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31. Zahrg. Ä

Kassel, den 30. Oktober <921.

Nr. 44

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag u. kostet vlerteljährl. Ausg. A 3. Mk., B 3.50 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen

die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 50 Pfg. Bei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunst-Anzeigen 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. -

Wochenkalender.

«tag, 30. Oktober. 21. nach Pfingsten. (4. n. Epiph.) m tag, 31. Oktober. Vigil v. Allerheiligen. (Wolfgang, B?

n$tag, 1. November. Allerheiligen.

ttwoch, 2. November. Allerseelen.

anerstag, 3. November. V. d. Oktav. (Hubert, Abt.) iiai, 4. November. Karl Borromäus, B. Vitalis u. lgrtkola, M.

mstag, 5. November. Von d. Oktav oder Kirchweih. Zacharias und Elisabeth, Eltern des hl. Iohannes.)

erundzwanzlgster Sonntag nach Pfingsten

(Evangel. Matth. 8, 2327.)

In jener Zeit, als JesuS in das Schifflein trat Kcn ihm feine Jünger nach. Und siehe, es erhob ein großer Sturm im Meere, so daß das Schifftern t Wellen bedeckt wurde: er aber schlief. Und feine nger traten zu ihm, weckten ihn auf, und sprachen: rr, hilf unsl wir gehen zu Grunde. Uno Jesus od) zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr in,Jäubi en? Dann stand er auf, gebot den Winden ü dem Meere, und es ward eine große Stille. Die urschen aber wunderten sich und sprachen: Wer ist ser, daß ihm auch die Winde und das Meer gehorchen?

<d^ Der Regenbogen. -^

nen wundervollen Regenbogen läßt der Heiland über unserm Haupt er­strahlen in den Selicpi eijungen, die uns an Allerheiligen als erquickende Frolbotschast verkündigt werden. Unter ihnen erregt die dritte ganz Staunen:Selig die Trauernden,

in sie werden gei röstet werden". An den Pforten I Allerheiligen sistes wollen wir uns einen Augen- ick in diese Seligpreisung vertiefen.

Jenes reizende Schaupiel der Natur, NegenSo- n genannt, hast du schon oft ongsstaunt und be< liioet t. Kinder und Erwach ene öffnen die Fenster er stehen auf den Siraßen und recken die Hälse ch kein farbeepiächligen Bogen, an dem das Auge 1 n'cht satt sehen kann. Könnte man doch ein ück davon herausbrechen und als Ring an den nger stecken oder als Kette um den Hals legen, rch nicht zu jeder Zeit und nicht bei jeder Votier­st schlägt der Regenbogen seinen kochgeschwungenen, itgespannien, buntschillernden Bogen. Zw i Be> ignngen müssen znsammentreffen: es muß gleich- tig regnen und die Sonne scheinen. Die Sonnen- ahlen gehen durch die Regentropfen und zaubern NN durch Brechung und Rückstrahlung das zarte bilde desRegenbogens" hervor.

Nun kommen wir zu unserer Seligpreisung; >elig die Trauernden, denn sie werden getröstet

werden". Wenn wir Iranern, bilden sich oft in unsern Augen Tränen, die wie Regentropfen üb r die Wangen rollen und zu Boden fallen wie ein warmer Sommerregen. Jetzt braucht nur noch die Sonne zu scheinen und der Regenbogen ist da. Diese Sonne ist der Glaube, der uns lehrt, daß wir für jede Träne der Buße, für jedes tapfer ertragene Kreuz, für jedes geduldige Leiden himmlischen Lohn empfangen.

Erhebe nur dein Auge über die Sterne zu den Millionen der Auserwählten, die allein Tränen gesät haben, was sie jetzt mit Freuden ernten*. An der Hand der kirchlichen Tageszeiten wollen wir ihnen einen Besuch abstatten.' Im Mittelpunkt der Seligen erglänzt der Herr, der König und die Krone seiner Heiligen, der da sitzt auf seinem erhabenen Thron. Er ist der König dec Herrlichkeit. Ist er aber nicht auch der König der Märtyrer gewesen, der Mann der Schmerzen? Mußte er nicht leiden und so eingehen in seine Herrlichkeit?

Von da führt uns die Kirche zu seiner Mlltter, und wir grüßen sie mit den Worten:Selig bist du, Jungfrau Maria, die du erhöht bist über die Chöre dec Engel". Aber war sie nicht auf Erden auch die Königin der Märtyrer, deren Seele ein Schwert des Schmerzens durchbohrt hat?

