lat geb et für Landwirt! chaft,
. ....^^ Gartenbau und Hauswesen. —--——————-----
18. so 31. Jahrgang, cs- o □ Graftsbeigabe zum Bonifafiusbofen. □ o Zulda, den 4- September 1921
gen die niederträchtige Preisjagd! war find die ziel. und planlos gebotenen Preise für side, die noch der teilweisen Aushebung der Zwangs- chaft eintraten, infolge der scharfen Dolutaschwankun- des weiter fruchtbaren Wüters, der Hoffnung auf befriedigende Kartoffelernte gesunken, aber die Land- ■ konnten sich nach unfern Beobachtungen kaum vor Lusern retten, von denen jeder höhere Preise als der -rgchende bot. Die Hauptschuldigen an dem em- üben Mißstand find mit die Aufkäufer, die durch alle ichen Manipulationen und Gefchäftskniffe es fertig ren, die auftaufenben Firmen gegeneinander auszu» m und die Preise hinaufzutroiden und den Bauern Kops zu verdrehen. Staatsanwaltschaft, Landjäger- 8 im Verein mit den einfichtsvoklen christlich gefirmten Hirten sollten scharf Vorgehen und vor jedem Dorf 1 Talgen errichten für alle diejenigen, die es verdienen.
5nr BrotpreiserhShung,
Eoen 15. August 1921 an ist der Brotprets um Prozent gestiegen, das mache für eine fünflöpfige Fa» e für die Brotmarken im Jahve 500 Ji aus. Bei dem igen Geldwerte konnte man fast sagen, „nur 500* Jt. aäer der höhere Brotpreis auch wieder verteuernd aus Ldrrgen Bedürfnifie wirkt und jede Zwischenhand etwas r daraufschlügt, als die Brotpreis«Höhungen rechtser» 1 würde, wird die ganze Ädenshaltung davon de- uhl. Aber selbst um diesen um 40 Prozent erhöhten is das ganze Jahr hindurch zu erhalten und nicht weiter *n lasten, muh das R e i «h zur Beschasfung des sehen Luslandsgetreides 4 Milliarden zufchietzen müßen die Bauern ungefähr ein Drittel ihrer Ernie dem vom Wirtschaftsausschuß und dem Reichstag g». nigten Höchstpreis abgeben. Dieser ist nun von der mmfsion gegenüber dein Vorjahre bedeutend erhöht den und zwar auf Grund der Gestehungskosten zur gen Zeit. Man begründet die» damit, daß die Bauern lnch angeregt werden, .den etwas vernachlässigten Ge- )ebou mehr zu pflegen und uns so unabhängiger vom »land zu machen. . Denn eigentlid) verteuert uns das slaadsgetreih«, das wir um jeden Preis 1 der niedrigsten Valuta kaufen müssen, wenn wir nicht gern wollen, am meisten das Brot. Am härtesten t diese unabwendbare Teuerungswelle jene, welche ■ Einkünfte dementsprechend nicht erhöhen können. Dazu 6ren vor allem die Wohltätigkeitsanstalten, Seminare die sogen. Rentner, welche zu Friedenszeiten mit den râgnifseri des mühsam erarbeiteten und karg ersparten mögens leben konnten und nun durch, die Geldent» lung um di« ganze Frucht ihres Schweißes gekommen '. — Um so mehr ist das Gebühren derjenigen zu ver- nlen, die aus Konkurrenz, wie z. D. die Brauereien, Gerstenpreise ungebührlich in die Höhe den. teils ans übertriebener Sorge um die Zukunft sich o t g e t r e i d e aus dem freien Handel zu jedem e is hamst-rn wollen und durch ihr Ueberbieteu die tändigen Bauersleute bedrängen, die habsüchtigen aber immer höheren Forderungen anreizen Ole gelb fr âf- m Hamsterer find genau so z uverurtellr«, wie solche uern, welche die Rot der andern mißbrauchen, um für ' unentbehrlichste Lebensmittel Preise zu verlangen, die H über die Gestehungskosten hinausgehen. Beide Sor- hat J a n t e, der Dichter „Der göttlichen Komödie" in ' ' ^en_7- ^™9 der Hölle verwiesen, wo die wal l io igen, z D die Räuber. Wucherer, Tyrannen, ittesiaste-rer, vom Feuerfluh gequält werden.
