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Der Schutzengelmonat.

Habt ihrs gehört: „Ihre Engel". Es ist keine Täuschung, der Heiland hat es selber gesagt. Himm- Ksche Geister, lange vor uns Menschen geschaffen und viel vollkommener als die Menschenkinder, sind dem Menschen zu Lebensgefährten, zu Schützern bestellt. Was ist so ein armes Menschenkind? Der eigene Vater, die leibliche Mutter kümmert sich oft gar wenig um dassclbe; in Schmutz, in Armut, in Unwissenheit, in Laster verkommt es, wird zum Abscheu von seines- gleichen, lebt und stirbt manchmal schlechter als ein Tier. Aber es hat seinen Engel, seinen Schutzengel. Das ist katholische Wahrheit. Was muß es doch um die Seele, um eine Menschenseele Großes sein! Mit wel­cher Liebe hatte Gottes Vatergüte von Anfang an für unsre Seele gesorgt! Freilich was hat Menschensünde und Menschenhärte aus dieser armen Seele gemacht! Wie gleichgiltig, wie grausam geht oft der Mensch über Menschenglück und Menschenseligkeit hinweg. Und doch haben alle Menschen ihren Engel. Denk daran!

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„Ihre Enge!!" Vater, Mutter, sieh, was für einen Schatz dir b.r Allgütige in deinen Kindern anvertraut hat! Sieh doch im Glauben, wie Gottes Engel in deinem Hause ein- und ausgchen an der Seite deiner Kinder. Seitdem sich neues Leben im Schoße der Mutter entfaltet, ist ein seliger Geist, der Gottes Ant­litz schaut, zu eurem Hausgenossen geword-n. Mit ängstlichen Blicken folgt er euerem Tun und Lassen für eure Kinder, euer Belen und euer Arbeiten, euer Loben und euer Tadeln, euer Mahnen und euer Strafen, jedes gute Wort, das ihr an sie richtet, aber auch euer Fluchen und Verwünschen, euern Zorn und alles schlechte Beispiel, das ihr euren Kindern gebt, sieht und hört ihr heiliger Eng,:l. Er will euch helfen in dem schweren Werk der Erziehung, er will das H rz eurer Lieblinge behüben, wenn ihr nicht bei ihnen fein könnet. Denkt ihr daran, lebt ihr in der Liebesgemeinschaft mit den Schutzgeistern eu­rer Kinder, lebt ihr mit „ihren Engeln"?' Lasset kei­nen Tag vorübergehen, wo ihr ihnen nicht Leib und Seele eurer Lieblinge empfehlt! Und zumal, wenn sie ferne von euch sind, betet zu denen, die ihnen immer nahe bleiben, ihnen nahe und Golt nahe, und so be­rufen, sie in Gottes Nähe zu erhalten!

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„Ihre Engel!" Nicht nur Kinder haben ihren Schutzengel, auch wir selber, alle, albe. Das muß uns Mut verleihen in der Stunde der Gefahr und der Ver­suchung. Wir sind nicht allein den bösen Mächten gegenübergestellt, ein Himmelsgeist wacht mit und für uns. Maß uns das nicht Trost bereiten in ter Nacht der ärgsten Verlassenheit, wenn kein Menschenherz für uns weder Liebe noch Mitleid übrig hat, sondern alle uns vergessen und verlassen haben? Ein aus- erlesenur Himmelsbote wcicht nicht von uns; soweit seine himmlische Seligkeit an irdischer Not Anteil nehmen kann, lebt er mit uns, sühlt er mit uns, leidet er mit uns Je einsamer wir sind, umso deutlicher müssen wir seine Nähe txrfpihen, ein Stücklein Himmel geht mii uns durchs Leben. Und hast du sein geheimes Wallen noch nicht verspürt, dann war es wohl, weil du nie Zeit für ihn gesunden. Vielleicht hast du aus der Kindheit Tagen dir einen täglichen Gruß an ihn zur Gewchnheit gemacht, aber ist das Zusammenleben mit ihm dir wirklich ein Stücklein Leben geworben? Und es ist Leben, es ist Wahrheit; auch du, wer immer du sein magst, hast zeitlebens deinen Engel an deiner Seite.

