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schon seit Jahren als Heiser des erstorbenen Prä- m Werthmann in Wort und Schrift für die Caritas g war und in seiner letzten Stellung in Berlin sich zügiich bewährt hat, indem er die Interessen der Mischen Cariras sowohl bei den Behörden um tei [ großen nichtkatholischen Wohlfahrtsorganisationen sichern verstand und dadurch dem deutschen Caritas- band einen gegen früher wesentlich größeren Ein- 8 verschaffte. Gegenüber den Interkonfesswnalisie rgsbestrebungen auf dem Gebiet der Wohlfahrts- ege, wie sie nemrdings von einem großen deutschen rein betrieben werden, brauchen wir einen starken hrer für die burd) Jahrhunderte erprobte und ke­hrte kirchlich: Wohlfahrtsarbeit und einen festen Zu- nmenschluß aller mif caritalivem Gebiet tätigen äste. Mit Direktor Kreutz ist u. E. der rechte Mann den rechten Platz gekommen. Möge feine Arbeit von lites reichsten Segen begleitet fein.

In Sachsen

Ken SiaLtVerordnet-enwahlen stattgefurrden. In esden haben bei 80 Prozent Wahlbeteiligung die rgeritten Parteien die seitherige sozialistische Mehr- It gbrochen. In Leipzig stehen sich Bürgerliche und rziaidemokraten in gleicher Zahl gegenüber, während Her die Bürgerlichen 33 und im Sozialisten 39 Sitze tten.

Polen

: wohl der größte Kriegsgewinnler des Weltkrie- s. Aber nicht nur dem Siege der Entente, sondern eichzeitig auch der Niederlage der nächst England arksten Ententemacht Rußlands verdankt es feine .Ebererstehung und feine heutige Machtstellung, re Waffen der Mittelmächte sind es gewesen e deutschen und österreichischen Siege die Polen :r dem Schicksal bewahrten, eine national ent- 'chtete russische Provinz zu werden und der Frie- rn von Riga (mit Rußland) ist in vieler Hinsicht em Brest-Litowsker Frieden sehr ähnlich. Aus a*1 entgegengesetzten Voraussetzungen ist der pol- ifche Staat von heute entstanden, und das, was in so ins Leben gerufen hat, ist gleichzeitig eine miet größten Schwächen. Denn er setzt feinen ' nicht einem Besiegten auf den Nacken, sondern we'.en, und zwar zwei künftigen natürlichen Groß­lachten, Deutschland und Rußland, zwischen die der olnische Staat nicht nur geographisch eingekeilt t, sondern in deren Gebiet er sich durch feixe Cr- berungspolitik auch noch tief hineingepreßt hat. ommt Rußland wieder zur Macht und Deutsch- rnd kann manches tun, um dessen Wicdererstehung 11 beschleunigen so dürfte Polen der erste Geg- er sein, mit dem es den Kampf um die Rückgs- ünnung der entrissenen Gebiete aufnehmen wird. Seißruffen, Litauer und Ukrainer dürften sich in iesem Kampfe über alle trennenden Gegensätze inweg wohl an die Seite Rußlands stellen, denn ie Polen haben unter diesen Völkern viel Feind­haft gesät, und in der Reihe dieser Feinde steht eute mehr denn je auch Deutschland. Polen hat in staatliches Fundament in ein politisches Minen- lld gebaut, und es muß sehr darauf bedacht sein, nicht zu gelegener Zeit mehrere oder gar alle "inen gleichzeitig auffliegen. Denn in* diesem alle konnte vielleicht auch Frankreichs Hilfe nur >enlg nützen. Auf dessen Hilfe ist es ja fast ganz »gewiesen. Wie Frankreich feine Vormachtstellung x Europa nur gestützt auf die Entente aufrecht ryalten tonn, so vermag Polen seine der eigenen nachrgrundlagen gänzlich entbehrenden Erobe- nrd^r^ gestützt auf Frankreich m/m>F fte\ ^ ist da wie dort ein Imperialist ^ ? â "Abe Kosten, eine Pyramide auf fremde aufgebaut, deren schwankende Spitze der Ä Ä* Polens einnimmt. Polens Glück und 'acht steht und fadt mit der französischen Heae- l1/ ^ beute die polnischen Verpflichtungen ii.v Nicht unerhebliche und auch nicht ungefährliche »elastung bilden, wie die jüngsten Auseinander- Pungen zwischen den Ententemächten aezeiat ha- en. Wenn es der französischen Politik auch fchließ- ch gelang, die englische Abneigung gegen Polen 4 überwinden, so dürfte ihr auf die' Dauer gleiches mm möglich sein hinsichtlich der Feindschaften, ie der polnische Imperialismus bei den unmittel- aren Nachbarn geweckt hat.

Unter diesen Umständen ist es nicht zu viel ge- lgt, wenn man behauptet, daß die Zukunft Polens ^raoe nicht die günstigsten Aussichten ausweist.

Bei einer Aenderung der europäischen Lage wird es seine durch eine beispiellose Gunst der Verhält­nisse erlangte künstliche Machtstellung schwerlich be­haupten können. Das ist eine Aufgabe, der Polen ganz abgesehen von seinen inneren Zuständen auf die Dauer politisch nicht gewachsen sein wird! In England wenigstens haben sich sehr namhafte Persönlichkeiten wiederholt in ähnlichem Sinne aus­gesprochen.

Gewiß, für das deutsche Volk werden die Hoff­nungen auf die Zukunft heute nur wenig dazu bei­tragen können, den schweren Druck der düsteren Gegenwart zu mildern. Aber es bleibt ewig wahr, daß das Gute an allem Uebel und das Ueble an allem Guten die Vergänglichkeit ist. Dieser Ge­danke muß alle jene trösten, die unter der Wucht eines scheinbar aussichtslosen Unglücks verzagen möchten: er möge aber auch jene warnen, die Glück und Erfolg übermütig gemacht hat und die heute der Meinung sind, daß ihre künstlichen Eintags­schöpfungen von ewiger Dauer sein werden.

Die Abrüstungskonferenz in Washington ist mit einer Ansprache Hardings eröffnet worden, in der vsrl von Humanität und Brüderlichkeit die Rede war. Wir haben uns", so erklärte er,hier versammelt, um der Hummanität zu die nm. Wir haben uns hier vec- emigt, um mit unseren Mandaten die Lasten der Völ­ker zu vermindern urck endlich eine bessere Ordnung aufzurichten, die d:r Welt ihre Ruhr g^en soll."Die Botschaft höre ich wohl allein mir fehlt der Glaube." Praktisch wird bei der ganzen Geschichte nicht viel herauskommerr.

Japan.

Ueber den ermordeten japanischen Ministerpräsi­denten schreibt uns der Japan-Missionar, Herr P. Dorotheus Schilling 0. F. M., jetzt in Waterslcyde, folgendes: Ihre Leser wird es interessieren zu erfahren, daß der ermordete japanische Ministerpräsident Hara der erste Katholik war, der diesen hohen Posten im Mikadoreiche bekleidete. In seiner Jugend schloß er sich gleich anderen jungen strebsamen Japanern einem Europäer an, um für schwachvrrgütets Dienst­leistungen sich in europäischen Sprachen und Ver­hältnissen unterrichten zu lassen. Ministerpräsident Hara hatte sich dem vor zwei Jahren in Yokohama verstorbenen Missionar Eorard aus dem Pariser Seminar angeschrossen und leistete ihm die Dienste eines Kochs und Laufburschen. Dafür erhielt er Unterricht in der französischen Sprache und in den christlichen Wahrheiten. Er empfing auch bald die hl. Taufe und dachte daran, sich dem Priesterstande zu widmen, um als Missionar an der Christianisierung seines Vaterlandes zu arbeiten. Diesen Plan gab er jedoch, wieder auf und widmete sich einem prak­tischen Berufe. Die großen Kenntnisse der fran­zösischen Sprache, die er sich im täglichen Verkehr mit P. Evrard erworben hatte, wurden ihm zum besten Hilfsmittel bei seinem Aufstieg. Er betätigte sich zunächst als Uebersetzer und Dolmetscher und wurde mit verschiedenen staatlichen Posten betraut, die ihn allmählich ins Ministerium führten. Als erster Bürgerlicher wurde er dann vor einigen Jahren zum Ministerpräsidenten ernannt. Leider machte er es wie so manche Emporkömmlinge in Japan, die ihre rechtmäßige Frau, weil sie aus niederer Herkunft ist, nicht mehr für ebenbürtig halten, sich von ihr trennen und eine andere hei­raten. Aus diesem Grunde konnte Ministerpräsident Hara schon seit Jahren nicht mehr als Katholik praktizieren. Trotzdem machte er aus seinem christ­lichen Bekenntnisse keinen Hehl und leistete der katholischen Kirche in Japan manchen guten Dienst. Als P. Evrard ein Jahr vor seinem Tode in Yoko­hama sein goldenes Priesterjubiläum feierte, sandte der Ministerpräsident seinem ehemaligen Lehrer und Herrn seine Photographie mit eigenhändiger Wid­mung. Ob Hara in seinen letzten Stunden um priester­lichen Beistand gebeten hat und ob ihm ein christ­liches Begräbnis zu teil wird, ist aus den bisherigen Nachrichten noch nicht zu ersehen.

Diözese Frrida

Der hochwürdigste Herr Bischof erteilte in der vorigen Woche die Tonsur und die anderen Weihen an folgende Alumnen des Priesierfeminars: Aus der Diözese Fulda: Otto Boden aus Hanau, Karl Brodmann aus Soisdorf. Karl Ebert aus Eise­nach, Martin Hannappel aus Himmelsberg, Leonhard Hsidt ans Oberulrichsberg, Fritz Kreß aus Fulda einmal aufgeführl werden.

Ayinger aus Wtistensachlen. Joseph Scholl aus £... 1. C. - 3. ... vw, ..^ «tuusyeteß uozt Staffel, Wilhelm Wald aus Geisa; ferner an die Alum- die religiöse Kinder^rziehultg in Preußey in Kraft ge»

neu aus der Diözese Limburg: Heinrich Bernhardt aus Frankfurt Wilhelm Vreithecker aus Ellar, Fer- dinand Dirichs aus Frankfurt, Karl Faxel aus Strom- berg, Ernst Gerhard aus Frankfurt. Kaspar Hofmann aus Gomberg, Joseph Reitz aus Füssirgen, Georg Nom. pel aus Lindenholzhausen. Ernst Schinidt aus Renne­rod, Arnold Schmitz aus Frankfurt, Georg Schott aus Obertiefenbach, Bernhard Staat aus Frankfurt Franz Staat aus Biebrich, Anton Stuckenbrock aus Wiesba­den, Wilhelm Raifenberger aus Ingolstadt, ooseph Wetzler aus Westernohe: ferner an die Alumnen der Diözese Osnabrück: Franz Pattloch aus Hamburg, Karl Fischer aus Hamburg und an den Alumnus Wil, Helm Tölle aus Gesecks aus der Diözese Paderborn. Die hl. Diakonatsweihe empfing der Subdiakon Wil­helm Biehof aus Mühleip aus der Diözese Klagen, f u r t.

Auf der Rückreise von Somborn, wo er zur Be­erdigung seiner Mutter gewesen war, stieg am Donnerstag voriger Woche der Hochwärd. Herr Bischof Dr. Christian Zchrridec osn Meißen zu einem kurzen Besuche in Fulda aus. Er nahm im Bischöflichen Palais Wohnung. TagS öarauf um 10 Uhr fuhr der Hochwürdigste Herr, der sich sehr freute, Fulda wieder zu sehen, mit dem Schnellzug nach Bautzen zurück.

