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Erscheint jeden Sonntag u. kostet vierteljährl. Ausg. A Z.— Mk., B3.50 Mt. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzelle oder deren Raum 50 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher. ■ .....Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. ■ "
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
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Wochenkalender.
Ring, 6. Nov. 25. nach Pfingsten. (5. nach Epiph.) irckiveihfest.
ntag, 7. Nov. B d Oktav. Engelbert, B. Willibrord, nètag, 8. Nov. Oktav v. Allerheiligen. Vier gekrönte Märtyrer Gottfried.
twoch, 9. Nov.. Fest der Weihe der Erzbasilika San alvatore in Nom. Theodor, M.
merStag, i0. Nov. Andreas AvellinuS, Bek. Tryphon, lefpiciuS u. Nympha, M.
itaa, 11. Nov. Maitinus, Bisch, Mennas, M. nötap,. 12. Nov. MartinuS, P u. M.
nsMLWanzigjterSsnnljignach Pfingsten.
(Evangel. Matth. 13, 21-30.)
In jener Zeit trug Jesus dem Vol4e ein anderes ichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich !m Menschen, der guten Samen auf seinen Acker e. Als aber die L^ute schliefen, kam sein Feind, säete Unkraut mitten unter den Weizen, und ging on. Als nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, hien auch das Unkraut. Da traten die Knechte des lsvaterS herzu, und sprachen zu ihm: Herr, hast du t guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher er denn das Unkraut? Und er sprach zu ihnen: Z hat der Feind getan. Die Knechte aber sprachen ihm: Willst du, daß wir hingehen, und es auf- meln? Und er sprach: Reinl oamit ihr mcht etwa, n ihr das Unkraut aufsammelt, mit demselben eich auch den Merzen ausreißet. Lasset beides zu- men wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte ich zünden Schnittern faam: Sammelt zuerst das raut, und bindet es in Bündlern zum Verbrennen; Weizen aber sammelt in meine Scheune.
Er des Müßiggängers.
ls die Leute schliefen, sagt der Hei- land, „kam der Feind und säte Un« kraut". Dieser Schlaf ist ein Sinnbild der Trägheit. Wie es auf dem Acker des Müßiggängers aussieht, „ . m _ davon gibt der hl. Geist selber die sende Beichr^ibung: „Ich ging durch den Acker es faulen Menschen und durch den Weinberg eS törichten Mannes; und siehe, da war alles von rennessein, und Dornen bedeckten den den, und die Mauer von Steinen war eingefallen". )r. 24,30) u '
Wer ist Mitglied im Verein der Müßiggänger? r macht sich der Trägheit schuldig? Wer am irgen nicht aus dem warmen Bett heraus kann sie die Türe in der Angel, so dreht sich der Faule in >em Bett". (Epr. 26,13) Die Türe wird aufge- cht, die Türe wird zugemacht, die Türe dreht sich h rechts, dreht sich nach links, und die Angel rrt dazu wie ein alter Hund; aber trotzdem >mt die Türe nicht vom Flëck und nicht von der sie und verharrt hartnäckig an ihrem Platze, das nicht das sprechende Konterfei deS Trägen? >n klopft an seine Tür, man rüttelt ihn am Arm, rafielt der Wecker: der Faule erwacht: er dreht
sich rechts, er dreht sich links, er gähnt und reckt und streckt sich, aber er bleibt wo er ist, im Bett. Das Ben kracht unter der Bewegung, aber von Aus- stehen keine Spur. Es ist als ob der Träge mit Seilen angebunden wäre an das Bettuch, oder als ob man Pech in das Bett geschüttet hätte. Anstatt sich zu erheben und sich flugS in die Kleider zu werfen, anstatt mit einem andächtigen Gebet, mit einem leisen Liedchen, mit einem frohen Pfeiffen das Gesetz der Trägheit zu überwinden und dann mit einem mutigen Sprung sich hineinzustürzen in das Wasser der Arbeit, vertändelt der Faule die kostbare Zeit und macht das- Aufstehen von Minute zu Minute schwerer. Daher dann Verspätung bei der Arbeit, Verspätung beim Frühstück, Verspätung beim Gottesdienst, Verärgerung und Verdrießlichkeit schier den ganzen Tag.
Wer ist Mitglied im Verein des Müßiggänger? Eine Frau, die viel schwätzt mit ihren Hausgenossen, mit ihren Nachbarinnen und darüber die Haushaltung und die Kinder vernachlässigt. Kommt der Mann vom Geschäft nach Hause, so ist das Essen noch nicht fertig und ob er will oder nicht, er lernt das Fluchen und Schimpfen.
Wer ist Mitglied im Verein der Müßiggänger? Der Mann, welcher am hellen Tage, trotz Arbeitsgelegenheit, stundenlang int Wirtshaus sitzt, Karten spielt, Bier trinkt, Politik treibt, anstatt etwas zu verdienen in den teuren Zeiten.
