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Sonntag, den 20. November

von der §iebd des Todes.

Das fromme Mittelälter ließ gern« den Triumph des Todes durch Maler oder Bildhauer an Friedhofs­mauern oder an den Wänden von Kirchen und Kvsuz- gängen zur Darstellung bringen. Es war eine Bilder­folge von ursprünglich 24 Personen, Gestalten aus allen Ständen, Geschlechtern und Lebensârn, die der Sensenmann prozessionsweise in das Land abführt, aus dem es keine Heimkehr gibt. Aber auch in dramatischer Form wurden solche Reihen des Todes als kirchliche Schauspiele auf gefüllt, entweder auf dem Gottesacker vor dem Beinhause oder auch in der Kirche selbst. Zu­nächst trat ein Prediger aus und hâüt eine Einleitungs- rede über die Hinfälligkeit alles Irdischen und die All- gemalt des Todes, der sich niemand entziehen kann. O Tod, wie bitter ist der Gedanke an dich für Den Men­schen, der ruhig in seiner Wohnung sitzt, für den Men­schen, der sorglos ist und in allem Glück hat und der noch Kraft hat, Vergnügungen zu genießen!" (Jesus Sirach 41, 1.) Dann kamm aus dem Lemhause meh­rere als Tod maskierte Personen heraus, die mit Trom­mel und Pfeife zum Tanz aufspielten. Eine ebenfalls als Tod verkleidete Person sie trugen alle eine Toten- maefe und waren in eng anliegArde Leinwand gehüllt, die so bemalt mir. dak st? etn*m Sk-l^tt änlich rc** trat nun in den Vordergrund und lud jeden der An-

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Nun ist in Lirbeck bei.'Hetcheit der Nordischen Woche (1. bis 11. September), die eine dauernde Pflege geistiger Beziehungen zu den nordischen Lidern an= zu bahnen suchte, das mitteialterliche Spiel von neuem aufgrführt worden, eingerichtet durch den Maler Hans Hottorf nach Dem berühmten Toientanz-lAemälde in der dortigen Marienkirche, das aus dem Jahre 1463 stammt. Zweimal war die Aegydienkirche von Zuschauern dicht gefüllt, die ergriffen das KknMerisch-lâqMge Spiel an geweihter Stätte aus sich wirken fielen.Man betrat die Kirche", so berichtet ein Dnlmhmer in derKöln. Volkszeitung" (Nr. 663 vom 17. Sept. d. Js.), im Zwielicht des sinkenden Tages mit einem düsen Grauen; gedämpftes Orgel spiel klang aus überirdischen Sphären. Der Blick ruhte gebannt aus dem Leètn:r, abM sich lohen durch schwere, dunAe Vorhänge. Dahinter geheimnis­volles Raunen uni) Zucken magischer Lichtstrahlen. Un­hörbar, wie von Geisterhänden bewegt, öffnete sich der Lettner, kaldes, blaues Licht übergoß die Szene, das alte Kirchengestühl mit seinem reichen Renaissance- schmuck und die den Raum krönende herrliche Brü­stung. Die letzten Orgelakkorde verrauschen im Kirchen- ranm> als der Tod aus einem Winkel huschte und flö­ten bl äsend den Lettner umtanzte; eine hohe, gespenstische Gestatt von undeutlichen Konturen. In diesem Augen­blick nahte aus dem düsteren Kirchenschiff ein bunter Zug von BiEsch.m in mittelalterlichen Gewändern, voran der Kaiser, die Kaiserin, der Kardinal, der Edel­mann, der Arzt, der Wucherer, die Nonne, der '^.;a, bis zur Mutter mit dem Kinds. Sie stiegen zum Letter hinauf und traten in den fahlen Lichttons, um dann in der dunklen Umrahmung zu verschwinden. Die To- tenflöte schwieg. Dr Tad fordeie mit ausdrucksvollen Gesten in alten, niederdeutschen Reimworten zunächst den Leifer vor di? Schranken, dann der Reihe nach alle dem Tode Verfallenen. Jedem sprach er sein Urteil, «ttLm jeden, ob in Output oder ArmutsKeid, führte er zum Reigen, und ließ ihn dann hinaus in das unbe- kannte Land. Es entwickelt sich der von dem berühm­ten Gemälde in der Lübecker Marienkirche her bekannte Totentanz, hier non erschütternder Lebendigkeit, der in dem Ausmaß der verzweifelten oder auch freudigen Gesten und Gebärden der Tänzer gemütsiwegend wirkte. Nm eine einzige Geige schrillte zu den Geister- tarr^n durch dw druckende Kirchenstille, bis hin und »^' «n «"l*"* d-r Erschütterung braufenbe Orgetukku-d- tustnucheu. Der Tod hu«, ab Schien das Kind gefaßt; auch dieses Schlußbild verrann in dem abnehmenden Lichtkreis. Wundervolles Or^lspiel und Sologesänge suchten daseiskalte Gefühl", das ki ^ Zuschauern hinterließ, zu ver-