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„Ihre Engel!" Alle haben ihm Engel, unsere Freunde, aber auch unsere Feinde. Denkst du daran, wenn du in harten, beleidigenden Worten deinen Näch­sten beschimpist, wenn du in zorniger Leidenschaft albs Ueble über ihn herabrusst. wenn du nur lauter Schlechtes an ihm siebst und den Haß immer tiefer in dein Herz hineinsenkst? Dachtest du je daran, daß du auch einen Boten des Himmels kränkst, dessen Schick­sal gewissermaßen an das Schicksal deines Feindes geknüpft ist? Er will sein Glück, du sein Unglück, er will Versöhnung und du bittere Feindschaft, er will euch beide bei Gott und du neidest ihm Gottes S.gen und bringst dich um Gottes Gnade. Horch doch auf das Mahnen in deinem Herzen, das dir von Verzeihen, von Versöhnen spricht! Das ist deines Engels Stimme, und in deines Feindes Herz spricht sein Engel in gleicher Weise. Beta zu ihm, daß er seinen Ruf verstärke und daß er deinen Feind groß­mütiges Vergessen und Verzeihen bchre, wie dein Èngd es dich lehren wird, wenn du zu ihm deine Zuflucht Dimmst. Wie teickt würde die FeiNtdeslieb^ wenn

lieber an der Seite feines Feindes dessen lichten Engel f sähe, der mit erhobenen Händen steht: Friede, Friede!

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Den heiligen Schutzengeln ist der Monat September geweiht. Gott mache uns hellsichtig, daß wir die himmlische Geistrrwelle erblicken, die mit uns durch dieses Leben zieht.

Du. mein Schutzgeist, Gottes Engel, Weiche, weiche nicht von mir. Führe mich durchs Tal der Mängel Bis hinauf, hinauf zu Dir!

Die Andacht zu Maria, ein wichtiger Erzielsungsmittel.

Vor dir, Gottesmutter, Kme'n wir am Altar, Deinem Sohn zu bringen Unsre Kinder dar;

Schau', aus deinem Händen

Nimmt er gern sie an, Nichts der heben Mutter

Er verweigern kann.

So sollen die Eltern beten, wenn sie vor dem Multergottesaltar oder dem Bilde der schmerzhaften Blutter an so manchem Gnadenorte knien» um den Legen Gottes auf ihre Kinder herabzuflehen. Denn eines der mächtigsten Hilfsmittel in oec Erziehung ist die Andacht zu Maria.

Bei ungeratenen Kindern, die man bisweilen selbst in den frömmsten Familien aninfft, wo die Mutter und der Vater mit ängstlicher Sorgfalt die Kinder in der Furcht des Herrn erzogen haben, dür­fen die Ellern dieses unverschuldete Ungeraten ein nicht als Strafe, sondern als Prüfung an selten, und deshalb sollen sie voll Verirauen und mit Geduld und Beharrlichkeit um die Gnade der Bekehrung bet Maria, der Zuflucht der Sünder, bitten.

Hat aber die Mutter oder der Vater durch Leicht­sinn in der Erziehung, durch Mangel an Aufsicht und Wachsamkeit wenigstens leilweiie zum M ßralen der Kinder beigetraaen, dann mögen sie Buße tun und wieder das Versäumnis nachholen. Unter Tränen tollen diese Eltern zur schmerzhasicn Mutier Gottes flehen, sie möge doch durch ihre mächtige Für- bitte bei dem guten Hirten, ihrem göttlichen ^ohne buten, daß er den verirrten Sohn, die verirrte Tochter wieder zurückführe auf den Pfad der Tugend.

Mit Recht weist deshalb der HI. Äipgomns alle Mütter, die ein verführtes Kind auf Abwegen sehen, zur lieben Gotiesmiitter hin, weil nach seiner An­sicht Maria desha b den bittern Schmerz erleben mußte, ihren göttlichen Sohn, dec sich schuldlos von ihr entfernte, drei Tage suchen zu müssen, um durch das Verdienst jenes Schmerzes allen Müttern

ihre schuldhaft verirrten Kinder finden und retten zu helfen.

