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beobachte das Wort des hl. Augustinus: tu es nur aus Liebe zum Mitmenschen, nicht aus gekränkter Eigenliebe. Tu es aus wahrer Liebe, mit Schonung 'und Vorsicht, wie ein Arzt, der eine Wunde auf- , schneidet, nicht mit Ueberhebung und Ungeduld. Tu leè aus Liebe und es wird gelingen.

Der Burgpfarrer.

Dom Rosenkranz.

Kennt Ihr die ganze Glaudenskrafl, die gerade in der Marienverehrung schlummert?.

Wo Maria verehrt wird, da herrscht der Glaube an Christi Gottheit. Denn wer Mariens Sohn als wahren Gott bekennt, der muß ganz von selbst tiefste Ehrfurcht vor seiner heiligen Mutter empfinden. Das Wort „Gottesmutter" ist ei nie sichere Erkennungsmarke "aller Christusgläubigen,

Wo aber die Knie sich nicht mehr beugen vor Christus als Gottmensch, da klingt auch kein Ave Maria durch die leer^wordrnen Kirchenhallen.

Wer Maria ehrt mit echt katholischer Glaribenstreue, der umfängt auch mit Elaubensinnigkeit alles, was die hl. Schrift uns von Jesus und Maria berichtet. So hängt Marirnoerehrung zusammen mit Trewe zur Bibel, zum Worte Gottes. Innigstes Vertrautwer- den mit den biblischen Heilstatsachen, das ist ja eine der schönsten Blüten der Marlenverehrung.

' Darauf beruht die belehrende Kraft des Rosen­kranzgebetes. Noch anziehender ist seine tröstende und erhebende Kraft. Gönnen wir uns darum gern jene Viertelstunde seelischer Erquickung, die der Rosenkranz uns bietet. Wie das doch beiträgt zur Veredelung des Gemütes, zu echter Seelenkultur!

Denn nicht das Abbeten einer Anzahl von Ave ist das Wichtigste, sondern jene Gedanken und Empfin­dungen, Anregungen und Erhebungen, die das be- tracksiende Gemüt dabei begleiten, sobald Du den Schlüssel zur betrachtenden Gebetsweife gefunden hast.

Alle die, die so manchmal zu klagen haben über aufreibende Arbeit und Sorgen, tuen gut daran, ein Diertelstündchen sich zu bergen in die Stille und den Frieden des Hauses von Nazareth, da sie die Mensch­werdung Jesu im ersten Gesetze des Rosenkranzes be­trachten: mit Maria wallen sie im ©elfte von Nazareth aus durch das einsame Gebirge zum edlen Priester- paare Zacharias und Elisabeth. Dann kosten sie im dritten Geheimnisse: „Den du, o Jungfrau, in Bethle- lhem geboren hast", dm Weihnachtsfrieden im armen Stalle. Heilige Lpsergefinnung weckt der Blick auf ;3efu Darstellung im Tempel: es ist ist das vierte Ge­setzlech, da sie Maria auf dem Opfergange zum Seim pel begleiten. Gottsuchend finden sie mit Maria den ^Heiland lehrend im Heiligtum, und ziehen mit ihm von da zum arbeitsreichen gehorsamen Leben von Na­zareth zurück.

Seht, erhebend und friedenspvcchend ist es, so in der Betrachtung der Rosenkranzgeheinrnisse Jesu Menschwerdung und Kindheit vor Augen zu haben. Immer vertrauter werden wir dann mit Jesu Wandet und den Geheimnissen seines Herzens. Seine Gefin- i rangen ziehen so ein in unser Herz. Sein Leben nimmt Gestalt an in uns. Drum ist der Rosenkranz nie und nimmer ein bloßes Lippengebet, eine ermü- dende Wiederholung. O nein. Er ist seelische Er­quickung.

