rrnriw
Ausgabe 8
^Z Kassel, den 20. Navember 192|.
Nr. 41
L
EWeth-VM
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag u. kostet Vierteljahr!. Ausg. ^ 3.—Mk., 8 3.59Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonslzeile oder deren Raum 50 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. » .,. ——-
wocheukülender.
intag, 20. Nov. 27. u. letzter Sonntag nach Pfingsten. Felix v. Valois, Bek.
ontag, 21. Nov. Mariä Opferung,
cnstag, 22. Nov. Cäcilia, Jgfr. u. M.
ittwoch, 23. Nov. Clemens, P. u. M., Felicitas, M. mnerstag, 24. Nov. Joh. v. Kreuz, Bek., Chrysogonus, M etwa, 25. Nov. Katharina v. Alexandrien, Jgfr. u. M imstag, 26. Nov. Silvester, Abt, Petrus v. Alexandrien' 9. u. M. Konrad. '
cb kmmdzw artigster Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Matth. 24, 15—35.)
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: mn ihr den Greuel der Verwüstung, welcher von dem opheten Daniel vorhergesagt worden, am Heiligen Ue stehen sehet; — wer das liest, der verstehe es hl! — dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge: d wer auf dem Dache ist, der steige nicht herab, um oas aus seinem Hause zu holen: und wer auf dem lde ist, lebte nicht zurück, um seinen Rock zu holen, ld wehe den Schwan ,ern und Säugenden in jenen gen! Bittet aber, daß eure Flucht nicht im Winter :r am Sabbathe geschehe. Denn cs wird alsdann e große Trübsal sein, dergleichen von Anfang der ;lt bis jetzt nicht gewesen ist, noch fernerhin sein cd. Und wenn dieselben Tage nicht abgekürzt wurden, wurde kein Mensch gerettet werden: aber um der iserwähltcn willen werden jene Tage abgekürzt rden. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Siehe, r ist Christus, oder dorr! so glaubet es nicht. Denn werden falsche Christi und falsche Propheten air= yen, und sie werden große Zeichen und Wunder i; so daß auch die Auserwählten (wenn eS möglich re) in Irrtum geführt würden. Siehe, ich habe es 4 vorhergcfagt! Wenn sie euch also sagen: Siehe, er iii der Wüste, so gehet nicht hinaus: siehe, er ist in r Kammern, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der itz vom Ausgange ausgeht, und bis zum Untergange ichtet: ebenso wird cs auch mit der Ankunft des en,chensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da ver- nmetn sich die Adler. SoUeich aber nach der Trübsal
die Sonne verfinstert werden, und c Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die crne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte , Himmels er;chuttert werden. Und dann wird das when bcu ... cn;chcmohnes am Himmel erscheinen, d dann werden alle Geschlechter der Erde weheilagen d ste werden den Menschensohn kommen sehen in den )lken des Himmels, mit großer Kraft und H-rrlich° t. Und er wird seine Engel mit der Posaune senden, t großem Schalle: und sie werden seine Auserwählten t den vier Winden, von einem Ende des Himmels zum andern zusammen bringen. Vom Feigenbäume w lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon zart cd, und die Blätter hcrvorgewachscri sind, so wisset -daß der Sommer nahe ist. So auch, wenn ihr dies 's sehet, so wisset, daß es nahe vor der Türe ist. ihrlich, sag' ich euch: Dieses Geschlecht wird nicht gehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde gehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Gut gestempelt. -««•
eten sollen wir, daß unsere Fluch! nicht im Winter oder am Sabbat geschehe. Welchen Sinn hat diese Mahnung des Heilandes? Welche Lchre können wir daraus ziehen? Der Sabbat ist der Ruhetag, die Flucht unser Abmarsch aus dieser in die andere Welt. Ein großes Unglück wäre es nun, wenn wir von binnen scheiden würden in einer Zeit, wo wir der Uniätigkeit, dem Müßiggang, der Lauheit uns überlassen halten. Erkenne also in diesen Worten eine versteckte, aber eindringliche Mahnung zn unermüdlicher Arbeit auf dem Acker des Berufes, auf dem Acker- der Seele-
Wie an einer Uhr ein Rädchen in das andere greift und durch dieses Jneinandergreifen der Gang der Uhr befördert wird, so paßt zur Mahnung des Herrn im Evangelium die Mahnung des Apostels in der Epistel, und beide steuern auf dasselbe Ziel: rastlose Arbeit im Dienste des Herrn. „Möget ihr erfüllt werden", schreibt Sankt Paulus, „mit der Erkenntnis des göttlichen Willens in aller Weisheit und geistlichen Einsicht, damit ihr Gottes würdig wandelt, indem ihr Frucht bringet in jedem guten Werk".
