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^lmoâ. Vor allem auch tückisches Ränkespiel in der politische Werkstatt und in der Poesie. Die Geduld des Zentrums ist groß, aber sie ist nicht unendlich groß. Wenn man, so sagte Marx, uns unsere Partei freunde, die an verantwortlichen Stellen stehen, weiterhin wie bisher persönlich verunglimpft und verdächtigt, dann samt einmal der Augenblick kommen, wo auch das Höchstmaß von Selbstaufopferung, das man von einem vaterlandsliebenden Manne verlangen kann, erschöpft ist. Diese Worte sind sicher unseren ParèeifmMden im Lande aus der Seele gesprochen. Gut, daß das einmal unzweideutig gesagt werden ist. Ächt können sich die Leute, die im Rovenrber 1918 „in die Mauselöcher gekrochen" waren, dm Fall überlegen.
Die Führung unserer Partei liegt in den Händen van Marx in guten Händen. Wir rufen dem neuen Steuermann ein herzliches: Glückauf zur Fahrt! zu.
Außenpolitisch betratet der Kurs, den das Zen- trum stützt, den Versuch der Erfüllung des Ultimatums, bis die anderen von seiner Unerfüllbarkeit überzeugt sind. Innenpolitisch bedercket er: Aufbauarbeit im Innern auf demokratischer, christlicher und sozialer Grundlage. Es wird sich zeigen, «welche Parteien rechts vom Zentrum diesen Kurs ernstlich unö ehrlich mit [teuern wollen. ;
Mit der grage der KoalitionsbH&ung hat sich in der vorigen Woche die Presse eingehend beschäftigt; es haben auch bereits Besprechungen unter den Parteien stattgefunden, für die preußische Regierungen wurden sie vom Ministerpräsidenten Stegerwald selbst veranlaßt und geleitet. Bekannt!, handelt es sich in Preußen um die Hinzuziehung der Sozialdemokratie, im Reich um die Erweiterung durch die deutsche Volkspartei, auf deren Mitwirkung aus wirtschaftspolitischen Gründen Wert gelegt wird. Die Kreise der Industrie und des Handels, die in ihr vertreten sind, bedeuten eine Macht, und wir können sie beim Wiederaufbau nun einmal nicht entbehren. — Ein neues Ge- sich hat die ganze Frage bekommen durch den Versuch der Mehrheitssozialdemokratie, auch die Unabhängigen in die Koalition aufzunehmen. Anscheinend wollen die Mehrheitssozialdemokraten die Verantwortung nicht allein tragen — sie fürchten eine Abwanderung ihrer Wähler in das unabhän- aige Lager und möchten deshalb zu ihrer eigenen Rückendeckung, daß diese auch mit bei der Partie sind. Der Versuch, die Unabhängigen womöglich als Wettbewerber und Ersatzkräfte gegen die Deutsche Volkspartei auszuspielen, muß natürlich stutzig machen, und zwar nicht bloß die deutsche Volkspartei selbst, sondern auch das Zentrum und die Demokraten, denen man doch nicht ohne weiteres gumuten kann, daß sie statt der erstrebten Mitarbeit von rechts sich unzuverlässige Genossen von links in die Werkstatt schieben lassen. Jedenfalls ist die Umbildung der Regierung durch diesen Zwischenfall noch mehr erschwert, als das früher schon der Fall war. Es muß natürlich vorher eine Einigung auf einer gemeinsamen Mittellinie erzielt werden, denn sonst hat die ganze Koalition ja keinen Zweck. Wenn sie Daseinsberechtigung und Erfolg haben soll, muß u. E. diese Verständigung gesucht werden in der Lösung all der Fragen, die uns heute am drohendsten