Das gilt in ruhigen Tagen. Das gilt noch mehr von dunklen Leidensstunden. Ihr alle, die Ihr schon in Stunden der Herzensangst und oft zum schmerz- jHallen Rosenkränze gegriffen habt, und Jesu Todes­angst am Lelberge, seine Ergebung und seine Stär­kung durch den Engel betrachlut habt, gebt Zeugnis davon, wie gerade dadurch in Euer Herz Himmells- kraft und stiller Trost eingekehrt ist. So sollen wir, wenn uns Unrecht geschieht oder Schmach und Ler- ieuubbung uns trifft, die Geheimnisse von Jesu Geiße­lung und Dornenkrönung im zweiten und dritten Ge- ,Heimnisse recht lebendig vor Augen haben. Weiter lehrt uns der schmerzhafte Rosenkranz, unser Kreuz Jesu nachtragen und ausharren am Kreuze, bis auch mir sagen können: Es ist vollbracht.

Sollten wir nicht gerade in unseren schweren Zcö m den schmerzhaften'Rosenkranz ganz besonders lieb sinn, um starkmütig zu bleiben, um Segen für Zett md Ewigkeit, Segen für uns und die sinnigen aus tiefen Gehmmisien zu schöpfen! Das ist das Gluck «es treuen Niarrenkindes, Gottes Heilige Absichten in tm?kn Stunden zu erkennen und zu erfüllen. Dadurch erwündeln sich die blutroten Rosen der Lridmszeit zu ringen Rosen der Emne,

Ein Beweis für die Gottheit Jesu Christi aus dem Leben heraus.

In dem gehaltvollen Werke des berühmten Kar­dinals Newmans „Gramar of Assent" (Philosophie des Glaubens), das uns Theob. Häcker ins Deut­sche übertragen und der Verlag Wiechmann (Mün­chen) in vornehmer Ausstattung mit einem lebens­vollen Bildnis des großen Theologen herausgegeben findet sich folgende interessante Stelle, die durchaus die plastische Gestaltungskraft und die lebenssrifche Philosophie Newmans kennzeichnet.

„Ich bin gewohnt gewesen, mir die Beispiele Alexanders und Cäsars vorzuhalten in der Hoff­nung, mit ihren Taten zu wetteifern unb im Ge­denken der Menschen für ewig zu leben. In welchem Sinn aber lebt denn am Ende Cäsar, in welchem Sinn Alexander? Wer weiß etwas von ihnen ober kümmert sich um sie? Im besten Fall ist nichts als ihr Name gekannt; denn wer unter der Masse der Menschen, die ihre Namen hören oder äußern, weiß wiiklick; etwas von ihrem Leben oder ihren Taten, oder verknüpft mit diesen Namen eine klare, bestimmte Idee? Ja, selbst ihre Namen schwanken hin und her in der Welt gleich Geistern und werden nur bei besonderen Gelegenheiten oder infolge zu­fälliger Assoziationen erwähnt. Ihre Hanpiheimat ist das Schulzimmer; sie b-ben einen hervorragen­den Platz in den Grammai ; und Uebungsbüchern der Knaben ; sie sind glänzende Themen für Auf- fätze; sie bilden Stücke zum Abschreiben.