Wer ist Mitglied im Verein der Müßiggänger? Ein Lohnarbeiter, der die Hände in den Hosen hat, der müßig dasteht oder gar sich auf die faule Haut legt, dennoch aber volle Stunden anrechnet und mit der unschuldigsten Miene von der Welt seinen Lohn einstreicht; Beamte, Angestellte, Dienstboten, welche mit Volldampf arbeiten, wenn sie Kontrolle und Nachschau wittern, aber die Segel streichen, sobald der Gestrenge aus den Augen ist; Kinder, Schüler. Studenten, die ihrcHansanfgaben vernachlässigen,dafür Allotria treiben, dem Sport naebjagen und unvorbereitet zur Schule kommen zum Verdruß des Lehrers, zum Aerger der Klasse und zum eigenen Nachteil des Faulenzers. Mitglied im Verein der Müßig- gänger ist ein jeder, der seine Christen- oder Standespflichten vernachläßigt.
Wie siebt es aus auf dem Acker des Müßig, gänger»? Von Weizen oder Kartoffeln nichts zu sehen; wohin du blickst Brennesseln, Dornen .Queckken, Unkraut. Der Besitzer war zu faul, den Acker an- zusäen und ordentlich zu bebauen, er ist zu faul gewesen, vas Unkraut auszureißen: lieber ist er hinter dem Ofen gehockt und bat geschlafen, lieber hinter dem Biertisch und hat Zeitung gelesen. Nun hat er die Bescherung: einen Haufen Unkraut. Und so sieht es aus auf dem Acker des Müßiggängers. Ist das alles? Nein, das ist das wenigste. Dem hl. Geist ist es nicht um Ackerbau zu tun, sondern um Seelenbau, Seelenpflege. Wie sieht es also beim Trägen aus auf dem Acker der Seele? Da aedeibt mäcktia
das Unkraut der Sünde. Ist ja die Trägheit an und für sich schon eine Sünde, welche die Seele entstellt, verwüstet und tötet, ja sogar dem ewigen Feuer ausliesert. Kennst du die Parabel vom tragen Knecht? Sein Herr hatte ihm ein Talent anvei« traut in der Erwartung, daß der Knecht durch Handel und Umtrieb es vermehre. Was tat aber Der faule Knecht? Vergraben hat er das Talent, anstatt damit zu arbeiten. Als der Herr wiederkam unD Rechenschaft forderte, brachte der Knecht sein Talent. War der Herr damit zufrieden? Keineswegs. „Du böser und fauler Knecht", herrschte er ihn an; ,du hättest das Talent umsetzen und damit Gewinn machen sollen; so kommt her, meine Diener, und nehmt ihm sein Talent; den unützen Knecht elber bindet und werfet ihn hinaus in Die dickste Finsternis, wo Heulen und Zähneknirschen jein wird." (Mt. 25).
Siehe, Freund, mit der Trägheit ist nicht zu 'passen, Selbst wenn du damit vor den Menschen durchkommst, beim Richter droben gibt es ein ernstes Rach'piel. Eine Sünde ist die Trägheit, und dazu noch eine Haup'.jünde, die in der Reihe der Haupt- sünden an letzter Stelle marschiert. Deswegen brauchst du nicht zu meinen, daß man aus der Trägheit sich nichts zu machen braucht. Nicht bloß der Biß eines Löwen, schon der Stich einer Mücke kann rötlich sein. Ja, eine Hanptsünde ist die Träg- heit, weil sie viele andere Sünden im Gefolge hat. „Die Mauer ist eingefallen", sagt der hl. Geist. Und deshalb halten die Füchse, die Wölfe und Schweine scharenweise ihren Einzug und wühlen und fressen nach Herzenslust. So ist es bei der Seele des Trägen. Aller Widerstand gegen die Versuchungen ist da beseitigt und die Feinde des Heiles halten ihren Einzug: schrankenlose Begierden, gefolgt von schlechten Werken, als da sind Unzufriedenheit, Diebstahl, Trunksucht, Unkeuschheit. „Müßiggang ist aller Laster Anfang" und: „In müßiger Welle Itrafst der böse Geist". Fort nm dem Müßiggang, hinaus mir dem Unkraut der Trägheit. Heraus aus Dem Bett des Morgens in der Frühe, die Hände geölt, die Füße gewetzt, den Kopf geputzt zu emsiger Arbeit des Körpers und Geistes.
Der Burapfarrer.
Am Airchweihseft, das heute im größten Teil unserer Diözese gefeiert wird, sollst du dich, mein lieber Christ, vor allem dankbaren Herzens erinnern an jenen glücklichen, freudenreichen Tag, an dem deine Pfarrkirche geweiht wurde, an dem Gott, der Herr, sie zu seiner Wohnstätte auserwählt hat. Es ist ja ein unschätzbares Glück, ein Gotteshaus zu be» sitzen, wo du deinen Heiland wirklich im Sakramente zugegen finden kannst. Welch eine Freude, zu feinen Füßen niedersinken zu können, ihm sein bedrücktes Herz zu erschließen! Wir Katholiken können roahrlüb beim Betreten unserer Kirchen mit: