— 343 —
reten; dabei ist die Zahl der Uebertriite ans angst- ani chen religiösen Orden nicht miteingerechnet.
Zn Amerika beging der Apoitolische Vikar Theo« chil Mer ch a e rt kürzlich sein goldenes Pr ieste r- ubiläum; er ist der Apostel des Jndianer-Gebieies ind fein erster Apostolischer Vikar. Er brachte die Zahl der Katholiken von 4000 auf 75 000, dw Zabl »er Gotteshäuser von 15 auf 86 Rtlisionskirchen mit räudigen P arrern und 135 iDlii iionsftationen. Auch ne Zahl der Priester hat er bedeutend erhöbt. Es vareu ihrer 13 beim Antritte, heute unterstehen ihm 103 Priester.
Holland bekommt demnächst eine katholische in iverf ität; in Nymegen soll sie errichtet werden.
In Dülmen hat eine aus allen Kreisen der Bc« lölkerung be uchte Versammlung staitgesunden, auf )er sich ein Ausschuß gebildet hat zur ^örherung >er Seligsprechung der solibeg: adele« Dulderin èl n n a Katharina Emmerich.
Das Jubiläum des III. Ordens
las in der vorigen Woche in unserem lieben Frauen- >erg gefeiert morde, hat, wie nicht anders zu erwarten nor, einen erhebenden Verlauf genommen. Ein? afa» »emische Feier im festlich geschmückten Refektorium des Klosters oercüiigte am Mittwoch die Patres mit dem Deilklerus von Fulda und Umgegend, wobei nach kurten Vegrüßungsworten des P. Guardian P. Pazisicus Wehner über die Bedeutung des dritten Ortens für unsere Seit sprach. Die kirchliche Feier führte in den Morgen, mb Abendstunden der 3 letzten Zage der vorigen Woche chhlrciche Verehrer des hl. Franziskus auf ben Frauen, rerg, um den Worten der beiden Fcstprediger P ßeo» iarb Wilke tWiesbaden-Kelkheimf und P. Dvtnc* ian Weber (Salmünster) zu lauschen, die in frischen, ebenstreuen Farben das anmutvolle, ganz einzigartige Bild des heiligen Ordensstifters zeichneten, wie «s bett« und segenbringendes Vorbild fein soll für alle wahren ^ranziskuskinder und Franziskusfreunde. Immer wie- )er erscholl es von der Kanzel: Terziaren, ihr Brüder »rrd Schwestern vom Dritten Orden, feit wahrhafte Rach- ehmrr Christi, in Gesinnung und Tost, m Wort und Werk: Künder und Mittier des Frizens für Familie und Gesellschaft in einer Welt voll Streit und Hader, Apostel der Emfackchoit und guten Sitte iimut!«i gottverGeffener Sitten» lofigkeit, Vorbilder selbstloser, hilfreicher Nääfltenliebe in der Zeit des schmählichen Bruderkneaes rmler aenuß- mch habgierigen Mammvnsdienecn. — Seid ein L-cht der W-'lt, das Salz der Erbe und tut Einhalt her Griten» feuinis ,Me ganze Klassen und Stände unseres Volkes befallen hat. Sujsagt der Welt, um ste zu retten zu Hessen fürs Gottesreich und das ewige Leben.
Den Höhepunkt der Feier bildete der Sonntag mit der Generolkommur on. dem Dctrüfitoamt des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Joseph Damian am Morgen, der Festversammlung am Nachmittag und am Abend. In beiden Berfanwnlunaen, bei denen der Stabtsaal bis aufs letTbe Plätzchen gefüllt war, von denen, die am Mittag auch den Hochwürdiasten Herrn Bischof unter den Saiten sah, sprach Weinoroßhändler (Kniarb Schmitt in feiner Eigenschaft als Syrchfkus des Klosters Frauenberg herzliche Vegrühungowarte und gedachte dabei der Pezichuonen der Söhne des hl. Franziskus zum Fvkdaer Limde, die sich über viele Jahrhunderte hin Mückerstrecken. Hvute wie immer bringen die Bs-rvobner des Fuldaer Landes den Franziskanern, „unfern" Franziskanern treue Liebe und Verehrung entgegen; er wies auch kurz hin auf das Interesse mid bie SiMs^athie, die der Heilige von Assisti auch bei der modernen nicht?«llwspschen Welt pnbei und er» innerte an die für die Diözese Fulda so glorreichen Tatsache, daß die herrlichste Heilige, die aus dem 3. Orden her- vorgegangen ist die bl. Elisabeth, auf dem Beben gelebt hat, starb und begraben ist, der zur Diözese Fulda gehört.
In beiden Versammlungen wurde in einer Festrede die Bedeutung her Feier gewurdiot. Am Mittag stirach m formoollenbeter Sprache, in fesselndem Vortrag Pro- scssor ^Dr. Marareth aus Mainz über das Thema: * u^V^us, Führer des Volkes". Seine aUgemrin veritan^chen AusMunaen machten sichtlich tiefen Gin» Nm^^Äk^ ^i^orerf^Qft, die sich hauptsächlich aus der Umorgend von Fulda züsammsnsetzie
«r* nmi ’^’^" ^Versammlung' welche die katho- ^m530^^ aus allen Ständen im bicht- gefuüten Stadtsaa vereinigt hatte, sprach Herr Gehci- L?L^^^ ?'- S^I aus Aschakfen. bürg fesselnd und tiefempfunden über „Der dritte 0"m^^^ UH Zufluß auf die Kultur".
beiden Veranstaltungen wurde der rednerische Teil durch hervorragende funftlcri che Darbietungen qc« hoben und zu einem Husdigungsakt an den großen Hei- rigen von Assisi ausgestaltet. Der stadtpfarrliche Kirchcn- chor und das Fuldaer Konzertorchester rohrten dabei mit unb beibcmal kam das Werk des Heimatdichters Pfarrer Ludwig Nüdling „§ra«zlskus, ein Lchnufpiel zwkfchsn Papst und Deksier" zur Aufführung.
. ^as als Festgabe zurn 700jäh.igen Bestehen des druten Ordens gedachte Werk hat die Bestätigung der ^3el des Franziskanerordens durch Papst Innocenz III. 3um Einhalt. Seine Vorzüge liegen in dem guten Auf- in der einfach fchlichjen und doch kraftvollen Vers, iprsche und vor allem in seiner feinen Seelenzeichnung'
Die Darsteller, ohne Ausnahme jugendliche Kräfte, ga. ben das Schauspiel mit einem Hauche wohltuende^ In. neriichkâ und liebevoller Teilnal'me wieder. Die tragenden Rollen des Papstes und des Franziskus stellen nicht geringe Anforderungen an psychologische Erfassung und Durcharbeitung und diesen Forderungen wurden beide Darsteller durchaus gerecht. Sehr wirkungsvoll waren die Kostüme und die Bühnenausstotmng. Den Schluß bildete ein farbenprächtiges lebendes Bild: „Der hl. Franziskus inmitten der Ordenspatrone, des hl. Ludwig von Frank- reeb und der hl. Elisabeth", welches das Schauspiel wirkungsvoll krönte, Herr Pfarrer Rübling, der zu Beginn den Prolog gesprochen, erfreute dann noch mit dem liebreizenden Franziskusgedicht: Ein Märchen aus dem Himmelreich.
Möge das Feuer heiliger D-sgersteniNg für St. Fran- ziskus und feine hohen Ziele, das durch diese eindrucksvolle Zentenarfeier gewiß in den Herzen vieler Tausender geweckt wurde, red)t lange anhalken und untere Mitwelt durchleuchten und durchwärmen mit den Gluten eines Seraphs von Assist, dessen Vorbild auch heute die Weit erneuern und das Antlitz der Erbe verjüngen kann.
Diözese Fulda
Ter Albcrtus-Magnuövrrein bedarf grade in unserer Zeit nachhaltiger Unternutjung. Alle Ortsgruppen und Einzelmitglieder tverden deshalb um die Einicndung der (teilweise noch für 1920 ruck ändigen) Jahresbeiträge dringend ersucht. Herzlich b tien wir alle diejenigen, bie vor dem Krieg Äirt- gheber des Vereins waren, ihm nicht nur treu zu bleiben, sondern auch andere zum Eintritt in ihn zu veranlassen. Besonders wenden wir uns mit dreier Bitte an diejenigen hochwürdigen Herren Pfarrer und Kuraten, in deren Gemeinden noch feine Ortsgruppe des Albertus Magnusverems besteht. Stets "and ja unsere Geistlichkeit in den vordersten Reihen, wenn es galt, ihre Pfarrklnder für einen guten Zweck zu gewinnen. Unb h er handelt es sich doch um einen der wichtigsten und edelsten Zwecke, irüibigen und talentvollen deutschen Katholiken das akademische Studium zu ermöglichen, damit sie ipâier fußende Stellungen einnehme«. Wegen des gefun enen Geldwertes wird gebeten, als Miiglieds- beitrag für 1920 und 1921 mindestens drei Mark zu geben.
Vier in der Zirma Ä 9. Arnd defchäftigte Ürdriter konnten diese Ta.^e auf eine 25» bzw. 30 jährige pflichttreue Tüti.ckeit in der Firma gurndbluien. (LOunrd Ruppel und Karl Feldmann 3) Jahre, Jos. Schmitt und Franz Hillenbrand 25 Jahre. Der Cqef des allangesehenen Hauses, Herr Karl Arnd, vereinigte sich mit diesen treuen M.tarveitern zur Begehung feines lilbernen Jubiläums der GeschäftSübernahme. Am Sonatag, den 16. hatten sich alle An gestellten und Arbeiter der Firma mit der Familie Karl Arnd in Der Michaets- kirche vcrsummett, um einem feierluben Dankgottesdienst beizuwohnen. Es war ein erhebender Anblick, als während oes Hochamtes alle Tsitnehnier am Gottesdienst
tue hl. Kommunion empfinden.
Ein Ledeum beschloß
die kirchliche Feier.
Yim Samstag den 22. 10. fano
Die weltliche Feier statt. Frl. Irmgard Arnd sprach einen eindrucksvollen Prolog aur die Jubilare. Herr Theodor Arnd widmete ihnen Begrüßunc.S- und Dankes. Worte und Herr Eduard Arna verband mit feiner Grarulation die Ueberreichung wertvoller Geschenke und des von der Handelskammer verliehenen Ehrendiploms. Für die Angestellten und Arbeiter übergab Herr Jos Hohmann Die Geschenke. Ein Glückwunschtelegramm des Ho -»» Herrn Bischofs wurde zur allgemeinen Freude besunntgegeben. Die Festrede des Herrn Ferd. Hillenbrand behandelte daS Thema: „Die Arbeit im Lichte des Christentums". Er sprach dabei die Hoffnung aus, daß das gute Einvernehmen zwischen der Firma und dem Personal allezeit erhalten bleiben möge. Ein Theaterpück von den Angestellten der Firma aufgesührt lö)te großen Beifall aus. Im Weiteren fanden Vorträge ernsten und heiteren Inhalts statt. In seinem und der übrigen Jubilare Namen fand Herr Jos. Schmitt warme D-^resworte an alle, welche zu der Feier beitrugen ur^ sie verschönern halfen. Als Gast wohnte ihr bei Herr Kaplan Botthof, Präses des kathol Äibeitervereins der Stadtpfarrei, dessen Mitglieder Die Jubilare Ruppert, Feldmann, Schmitt und Hillenbrand sind.
HUders. Herr Bürgermeister Seifert hat sich während des ganzen Krieges unb auch gerade sitzt während der steigenden Teuerung große Verdienste um die hiesige Gemeinde erworben. So verstand er es auch dieses Jahr wieder, dahin zu wirken, daß sämtlichen Versorgungsberechtigten, die ihr Brot selbst ve- backe« wollen, anstatt der Brotkarten, die
ihnen dafür zustehende Menge Roggen durch Äus- schaliung des Zwischenhandels zu einem ermäßigten Preise abgegeben wurde. Möge doch manche andere Gemeinde dieses nachahmen. Mit Einsetzung ferner ganzen Kraft arbeitet Herr Seifert unermüdlich für
das Wohl der Gemeinde, deren Wunsch nur dahin Notleidenden $u helfen.
gebt, ibn noch recht lange auf seinem Verantwortung?- vollen Posten zu sehen. D^r Dank der gamen G> minnde, cinj be,oubers aber der armen Bevölkerung, ist ihm sicher. . .,
Oberndorf. Der Nanbüberfall auf das hiesige Pfarrhaus fand in der vergangenen Woche vor dem Schwura-richl seine Sühne. Von den Beteiligten erhielt Möller IV* Iabre Gefängnis unter Anrechnung von 8 Monaten Uniel fuchungsbaft, Krebs und Horn unter Einrechnung einer in Heidelberg erkannten Zuchthausstrafe von je 2 Jahren je 9 Jahre Zucht h a us und 10 Jahren Eh Verlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, Frauenholz 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft, Barih unb Bauer je 1 Jahr Zuchthaus unter Anrechnung von,3 Monaten Untersuchungshaft. E ner der Beteiligten ist bekanntlich bei der Flucht f. Zt. erschossen worden. Bei den Ve> Handlungen hat sich heraus gestellt, daß der Plan zu dem Raube in Kopien, die Schieberkreisen angehören, entstanden ist. Bei einigen der an dem Raube beteiligten Perwnen^be- stand die Ansicht, daß IN Oberndorf eine reiche Stiftung der Kirche zugefallen fei und deshalb un gehe u r e Schätze dort liegen müßte«.
