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frische. Alles andere war im Strafe des Sommers burd) die Offensive, durch die Rückzugskämpfe t>:r» schwunden. Wos noch vorm Feinde stand, trug nur noch den Namen von 184 Divisionen. Die Kompaniestärke war von 120 auf 60 durchschnittlich gesunken, ein Drittel der Bataillone hatten statt 4 nur noch 3 Kompanien. An Gefangenen hatte das West- hier vom 18. Juli bis 10. November 360 000 Mann verloren. Dazu kam fast das Doppelte an Toten und Verwundeten, sodaß das deutsche Heer im Westen von März bis November etwa auf die Hälfte seines Bestandes zufaimnengcschtnolzen war. Dtefcs war die Armss, von der Ludendorff henL behcurptet, daß sie nach 4 Monate langen Mckzugskämpfen den En- kentehreren noch lange siegreich hätte widerstehen ' sönnen, während er im Oktober 1918 mcht schrill genug den Waffenstillstand verlarrgen konnte. Ganz anders beim Feinde. Während noch am 21. März die Alliierten den Deutschen zahlenmäßig unterlegen waren, hatt« sich Mitte Juli schon das Verhältnis umgekehrt: Den 203 geschwächten deutschen Avisionen mit 1890 schwachen Bataillonen standen nach englischer 174, nach französischer Berechnung 194 starke alliierte Divisionen mit 1790 voll gefüllten Bataillonen gegenüber, was eine Uebermacht von 60 000 Gewehren für die Alliierten ergab. Von da an beginnt die zahlenmäßige Ueberlegevheil der Gegner sich mit jeder militärischen Aktion bedrohlicher sichtbar zu machen. Zunächst war weder Englands noch Frankreichs Bevölkerung von Krsegstauglichen so ausge- kämmt, wie Diutschlmrd im Sommer 1918. England hatte nach der Märzkatastrophe noch über 300 000 Mann in einem Schwünge aufs Festland werfen können. Frankreich hatte in feinen Kolonien, die ihm im gmyen 545 000 Kämpfer und 221000 Kriegsarbeiter ^liefert haben, noch ein keineswegs erschöpftes Nèe,rfchenreftvooir. Und erst Amerika! Vor dem 21. März waren nur 5 amerikanische Divisionen, darunter 3 kampfbereite, da anfangs Juli rvarvn es schon 21. Bis 3M August waren 1% Millionen Amerikaner in Frankreich. Von da an landeten monatlich 300 000 Mann frische, schlagfertige Truppen in Frankreich, ohne daß ein einziges Transportschiff von deutschen ll-Dooten versenkt wurde, im November .waren es schon 2 Millionen. Das waren die Men- . schenkräfts und Menschenxeserven, gegen die die zu- sarnmerlegeschmolzenen und zerfetzten Divisionen, die s Artsang November 1918 das denesche Heer aus machten, noch monatelang siegreich fechten sollten, wie die „Dolchstößler" jetzt behaupten. Was halbe DAllfch- lm<> dagegen an Reserven noch mrszubiÄsn? Bei nochmaliger radikaler ArEkämnumg der Heimat bis dicht an die Gefährdung der Heimatwirtschast imter Heron- zieyung ter Jüngsten und Aciteften, der Schwächten und der eben notdürftig Geheilten glaub ts der Kriegs- nnnister Scheuch Mitte Oktober mach einmal 600 000 Mann Wr Verfügung stellen zu können. Welche 'wirtschaftlichen und moralischen Folgen würde aber ein solcher neuer und tiefer Eingriff in den unterernichr- An Volksbestand Dcutfchiands Mhabt haben mK ,glaubt wirklich jemand im Ernst, daß diese 600 000 Mann, Ivenn sie wirklich an die Front «kommen wären, gegen die nwkKilich wachsende Uebermachi der Entente irgendwie erheblich ins Gewicht gefallen wären! Daran haben Hindenburg unb Ludendorff auch nicht geglaubt, denn am 3. Oktober erklärten sie, es „besteht seine Aussicht mehr auf Sieg" und wörtlich weider: „Der Gegner seinerseits führt stündig neue frische Reserven in dir Schlacht ... Die Lage verschärft sich täglich und kann die OHL. zu srhWsrwie- genben Entschlüssen zwingen. Jeder mfäuinSe Tag koste taufenden Soldaten das Leben." Und heute haben sie das alles anscheinend vergessen. Nicht mir an rNenfchen hat es uns gefehlt, noch virrhängnis- voller war der Mangel an KriegsArrN und die ganze ftraicgifche Lage. Darüber das nächste Mal noch ein Wort.