an der Kehle sitzen: Verteidigung der Republik, Demokratisierung der Verwaltung und rücksichtsloses Bemühen, durch die neuen Steuer- tzesetze' unsere eigenen Finanzen in Ordnung zu bringen und unsere fremden Verpflichtungen nach Menschenmöglichkeit zu erfüllen. Ob es möglich ist? „Dum spiro spero" heißt ein lateinisches Sprichwort. „So lange ich noch schnaufe, gebe ich die Hoffnung nicht auf." Von diesem gesunden Optimismus ist der Reichskanzler Wirch erfüllt und darum unter- Iö§t er nichts, um Rettungsmittel für Volk und Vaterland zu ersinnen. Jedenfalls wird er selber an der Spitze der Regierung bleiben. Ein Kanzlerwechsel wäre die „größte politische Torheit", heißt es mit Recht in einer Kundgebung der demokrati- schen Partei. Das Vertrauen, das sich der Name Wirth erworben hat, wird da als einer der stärksten Aktivvosten bezeichnet, über die wir heute verfügen: -„bas Vertrauen im Auslande, wo die Ueberzeugung von der unbedingten Loyalität und Ernsthaftigkeit, womit der Reichskanzler das Menschenmögliche zur Erfüllung unserer Verpflichtungen tut, in immer weiteren Kreisen zu wirken beginnt; das Vertrauen in der deutschen Innenpolitik, in der von Freunden und Gegnern Herr Dr. Wirth heute als der zielbewußteste Führer angesehen wird, der bisher in der deutschen Demokratie hervorgetreten ist."
aufgehoben wurden nun doch die wirtschaftlichen „Sanktionen". Sell dem 39. September ist also die Zollgrenz«?, die das Rheinland wirtschaftlich von Deutschland abgeschlossen und uns einen Milliardenschaden verursacht hat, gefallen. Die „Sanktionen" sind bekanntlich im März verhängt worden, als Deutschland bei den Ver- handlungM in London sich weigerte, die Grundlage des Pariser Abkommens anzunvhmerr und irr damalige Außenminister Simons Gegenvorschläge machte, die den Alliierten nicht genügtem Die damals gleichzeitig verhängten militärischen Sanktionen, bte Besetzung von Duisburg, Ruhrort und Düsseldorf bleiben leider vorerst noch bestehen. Die Sanktionen haben es uns deutlich zu Gemüt geführt, daß wir besiegt sind, daß wir den Krieg verloren haben und sehen müssen, wir wir mit den auserlagten Lasten fertig werden. Wir sind machtlos und müssen uns der Gewalt der Feinde beugen. Deshalb war das Simons- sche Vorgehen feiner Zell verkehrt. Mit „Schneidigkeit" können wir auf absehbare Zeit nicht mchr operieren. Um weiteres Unglück zu verhüten und vor allem die drohende Besetzung des ganzen Ruhrg bietes obzu- wenden, mußten wir dann das Ultimatum an nehmen und uns ernstlich bemühen, es auch zu erfüllen. Das ist geschehen rmd die Folge davon ist die Wiederaufhebung der wirtschaftliche Sanktionen unter gewissen Voraussetzungen, die wir aber auch annelMen mußten, weil eben bei der brutalen Gewalt der Bewaffneten gegen die Waffenlosen uns nichts anderes übrig bleibt. Es handelt sich um er: Kontrollkommission, die darüber verfügen soll was eingeführt werden darf. Man wird wohl schon einen Ausweg finden, der zrvar den Feindbmtt» ersehen läßt, daß bei Erteilung von Ein- fuhrerlaubnis kein Boykott getrieben und kein Staat gegen den anderen benachteiligt wird, oder dennoch das Eigen recht Deutschlands, Einfuhrerloubuis zu erteilen, bestehen läßt.