„Aber", soll er fortgefahren haben, „ba ist im Gegensatz just ein Name in der ganzen Welt, der lebendig ist; es ist der Name Eines, der seine Tage in Unbefanntheit verbrachte, und der den Tod eines Uebeltäters starb. Achtzehnhundert Jahre sind seit der Zeit vergangen, aber noch behauptet er sich im menschlichen Geist. Er hat die Welt in Besitz genommen und behauptet den Besitz. Unter den manigfachsten Nationen, unter den verschieden­artigsten Umständen, in den kultiviertesten, in den rohesten Rassen und Intellekten, in allen Klassen der Gesellschaft, herrscht der Eigner dieses großen Namens. Hoch und nieder, reich und arm, erkennen ihn eyu Millionen von Seelen verkehren mit ihm, wagen auf sein Wort, schauen aus nach seiner Gegenwart. Paläste, voll Pracht und ohne Zahl, werden zu seiner Ehre errichtet; sein Bild, wie es in der Stunde seiner tiefsten Erniedrigung war, wird triumphierend in den stolzen Städten, auf offenem Feld, an den Straßenecken, auf den Gipfel» der Berge zur Schau gestellt. Es heilig^ die Ahnen­halle, das Arbeitszimmer und das Schlafzimmer; es ist der Gegenstand für das Schaffen der größten Genies in den bilbenbeu Künsten. Es wird im Leben nächst dem Herzen getragen; es wird im Tod vor die sinkenden Augen gehalten. Hier al]o ist Einer, der nicht ein bloßer Name ist, der nicht e.ne bloße Fiktion ist, der eine Wirklichkeit ift^ Er ist tot und gegangen, und doch lebt er — lebt lote ein lebendiger tatkräftiger Gedanke aufeinauberto^ genbev Generationen, wie die furchtbare Triebkraft tausender großer Ereignisse. Er hat ohne .'Innren« gung getan, was andere mit lebenslangen Kämpfen nicht getan haben. Kann er weniger sein als göttlich? Wer ist er, wenn nicht der Schöpfer selbst ; der erhaben ist über seine eigenen Werke, zu dem > unsere Augen und Herzen instinktiv sich wenden, Iweil er unser Vater und unser Gott ist?"

Durch Krâtz $um Sieg, durch Nacht zum Lichte: so klingt es im glorreich,?» Rosenkränze. Da wendet sich himmelwärts Aug« und Sinn. Himmelwärts zieht die goldene Kette feiner Geheimnisse. Ihr Klang teilt die dunklen Wolken, die Finsternis von Golgatha, das Dunkel der GrabeLnachk. Ihr Licht läßt uns empor­schauen zur ewigen Glorie Jesu, läßt uns im dritten ©eheimnis des glorreichen Rosenkranzes Einblicke tun in das Reich des hl. Geistes, um zuletzt zu weilen bei der Mutter Einzug und Krönung in jenen Höhen, von wo auch uns die Krone winkt.

So dringt vom glorreichen Rosenkranz Jubelklang und Hosanna ins verlassenste Herz, weckt frohe Hoff­nung in der ärmsten Hütte, umspielt mit Heiliger Zu­versicht die blassen Lippen dessen, der mit dem Tode ringt, während feine Hände umschlungen sind mit den Perlen, die hinaufleiten zu jener ewig kostbaren Perle, für die nach Jesu Wort der Mensch alles Irdisch? hin­geben soll.

Das ist, in wenigen. Zügen gezeichnet, die rechte Weise den Rosenkranz zu beten.

(Fortsetzung folgt.)

Dar MerrschengeWäHr,

oder

Ale -rr Mensch sich andere erziehen fall.

Von A l b a n S t ol z.

Oktober. 60 bis 70 mit dem Nest und Bodensatz. Unerquicklicher Nebelwind — und Abendrot.

Ferner schießen an solchen Seelen, wie Schwämme im Herbst, noch andere häßliche Gewächse auf. So zum Exempel liebäugeln viele mit dem Geld wie verrückt, und je älter sie werden, je kürzer das Lebenslicht noch brennt, desto lieber wird ihnen das Zeitliche, oft lieber noch als die leiblichen Kinder, und lieber als unser Herrgott. Ich habe so eine alte Madam gekannt, die hat als zum Zeitvertreib ihre dicken Kronenthaler gewaschen wie junge Schweinleiu. — Bei derlei Personen gibt es kein Zureden und kein geistlich Mittel, daß sie loskießen vom Geld; nur der gewalttätige Tod ist stark ge­nug; er schlägt ihnen eben seine Scchel über den Kopf, daß sie umfallen und des Todes sterben. Was helfen da doppelte Obligationen, eiserne Kisten, drei­fache Schlösser, und ein Gewölb mit Quadersteinen, und alles Protestieren? Der Tod räumt gründlich auf, und die Seele geht arm und nackt hinüber, mit dem Nostftecken des Geizes.

Das Allerlächerlichste ist aber, daß so ein grau­gelbes Pergament, besonders in den Städten, oft noch eitel ist unb den alten Leib mit neuen farbigen Kleidern tapeziert, alle Moden mitmacbt, jung tut rnb das Aller nicht gesteht. Die Mannsbilder können oft nicht genug erzählen, wie sie so gescheit seien, und alles am besten wüßten, bester als die Gestudierten, und wie sie dem Pfarrer und Amt­mann schon die Meinung gesagt hätten, und wie sie schier zum Bürgermeister gewählt wären worden, und wie ihre Töchter noch nicht einmal recht au? der Schule gewesen seien, da seien schon respektabtt Mannsbilder gekommen, um anzufragen, ob sie nich zu haben wären, nämlich zu Eheweibern; diese hättet aber nicht gewollt usw. Und die Weibspersonei machen sich gar zu breit und gehen stolz einher wenn ihr Mann so eine kleine Anstellung hat, un in ihren Augen und vor ihrer runzlichen Nase is das Weib des Arbeitsmannes nur ein Lumpen mensch.

Doch das muh man solchen Alten lassen: ft haben oft viel Religion. Sie laufen fleißig in bi Kirche, und die Rippen sagen daselbst recht tapse eine große Summe von Vaterunser und Englische Grüßen herunter; die Augen und die Gedanke gasten nnterdessen auf die Leute, welche komme und da sind; denn das Gebet ist auf diese Wei kurzweiliger und geht doch von statten. Also, w gesagt, sie treiben jetzt mehr Religion als frühe aber sie ist auch danach. Die Religion ist in ihn« sauer geworden, wie wenn man Wein in ein alb unreines Faß tut. Sie knurren und bellen gar vi über die verdorbeneir Zeiten, über die gottlos Menschen und die arge Welt heutigen Tags. 5 habe es zu ihren Zeiten noch ganz anders mit de Christentum ausgeseheu; man merke wohl, daß dem End jetzt zugehe und der Antichrist bald somit Sie können es nicht leiden, wenn andere fröhl sind; unb es wäre ihnen heimlich recht, wenn n ihrem eigenen Leib auch die ganze Welt zu Grur ginge. Und doch wollen sie auch nicht ans Sterb ernstlich denken, und möchten es aus dem Si schlagen. Daher rennen ihrer viele, wie Wildchwn blindlings und ohne Besinnung dem Tod in feir Hirschfänger, mit dem er ganz still und kühl auf paßt. — Ueberhaupt sieht man an keinem Mensck heller, wie abscheulich unb unflätig die Sünde als an einem alten Menschen, an dem die Süi Hängen geblieben ist.

Stille Heiden.

Es ist ein mageres Ackerstück, auf dein sich Manu und die Frau abwürgen, als gelte es, Ei klumpen da herauszugraben, und nicht fpärl Karloffelknollen. Die Kartoffelsträucher stehen j arm und dünn darauf, hier ein braunes Kraut 1 da zwischendurch eine Masse Unkraut, Hahnen und Teufelsohr, Disteln und Knaulgras. Das aber, weil dieses Feld mehr Steingeröll hat Ackerkrume unb auch nicht durch reichliche Dun : spende üppig gemacht und verwöhnt worden i!

Und die zwei plagen sich rechtschaffen nun s * vom kalten Oktobermorgen an, wo noch der fchr

Herbstnebel über all dem braunen unb grünens gelegen, bis zum hellen Mittag, der die mübe S, gebracht: und vom hellen Mittag bis zum fn «Abend, der die Sonne wieder mitgenommen