Bo anders sollen die Eltern ihren Kindern qroße Liebe und Verehrung zur Mutter Gottes emflößeu. Lehret sie das nützliche Gebet, um die Tugend der Reinheit zu erhalten und zu behnbren: „O, meine Gebieterin, o meine Mutter!" und Maria öfters im Tage grüßen mit dem „Begrüßet seist ou Königin", besonders aber Maria anzurufen in Versuchung und Befahlen mit einem kräftigen „Gedenke, o süße Jungfrau" oder „Unter deinen Schutz und Schirm". Ermuniert euere Kinder, dem Marienverein beizu« treten, in meinem sich die besten ihrer Ehnder wie eine Litienschar um ihren Thron scharen, die schönen Maricnseste auszuzeichnen durch den Empfang der hl. Sakramente und die Samstage durch Heine Ab« tötungen und Almosen zu Ehren ihrer himmlischen Rutter, dann wendet ihr, liebe Eltern, einigermaßen die Mahnung befolgen, welche Maria der hl. Bri« gitta gab: „Sorge dafür, daß deine Kinder auch meine Kinder find!"

Das Menschengewächs,

oder wie der Mensch sich und andere erziehen soll.

Von Alban S l ol z.

(Kalender für Zeit und Ewigkeit.) September. 50. bis 60. Jahr. Die Nacht wird länget und kühler.

Schau einmal um dich und besieh die betagten Leute in eurem Ort; da wirst du allerlei Sorten finden. Ein Teil von ihnen die sind geworden wie alte Katzen; sie bekommen steises Gebein, lassen die Haare und werden langweilig; dafür tonnen sie freilich nichts, aber sie haben auch alte Kayenieelen, io voll Gefräßigkeit und Eigensinn und Bösartig­keit und scheelen Blick, und sie murren gleich, wenn man nur ein Wort sagt, und murren, wenn man aut kein Wort sagt, uns mähen aleTaze ein un­zufriedenes Gesicht und ist ihaen nichts recht. Dis ist ein häßliches Volk, diese alten Kceaiu^en, häz« lieb am Leib und noch häßlicher an dec Seele. — Aber es gibt auch die und da einen Greis oder eine alte Frau: wenn man mit denen einmal reoet, da wird es einem ganz woh', wie wenn man alten tiwn Wern aetrunteu hätte, und man möfpe alle Tage um sie sein, als wie wenn man in sie ver« l ejt wäre. Und sie kommen einem gar nicht mehr verwelkt und riinzlicht var, wie andere alle Leute, andern man hat sein Wohlgefallen selbst an ihrem Angesicht. Denn hat ihr Mund auch keine Zäine mehr, so ist er doch gar anmutig durch die frommen, freundlichen Reden, welche daraus fließen; und wenn auch die Waugeu eingefallen sind, so haben sie desto ubönere Augen dafür bekommen; denn aus ihren Augen leu htet Liebe, Demut, San,tmut unC Gottseligkeit, und es ist die es Leuchleu so sanft und io lieblich, wie das stille Leuchte« von einem Paar Jolanniswürmleiu in einer Sommernaht. Und dabei sind sie gevuldig, uns lagen sich obn« Klagen to vieles gefallen und g den so gern anderen nach, und begehren nicht viel und machen sich nrchtè aus der eigenen Person, und sind nur befummet, sie möchten anderen zur Last fallen, und beten gar viel für andere, und tun gern, was man sie heißt, und find immer heiter, io daß man meinen sollte, in ihrem alten Leib wohn: die Seele eines lieben, engilsrommen Kindes. Das sind von _den Lernen, sie wieder jung geworden sind an der Seele.

Du wirst selber merken, daß eine solche Iugendl liebfeit gar ein kostbares Ding i|t, denn er tlich li sas ein fröhliches Alter, und die Menschen tm Haus und in der Nachbarschaft haben einen gern, uns wünschen einem den Tod nicht. Zweitens gib! es keine a teil Leute im Hnnmel, und es kommen auch in Zukunft keine hinein. Denn der H'.mme st nur für Kinder zugerichtet; der Herr lagt ja „Lasset die K i nd e r zu m ir ko m inen, denn ihrer ist das Himmelreich." Darum tzilfl keir geistlich Maltet, wenn man doch gern in das OlM tnelreich möchte, als man muß eben w eder werdet ivie ein Kind. Da nun das Alter anfangt, ü mußt du also dein Augenmerk darauf richien, daß w e dein Leib alle Iagre älter wird, deine «eel alle Jchre wieder jünier und kindlicher werde Tenn, wie ge,agt, eine alte, rostige Seele kann mm im Himmel nicht brauchen, es tät den anderen bi Fi ende verderben und den Appetit.

Wie stellt man aber das an, daß man die Seel wieder zart und weiß und 'üß zurlchte», damit si angenehm werde und ein Wohlgeruch vor Gort un den Menschen? Wir wollen jeden.