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Druck und Drrlag der Fuldaer ZctienbrutfertL ...........

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

E Dischofsweihe in Fulda. ^

Die Konsekration des von Seiirer Heiligkeit Papst enedikt XV. zum Bischof von Meiß.n ernannten )chw. Herrn Dr. Christian Schreiber findet am Milt« och den 14 September (Fest Kreuz-Erhöhung) vor- ittags 97» Uhr in der Domkirche zu Fulda durch den ochw. Herrn Bischof Joseph Damian unter Assistenz r Hochw. Herren Bischöfe Dr. August Kilian von imburg und Dr. Kaspar Klein von Paderborn statt, rst durch diese Konsekration erhält der Erwählte die ülle der Bischöflichen Gewalten und Vollmachten id tritt durch sie in die lange ehrwürdige Reihe der achfolger der Apostel. wird durch sie ein Glied in ner langen, stolzen Kette, die bis zu den Aposteln id bis auf Christus selbst hinausreicht.

Ein Nachfolger der Apostel, welche Würde, was fließt das nicht alles in sich!

Einzig, in unerreichbarer Würde und Hoheit, ste- m jene ersten Apostel vor uns, die Christus selbst er- ählt hat. vor allen Völkern zu bezeugen, was sie von im gehört und gesehen. Er hatte sie ausgesandt in le Welt, bekleidet mit einem dreisachen Amte, mit !m Lehramt, dem Priesteramt und dem Hirtenamt, m überallhin seine Lehre zu tragen, überall die heil, -akramente zu spenden und das hl. Meßopfer darzu« ringen und die Gläubigen zu regieren. Voll Glaubens­aft und Heldenmut zogen sie aus, diese Männer, sie tzten ihr Leben für ihre ht. Sache ein und beschlossen )r dreifaches Amt durch ein blutiges Martyrium. Sollte nun ihr dreifaches Amt mit ihrem Tode aufhö- m? Unmöglich. Die Menschen aller Zeiten und iler Zonen waren durch Christus zur Seligkeit be« rien, ihnen allen mußte durch das apostolische Lehr« mt die Heilsrehre verkündigt, ihnen allen mußten urch im apostolische Priesteramt die hl. Sakramente espendet, sie olle mußten durch das apostolische Hirlen- nu regiert und zu einer Kirche vereinigt werden, lpostel mußte e» allezeit geben, solange es Menschen ibt; das apostolische Amt mußte sich in der Kirche rrtsetzen bis zum Ende der Welt. Und es setzt sich m durch dt. Bischöfe, die rechtmäßig geweiht sind und ui dem Paptte in Verbindung stehen. 3n ihnen ie- en die Apostel gleichsam wieder auf. So ist die )rdnung in der Kirche seit 19 Jahrhunderten.

Einen Träger dieser apostolischen Vollmachten soll ie bevorstehende Bischofsweihe der durch den hl Vater neteremdjieten Diözese Meißen in Sachsen bringen nb ein stieflet unserer Diözese ist zu dieser hohen üürd; berufen werden. der hochwürdige Herr Regens >r. Christian Schleider. Ain Grabe des hl. Bonifa- us. Dom Hüter und Wächter dieses Grabes soll er die l. Weihe empfangen. Bei einem solchen Anlasse en!« ilttt die Kirche die ganze Majestät ihres Kultus und mglbt die Weihe, deren Kern- und Mittelpunkt in « Handausteauna, Salbung und Uebergabr der

bischöflichen Insignien besteht, mit einem rechen Kranze von Zeremonien, um die Erhabenheit des bischöflichen Amtes dem Auge des Volkes recht sinnfällig darzu­stellen.

Zur Konsekration sind zwei Altäre festlich herge« richtet, einer für den weihenden Bischof, der andere für den zu weihenden. Von zwei Bischöfen geleitet tritt der zu weihende Bischof vor den weihenden. und die Geistlichkeit bittet diesen, die hl. Weihe vorzuneh­

men. Doch er wfllfahrt nicht ^gleich, sondern fragt zunächst ob der Papst, der Oberhirt der ganzen Kirche, die Wahl bestätigt und die Weihe genehmigt hat. Nach­dem man ihm die Bestätigungsurkunde vorgezeigt, be­stehlt er, sie dem versammleien Volke vorzulesen. So werden die Gläubigen, die der hehren Feier beiwoh­nen, Zeugen dafür, daß die Weih,; des neuen Bischofs ordnungsgemäß geschieht. und daß derselbe durch seine Verbindung mit Rom ein wahrer Bischof, ein recht­mäßiger Nachfolger der Apostel ist. Dem hl. Vater leistet nunmehr der zu Weihende den Eid der Treue und beteuert, daß er als guter Hirt entschlossen sei, das Evangelium mit seinen Lehren und Geboten zu halten.