Warum legen sowohl der Heiland als auch der Apostel so großes Gewicht auf die Arbeit? Weil unermüdliche, treue Arbeit ein Garantieschein ist für den ewigen Himmelslohn. Wie aber ein Ausweis oder ein anderes öffentliches Papier einen rechtskräftigen Stempel tragen muß, so muß auch unsere Arbeit, soll sie verdienstlich sein für den Himmel, einen heiligen, übernatürlichen Stempel tragen. Mit drei guten Dingen muß unsere Arbeit gestempelt sein: mit guter Meinung, mit guter Leistung und mit guter Miene.
Gut gestempelt! Dazu gehört zunächst die gute Meinung. Unsere Arbeit muß auf einem übernatürlichen Fundament stehen. Nur arbeiten, um Geld zu verdienen, um zu leben und zu genießen — solche Arbeitsgesinnung mag zwar die Kasse füllen, das Herz aber läßt sie leer. Alles Schuften und Schinden bei Tag und Nacht ist dann in ein durchlöchertes Sieb geschüttet, und um die Hoffnung des ewigen Lebens bist du betrogen. Da wird es gehen wie bei jenem Hamster, der seine Scheune abbrechen und eine neue, größere bauen und dann zu seiner Seele sagen wollte: „Meine Seele, du hast jetzt eine Unmenge von Vorräten auf viele Jahre aufgespeichert; darum iß und trink und laß dirs wohl sein." Gon aber sprach zu ihm: „Du Tor, heute in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und was du zusammengeschachert hast, wem wird es gehören?"
Eine gute Meinung sollst du haben bei deiner Arbeit. Aus dem Glauben, aus der Religion muß n- ix-r^t^l»co». ^»!» >x»t SlemiLl aus der Wurzel,
Den lieben Gott sollst du dabei im Auge Haber nicht deine Ehre, nicht deinen Geldsack Die Absicht, etwas zu verdienen, den Lebensunterhalt zu gewinnen, darf mitspielen und mitklingen. Aber dieß Absicht darf nicht die einzige und soll nicht die oberste und letzte sein. Wie man ein Stück Blech ver goldet, so mußt auch du deine irdische Absicht ergänzen und adeln durch eine überirdische. Wenn die Rücksicht auf Gott, auf seine Ehre unb seinen Willen dich hauptsächlich bestimmt und beseelt bei der Arbeit, dann bist du ein Zauberer, oer Steine in Gold verwandelt: zum irdi chen, zei lichen Lohn gewinnst du himmlischen, ewigen. Der ffpostel sieht strenge darauf, daß wir nicht bloß bei gr zen, sondern selbst bei kleinen, geringen und angenehmen Beschäftigungen die Ehre Gottes und des Heilandes im Auge haben: „Ob ihr esset oder truikel oder etwas anders tut, so tut alles zur Ehre Gottes". N vni diesen Zauberstab zur Hand am frühen Morgen und mache die gute Meinung: „Alles meinem Gott zu Ehren; ergreife diesen Zauberstab öfter den Tag über, indem du deiner Seele wieder einen Ruck himmelwärts gibst und die gute Meinung erneuerst: „Alles Gott zulieb". Mit der guten Meinung kannst du in der Ewigkeit ein Kapitalist werden, ohne die flute Meinung wirst du als Proletarier an der Schwelle der Ewigkeit erscheinen.
Gut gestempelt muß die Arbeit sein. Dazu gehört ferner eine gute Leistung. Der hl. Ignatius von Loyola traf einst einen Ordensbruoer, der eine Arbeit nachlässig verrichtete. „Mein Sohn", sprach er zu ihm, „für wen tust du diese Arbeit?" „Für Golt", war die vorschnelle Antwort. „Hat- teil du noch gesagt für Menschen", enigegnete der Ordensstifter, „so hättest du noch Verzeihung verdient; da du aber die Arbeit für Gott verrichtest und doch so nachlässig tust, so Verdienst du keine Verzeihung". Durch die „gute Meinung" haben wir eben die Arbeit Gott geweiht, und es ist nicht anders, als wollten wir die fertige Arbeit dem Allwissenden, unserm ewigen Lohnherrn, in die Hände niederlegen. Sieh also zu, daß kein Makel daran ist. Verrichten wir jegliche Arbeit mit solcher Gewissem,aftigkei», Genauigkeit, Gediegenheit und Gründlichkeit, deren wir bei unfern Kräften fähig sind. Was meinst du, wenn alle Aken scheu in einer solchen Gesinnung arbeiten würden, würde man da noch .Kontrolleure und Auspassec brauchen?---
Gut gestempelt muß die Arbeit sein. Dazu gehört endlich eine gute Miene. Durch die „gute Meinung" wird die Arbeit Gottesdienst. Sol! man aber Gott verdrießlich, widerwärtig und mürrisch dienen? Nein. Was sagt davon der Pralmist? „Dienet dem Herrn mit Freuden, tretet vor seist Antlitz mit Frohlocken". (Ps. 99,1) Pflügest dv den Acker um? Sei fröhlich, es ist Gottesdienst Stehst du an der sausenden Ria chrne? Sei fröhlich, es ist Gottesdienst. Machst du Buchungen im Kontor? Sei fröhlich, es ist Gsttesdien'^ Erledigst du