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Der ZentrnmsübgeordneLe Vurlage, sgerichtsrÄ in Leipzig, ist 67 Jahre alt in Berlin eben. Nach Hitze und Trimborn, dem 1. Bor­den der Fraktion, nun auch Burlage, dessen SteL- -ter. Der Tod hält grausige Ernte unter den ndm Männern der ZMtrumspartei. Ein Mann großem Wissen, von starker politischer Begabung anerkannten parlamentarischen Fähigkeiten ist in age dahingegangen. Burlage war Oldenburger und âe auch schon dem alten Reichstag an. In der Na- iversammümg hat er sich besonders um das Zu- ekommm der Reichsverfassung große Verdunste rben. Er gehörte mit zu den arbeitsfrsudigsten Niedern des Parlaments. Für die Reichstags - an des Zentrums bedeutet sein Tod ganz beson- deshalb einen ungeheuer schweren Verlust, weil »er der kenntnis» und erfahrungsreichsten Juristen Hauses war. Als Sprecher ^r Fraktion ist er erholt bei wichtigen Anlässen hervorgetret-en. Bur- war ein Mann von großer Herzensgute, die ihm manche Gegensätze zu überbrücken, manche Schwie- iten zu überunnibett. Die Teilrwhme an seinem Varteten Hinsâ)riden ist deshalb wie bei Trim- s und Hitzes Tod allgemein auch bei den anderen trauen, wie es Lautlich in den anerkennenden rufen 3um Ausdruck koimnt, die ihm von allen eien ohne Ausnahme gewidmet wurden.

Die harte Wirklichkeit

Zielen noch immer wie ein wirrer Tramm Sie iten jeden Morgen beim Erwachen sich ihn von Stirne wischen. Zu urrgeheuerlich ist das Gr­en, zu tief der Stmz Deutschlands. Ein Teil Bevölkerung muß es sich jeden Tag erst imnrer er sagen lassen, daß wir den Krieg verloren n. Dieses Nichtbsgreifenkönnen des heute Unab- rlichen m ganzen politischen Schichten ist die Haupt- ierigkeit für die Regierung. Demgegenüber war an Anfang an das Bemühen des Reichskanzlers h, d'« D'mge so zu weisen, wie sie eben sind, lagt sich, daß es keinen Zweck hat, den Gegner, nun einmal die Macht hat, auch noch zu reizen, em, daß es viel klüger ist, ihm eine loyale Be- nlligkeit innerhalb vernünftiger Grenzen zu zeigm ihm durch friedliche Verhandlungen womöglich s von dem abzugewinnen, was er im Ernstfalle Gewalt sich zu erzwingen vermag. Diese Me- r hat uns doch schon manchen kleinen Erfolg ge­ht, sie wird auch in Zukunft allein uns wenn , wie es in der Natur der Sache liegt lang­weiter vorwärts bringen. Es wäre deshalb u. E.

zu beklagen, wenn das Ministerium Wirth es treten müßte; es würde dann keine Regierung ib die eine ordnungsmäßige Entwicklung möglich it Ein Kabinett der Rechten? Das würde in rr Zeit beseitigt sein. Ein Kabinett der Linken? würbe dasselbe Schicksal haben. Die Auslösung Reichstags? Sie würde eine Erstarkung der ts- und Linksparteien uni) eine Zerreibung der e bringen. Wir hätten Las Chaos. Es wäre ! Mehrheit da, die eine ruhige Entwicklung und 1 friedlichen wirtschaftlichen Aufbau gewährleistete, im hängt von dem Schicksal des Kabinetts ch das Schicksal Deutschlands ab, nicht um der mer willen, sondern um der Art der ZusanNnen- ag willen. Wer ruhig und leidenschaftslos, ohne rmgcnommenheit und Schwärmerei die Dinge be« ifet wie sie sind, der wird dem beistimmen. Des- mutz mich ein gangbarer Weg gefunden wer- wenn jetzt Dr. Wirth über den Erzbergerschen

Sfeuerbau

ein weiteres Stockwerk neuer Steuern auitür» will, um so die » für die fürchterlich^Wie- rtmachung von drei Milliarden Goldmark im * auszubringen. Das wird chne Opfer auf Älen m, links und rechts, nicht möglich sein. Darin sich aber die wahre nationale (Gesinnung, daß das Wort nicht nur im Munde führt, sichern man die Opfer Stingl, die das Vaterland ver- . Das sollten sich vor allem die Deulschnalio- i sagen, dann würden diese Leute ehemals die iervÄive" Partei und damals die staatserhaltenèe - der kgl. preußischen Politik sich nicht jetzt gariz verantwortungslosen Demagogie hingeben unter der Führung des Dr. Helffer-ich eine wüste

Agitation gegen neue Steuern entfalten, obwohl doch gerade Helfferich als ehemaliger Finanzminifter des Deutschen Reiches ganz genau wissen müßte, daß die neuen Steuern einfach unerläßlich sind.