Sfegeiwfö
Hat bekanntlich vor einiger Zeit in Essen eine Rede gehalten, in der er die Gründung einer neuen Partei angeregt hat, die deutsch, christl., national imb sozial Ën solle. Er ist jetzt im Zusammenhang mit einer rseinandersetzung, die er in brr Presse mit dem kath. Arbeiterführer Loos hatte, auf seinen Plan zurückgekommen. Er siehe, sagt er, auch heute noch aus dem Standpunkt, daß der Wiederaufbau des Vaterlandes von der nroterlatistisch gesinnten Sozialdemokratie im Sinne ihrer Weltanschauung erfolgen werdr, wenn nicht die christlichen Elemente sich zu einer mächtigen Partei, die aber Leine Arbeiterpartei sein solle, Zusammenschließen, um eine christliche Welt wieder auszubauen. Von den bestehenden Parteien sei dazu keine geeignet, weil sie alle auf zu engem Rahmen auf gebaut seien. Es müßten deshalb Lie christlich gesinnten Elemente unter Zurückstellung alles Trennenden unb Hervorhebung alles Einenden sich auch politisch zusammen» finden. Sein Plan sei, „im Interesse des deutschen Volkes zwischen Katholizismus und Protestantismus einen möglichst dauernden Burgfrieden und eine politische Arbeitsgemeinschaft zu schaffen, die durch gemeinschaftliche und einheitliche Liebe zum deutschen Vaterland funbamentiert ist mD wodmch die Pflege des kirchlichen und konfessionellen Eigenlebens der beiden großen Rciigionsgesellschasten feine Beeinträchtigung erfahren soll und zu erfahren braucht." Dir Zeit girr Erreichung biefes Zieles sei seit der Revolution und der damit erfolgten Abschaffung des evangelischen Staatskirchmtums so günstig wie nur möglich. Katholiken und Protestanten hüllen gemeinsame Stete genug, so in der Schul frage in der religiös-sittlichen (Erneuerung usw. Wenn sie auch politisch sufammcug Ingen, wäre es leicht, eine Partei mit mindestens 120 Mandaten zur Erreichung der christlichen Staatsakte zu schaffen.
Das ist alles recht und gut, wir glauben aber, nicht, daß der Stegerwaldsche Plan in absehbarer Zeit sich verwirklichen läßt. Uebrigens läßt sich das Ziel auch aus andere Weise erreichen. Es brauchen nur die Deutschnationalen und alte, die den christlichen Staat wollen, bei Slbftimmimgen mit dem Zentrum zu gehen, dann gibt das nrehr als 120 Stimmen; — aber schon vor dem Stieg war aus diuse Kreise, die Stegerwald heranziehen möchte, fern Verlaß, sie haben fast regelmäßig das Zentrum tm Stich gelassen, vor allem auch in Schultagen. Und dann besteht noch ein Hindernis, das ist bér furor protestanticus, der in weiten Kreisen auch heute noch leider so groß ist, daß an einen Zusammenschluß in einet Partei u. E garnicht zu denken ist. Da müßten „Deutsche Tageszeitung" „Kreuzzeitung", „Reichsbote" und bergt. Blätter erst gründlich um- (ecnen, wofür nach ihrem seitherigen Verhaltm leider
keine 5)offirung besteht. Starten wir mit alter Krasi unser Zentrum, das muß für uns zunächst die wichtigst, Aufgabe sein. Wenn das Zentrum stark bleibt um immer stärker wird, dann braucht es uns um die $u kunft nicht bange zu sein, dann schassen wir's.
Das schlÄsa! Gderschrefienr
soll sich dieser Tage entscheiden und das RätelraLm was aus den Verhandlungen des Volke rburrdes heraus kommen wird, hat wieder begonnen. Die einen be richten, es sei immer mehr die Ueberzeugung voi der inneren Einheit Oberschlesiens dnrchg?drungen und darum werde es ungeteilt Deutschland zugespro chen werden mit gewissen wirtschaftlichen Sicherung ei für Poln. Dahin geht mich das Urteil eines amerikani scheu Sachverständigen. Die anderen dagegen verbreite ten sich über den Umfang der Teilung, und die letzte engl. Meldungen besagten, es werde doch schließt auf eine Art Sforza-Linie herauskommen, wobei di einen wieder von der Zuteilung von Lublimtz un Tarnowitz, die andcvm von der Abtretung von Katü Witz und Königshütte neben Pleß und Rybnik an P len berichteten.
