungefähr 20 in Berlin tätigen Minister des Reiches und Preu­ßens beziehen und dazu noch das Einkommen des Reichspräsidenten, so kommt man auf eine Jahres- imsgabe von ungefähr 5 Millionen Papiermark. Dem hälfe man die 14 Millionen Goldmark gegenüber, die der letzte Kaiser im letzten Jahre seiner Regie­rung vom preußischen Staate erhielt. Die Frage, welche Staatsleitung dem Volke teurer zu stehen f^m, die alte oder die neue, ist durch diese Ziffern schnell beantwortet. Allerdings erscheinen die Aus­gaben, die das Reich und Preußen heute für Mi­nistergehälter machen, im Vergleich zu den früheren Ministergeh äl tern hoch. Man muß aber habet nicht nur berücksichtigen, daß es sich um Papiermark han­delt, sondern auch, daß die früheren Gehälter steuer­frei, die jetzigen aber steuerpflichtig sind. Was das bedeutet, mag ein Beispiel zeigen. Der preußische Ministerpräsident Braun bezieht ein Einkommen von 220 000 Mark, davon zahlt er 95000 Mark Steuern. Es bleibt also ein Monatsgehalt von rund 10 000 Mk. übrig, ein Betrag, der an Kauf­kraft sicherlich kleiner ist als ein früheres Monats­gehalt eines preußischen Ministers. Man darf auch nicht glauben, daß die zurückgetretenen repu­blikanischen Minister Pension bekämen. Das ist nur dann der Fall, wenn sie vorher schon in Ve- amtenstellung waren. Frühere Gewerkschaftssekre­täre bekommen feine Pension, auch Rechtsanwälte, die ihre frühere Tätigkeit ohne wesentliche SciMie- rigfeit wieder aufnehmen können, erhalten keine Pension. Der Fehrenbach, der bereits im 70. Le­bensjahr steht und durch seine Tätigkeit im öffent­lichen Dienst für das Reich und Baden seit Jahren seiner Anwaltspraxis außerordentlich stark ent­zogen war, hat ' der Rc ichs rat von feinem Recht Gebrauch gemacht, seine Anwaltsdienstjahre zur Hälfte auf das Besoldungsdienstalter anzurech­nen, infolgedessen bezieht er Pension. Scheide­mann, Müller, Bauer, Heine, Blunk unb, andere bekommen nichts. Von einer wesentlichen Erhöhung der Lasten, die den Steuerzahlern durch die Regie­renden auferlegt werden, kann also nicht die Rede kin, - - -

uns erspart geblieben. Zwischen England und Fv stimmmt es übrigens schon lange nicht recht, mei immer wieder der Riß verkleistert wurde. Neu ist der Angoravertrag der Stein des Anstoß-s. Vertrag, durch den die Franzosen sich heimlich r Türken allerlei Vorteile in Kleinasien zum E Englands ^ufprcd^n ließen, sitzt wie ein Dorn i lischen Fleisch. Ehe er nicht her aufgezogen ist das entzündete Blut dort nicht zur Ruhe komme, Abfendu.kg eines emetischen Kriegsschiffes nach siira in Cicilien, natürtuf nur zum Schrche en Untertanen, ist mir eine Aeußerung dieser Vlukv Ob sich auch diesmal alles Nieder in Wohle austost. wenn d»? drei Außenminister von reich. England und Staton in Paris getagt hab etwas an der neuesten MeDung ist, wonach nad Hebung des eng!ifch-japanifchen Bündnisses eint Entente der vier Großmächte Englaâ Amerika, und Frankreich im Werden ist, wer will das sage

M MèsrlllMMereüM m Mm» im B^br des Sekretariats Fvlda haben Ende bei gen Woche tigert Abschluß gefunden. Wie in FM ten ®id) in Geisa, Hilders unö Neuhsf die reifen und Derfainmlungen einen durchaus befriebi Besuch achzuweisen, durch den der Dororts erbracht daß der BoNsvln-eMSLedarrke M unserem Volke noo lebendig ist.

