katholischen Gemeinden Kassels
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Wochenkalender.
Sonntag. 4. Dez. ?. Adventssonntag. Petrus Chrysologus B. u. Kchl. Barbara, Jgfr. n. M.
Montag, 5. Dez. Sota, Bek. Sabbas, Abt.
Dienstag, 6. Dez. Nikolaus, Bisch, u. Bek.
Mittwoch, 7. Dez,Vig.v. unbefl. Empf. Ambrosius, B. u. Kl.
Donnerstag, 8. Dez. Unbefleckte Empfängnis Mariä.
Freitag, 9. Dez. Von der Oktav.
LemZtag, 10. Dez. Von der Oktav. MelchiadeS, P.
Leiter lt-ventrjoMtaz.
(Evang. Matth. 11, 2—10.)
In jener Zeit, als Johannes die Werke Christi im Nefängnlsse hörte, sandte er zwei aus feinen Jüngern lnd ließ ihm sagen: Bist du es, der da kommen soll, )der sollen wir auf einen andern warten? Und Jesus lntwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget dem Johannes, was ihr gehört und gesehen labet. Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden vereinigt, Taube hören, Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt: und selig ist, wer sich an mir nicht ärgert! Als aber diese hinwego.ingcn, fing Jesus an, zu dem Volke von Johannes zu reden: WaS seid ihr tu die Wüste hinausregaw en zu sehen? Fin Nohr, daS vom Winde hin und Hec getrieben iolrd? Oder, was seid ihr Hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen mit weichlichen Kleide,n angetan ? Eiche, die )n wcichticNc Kleitcr tragen, sind in den Häusern der Röntge. Oder, was seid ihr hrnauSgegangcn zu sehen? •Sitten Propheten? Ja, ich sage end), er ist noch mehr, üs ein Prophet. Denn dieser ist'S, von dem geschrieben teilt: Sie e, ich sende meinen Engel vor keinem Ange- ichte her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.
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; unfzeyn Kilometer östlich vom losen
M«er, schier zwei Tagereisen süd- 5®S^®^ ^^ von Jerufalen', lâg die Feste Macheus, jetzt nur noch ein Haufen
> von Ruinen. Darin war das Ge-
Ä^^iS.^'"^^ jöngnis eingebaut, in welchem Jo- sannes scl ma l tote, von welchetn aus er die Gesandt- chach au >ii Ais abordnete. Bald wird nian das lrteil u bei ihn sprechen und die Türe seiner ^elle Wen und mit dem blanken Stahl ihm das Haup! bjchlagen. T
_ Und doch, dieser Mann, den eine lüsterne Majc- tat gleich einem Verbrecher bebanbelr, wird von Christus mit Lobsprüchen überhäuft.
„Was seid ihr Hinansgegangen in die Wüste zu chen? Ein Rohr, vom Winde hin und her bewegt?• Jein, will Christus sagen, Johannes ist kein solches lohr der Beweglichkeit Unb Schwäche, sondern eine ^ule der Unbengsainkeit und Chäraklerstärke, die ün Sinrni erschüttern kann. „Was seid ihr hinansegangen in die Wüste zu sehen? Einen Mann, mit 'Lichüchm Kl.idcrn angetan?" Nein, will der Hei
land sagen, sondern einen Mann der strengsten Einfachheit.
Ist damit das Lob des Johannes erschöpft? Nein, den höchsten Trumpf des Lobes hält Christus zurück bis zum Schluß. „Was seid ihr hrnausge- gangen in die Wüste zu sehen? Einen Propheten? Ich versichere euch, Johannes ist mehr als ein Pro- phet; denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: siehe, ich sende meinen Engel vor dir her".
Ist also Johannes ein Engel? Ein eigentlicher, leibhaftiger Engel, ein Engel von Natur unb Wesenheit, ein reiner Geist, der nur einen Scheinleib angenommen halte, ist et nicht gewesen. Das würde ihm auch wenigEhre ein tragen. Ist er nämlich ein Engel von Natur, dann verdienen seine Taten keine so große Bewunderung. Nein; Johannes ist ein Mensch gewesen, ein richtiger Mensch, aus Fleisch und Blm, aus Knochen und Muskeln gebaut wie der geringste der Adamskmder. Tas beweist schon der Evangelist Johannes, der zu Beginn seines Evangeliums schreibi r. „Es war ein Mensch von Gott gesandt mit Namen Johannes". (Joh. 1, 6).
Ist nun Johannes in Wirklichkeit ein Mensch — warum nennt ihn Christus einen Engel? Nicht wegen seiner Nuur, sondern wegen seines Berufes, wegen seiner Tugend, wegen seines Lebenswandels. Sind ja die Engel Gesandte des himmlischen Vaters, wie Sankt Paulus bestätigt mit den Worten: „Sie sind allzumal dienende Geister, ausgesandt zum Ticilste der Auserwählten". (Hebr. 1, 14). Auch Johannes war von Gott gesandt, um Vorläufer Jesu zu sein, um dem Herrn ein heiliges Volk zu bereiten.
In dieser Weise kannst auch du ein Engel sein, wenn du als Vater, Mutter, Erzieher eine höhere Auffassung von deinem Amte hast, wenn du als Abgesandten und Stellvertreter Gottes dich fühlst, wenn du deine Schutzbefohlenen zu Christus führst, sie unterweisest im Glauben, sie anleitest unb gewöhnest zu guten und heiligen Sitten.
Ein Engel war Johannes auch ob seiner Tugend. Gab cs je einen so bedürfnislosen Menschen wie Iohannes? Bei ihm gab cs keine Wohnungsnot; denn er lebte unter w Iden Tieren in der Wüste; die Erde Ivar sein Bett, ein Stein sein Kopfkissen, die Sträucher seine Möbel. Bei ihm gab es keine Kleidernot! ein Kamelfell, mit einem ledernen Guri sestgehalten, bedeckw seine Glieder. Bei ihm gab es keine Lebensmittclnol! die Natur selber war sein Lieferant, die ihn mit Heuschrecken und wildem Honig umsonst versorgte.
Auch wir können Engel sein durch Anspruchs- longkeit und Einfachheit in unsrer Lebensführung. Nichts bedürfen, sagt der hl. Chrysostomus,.ist das Vorrecht der Engel. Aber wenig bedürfen, sich mit dem Notwendigen zufrieden geben, der Gaumen- last und Genußsucht zu entsagen, dahin können es auch die Menschen bringen und werden dadurch den Engeln pköikii.
Nm allermeisten aber war Johannes ein Engels dnrch seine Reinheit, durch seine ungetrübte Keulch-f bett, durch feine makellose Junqfräuiicheeit. Von Weib und Familie hat Johannes nichts gewußt und nichts wissen wollen. Vom hl. Geist erleuchtet, erkannte- er den Vorzug der Jungfräulichkeit unb ergriff diese kostbare Perle mit froher Begeisterung. Ein solcher Mann, der über die ©hin es triebe erhaben war, ist nötig gewesen, um eiwsu üßtcjidien Lüstling in die Schranken zii weisen, mit unbestechlichem Freimut ihm die Worte entgegen uttufeu : „Es ist» btt nicht erlaubt deines Bruders Frau zu haben."-
Daß aber die Jungfräulichkeit den Engeln gleich macht, das bezeugt der hl. Athanasius mit den) Den Worten: „Die Jungfräulichkeit ist die Lebensart der Engel"; bezeugt der hl. Cyprianns, der' den Jnngfraucn zürnst: „Wenn ihr keusch undrein lebt, so fetb ihr den Engeln Gottes ähnlich";» bezeugt der hl. Chry'o lomus, der da lehrt: „Die Tugend ist es, welche Menschen zu Engeln macht"; bezeugt der göttliche Heiland selber, der die Spot-., tereien der Sadduzäer zil schänden machte mit den Worten: „Bei der Auferstehung werden die Men- scheu nicht heiraten und nicht verheiratet werden,.- sondern sein wie die Engel des Himmels*. Wenn al o nach der Lehre des Heilands das Aufhören der ge chlechtlichen Beziehungen die Menschen zu' Engeln macht im Jenseils, sind dann nicht die Jungfrauen, welche die Begierden des Fleisches bemeiftern, die Engel im Diesseits?
Ein solcher Engel in Menschengestalt war, Johannes. Solche Engel in Menschengestalt können und sollen wir alle sein und werden durch ein? reines, tugendhaftes Leben in standesgemäßer Keuschheit und straffer Selbstzucht. Solche Engel können und sollen sein die Knaben und Mädchen,' . die Jünglinge und Jungfrau°n und die ganze Schar jener freien, sorglosen Menschen, die den „ledigen ' Stand" bilden, sei es, daß sie hinter den Mauern 4 eines Klosters ober in einem stillen Heime in der Welt wohnen. Solche Engel können die Elselcute^ fein, wenn sie verharren tu unwandelbarer Liebe, 4 unbeugsamer Theile, opferfroher Mäßigung, zeitweiliger Enthaltsamkeit. Solche Beispiele braucht1 ’ unsere Zeit, welche in Fleischeslust und Lüde'-lichkcit versunken ist bis an den Hals. Solche Beispiele sind Ströme, die von den Bergen nieder»aufchen, die Täler zu befruchten. Katholisches Volk, du sollst der Sauerteig fein, um die Welt zu durch-, dringen mit der sieghaften Beherrschung der Triebe, mit dem Geist Welt rlösender, rciucr Liebe. Ins deiner Hochschätzung der Jungfräulichkeit, in beiuet.* idealen Auffassung vom Ehestand, im Rückhalt bet s hl. Beicht, im Jiliigborn der hl. Eucharistie hast bu‘ dazu die Kraft. Unb siehst du nicht die Fahne der reinen, unbefleckten Jungfrau Ilaria, dec Königin oct Engel und der Jungfrauen? Unter dieser - Fahne, r« diesem Zeichen kämpfe, und der Sieg ' i|t dein. Der Burgpfarrer. ^