Jetzt beginnt die hstlige Messe. Nach dem gemem- samen Staffelgebet begibt sich der Gewählte zu seinem Nebenaltar, um hier gesondert das hl. Opfer fortzu- ietzen. Alsbald werden ihm das Brustkreuz und die einzelnen hidiörLcten Gewänder angelegt, und nun folgt die unmittelbare Einleitung zum eigentlichen Weiheakt. Die streitende Kirche wendet sich in sieben­

tem Ruf an die triumphierende. Alle beugen in D> mut ihrs Kme, ja der Gewählte selbst wirft sich im Bewußtsein menschlicher Armseligkeit auf sein Antlitz zur Erde nietet und aus Herz und Mund erschallen die ergreifenden Bitten und Anrufungen der Allerheiligen- litanei. Was mag währenddessen in der Seele des werdenden Bischofs vorgehen? Wie mag er sich da ganz feinem Heilande hingebcn und sein ganzes Leben hinopfern für Christi heilige Sachet

Wenn er sich wieder erhebt, erfolgt der Weiheakt durch die Handauslegung, wodurch ter Bischof die ganz; Fülle des Priestertums empfängt, zugleich mit ter Vollmacht, dasselbe auf andere zu übertragen. Die Ge­bete, die der Handauflegung folgen, wurden schon in ten ältesten Zeiten ter Kirche gebraucht. Während dieses Aktes und noch geraume Zeit nachher trägt ter Bischof das Evangelienbuch auf feinem Rücken. eine anderthalb Jahrtausende alte sinnvolle ZemMn». Sie bedeutet: das bischöfliche Amt ist ein,; schwer? Last, ist nichts anderes als die Bürde des Evangeliums, ist die Verpflichtung. das Joch des Evangeliums, das der Bischof anderen auferlegt, zuerst selbst zu tragen und als Lehrer und Hirte ter ganzen Herde selbst sein ganzes Handeln nach den Vorschriften des Evangeliums einzurichten. Nunmehr schließt sich die Salbung des Hauptes und der Hände mit Chrisam an, ein wahrhaft bohepriefierliiter und königlicher Akt, der die Fülle der Gnade finnbiltet, die durch die Bischofsweihe ge­geben wird. Als Zeichen seines Herrscheramtes wer- den dem neugeweihten Bischof Stab und Ring über­reicht. Der Hirtenstab ist ein schönes Sinnbild für dir Art des kirchlickren Regiments, als eines milden, ver­söhnlichen, väterlichen. EinPastor bonus", ein guter Hirt, wie der Heiland selber, soll ja der Bischof sein. Der Ring deutet auf die griffige Vermählung des Bischofs mit seiner Diözese.Nimm hin den Ring, der da ist das Zeichen der Treue, auf daß du, ge­schmückt mit unversehrter Treue, die Braut Gottes, die heil. Kirche, unbefleckt bewahrest!" Hierauf nimmt ter Kcnsekraior das Evangelienbuch von dem Rücken des Geweihten und übergibt es demselben mit den Worten:N-mm hin das Evangelium, geh' und pre­dige es dem dir anoertrauten Volke!"

Das hl. Meßopfer wird nun fortgesetzt, von jedem gesondert auf eigenem Altare bis zur Opferung, von da aber gemeinsam von beiden auf dem Hochaltäre. Welch ein rührender Anblick! Zwei Hirten ter Kirche, brü­derlich vereint an einem Altare, ein und dasselbe hoch­erhabene Opfer darbringend, zwei Bischöfe wie Brüter, von einem Brote essend, aus einem Kelche trinkend. Bei der Opferung überreicht der Neugeweihie dem Weihenden Kerzen. Brot und Wein. Die Kerzen wei­fen darauf hin, daß er seine Kraft, wie das brennende Lickt sich verzehrt, verzehren wolle für Christus, Witz.