Die en die äußerst zeitgemäßen, anregercher lehrrelchen Vorträge des Herrn Rektor Kamper der Jsatrc^sèolle des Bolksveroins sich anschkEhen-deN sprachen bar G-sschästs sichrer und Bertr«uensmâ>m> gaben, ohn« die etwa da und dort sich entgezeul den Schl0«»skLiten verkennend, die eimnbige Auffi daß trotz der am 1. Januar 1922 in Kraft tretender trogssrhichung es nicht säMtcrsg fein bärste, den verein nicht nur in bisherigem Umfange aufrecht , halten, sofern ihn noch Weiter auszugestallm. Ma atlgemrm der einmütigen Austastung, daß in dieß tu egten und für das de^fchs Volk so schweren Zer der evfo!Mei«Hen W-eit des Volksoerelrrs cuf mir llchAn, sozialem, staatsbürgerlichem und kulturellen biete nicht entbehren können, daß wir den Volke jetzt und in der Zukuuf! erst recht nötig M»m.

Wann überall ein reg,es Termin sieben entfaltet, ders in biedern Winter Versammlungen und Boiksm ödende veranskoltet, das da und dort petorferte trauensmämreifyftAN arisgedcmt und befestigt mér kann der Dolksverâ feine beseitige Mbglieder^ah 700 000 noch im Laufe des Winters auf die Fr! stärke von 805 000 Mitglied er« steigern. Die Er re dieses Zieles ist gewiß der eifrigen Mitarbeit aller kathet^chen Männer und Kärglinge, Frauen und srauen wert.

Die richtige und sehr umfangreiche Tätigkeit der trolftekle, der (3<^chäftssichrer und Vertrauensmänner, des- und Bezilksfekretariate muede auf den Koerfer allgemein gomirbigt und ble Wiederairfna-t-mr der B vA soere in rfsk rela nat Fulda abgehaltenen au tigen Sprechtage gewünscht.

Dieses Sekretariat hat allein in der Zeit vom 1 nuar bis 30. Oktober 1921 1507 Auskünfte erteil 1281 Schriftsätze angefertigt. Seit der am 1. O 1908 erfolgten Gründung des Sekretariats sind inr-< 29 786 A,^dünfte erteilt imb 20 000 Schriftsätze ar tigt und für die Bedrängten und Hllssbedürstigten namhafte Erfolge egtest worden. In dem vom Se im Jahre 1920 vbgchaltsnen Versammlungen kc allein 1275 Mitglieder neu ausgenommen werden, diesen Ziffern vWfor-psrt sich ein Teil jener großen 5 Dereinsarbeit, wÄche d4mh di» unermüdlich Tätgkei Geschäftsführer und Vertrauen smârmer, sowie der glkber erst ermöglicht wird. Mögen diese in chrrn bÄkoeifer und in ihrer Dpf»r^eubi-gta?t such fea nicht erlahmen.

ii!mLilw»«WMlri»iTa8e»«ag<' » innwni»«»-»»'

>--^ Dresse Fskds» ^s*»

Wir ein goldener 6km keuchtet durch die hurDerte Lie christlich: Csri^s. Wenn Seuche, Menschen zu Hunderttausenden bot) tnrafften, wen Furien des Krieges wüteten, wenn Hur^r, Eleni Not in den Hütten der Armen häuften, so war < christliche Caritas, die Kraulen pflegte, Wunder band und den H'rrtger stillte. Wcnn st, bann h Caritas gerade in der heutigen Zeit ein reiches ter Betätigung, denn wann hat es wohl mehr und Not in der Welt gegeben, als in unfern j beforchers in unserm armen Vaterland? Die 1 der Not verlangt dringend, daß niemand müßig t sicht, daß oll« mithelfen und Mitarbeiten, vor all der caritativen Kleinarbeit. Anregung dazu so Tagung des LKrikrsverbsäs geben, die am Mi den 14. Dezember, morgens ¥210 Uhr in Fulda findet. Die Tagesordnung haben wir schon i vorigen Nummer unsern Lesern mitgeteilt Heute len wir noch einmal herzlich bitten, daß recht