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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels

Wochenkalender.

tag, 4. Sept. 16. nach Pfingsten. Rosalia, Jgfr. tag, 5. Sept. Laurentius, Justinianus, Bek. sta,, 6. Sept. Vom Tage (MagnuS, Bek.). woch, 7. ü ept. Vom Tage (Regina, I fr.). lerstag, 8. Sept. Mariä Geburt. (Adrian, M.). ag, 9. Sept. Gorgonius, M.

stag, 10. Sept. Nikolaus von Tolentino, Bek.

echzzetznler Sonntag nach Pfingsten.

(Evangel. Luk. 14, 1 12.)

$n jener Zeit, als Jesus in das Haus eines sten von den Pharisäern am Sabbathe ging, um u speisen, beobachteten sie ihn genau. Und siehe, oasser,üchtiger Mensch war vor ihm. Und Jesus a das Wort, und sprach zu den Gesetz gelehrten Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbathe zu n? Sie aber schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte, und ließ ihn gehen. Und ec redete sie an, und h zu ihnen: Wer von euch, dessen Esel oder Ochse ne Grube gefallen, wurde ihn nicht so ileich heraus, n am Tage es Sabbaths? Und sie konnten »hm us nicht antworten. Ec sagte aber zu den Geladenen Gleichnis, als er bemerkte, wie sie sich die ersten e anSwähiten, und sprach zu ihnen: Wenn du zu n Gastmahle geladen wirst, so setze dich nicht auf ersten Platz, damit, wenn etwa ein Vornehmerer du von ihm geladen wäre, derjenige, welcher dich ihn geladen hat, nicht komme, und zu dir sage: ie diesem Platz! und du alsdann mit Schande tian sitzen müssest. Sondern, wenn du geladen bist, !h' hin, und setze dich auf den letzten Platz, damit, i der, welcher dich geladen hat, kommt, er zu dir he: Freund, rücke todter hinaus! Dann wirst du haben vor denen, die mit zu Tische sitzen. Denn Zeder, der sich selbst erhöhet, wird erniedriget, und fich selbst erniedriget, wird erhöhet werden.

-s^- )n der Vergeshöhle. -^2.

wer Strahlen seiner Güte läßt der Heiland im heutigen Evangelium leuchten aus der Sonne seines Her­zens: Den Wassersüchtigen heilt er und den Demütigen eihebt er. Schon im alten Bund bricht sich öfter

£ Strahl der göttlichen Güte durch die Wolken Strenge und Gerechtigkeit. Gerade diese tröst- Seite seines Wesens Hal der Herr dem Propheten s zu e,kennen gegeben in der Höhle auf dem |C Horev. tachdem Elias in der Kraft jener wunderbaren cung auf dem Berge Horeb ongekommen war, sich in eine Höhle zurück. Da erging an ihn

A Herrn und sprach: Elias, was machst ler? Mit einem Anllua von Bitterkeit antwor­

tete der Prophet:Geeifert habe ich für den Herrn, den Gott der Heerscharen, weil sie seinen Bund ver­lassen haben, die Kinder Israels; deine Altäre haben sie umgestürzt, deine Propheten mit dem S hiveri getötet, und ich allein bin übrig geblieben und mi> «rächtet man nach dem L ben". Um aber seinen Diener von einem gewissen verderblichen Uebereifer zu Hecken, iprach er weiter zu ihm: »Tritt aus der Höhle und stelle dich auf den Berg vor den Herrn". Und Elias tat so und trat aus der Höhle, um in belüget Ehrfurcht die Offenbarung Gottes zu schauen. Und zuerst erbrauste ein mächtiger, gewaltiger Sturm, Der die Berge um stürzte und die Felsen ipallele doch in dem Sturm war der Herr nicht. Und nach Dem Sturm kam ein Erdbeben doch in dem Erd­beben war der Herr nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer doch m dem Feuer war der Herr nicht. Und nach dem Feuer kam ein sanfter Lust- hauch und in dem sanften Lufthauch war der Herr. Als Eckas feine Gegenwart wahrnahm, be- deckte er sein Gesicht mit dem Mantel. Zum zwei­ten Mal sprach die Stimme des Herrn zu »hm: «Elias, was machst du hier?"Geeifert habe ich für den Herrn, den Gott der Heerscharen, well sie seinen Dienst verlassen haben, die Kinder Israels; Deine Altäre haben sie umgeslürzt, deine Propheten mit dem Schwert ge.ötet, und ich allein bin übrig geblieben, nnb mit trach et man nach dem Leben". Goit aber sprach zu ihm:Ich habe mir in Israel 7030 Männer übrig gelassen, die ihre Kniee nicht beugen vor Baal und seine Hand nicht küssen".

