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-^- Der Iuxenpeter. -^
An der garrzen Gegend gibt es seinen Mfriedsneren Meuchen, als den Iuxenpeter.
Er lebt im Armenhaus und hat niemand auf der weiten W<it. Aber er ist doch glücklicher als manch einer, der in einem großen Hause wohnt und wohlge- füllte Geldschränke besitzt.
Schenkt man dem Pelur ein GKstück oder einen Schni't Brot, so bekommt man dafür ein breitlachcndes „Vergelts Gott" und einen mächtigen Jauchzer dazu, der das Ausrufezeichen verkörpert.
Von dieser Gewohnheit, seine Reden mit einem Luhschnei zu bekräftigen, hat er den Namen Iuxenpeter, unter welchem er in der Stadt und in ten Dörfern feiner engeren Heimat besannt ist.
Sein Brot orrdvent er sich durch feine Bâktzänge vnd durch Arbeiten im Tageiohn.
Alle Leute auf der ganzen LLelt sind vor ihm gleich und werden mit „Du" an geredet. Nur der Pfarrer steht bei ihm in besonderer Ehre und Achtung. Zu ihm sagte er deswegen nicht „Du", sondern „Euch". Damit er sich aber ja nicht verspricht, redet er schon am Ein- gangstor des Pfarrers Hund ebenfalls mit „Euch" an: „Seid ruhig, Sultan! Setzt Euch! Es kommt nur ter Iuxenpeter!"
Natürlich fühlt sich ter Sultan bei solcher Ansprache sehr geehrt und kommt sich äußerst „wohlg.boren" vor. Er schweigt und wedelt dankend mit dem Schwänze.
_ Wenn die Weiber dem Iuxenpeter noch sowlcl Aufträge erteilen, so werden diese treulich erledigt. Er bringt den weißen Faden ter einen und den Zwiebel- samen ter antern, £ebfud)en der Seru m b bäuer in Und Vretzen der Schreinerin. Nichts vergißt er, auch nicht den Raulino, den Schmalzler, den Lotzbeck für d>e Pseifen und Nasen der Bauern.
Einmal hat er aber doch einen Wirrwarr ange stellt.
Beim Lohbauern hatte der rote Ochse die Kette abp.'lissen. Der Iuxenpeter mußte sie zum Schmied in die Stadt tragen. Eine Menge Aufträge hatte er. Am Ende des Dorfes rief ihm die Krämerin noch nach: „Iuxenpeter, mir bringst du was zum Einreiben von der Apothek. Ich kanns nimmer aushalten vor lauter Schmerzen in den Füßen!"
Sie hatte Gicht und verzog das G.ficht bei jetem Tritte, als ging sie barfüßig über zerschlagene Wein- ftajchcn.
„Recht, K^amertn! Jujuh!" schrie der Peter und schob seinen Dotenwogen, ein ausgedientes Kind-er- wägelchcn, vor sich her.
Als er in die Stadt kam und die Apotheb' sah, icl ihm ein, daß er darin zu tun hätte. In der Ge- chwindigkeit nahm er die Ochsenketle, trug sie hinein, ieß sie zu Boden Mirren und sprach: „Dem Lohdauern fi?in roter Ochse hat sèe abgerissen. Du sollst sie bald machen. Jujuh!"
Bis der Provisor sich besann und hinter seinem langen Tilch vorkam, war der Peter zur Türe hinaus und verschwunden.
Daraus ging er zum Schmied und verlangte „etwas zum einreiben" für die Krämerin, weils ihr in ten Hintern Füßen fehlt.
Der Schmied kurierte bei den Dauern das Vieh und hatte allerlei Salben und Tränklein bereit. Er fragte
»Hat denn die Krämerin die Maul- und Klauenseuche?"
„Ja, alle Füße sind kaput," antwortete der Iuxen- peter.
„So, so? Und das Maul?"
„Auf tem Maul fehlt nichts. Bloß in den Füßen."
Der Schmied ging in die Stube und richtete eine $arfe Medizin zusammen. Als er sie dem Boten 3 bergab sprach er: „Damit soll sie die Klauen täglich zweimal gut auswaschen. Wenn es nicht besser wird nach acht Tagen, dann komme ich und schneide ihr die .Klauen aus und lasse das schwarze Wasser heraus, sagst zu ihr"
„Recht, Schmied."
Der Iuxenpeter bracht ter Krämerin ein tüchtiges Glas Vitriolwassrr nach Hause und sprach: „Der Schmied läßt dir sagen, du hast die Maul- und Klauenseuche, nichts anderes!"
Das Weib schlug die Hände zusammen, schaute mit ängstlichen Blicken den Boten an und erwidert:: „Das kann stimmen. Pelcrl! Ja, mir fehlt nichts anderes, als wie tem Hinlerwimmerjackel feiner gelben Kuh, ine nimmer hat sicher und gehen tannen, bis der Metzger sie mit dm Beb erlöst hat."