Von da besuchen wir die Engel. Die sind zwar (ohne Leid durchgekommen aber nicht ohne Prüf­ung, nicht ohne Kampf. Mit Michael stritten sie wider den alten Drachen und wurden zum Lohn für ihre Treue mit der ewigen Seligkeit gekrönt.

Von den Engeln führt uns die Kirche zu jenem einsamen Helden, von dem der Heiland sagte, daß unter allen, die von Frauen geboren wurden, kein Größerer aufgenanden sei. Aber hat nicht Johannes das strengste Leben der Buße geführt? Hat er nicht sein freies Wort mit dem Kerker bezahlt? Wurde nicht »ein Haupt aus dampfender Schüssel dem Hero- des ausgetischt?

Von Iohannes gelangen wir zu den Aposteln, die den Acker der Kirche mit ihrem Schweiß und ihrem Blut gedüngt haben.

Ihnen nachbarlich triumphieren die hl. Märtyrer, die ihr geblichen Leben hingegeben, um dafür das ewige zu e, langen; da treffen wir einen hl. Lauren­tius, der auf glühendem Roste die Probe der Heilands­treue bestand, einen hl. Sabastianus, der unter den Pfeilen sein Leben für Christus hingab, die Edel­knaben von Uganda, die als lebendige Garben für ihren Heiland verbrannt wurden.

Nach den Märtyrern treten uns die Bekenner entgegen, ein Aloisius, Antonius, Bernhardus, und die vielen heiligen Frauen eine heilige Elisabeth, Hedwig, Franziska, die durch ihre Heiligkeit Zeugnis für Christus abgelegt, die um die Lenden den Strick der Abtötung, in den Händen die Fackel der guten Werke trugen.

Ihnen schließen sich die Jungfrauen an, die den Schatz der Reinheit in gebrechlichen Gesäßen ver­

wahrt, die das Fleisch gekreuzigt und den Wandel' der Engel geführt haben.

Alle diese Scharen der Seligen, die nun durch die himmlischen Gefilde ziehen, haben hienieden Tränen der Buße, Tranen des Mitleides, Tränen des Schmerzes geweint, alle sind Leidens^ und Kreuzesträger gewesen, alle haben sich die Seligprei» hing des Heilandes verdient:Selig die Trauernden! Das versichert uns der hl. Iohannes, der sein Ge­sicht vom himmlischen Jerusalem mit folgenden Wor­ten beschreibt:Ich sah eine große Schar, die nie- mand zählen konnte, aus allen Stämmen und Völker­schaften und Sprachen und Nationen; sie standen vor dem Thron im Angesichte des Lammes, angetan mit weißen Kleidern und in ihren Händen Palmen. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Heil unserm Gott, der auf dem Throne sitzt und oem Lainme. Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Aelienen und um die vier lebenden Wesen; und sie fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank« agung und Ehre und Straft und Stärke sei unserm Gott in ewige Zeiten. Da stellte einer der Weitesten an Johannes die Frage: Wer sind diese weißge­kleideten Menschen und woher sind sie gekommen? Und Johannes erwiderte: Mein Herr, du weißt es, ich nicht. Und der Aelteste sprach: Das sind die, welche aus großer Trübsal gekommen sind und ihre Kleider gewaschen haben im Blute des Lammes." (Apk. 7)

Merke: das Land großer Trübsal ist die Erde, das Tal der Tränen. Das war einst der Kampf­platz, das Arbeitsfeld der seligen Hiinmelswohner. Einen andern Weg zum Himmel gab es aber für feinen Himmelsbürger und gibt es auch für dich nicht. Ringen, Kämpfen, Leiden, Wünen, Büßen, Harren nnd Hoffen, das ist unser Erbenlos. Trum soll der Oktober ansklmgen und der November an« klingen mit dem Akkord der Geduld. Regnet es für dich Unglück und Leid, regnet es Tränen aus dei­nen nassen Augen, zaubere an der Sonne des Glau­bens den Regenbogen hervor, bleibe geduldig und heiter um der lichten, rosigen Zukur st willen. Denn die gegenwärtige Trübsal ist nur augenblicklich und leicht, bewirkt aber eine überschwängliche, ewige, alles übersteigende Herrlichkeit". (2 Kor. 4,17)

Ter Burgpfarrer.

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ist der Vomsatiusvereru; um die Schulen itt Thüringen zu erhalten sind große Mittel nötig. Hunderte von Kindern siebten dich an! Verschließe Dein Herz nicht diesen Bitten unb sende eine Gabe.