Hier hast du eine Offenbarung der göttlichen Milde und Barmherzigkeit in Bild und Wort. Zu erst im Bilde: unter welchem Zeichen würdigte sich der Herr zu erscheinen? Nicht im Sturmgebraus, nicht im Erdbeben, nicht in Feuersglut, nicht in schrecklichen Naturereignissen, sondern in einem sanften Lusthauch", der angenehm die Wangen itreichelt, der mit lieblichem Kosen die Sinne um­schmeichelt. Ist das nicht ein treffendes Bild der göttlichen Güte und Schonung?

Auch die Worte, mit denen er Elias getröstet, atmen Langmut und Geduld. Sei getrost, will er iaien, uns verzage nicht: denn keineswegs haben sich alle dein Götzendienst verschrieben, keines vegs bist du der einzige wahre Goltesdrener. Nein, sieben Tausend Männer habe ich mir übrig gelassen, die oviel E itschlossenheit, so viel Todesverachtung be­sitzen, daß sie ihre Kniee nicht beugen vor Baal und sich nicht herbeckassen, dein Götzenbild die Hand zu küssen. Um dieser Auslese willen bin ich bereit, au h Die Götzendlener zu schonen, wenn sie sich bekehren und Buße tun. Sollten sie aber meine Langmut verschmähen, dann habe ich Ruten geung, sie zu züchtigen.

Nicht wahr, das ist eine interessante Lehrstunde in der Bergeshöhle auf Horeb? Ist das nicht ein üerzerauickender Unterricht über das Walten und^

den Vorzug der göttlichen Nachsicht und Geduld? Wohl flammte im Herzen d.s Elias ein Riescneifer für Gott. Der hl. Chry ostomus ist der Ansicht, es hätte Elias in seinem Sturm und Feuerelfer noch die ganze Erde entvölkert und darum habe Gott ihn wunderbar, weggenommen. Jedenfalls bat es den Anschein, als hätte das Auge der göttlichen Voll­kommenheit in der Eiferflamme des Eckas den Rauch einer gewissen Eig-nliebe und Selbstsucht erblickt, und daher die Belehrung.

Ja, mein Christ, der Geist Gottes und zumal des Heilandes ist bet Geist unbegrenzter Geduld und unbegreiflicher Nachsicht. Sein sanftes, stilles W rlten, eine mütterliche S honung und M-lde kündet der Prophet zum voraus mit den schönen Worten:Er wird nicht streiten und nicht schelten und niemand wird seine Stimme auf den Gassen vernehmen; das geknickte Rohr wird er nicht brechen und den glim­menden Docht nicht auslöschen". Als einst die Stadl Samaria dem Heiland die Aufnahme verweigerte, riefen die Söhne des Zibedäns voller Entrüstung: Willst du, so werden wir Feuer herabrufen, sie zu zerstören". Indes der Heiland gab ihnen einen Ver­weis mit den Worten:Ihr wißt nicht, was für ein Geist aus euch iprichl". (8c. 9,55)

Diese Barmherzigkeit Gottes sollst du dir zu Nutzen machen. Ich behaupt, schreibt der hl. Kirchenlehrer Bernhard, daß viele sich bekehren wür­den, wenn sie sich Gott nicht als grausam und hart« herzig vorstellen würden, während er in Wirklichkeit die Güte und Barmherzigkeit selber ist. Seine Apostel und ihre Nachfolger, die Priester, hat der Heiland zu Trägern und Spendern seiner Barm­herzigkeit gemacht. Hast du also eine kleine oder iroße Sünde getan, so bereue sie in tiefer Be- ichärnung und bekenne sie mit ebensoviel Offenheit als Vertrauen. Dreses schreibe ich so rufe ich dir mit Sanft Johannes zu damit ihr nicht sündiget; wenn wir aber gesündigt haben, so dürfen wir nicht verzagen, denn ioir haben einen Fürspecher beim Vater, Jesum Christum, den Gerechten.

Diese Barmherzigkeit Gottes sollst du aber auch nachahmen: sei gut, sei nachsichtig, sei verträglich gegen die andere Ehehälfte, gegen Die Kinder, gegen Die Dienstboten, gegen die Angestellten, gegen die Mubürger, gegen die Nachbarn, gegen die Schwachen und Sünder. Wenn die Barmherzigkeit, wenn die Narhsiht mit den Brüdern eine Sünde wäre, sagt so schön der hl. Bernhard, ich glaube, ich könnie nicht umhin, sie zu begehen. Bei solcher liebevoller Behandlung bemer Mumenschen wirst du selber den größten Vorteil haben und manchen für deine Ansicht gewinnen. Denn so sagt dec hl. Franz v. Sales, mit einem Tropfen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem ganzen Faß voll Essig.

Der Burgpfarrer.