Eine Niederlüße
haben die Sozialdemokraten bei den Berlftâ Stadt- »erorbnetenwählen erlitten. Dis Wahlbeteiligung betrug etwa 70 Prozent gegen 60 bei der letzten Wahl, die ein „rotes Berlin" gebracht hatte. Rund 835 000 nichtsozialistische Stimmen stehen diesmal nmd 820 000 sozialistisü-en gegenüber, die Mehrheit ist also sehr knapp und zu gering, um allein aktionsfähig zu sein. Uebrigens wäre auch ein Regieren gegen die gemäßigte Hälfte der Sozialdemokraten mit ihren rund 350 000 Stimmen politisch unklug; eine ruhige und gedeihliche Entwicklung der Geschäfte wird wohl am besten durch einen Block der Mil he garantiert, an dem auch die Mchrheitssozialdemokrasie Hülnimmk.
schulfkügen
Haben in den ützbeu Tagen den preußischen Landtag beschäftigt. Die Deine traten hatten wieder einmal
die âstze aus dem Sack
gelassen, râm sie das »kostbare Gut der Limultml- zchrrie" verteidigten. Dabei wagte ter Abg. Ktmpet, ter Vorsitzende des Hess. Lehreroereins, die Bci-aux- tang aufzustellen, das Zentrum sei nur deshalb gc^n die Srmuttanfchule, weil man dort nicht hetzen tonne. Man sollte nicht g.aubrn, daß eine derartig unsinnige Behauptung überhaupt von der Redmrtrivüns eines ^arlamtnts ausgesprochen werden tönnte. Der Zem trumsredner tat recht daran, als er. unter dein kev- yaften Beifall seiner Freunde eine solche Bezichtigung in aller Schärfe und Entjchiedeicheit zurückwies. „Wir werden uns die Ueberzeugung nicht nennten lajjen, daß die religiöse Erziehung üie bqte Erziehung ijt, weil wir die LAMe nicht nur als ein Vernülllusrgs- inftitut für allerlei fertigt eiten ansehen, sondern ais eine Bildungsstätte des Eyarakkers und das Gemütes, als eine Vermittlerin christlichen Geistes, der den Menschen in allen seinen Lebenslagen begleiten soll." Daß der sozialdemokrorische Redner — Abg. König — nicht die Spur von Geneigtheit geigte, die konfessionelle Schule zu ihrem Rechte kommen zu lassen und das Liecht der Eltern aus die Erziehung ihrer Kinder zu respektieren, ist ja nicht mrwunoenich. Ebensowenig ist es verwimderiich, daß die Unabhängigen sich für Abschätzung des Rsligionsimterrichres aus» sprachen. Ein Christ, der an das Dasein eines per» jonlichen (Stoltes glaubt, und der daran glaubt, daß dieser Gott seinen eingeborenen Sohn auf die Erde geschickt und uns darch ihn das Ehrijterllum Moffen- oart hat, der wird stets der Ueberzeugurig sein, daß es eine Erziehung der Jugend ohne positiven, ton» ftfsivnellen Ltellgwnsuâtricht mcht g.beai kann. „Wenn Sie" erfiurt der Zentrumsredner unter stürmische,n Beifall des Zentrums und der Rechten, „versuchen sollten, diesen Religionsumerricht aus der Schule zu entsenden, dann können Sie ilderzeugt sein, dann bricht ein Kultur kampf aus, gegen den alles andere bisher ein Kinderspiel gewesen ist. Kommen Sie uns an unseren Glauben, an unftvan Sidigions» unierricht, an unsere Kinder, dann werden Sie sehen, daß wir uns einen Ruck geben werden, daß Ihnen angst und bange wird."