vom Saatgut
Die drei Grundpfeiler für eine erfolgreiche Boden- rtschaft sind zweckmäßige Bearbeitung des Bodens soch- -echt« Düngung und Saatpflege. Von letzterer wollen r heute reden, da von vielen Cardwirten auch heute d) das Wesen eines brauchbaren Saatgutes nicht voll lärmt wird. Neben zweckentsprechender Ausführung (d. unter 'Bmiifficbtigimg von Saatzeit, Saattief«. Saat- 'nge, Sa«i Methode für die verschiedenen Kiilturrslanzrn) rß vor allem eine sorZfälkige Auswahl des Saatgutes geraten wercâ Die günstige Entwicklung der Saat- anzen und damit der 2hisfaa ihrer Ernte werden beein- tzt zunächst von der Größe und dem Gesicht der
Samen, beide in sich ausgeglichen und zu einander rm richtigen Verhältnis stehend, und dann von ihrer Form. Je größer und gleichlaufend schwerer das Saatkorn ist, desto bester ist der darin enthaltene Keimling, eine desto kräftigere Pflanze wird Liefer werden und desto widerftändiger gegen äußere Einflüsse, wie ungünstige Witterung, tierisch« und pflanzliche Schädlinge, sein, desto höheren Ertrag in großen und schweren Körnern und damit im Gesamt desto größeren Erfolg bringen. Die Form spielt dbei insofern ein« Rolle, weil sie ein Kennzeichen für den Reifegrad her Ware abgeben kann, der für das Gewicht wesentlich ist. Zur Trennung von Spreu und Weizen, von gutem und schlechtem Korn haben wir von Großvaters Zeiten her die Darffchansel, das Sieb, vielleicht auch eine Putzmü^e. Die neuere Zeit hat uns dazu noch andere Geräte gegeben, di« eine Verbesserung der Auswahl und höhere Grade der Trenmmgsfeinheiten möglich machen, in Dlndfege. Trieur und Gelreidezenlrifrrge. Es handelt sich nun aber darum, diese Dinge richtig zu gebrochen, weil davon der Erfolg der Arbeit abhängig ist. Wer noch mit den einfachen Mitteln des Flegels — dieser oft nur noch verwendet zwecks Gewinnung von Bänderftroh, wie es der Maschi- nendrufch nicht so schön bietet — der Schaufel und mit dem Sieb arbeitet, pflegt häufig zuerst die Druschkörn er durchzuficbon und dann mit der Schaufel über die Tenne zu werfen. «Das grobe, weitmaschige Sieb, das die Kör- ner von den Strohteilen fdieöwt, ist als erstes Gerät wohl an der Stelle. Falsch aber ist es mit des Sieben fein- mofchiger Flechtung in der Arbeit der Reinigung sogleich wchterzufahren, wie man es so oft bei uns finden kann. Denn wie schon gesagt, hat die Größe nur Wert in Verbindung mit hohem Gewicht. Die feinen Siebe sortieren zwa>r die größten Körner aus, darunter aber auch viele mit niederem Gewicht, hohl«, taube, verunstaltete, welche ihrer Form wegen durch die engeren Maschen nicht schlüpfen können. Am Ende jedoch, wenn diesh mit zur Saat aufs Feld kommen, versagt die Saat. Man nehme daher nach dem groben Sieb Me Wurfschaufel und dann erst bas Feinsieb. Das gleiche gilt naturgemäß auch für die besseren Boarbeitvngsgeräte, für Windfene. Zentrifuge und Trieur. Man benütze also zunächst Ne Windscge oder die Zentrifuge und hernach den Trieur. Gewicht geht vor Größet Die Regel güt für Weizen, Gerste, Hafer (hier unter Ab» scheidvng Heiner und leichter Körner) und andere Samen. Eine Clmderbehandlung bedarf der Roggen, bei dem die gary großen Körner meist von schartigen Aohren stammen und deren Lückigkeit weitervererben; hier werden zuerst mit der Windfege die kleinen und leichteren Körner her- ausgeputzt, dann mit kräftigerem Gebläsewind die ganz großen, und endlich die Mittelgewichte zusarimengeworsen. Dadurch erhält man ein gutes und schartenfreies Korn- faatgut.