Ob und inwieweit allen diesen Meldungen übe Haupt etwas Sicheres zu Grunde liegt, läßt sich md beurteilen. Man kann wohl mmehmen, daß sie b Derfrfjbebenen Strömringcn wirdergeben, die sich ii Völkerbund kreuzen. Inzwischen aber wächst in alle unbeteiligten Kreisen, aber auch unter den obrrschles fchen polen selbst die Einsicht, daß jede Teilung Obe schbesiens ein Unrecht und ein Unglück für Oberschlesi; selbst und seine Bevölkerung wäre, mrd wenn Heu nochmals unbeeinflußt abgestimmt würde, so wär für ein Verbleiben bei Derrtschland sicherlich eine no weit größere Mehrheit als bei b:r ersten Abstir mung vorhanden sein. Ledes Teilungsprosekt bebe tot eine Zerstückelung, eine Zerreißung alter wirtscha licher und Fanü!iercbcziehungern, die Abschneidung benswichtiger 2eite vom gemeinsamen Wirtschasi körper, wodurch diese Teile und der Restkörper tx kümmern müssen. Alle Versuche, auch bei einer T hing die wirtschaftlichen Zusammenhangs ausrechtzu- galten, werden sich als vergeblich erweisen.
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Ver §iurz der Mark
geht immer weiter und der Wert des Dollars w immer größer Lm Frieden betrug er ungefi 4,20 Ji, in der vorigen Woche ist er bis auf 130 gestiegen. Wer also jetzt 10 Dollar aus Amer bekommen hat mid sie umwechseln laßt, erhält da 12—1300 Ji. Mit anderen Worten, während r vor nnhreren Wochen unsere Mark wie ein 10-Pf nigstück gewertet wurde, hat es heute nur den V eines Fünfers. Glücklicherweise " mir im Aualm Solange wir nichts aus dem Auslande einfüh« kommt der Marksturz weniger zur Wirkung. _ 3 aber jetzt Lluslaudsfeide, Gewürze, fta-nzösifche Spi und Seifen, Kassie aus Brasilien und Enzlon, aus Indien und Java, türkische Zigaretten usw. ko muß mindestens 20 Ji hinlegen für eine Ware, früher 1 Ji gekostet hat. Wer sein Vaterland 1 und nicht mithelfen will, daß es noch mehr ausgep dert wird, der rauft nichts, was nicht unbedingt wendig ist. Auch deshalb ist es gut, daß die S Honen jetzt gefallen und das „Loch im Westen" i der zu ist. Für den Sturz der Mark waren bi^e S Honen vor allem mitverantwortlich und wenn GreiMberwachung jetzt auch wieder eine zuverläss sein wird, die DerpslichtmMN, die durch die unerk Einfuhr auf bem Wcae über die Rhoinlande uns standen sind, hoben die Erttwicklung unserer V' auf dem Devisenmarkt außerordentlich geschädigt, die Kurse der deutschen Mark auf das ungünstigst einslußt. Allerdings sind an dem niederen. Gelds auch die eigenen Landsleute schuld, die in ihrer gier mit deutschem Geld Spekulationen treiben, sich mühelos zu bewichern. Das ist überhaupt Fluch unserer Zett, der sich noch bitter rächen s Das Wort Benjamin Franklins gilt nicht mehr: „9 Einer verspricht, euch reich zu machen anders durch Fleiß, Zähigkeit und Sparsamkeit, dann ihm nicht." H^lle wollen zahllose Individuei möglichst wenig Arbeit möglichst Diel verdienen. D haben sich so viele Leute dem Hattdicl und der E lation zugewendet, dir vor dem Kriege gar nicht dachten und btt ihrer Arbeit im Kreise ihrer F, recht zufrieden waren. Sie firib angesteckt worde der unseligen Mammonssucht, die sich ubert selbst in die kleinsten Bauerndörfer wie ein g Gas verbreitet hat. Wenn der wirtschaftliche Z meubrud) Deutschlands kommt, — und beim 2 sinken unserer Valuta samt dieses Unglück gar ausblcibcn, — dann gehen aber auch die durch