Allem Anschein nach werden uns schwer Schutkämpfe nicht erspart bleiben. Der beutjd>t liberale Lehrerverein hat 500 690 Mark bereiigsfiellt, um den äti^fdjmgi’je^ zu bekämpfen und zu Fall zu bringen, weil durch diesen auch die Grundsätze der chrquichirn Eltern respektiert werden. Die karhorifchen EliMi werden zwar durch ihn keinLLwegs ganz befriedigt, was schon daraus hervor geht, daß es sich bei uenl Reichsfchulgesetz^llM.irj um ein Kompromißge- setz handelt, wobei alle Teile nachgeben mußten, um überhaupt etwas zustande zu bringen. Immerhin ist doch neben der Gemeinschaftsschule als Regelschme auch die Bekennlnisschule gerettet worden.
Wir werden vom christlichen Standpunkte aus alles daran setzen, um der Bekenntnisschule weitesten Raum zu freier Betätigung zu erkämpfen. „Sie tzal- ken wir für die Einheitsschule im letzten und schönsten Sinne des Wortes, in der nicht zur Einhsillichkeit in der sozialen und wirifchasttichen, sondern auch der relitziösen und sittlichen Ausfasfung herrscht, und damit die zuverlässigste Grundlage wahwr Bildung und numentüdj echter christlicher Erziehung geschaffen ist."
Wir werden darum energischen Widerspruch erheben, wenn dem katholischen Volke die freie Wahl der Schuleinrichtung genommen werden sollte; wir werden selbst vom kräftigsten Widerstand nicht Zurück- schrecken, wenn es dem Deutschen Lchrewcrein gelingen sollte, die Genleittschaftsfchule zur Reichsschule zu machen, in die alle Eltern, gleichviel welcher Weltanschauung, ihre Kinder ^i schicken gezwungen sind. Diu katholischen Eltern werden auf die Errungsn- fchafteu der neuen Verfassung irrn keinen Preis Verzicht leisten. Sie werden sich das Recht, das ihnen in Art. 120 der Verfassung garantiert ist, von nie- manb nehmen lassen. Mit Geheiinrat Marx, Vorstand der Zentrunwfrattion, sind wir der Ansicht daß die Gestaltung der Schule im neuen Deutschland nicht von den Gedankenirnm-gen des Deutschen Lehrerver- elns, sondern von der Einsicht und der Willenskraft der Ellern abhangen muß In ihren Händen liegt in Anbetracht unserer dcmskratifchen Staaiseimich rungen eine gewaltige Macht, auf ihren Schultern eine schwere Verantworilung. Sie müssen die NszürerKen ihre Schulwünsche stets ganz unzweideutig und unüber» hörbar wissen Lato Wir sind zwar ato Katholiken
in der Minderheit, trotzdem bilden wir, Dank im ftoer Einmütigkeit, auch in der Beurteilung de odjulfrage eine Macht, die auch den bcoorftegenbei Schulkumpf mit Solles Hilfs siegreich bestchrn wird Aber keine Mühe darf uns zu groß, keine Opfer g. schwer erscheinen, denn es geht um die Seelen un ferer Kinder.
Sayern.
JnSzarvcs in Ungarn, wo er auf emetr seiner Güter weiite, ist der frühere König Ludwig vor Bayern 76 Jahre alt gestorben. Der Verstorbene wird im fersen seines BaPrrnvvkkes fortleben und auch außerhalb der blmr-wei^» Grenzpfähle stehen Tausende trauernd an der Bahre eines trefflichen Menschen. Schlichtheit, Lent sei igkcit, Frömmigkeit, Männlichkeit waren die heroorstechenben Eigenschaften seines Wesens. Es bedarf der ganyn Schwere der Kriegs- leiden zur Erklärung dafür, daß gerade im Bayernland zuerst der Thron im November 1918 gestürzt worden ist und der König bei Nacht und Nebel seins Hauptstadt verlassen mußte. Der Einfluß von landfremden Elementen muf} damals groß gewesen sein. Denn für eine Spannung zwischen den echten Bayern und ihrem König, der nach Glaube und Weltanschauung eins mit seinem Volke war, gegen den selbst in sozialdemokratischen Kreisen niemals ein persönlicher Kampf geführt morden ist, fehlte jede Voraussetzung. Nach der Verwirrung der Revolutionszeit hat sich die Sympathie für den König und sein Haus in Bayern auch bald wieder allgemein Durchbruch verschafft und Bayern wird wohl in der Trauer um den Heu. gegangenen das Bild größter Einigkeit bieten.