Sein 25jähriges Priefterjubiläum konnte am 18. November Herr Dompräbendat Professor Dr, Richter feiern. Geboren am 29. April 1874 zu Grüsselbach wurde er am 18. November 1896 zum Priester geweiht. Nachdem er kurze Zeit als Stadt­kaplan in Fulda gewirkt, setzte er feine Studien in Freiburg fort und erwarb sich daselbst die philo­sophische und theolog. Dpktorwürde. Seit dem Jahr 1899 ist er Dompräbendat und wirkt als Professor am Priesterseminar. Daneben entfaltet er noch eine reiche schriftstellerische Tätigkeit, besonders auf dem Gebiete der Fuldaer Geschichte, um deren Erforschung er sich große Verdienste erworben hat, Ad multos annos!

Der kolh. IuLLndverein der Sfablpfatrei beging am vorig. Sonntag eine recht eindrucksvolle Fever seines 10. Stiftungsfestes. Eine überaus große Anzahl von Gästen und Freunden des Veveins konnte der Präses zu einer und ferner jungen Freude begrüßen, darunter auch Diözesanpräses Domkapitular Dr L e i mb a ch,

La:L>rat Freiherr von Gagrrn und Gcneralmkar Dr. Mül k r. Der Diözesanpräses gedachte in seiner Festansprache der Gründungrgcschichte des Vereins. Die anerkennenden Worte, die er dem Gründungspräses, dem damaligen Stadtkaplan Börsting, widmete, waren allen, die dessen segensreiche Arbeit im Dienste der stadtpfarrlicheu Jugend gekannt, wie aus dem Herzen gesprochen. Eine freudige Ueberraschung, besonders für die augenblicklichen aktiven Vsmnsmitgüâr war eine Ehrengabe in Form einer schön aurgeführien Fahnen- schleife von feiten ehemaliger Mitglieder, die im Grün- duttgsjahr 1911 dem Verein angchört hatten. In deren Namen übergab Bankbeamter Justus Pfeifer, ehe, maliger Senior, nach herzlichen Worten der Dankbar­keit gegen ben Sugenboerein und einer begeisternden Mahnung an bk derzeitigen Mitglieder die Schleife an den Verein. Sie wird immer eine ehrenvolle Zierde für die Fahne bedeuten. Die ausgezeichneten musikali­schen Leistungen der Musikkapelle unter der Leitung des Schriftsetzers Joseph Lomb fanden reichsten Bei­fall. In der Wiedergabe des Wattigen DramasDer Waffenschmied von Wien" stellten sich bk Leiter der Theaterabteilung, Lchrer Schwarz und Justus Pfeifer, sowie die Spieler selbst, ein glänzendes Zeugnis für ihr Wollen und Können aus. Das Drama stellte sowohl an die Spieler wie auch an die Bühnentechnik hohe An- forberungen, bk aber glänzend gelöst wurden. Be­sonders die Hauptrollen waren durchweg recht gut wie- bergegeben, sodaß die Zuschauer nach jeder» Akt reichsten Beifall spendeten. Möge der schöne Ersolg am gest­ylte Abend auch greifbaren Erfolg für die Zutunfls- arbeit der stadtpfarrlichen Jüngiings-Sodalität zeitigen. Möge bee H-eier dazu beitragen, daß alle Jungmänner, ehedem dem Verein angchörten, wieder recht lebhaft bewußt werde-, ihrer schönen Jugendideale, für die sie ich im Jugendvereitl erobern begeistert hatten unb daß öte derzeitigen Mitglieder in ihren edlen Bestrebungen neu gestärkt werden. Möge der Verein bei manchen Jugendlichen, die ihm noch fern hen, und auch bei nauchen Eltern und Lehrherren neues Vertrauen fin- kn und möge das Interesse an den Bestrebungen der kath. Jugendvereine allgemein neu geweckt werden. Das wäre die schönste Genugtuung für diejenigen, die mit unseren Jungen im kath. Jugendverein zusammenarbei­ten. Das Spiel wird am tommenicn Sonntag noch

Am 1. Oktober d. 3. ist das neue Reichsgefeh über