Bauernvereine und neue Steuern.
Auf der Tagung der 27 deutschen Dauemrereine mit 700 000 Mitgliedern wurde erklärt: Die Erfüllung des Ultimatums unserer Feind« ist nur möglich, wenn an der Substanz des Dolksovrmögens nicht gerüttelt wird, wenn das deutsche Nationalvermögen ungeschmälert in deutschem Besitz bleibt und nur die Erträge des Volks- vermögens zur Aufbringung der erforderlichen Mittel heran gezogen werden. Sonst Ist an eine Erhöhung der Produktion und die Sicherstellung der Ernährung des Volkes nicht zu denken. (Sehr richsig!)
verschiedenes.
Winlerfa'al, der én September zu säen ist, wird gleich so aus die Beete ausgepflo^t, daß er auf denselben im nächsten Jahr zur vollen Entwicklung kommen kann. Knollenfellerie, welcher jetzt cmfängt, Knollen anzusetzen, ist stark zu jauchen. Leere Beete werden gedüngt, gegraben und, wenn sie gleich bepflanzt werden, abgerecht; sonst läßt man die Erdschollen liegen, weil dann der Frost tiefer embrinct, die Erde mürber macht und dann außer- dem auch schädliche Jnsekienbrut vernichtet.
Dom Aussäen von Rasen im Herbst. In den wenigsten Säften wird Rasen im Herbst ausgesät; bei Neuanlagen von Gärten, wo das betreffende Terrain im Sommer fertiggestellt wurde, sollte man aber im Herbst nicht allein nur schon Bäume und Sträucher pflanzen, sondern auch schon an das Besäen der Rasenplatz« gehen. Man ist dann nicht nur dieser Arbeit nächstes Frühjahr enthoben, sondern erzielt auch meist ein gutes Aufgehen des Gros- samens, und während man bei einer Frühjahrsaussaat
oftmals recht lange auf ein Begrünen »>er betreffenden Flächen warten muß, ergibt die Herbstsaat mit dem Eintreten wärmeren Frühlingsrvetters schon einen schönen grünen Rasen. Die Hvrdstaussaat ist jedoch nicht zu spät oorzunehmrn; di« günstigste Zeit hierzu ist in der ersten Hälfte des September. Die Bod«nfläche ist vordem gut Herzurichten, am besten ist sie während des Sommers einigemal umzugraben, einesteils um die Erde recht klar zu bringen, andernteils um Unkrautsomen zum Aufgehen zu veranlassen und beim Umgraben wieder zu vernichten. Nach dem Säen des Grassamens ist der Boden recht fest zu walzen oder durch Treten fest zu machen, denn auf lockerem Boden geht der Samen nicht oder nicht so gut auf, als auf durch Walzen oder Treten gedichtetem. Ge» gossen wird nach geschehenem Säen nicht, die besäte Fläche wird vielmehr ganz der Witterung überlasten und ein einziger durchdringender Regen hat gewöhnlich ein allseitiges Ausgehen des Gvassamens zur Folge.
Das Errlkernen der Hagebutten ist eine langweilige und beschwerliche Arbeit; es geht verhältnismäßig rasch vor»- ftotten, wenn man eine Stahlfeder verkehrt in einen fieberhafter hineinsteckt und jetzt mit dem runden gewölbten Ende die Kerne sozusagen herausschauielt.