König Ludwig war als ältester Sohn des Prinz- regenten Luitpotd am 7. Januar 1845 geboren. 1912 folgte er, damals schon 67jährig, dem Prinzregenten Luitpold, seinem Vater, in der Regentschaft. 1913 wurde ihm die Königswürde über» tragen, obwohl damals der geisteskranke König Otto noch lebte. Von feinen 12 Kirchern ist der älteste Sohn, Prinz Ruprecht! von Bayern, im Krüge viel genannt morden. Seine Gemahlin Maria Theresia ist ihm im Tod schon do raus gegangen.
Lachsen.
Wohl einzig dastchend, aber so recht bozeich- TserÉ) für Las „rote" LarS Sachsen ist sotaenèer Fall, der keinen Geringeren angeht, als den sächsisä^n Kutt- mÄ UinerrichtsMiiAste? FteiHner. DerseLr gehört öhmich uw Ler frühere pierrß. Kâlsminkster der sa^iaLd-nnakra- tischen Linken, näherhin der ganz links stehenden Partei dsr „Unabhängigen" an. In einer Dkstnliedei-oersanrnllung machte dieser Herr sehr osfsichsrzige ÄursÄftungrn darüber, daß seine Genossen sich darsnf vorberesten müßten, Geloaltmaßnnhin-sn (also Arisruhr mit Kriegswaffen usw.) ai^uwenden, um die Ziele ihrer Partei zu rrrcid^n. Darin erblickte mit vollem Recht die Stsatsanwoltschaft ein Vergehen der Aufreizung zur Oeroatt, welches in dem deutschen Strafgesetzbuch mit entsprechenden Strafen bedroht ist, und leitete das Verfahren gegen den Minister Fleißner ein. Besonders charakteristisch ist dieser Fall dadurch, daß Fleißner sage und scl-reibe der UiiÄrrichts- mmister für das «hen^rüge Königreich Sachsen Ht welchem also der Unterricht und die Erziehung, das ganze Schut- wefon des Landes Sachfen zur Leitung und Uebrrmachung unterstellt sind. Ein Unterricht »minister von der Staats- anwslsschast wegen Austerzung zur Gewalt gegen die bestehende Ordnung zur Rechenschaft gezogen, das ist aller» dings eine ganz eigenartige Erscheinung.
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Kurland.
Südafrika. Den Benediktinermissionären von St. Dt» iifcn (in Bayern) wurde auf der Ostseite von Südafrika zwischen den beiden Hafenstädten Durban und Lorenzo ein' Gebiet zum Missionieren übertragen, das den Namen „Apostolisch- Präftkkne Zululsnd" trägt. Als erster kirchlicher Oberer ist der apostolssche Mkor in Daressalam, Bischof Thomas Streiter, O. S. B., eingesetzt worden. Die ersten Missionäre, zwei Patres und zwei Brüder der Abtei St. Ottilien, werden am 15. November in Hamburg abreifen und werden am 25. Dezember in Durban erwartet.
3m prüslccsemrnkr hat nach Schbuß der Heiligen Exerzikien, bis der neue P. Spiritual Alois GeH- [ e n hielt, das Wintecfemostcr seinen Anfang gerwm- men. Die Zahl der Alumnen beträgt 110; |k vertvilsa sich auf 8 Diözefen. Verhältnismäßig kleir ist die Zahl der Alunn^n der Diözese Fulda, n^i