Der Iuxenpeter aber fuhr fort: „Mit der Medizin mußt du Leine Klauen täglich zweimal auswaschen. Wenn es nach acht Tauen nicht besser geht, muß ter
Schmied deine Pfatters aus schneiden und das schwarze Wasser herauslassen. Jujuh!"
„Mein Gott, es wird doch helfen, Peterl, ich fürcht das Messer so arg und das Blut. Da hast du was für dein Gang und für beim Auskunft!"
Sie gab ihm ein Stückchen Fleisch auf einem dicken Stück Brot.
Der Iuxenpeter hing seinem Dank den gewohnten Juchzer an und fuhr von bannen.
Die Krämerin wandte das scharfe Mittel genau nach Vorschrift an.
Der Schmied war zu seinem operativen Eingriff nicht genötigt: denn nach acht Tagen war die Krämerin vollständig hergestcllt und konnte ohne Schmerzen über die un beschotterte Straße gehen.
Zum Danke bekam ter Iuxenpeter nvchmals ein viel größeres Stück Fleisch und ein Butterbrot dazu.
Der rote Ochs erhielt seine Kette erst viel später.
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Der Heiland ruft.
Ich weiß, wo still ein Kirchlein steht,
Dort hab' ich immer Trost gefunden:
Aus wundem Herz ein fromm' Scbet
Ließ mich von altem Leid gefunden.
Der Heiland wohnt auf dem Altar,
Im Tabernakel Tag' und Nächte
In Gottesliebe, wundeibar,
Die allen Menschen helfen möchte.
Der rote Schein vom ew'gen Licht
Glänzt weil hinaus . , Hast du vernommen
Den HeilandSruf, und willst du nicht,
Dem Rufe folgend, zu Ihm kommen?
Dort findet all' dein Leid ein End',
Du mußt zu Glück und Frieden kommen,
Wenn dich der Herr im Sakrament
Hat liebend an fein Herz genommen.
München 192t. Heinz Klemm.
GGOKKHOOKK AGOOKOK
Merkwürdig
mag es vielleicht auf den ersten Wick manchem Vorkommen, daß eine Partei wie die
deutschnalioaale,
deren Führer während des Krieges eigentlich immer da- neben gehauen haben, «men gewissen Zulaus erhält. Man erinnere sich nur an den berühmten Ausspruch des damaligen Finonzministers Hergi: „Die Amerikaner kommen nicht, sie können nicht schwimmen und sie können nicht fliegen." Die gänzlich verfehlte Kriegsanleihe^ SleuerpoUtik des Dr. Helfferich, der nach dem „Endsieg" die Kriegskosten auf die Gegner abmälyn wollte, hat den Grundstock zu unserem heutigen Finanzelend gelegt. Nach BelMiptungcn anderer k unter anderen Heyde brand! sollte England nach fünf M. en durch den Untersee Handelskrieg aus die Knie gezwungen werden! Es ließ sich noch eine ganze Menge solcher Beispiele anführen, aus denen ersichtlich ist, daß die Prophezeiungen von dieser Seite sehr daneben gegangen sind. Wenn es trotzdem noch ßeute gibt. die befer Partei noch!ausen, so liegt das zunächst in unserer gesamten politischen Lage und in der Stellung der deulsckinationalen Partei als Oppositionspartei. Zu chr bekennen sich einrna! alle überzeugten Anhänger des alten Regimes, die den Sturz der Militärmacht nicht verwinden können und der alten Herrlichkeit nachtrauern. Ihr Standpunkt ist zu verstehen und muß gewürdigt werden, wenn er auch politisch unklug ist. Dann aber kommen zu den Massen, die durch geschickte Propaganda gefangen werden, alle jene Mißvergnügten, die mit den herrschenden Zuständen unzufrieden sind, sei es, daß b« Steuerschraube sie zwickt, sei es, daß sie unter der Republik ihre Stelliung verloren haben oder sonst etwas ihre Wut gegen die derzeitigen Gewalthaber entfach, bat, vielfach ist es allein schon der Aerger darüber, daß heutzutage auch ein gewöhM'ehcr Mann aus dem Volk in die höchsten Stellungen kommen kann, wenn er auch gerade nicht die behördliche Abstempelung durch ein Examen besitzt oder durch blaues Blut oder Zugehörigkeit zu ein"m Korps und den Besitz der nötigen „Schmisse" seine „Besä hnnmg" nochweisen kann.
Opposition allein, bloßes Schimpfen und Hetzen, wie es jetzt deutschnatzonale Praxis ist, bringt uns aber nicht vorwärts, sondern immer tiefer in den Sumpf. Es ist deshalb erfreulich, daß die große Maße des deutschen Volkes durch zahlreiche Kundaebungen im ganzen Reiche gezeigt tetr daß sie nicht willens ist, sich durch einiae
d'Nktschnalroirals HMsparne in eine Kalvsirophenpolß führen zu lasten, die tatlächsich die Vernichtung Deuts: tonte bedeuten würde. Mit erfassender Deinlichlen hob^ die Bayern, d-e sßh mit den Deutschnationalcn schon zier ich weit eingelassen hatten, ihnen jetzt den Laufpaß o geben: im badischen Landlag wurde "dieser Taae grün >-ch mit ihnen abgerechnet. Mit festen Strichen hat hi der Sentrumsfübrer Dr Schöfer unter tem Beifall d ganzen Haufes das wüste Treiben der Deutsch national in ihrer Presse rmd ihren Versommluna-en gezeichnet. Au 'm Preußen werden ihre Bäume nicht in den stimm wachsen, trotz ihres anmaßenden Auftretens, das so m nicht zu der „Tapferkeit" paßt, die sie in den Novema. tagen 1918 in Ixe Mauselöcher getrieben hatte. Mo erkennt doch immer mehr, daß mit einer fruchtlosen O Position und mit ter Schürung von Unzufriedenheit m großen Sprüchen und Revanchegedanken der Wiederr- bau nicht möglich ist rmd wenn nicht alle Zeichen triir so steht ein Zchommengehen aller Verständigen und k lchcn Patrioten bevor, nämlich die Bildung eines D^ der Mitte und die völlige Ausschaltung und Unschädl machrmg der Deuischnationalen, deren Herrschaft zur vè Hgen Vernichtung Deutschlands führen würde.
Kür Erzberger.
Wir lesen im Berner Bund vom 1. Sept. 1921 (N 370) folgende interessante „Erinnerung-:
Ein Student der Berner Universität schreibt un
Die Ermordung des ehemaligen deutschen Neu finanzministers Matthias Eczberrer ruft mir er Episode tn Erinnerun y die charakterisieren mar, tu sehr die Persönlichkeit dieses Polit'kers umstritten la i und wie er gerade durch fein Hervorra endes Könne Freund uns Feind zu befieien vermochte.
Im Somincrsemester 19is>, zur Zett bei Unterzerch nunr des Friedens von Versailles, kubierte ich an dc Univcr sität in Herdelberr. Dort hörte ich die Vcn Icun ien eines ber bekanntesten deutschen Nationa ökonoinen Erzvel gcr war zu dieser Zeit Frnanzminrttc im Reibsminiuerium, auf einer Leite die meist aehatz! und getürchtetite, auf anderer Seite aber die meist bei ehrte und dewundertste Person unter den beut) i e Politikern. Unser Professor erörterte sie mißti ßa :e d s Reiches, die er vom n ^tionotökonomls nc Standpunkte aus betrachtete. Dabei kritisierte et vc allem die Maßnahmen des Ne?chsflnanz>ninlttcrs un befonvers die Person des Ministers felbit. In seine Eifer und Hasse gegen Eczveroer ließ er sich zu de Aeußerung hinreißen, daß der Se^cn beS Baterialidt auf demjenigen ruhen werde, der Deuischmnd boi Erzberger, diesem größten Jntrionnten, befreien werd Wenige Tage nach dieser Vortesun: teilte uns dc Professor mit, daß er acht Tage nach Berlin gehe müsse um an einer Finanzkonferenz teUzunehmen, bi nom Reichesinanzminrilerium emberuren worden 1< und zu der sämtliche bek annten ,èrn inzreute un Natiünalökonomcn eingclaben würden, Unser Profe sor kehrte van Bertin znruck Zu Beginn der erste barauffol enden Vorlesung sagte er uns: „Mein Da-.nen uns Herren, Sie werden sich noch aut erinnern ivas ich Ihnen bezüglich der Person unseres Frnnn Ministers seinerzeit gesa t habe. Als Paulus gin ich nach Berlin, ich komme als bekehrter Paulus zuiuc Wenn ein Mann Deutschland retten kann, bann ist e allein unser heutiger Finanzminister, Matthias Er^ berger."
Kurland.
Die katholische Internationale.
hat in Graz einen Kongreß gehalten. Derselbe wa von den verschiedensten Ländern zahlreich besucht un nahm ten besten Verlauf. Es ist fthr begrüßensuscr daß von katholischer Seile solche inierna.tonalen Le Ziehungen anp'fnüpft und gepflegt werden. Denn da! tritt immer teutlidjer hervor, wenn Vc>lkerversohnuri> und Weltfriede verwirklicht werden sollen, dann muj ter Katholizismus die Grundlage hierzu bieten. Au ter Diözese Fulda hat an dieser Veranstaltung- luge nammen ter überaus rührige Herr Parteisekretär Mü. ler (Marburg).
Die Spanier
hatten in Nordafrika bekanntlich eine große Nie Verlage erlitten; jetzt, nach genügender Vorberei tung, scheinen sie die ihnen entrissenen Gebien langsam zurückzugewinnen. Das kostet große Opfer Aber Spanien braucht die Nordküste Afrikas für seine Sicherheit als Brückenkopf. Dieser alte Kamp zwischen Spanien und Marokko um kue Strotze doi Gibraltar ist schon mehr als 1000 Sabre alt St der letzten Zeit haben die niarokkon^chen t amnu wohl die heimliche Unterstützung Frankreichs ge funden, das in tem eingeschobenen spanischen Stur eine unangenehme Unterbrechung fernes Großer nordafrikanischen Kolonialreiches erblickt.