Aufbewahrung von Endivien Im Winter. Um Endivien lange frisch zu erhalten, nrüsten sie vor dem ersten Frost geschützt werden, denn eine Nacht mit 2—3 Grad Kälte kann sie ganz zugrunde richten. Ist daher Frost im An» zuge, so werden sie in einen Mistbeetkasten verpflanzt, welcher ziwor einen Spatenstich tief ausgestochen worden ist, wobei die ausgeworfene Erde .nßvrlich um die Bretter herum verpackt wurde. Wer ziemlich festen Boden hat, kann dies auch mit einer Grube machen, welche 1 Meter breit und 50 Zentimeter tief ist, mit schräg abfallenden Wänden. Da hinein werden die Endivien mit starken Wurz el bollen Strauch an Strauch verpflanzt. Wer seh'- losen Boden hat, so daß die Wurzelbollen beim Ausgroden auseinandersallen, muß die Pflanzen tags vorher etwas angießen und den Boden dabei festtreten. Ueber diesen Kasten kommen Ouerstangen und Bretter sowie zuvi Schutz gegen Verunreinigung noch alte Säcke. So bleiben die Pflanzen stehen, müfien aber jeden Morgen bis zur Hälfte ausgedeckt werden, um sie an die Luft zu gewöhnen und um dadurch das zu frühe Gelbwerden zu verhindern. Tritt der Winter nun tatsächlich ein, so ist eine nochmalige Ueberbecfunc mit strohigem Dünger oder sonstigem Material notwendig; fedoch ist auch dann, wenn die Witterung tagsüber milder ist, öüfhmg sehr angebracht. Dabei kommen die eingeschobenen Ouerstangen sehr zu statten, die, ohne daß etwas abzudecken ist, einfach gehoben und durch ein Stück Holz unterstützt werden. Zum Bleichen müfien die Pflanzen nach Bedarf herausgenommen, oben zuge» bunden und wieder hin eingelegt werden. Lang» 3üt habe ich versucht, die Endivien im Wimer aufzubewahren, aber keine Methode hat nrich so zufriedengestellt wie diese. Ich habe dabei gute Ware bis gegen Ende Februar frisch erhalten.
Bekämpfung der Feldmäuse. Da infolge der andauern», den Trockenheit die Feldmäuse zur Landplage geworden und nunmehr nach Aberntung und Umbruch der Felder über die Äarto'teln und Rüben scharenweise hersallerr, muß alles zur Vertilgung derselben aufgewendet werden. Es hat jedoch nur die gemeinde- oder gebietsweise Bekämpfung wirklich guten Erfolg bei weit geringerem Preis« für die in Betracht kommenden Giftmittel (Strychnin- getreide, Doriumbrot, Phosphorbrei)
Die Krenzotter gedeiht in der jetzigen heißen Jahres- zeit besonders gut, und wenn sie auch in unserer Geoend verhältnismäßig seltener vorkommt, so ist doch Vorsicht angebracht. Die Kreuzottern sind flinke Tiere und beißen nur, wenn sie gereizt werden. Dies kaun ungewollt durch zufäll'ges Auftreten oder Berühren beim Arbeiten und Beerenpflücken vorkommen. Man betrete Kies und Moos daher nicht mit bloßen Füßen, und sollte man trotzdem gebissen werben, so wende man gleich die entsprechenden Gegenmittel an. Ausstmgen der Wunde, aber nur, wenn man keine Verletzung im Munde hat, und Ausspeien des Giftstoffes, und Verbinden der Munde bis zur Ankunft des Arztes, der je nach dem Befinden des Patienten die Giftwund« aufschne'det und vom Giststofl reinigt, oder, wenn der Giftstoff sich teilweise schon im Körper befindet, Gegengift eingibt. Die nützliche Ringelnatter darf nicht mit der Kreuzotter verwechselt werden, sie ist viel länger als die Kreuzotter. Die Kreuzotter erreicht nur eine Länge von 70—80 Zentimetern. Die Farbe ist verschieden und die Kreuzzeichnnng auf dem Kopfe meistens undeutlich ausgeprägt. Dagegen ist der Zickzackstreifen bei allen Tieren vorhanden.