Marburg. Im nahen Dorfe Michelbach starb im Alter von 58 Jahren der in Raiffeisenkrenen bekannte langjährige Untei verbandsdir k:or der Raiff- e^enoereine des Kieises Marburg, Pfarrer Friedrich Dörr.
Fritzlar. Die Eröffnungsfeier der neuen stab« tischen Rektorats schule, die aus der Vereinigung dec katholischen Lateinschule und der evangelischen Privatschule hervorgegangen ist, fand dieser Tage statt. Rektor Schrimpf übernahm die Leitung der Anstalt, die mit 6 Lehre»n und 96 Schülern ins W uteiHalbjahr tritt.
Emsdorf. Am 1. Oktober verließ uns unser verehrter Herr Lehrer nach l8iähriger Tätigkeit in der Gemeinde. Welcher Verehrung er sich erfreute, geigte der ihm dargebrachte Fackelzug unö die schöne Ab- schiedsieier.
Dom Main. Der kathol. Mânnerverern Frankfurt hatte in Vereinigung mit anderen Frankfurter kathot. Vereinen kürzlich im Saale des Karlshauses zu einem Unterhaltungsabend mit Vortrag eingeladen. Wie der Präsident des kathol. Männervereins bekannt gab. war der junge kathol. Dichter, Herr Lehrer Otto Burghardt von Gbersbera in der Rhön gekommen um seine eigenen Dichtungen zum Vortrag zu bringen. Die Vorträge [an* benben in drei Abteilungen statt und zwar zuerst ins herrlichen Nhanballaden. Unter ihnen fanden besonders reichen Beifall die schönen Balladen „Der Teuirlstein" und „Am Edersberg". In der zweiten Abteilung war der Glanzpunkt bis längere Dichtung: „Der Kirchen, glocke Heimkehr," die ein anschauliche? Bild unserer jetzigen schweren Zeit gab und in den «schlußaktor^ aus, klang: Vertraut auf Sott; er aC? kann uns hinausfühq ren aus diesem Elend zu lichteren Pfaden. Einige Heinere Gedichte bildeten den Schluß der dritten Abts^ lung. Unter diesen war besonders herzergreifend das Gedicht: „Oppau“. Lebhafter Beifall der Anwesenden nach jedem einzelnen Vortrag war der Danr für den jungen Dichter. Als dieser aber noch zur Laute griff und einige selbstnerfaßte Dichtungen nach eigener Musik mit schönem, geschulten Bariton zu Gehör brachte, da wollte der Beifall gar kein Ende nehmen. Der Dichter musste datier einige L'âer miedet boten. Unter vielen Dankesbezxugungen und mit dem Wunsche: „Auf bal. diges Wiedersehen!" verabschiedeten sich die auhnert samen Zuhörer.
Ans DyUtlnqen. Der auf deni historischen Var eu« berg flehende Bismarckstern ist baufällig und bedarf dringend der E»Neuerung. Der Eisenacher (SSemeinbe* Vorstand beantragte für diese Zweck' vom Gemeinde« rat 10000 Mark. Die gesamte Linke lehnte die Bewilligung dieser Summe mit der Begründung ab, daß, „wer in der heutigen Zeit sozialer Not ein solch steinernes Götzeubtld aus einer verflossenen Epoche erhalten wissen ivolle, möge in seine eigene Tasche greifen." In namentlicher Abstimmung mürben darauf die geforderten 10000 Mark mit 30 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Auch ein Verntiltlnngs- vorschlag der demokratischen Fraktion wurde abgelehnt.
Aufruf.
Zahlreichen Familien ist es unmöglich, die not» Wendig«n Lebensmittel, insbesondere die Kartoffel zu kaufen. In vielen Gegenden stellen Landwirte Kartoffeln für Mindn bemittelte zu bedeutend ermäßigte« Preisen zur Verfügung. Auch hier ist mit diesem guten Beispiel Begonnen worden. Viele Landwirts haben aber ihre entbehrlichen Kartoffeln bereits oer- ksuft. Alich ist es nicht Sache der Landwirte allein, sondern aller, die noch etwas erübrigen können, drs