Ja, das Mittelalter war natürlicher und glauben s- steudiger als unser materialistische und nervös über- MZle Zeit, in ter manch einer einem jedem Leichen- zuge aus dem Wege geht, als ob auf diese Weise der

Tod auch ihm aus dem Wege gehe. Und doch, was Millionen und Milliarden von Menschen vor mir tun mußten und getan haben: der Findet des Todes zu fol- n es wird auch mein Los sein.Bete für uns!

teh» am Haupteingang zum altchrwürdigsn Köln- Melatener Friedhof.Bete für uns, du, der du bald zu uns gehören wirst!"

KI«i«« Kirchlich« Nachrichte».

Der hl. Vater hat den Leiter des europäischen Hilfs­werks für Rußland. Nansen, den berühmten nor- lvvgisch«, Nordpolforscher, in Audienz empfangen. Nan­sen hat dem Papst vor allem für seine zahlreichen Spenden und für die moralische Unterstützung des Hilfs. Werkes gedankt. Er gab feiner Bewunderung und Aner- kennung über die vom Papst fett seiner Besteigung des Heiligen Stuhles entfaltete menschenfreundliche Tätig­keit Ausdruck die sich auch jetzt wieder bewährt habe, und schilderte sodann Vie katastrophalen Zustände in Rußland.

Gestorben ist, 78 Jahre alt, Dr. Paul Albera, der Generalsuperior der tocitverbreiteten Genossenschaft der Salesianer, gestiftet von dem bekannten Jugendapostel Don Bosko. 1910 wurde er nach dem Tode Don Ruas, des ersten Nachfolgers Don Boskos, an die Spitze der Genoff mfchaft berufen. Mehr als 1000 neue Niederlassungen wurden unter seiner Leitung er­öffnet, darunter 8 m Deutschland. Auch die Grün- dung einer eigenen deutschen Ordensprovinz ist fern Werk. Er hatte das Glück, Die ganze wunderbare Ent­wicklung der Werke Den Doskos mitzuerleben. Bei feinem Eintritt in die Salestanertongregation hatte Dieselbe nur das einzige Haus in Turin; heute bei feinem Tode zählt dieselbe in allen Erbteilen zerstreut 435 Niederlassungen. Während seiner 11jährigen Wirksamkeit als Generals uperior wurden vom Heil. Date? 9 Salesianer zu Bischöfen und 1 zum Kardinal ernannt. Besondere Verdienste erwarb sich Don Albera durch seine zahlreichen astetifd^n Schriften, durch die er das innerliche religiöse Leben in den Mitgliedern zu fördern unD zu vertiefen suchte. Durch sein from» mes, heiligmäßiges Leben wollte er selbst seinen Sa­lesianern stets ein lebendiges Vorbild fein. R. i. p.

Kardinal Bourne, Erzbischof von Westminster (Lon- Don), stellte in einem Hirtenbriefe die Zunahme des Katholizismus in seinem Sprengei fest. Die KoWer- sionen haben in den letzten Jahren merkliche Zunahme erfahren; der Eintritt in die verschiedenen katholischen Orden wird ebenfalls häufiger. Im Umkreis von London und seinen Vororten sind in einem Jahre neun neue Kirchen und Kapellen eröffnet und elf Hauptplätze für neue Kirchen arme kauft worden. Auch für die ka­tholischen Schulen werden namhafte Opfer gebracht und konnten Schulden abbezahit werden. Alles das trotz der Neuerung und der wirtschaftlichen Krisis, die auch in London herrscht.

Kürzlich ist die alilakholisch« Kirche in Carou^, einem Vorort von Genf in der Schweiz, wieber den Katholiken zurückgegeben worden. Die Ratssitzung, in der diese Uebergabe beschlossen wurde, stand im Zeichen größter Einmütigkeit. Radikale und protestantische G.'meindevertreter erklärten ihre Zustimmung und brachten den Wunsch zum Ausdruck, daß mit der Rück­gabe der Kirche an die Katholiken die konfefsiorvellLN Kämpfe ihr Ende finden nwchten.

Lettland hat Angst vor den Jesuiten; in das Kon­kordat zwischen Lettland und Dem Vatikan soll eine Bediirgung eingeführt werden, die den Jesuiten den Eintritt nach Lettland verbietet.

^.^iu tschechischer Pilgerzug unter Führung mehrerer Bischöfe und Aebte wurde am 8. Oktober vom Papste empfangen. In seiner Ansprache sagte der heilige Va­ter unter anderem:Es sind unter euch manche aufge- standen die nicht zu euch gehören,Feinde des Kreuzes Christi . die, vom Glauben abfallend, sich bemühen der Kirche Gottes die makellose Perle zu Priesterzöli-' bats (Ehelosigkeit der Priester) zu entreißen, und die alles versuchen, um Uns zu zwingen, etwas von der Heiligkeit der alten Disziplinargefetze preiszugeben Es ist euch, geliebte Söhne, wohlbekannt, wie tief sie da- durch Unser Herz betrübten, und wie Wir offen es er- klarten und es hiermit wiederum tun:Niemals wird

es geschehen, daß der Apostolische Stuhl das Gesetz des Priesterzölibates irgendwie abmildert oder" abschafft." Uebrigens haben die tschechischen Kirchentrennungsbe. strebungen jämmerlich Schiffbruch gelitten. Das Volk wendet sich überall von den eidvergessenen Priestern (e, sind nur eine Handvoll), die ihrer Priesterehre untreu geworden, mit Abscheu weg.

Dielershan. Am Sonntag nachmittag wurde dalster eine gutbesuchte Volksvereinsversammlung abgehalten. Benefiziat Krieg sprach über Familienpflege und Ge- meinfinn, Herr Volksvereinssekretär Frank über die gegenwärtige Zeitlage. E ,. .

INichelsrombach. Am Samstag fand Hcer eine Zentrumsversammlung statt. Generalsekretär Dr. Neubauer von Fulda war erschienen, um uns in klaren, eindringlichen Worten die ernste Lage un. seres geliebten deutschen Vaterlandes zu fchlldern. Er wie- hin auf die traurigen Bedingungen des Dsrsailler Vertrages auf die daraus entstandene wirtschaftliche und finanzielle Not sowie auf die weiteren sich Daraus ergebenden Folgen. Sodann kam er auch auf dre m- nerpolitifchen Verhältniße zu fpred^n, wobei er beson- ders die so wichtige Sch ul frage ausemanderfetzte. Er forderte alle auf, einmütig einzustehcn für die rel - giofe Erziehung der Kinder. Auch wandte er sich, m« Recht gegen die bei den so notwendigen Lebensmitteln sich immer breiter machende Lieblosigkeit gegen die Mit­menschen. Zum Schluß forderte er alle auf. tr»u und fest zum Zentrum zu stehen, das immer auch M Zeiten größter Not eintritt für alle Dolkskreise für Wahrheit, Freiheit und Recht. Herr Pfarrer Wieder dankte dem Redner herzlich für die klaren, zu Herzen gehenden Worte, die er an uns gerichtet, und sprach DN Hoffnung aus, daß sein überaus lehrreicher Vortrag, wenn derselbe auch hätte besser besucht werden konnM, in unserer Pfarrei Nutzen bringen werde, daß alle auch in diesen Zeiten der Not treu ihre Pflicht erfüllen prakttsche Nächstenliebe üben und das Vertrauen auf Gott nicht verlieren.

Hünfeld. Am 6. d. M. beging der hiesige kath. Meister- und Gesellsnosrein die Feier seines 88jährigen Stiftung,- festes. Entsprechend den Devisen Koipings, wonach Re­ligion und Tugend an erster Stelle stehen, wurde auch unser Stiftungsfest mit einer kirchlichen Feier in der Stadtpfarrkirche eingeleitet, venbunben mit Generalkom­munion des Dorsins. Die Festpredigt hieilt unser Hochw. Herr Präses Himmelmann Die Teitnah-me an bet Generals ommmrion seitens der Männer und Jünglinge war sehr zahlreich mrd zeigte auf's Neue, welch ein herrlicher Geist echt katholischen Christentums in jedem wahren Kolpingssimger lebt und wirkt. Während der Hl. Mesie brachte der Kirchenchor, »aneinigt mit der Ge­sangsabteilung unseres Vereins, unter der bewährten Lei­tung unseres hochverehtten Dirigenten, Herrn Rektor', Weber, einige herrliche Chor« wirkungsvoll zu Gehör. Abends 8 Uhr rereinigte die w-ellliche Feier im großen Saale des Gesellenhauses eine große Zahl von Freunden und (Böttnern des Vereins zu einem wohlgslungenen Familienabend. Hochw. Herr Präses entbot allen herz­lichen Willkomm engruß und überbrachte herzliche Grüßè und beste Wünsche für das fernere Wachsen und Blühen unseres Vereins seitens unseres hochgeschätzten Herrn Pro­tektors Herrn Dechant Ley, dem leider durch Krankhest ver­hindert, psiföiÄich anwesend zu sein, urimöglich war. Der gemeinschaftliche Gesang des Kolpingsliedes's war einst ein braver Junggesell'" leitete sodann über zu der be­geisternden Festrede des Hochw. Herrn Provinstols der Oblaten O. M. I. Leyendecker, der früher Rektor der deutschen Mifllon in Brüssel und afs solcher auch gleich- zsisig Hausverwalter Des deutschein Gesellerwerems in Brüssel war. Er zeigte uns in herrlichen beredten Wor­ten das große Werk Kolpings mit seinen großen Lei­stungen in der Vergangenheit und ermahnte zu treuem Festhalten am Verein. Der Herr Präses dankte dem Redner in warmen Worten für seine packenden treffenden Ausführungen im Namen des gesamten Vereins. An« schließend ergriff Vorstandsmitglied Wiegand das Worch um auch für die Gesellen ein allzeit treues Festhalten im Verein und Verband zu versprechen, und richtete an die zahlreich anwesenden Mitglieder des Jünglingsverein, die Aufforderung, sich doch nach Vollendung des 17. Le­bensjahres dem großen Verbände Kolpings anzuschließsn. Es folgte nun der zweite gemütliche Teil des Abends, her unter der DeviseFrohsinn und Scherz" stand. Die Ge- sangsab-teilung des Vereins brachte einige Chöre unter Leitung des Herrn Rektors Wär wirkungsvoll zu Gehör. Die Theaterabteilung setzte durch ihre wohlgelungenen Darbietungen, unter bitten besonders das Terzett Det