Unbestimmt

ist es, rvann die Entscheidung Wer das Schicksal Ober- schiesiens fallen wird. Es heißt zwar, daß der Völ- kerbunösrat baldigst noch im August zusam­mentreten werde, aber kein Mensch glaubt, daß er alsbald die Streitfrage lösen wird. Die Beratungen und Besprechungen darüber können sich noch Wochen lang hinziehen. Man weiß auch noch gar nicht, welches Verhandln ngsoer fahren der Rat ein schlagen wi rd, kurz, man wird sich mit Geduld wappnen müssen. Von diesen Erwägungen arkSHohend, haben die polni­schen und deutschen Gewerkschaften und Parteien eine Art von Burgfrieden geschlossen und Ausrufe an die Bevölkerung Oberschlesiens erlassen, die die Notwen­digkeit einer Ueberbrückung der nationalen Gegensätze betonen, sich gegen jebe gewaltsame Lösimg bet ober- schlesischen Frage sowie gegen jede Gewalttätigkeit und Bedrohung Andersdenkender erklären und die Bildung paritätischer, aus Vertretern beider Natiolwsi- töten zusammengesetzter Ausschüsse ankündigen, die da- für sorgen sollen, daß in friedlicher Zusammenarbeit Sicherheit und Ordnung wiederhergestellt werden. Es wäre dringend zu wünschen, wenn in dem hartgeprüf­ten Lande endlich einmal die so notwendige Ruhe und Ordnung eintrete. Unter den ewigen Unruhen muß natürlich auch der ordnungsliebende polnische Bevol- kernngsteil leiden. Das übrige mögen wohl die Pa­riser Verhandlungen zu dieser auch für die polnischen Oberschlesier begimrenden Emüchterung beigetragen haben. Freilich nach den Erfahrungen, dis man seither mit den Polen gemacht hat, ist es fraglich, ob der an« gestrebte Burgfriede nicht ein Trick ist, der die Dustschen tauschen und in Sicherheit einlullen soll, daenit die Polen um so ungestörter einen neuen AüfstmÄ vorbe­reiten können, um sich mit Gewalt in den Besitz Ober- schlesiens zu setzen.

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Mit akerlei WeNsn

beschäftign sich jetzt die Zeitungen. Nachdem die Hitze­welle glücklich verschwunden ist, machen die Streif« und Teuerungswellen uns wieder Sorgen. Die Streif« wellen treten vorläufig noch vereinzelt hier und da auf aber von der Teuerungswelle bleibt Niemand verschont. Zwar ist der Preis für Auslairdslebens- mittel, Reis, Kakao und Getreide, das wir einführen müßen, eigentlich auf dem Weltmarkt nicht gestiegen, aber die Kaufkraft des deutschen Geldes, Valuta ge­nannt, ist ganz bedeutend gesunken und zwar nicht nur deshalb, weil unsere Goldvorräte durch Druck neuer Noten immer mehr verdünnt und verwässert werden, sondern am meisten, weil wir bis 31. August das Londoner Ultimatum erfüllen und 1 Milliarde Goldmark an die Entente gezahlt (jaben müssen. Zu diesem Zwecke hat das Reich nicht nur alles Gold, dessen es habhaft werden konnte, aufgefauft hat 340 Ji für ein 20 Markstück gezahlt! sondern auch deutsche Geldforderungen im Auslande, sog. Devisen erworben und damit den Wert des Dollars selbst in die Höhe getrieben. Schuld daran trägt nicht die Reichs­regierung, saubern dis Entente, die solche unerhörte Friedensbedingungen uns auferlegt bat und uns durch die drehende Pistole des französischen Gerichtsvoll- ziehsrs zwingt, das Aeußerste zu leisten, wenn wir wenigstens das Lcbrn retten und die Besetzung des Ruhrgebietes verhindern wollen. Der hauptsächlichste Grund für die Tercermrgswell- ist die am 15. August emgetreten« Brotpreiserhöhung um 40 Prozent. Zwar betrat sie für eine fünfköpfige Familie, die sich mit der bisherigen, auf Marken bezogenen Menge begnügen könnte, für das ganze Jcchrnur" 500 JI; aber da der höhere Brotpreis auch wieder verteuernd auf die übrigen Bedürfnisse wirkt, und jede Zwischenhand etwas m-chr daraufschlägt, als die Brotpreiserhöhung rechtfertigen würde, wird die ganze LebenshÄtung da­von beeinflußt. Aber selbst um diesen erhöhten Preis das ganze Jahr hindurch zu erhalten und nicht weiter treiben zu lassen, muß das Reich zur Beschaffung des fehlenden Auslandsgetreit^es 4 Milliarden zu schießen und müssen die Sauern ungefähr 1 Drittel ihrer Ernte zu dem vom Mrtschaftsausschrcß unb dem ReiLstaa

genehmigten Höchstpreis abgeben. Dieser ist aber von der Kommission gegenüber dem Vorjahre bebauten# erhöht worden und zwar auf Grimd der Gestchungs- kosten zur jetzigen Zeit. Man begründet dies damit, daß die Bauern dadurch angeregt werden, den etwas vernachlchsiglen Gelreidebau mehr zu pflegen und uns so unabhängiger vom Ausland zu machen. Denn eigent­lich oertentert uns das Auslandsgetreide, das wir um jeden Preis trotz der niedrigsten Valuta kaufen müs­sen, wenn wir nicht verhungern wollen, am meisten das Brot. Jede Teuerungswelle hat natürlich auch eine Streikwelle im Gefolge, wenn nicht durch recht­zeitige Erhöhung der Arbeitslöhne imb Gehälter der Streif verhütet wird. So wird auch das Reich ganz erkleckliche MiDarden für seine große Bearntenschar mehr aufwenben müssen. Leider sind nicht alle Leute in der Lage, den höheren Brotpreisen entsprechend ihre Einkünfte zu erhöhen. Dazu gehören vor allem die Wohltätigkoitsanstalten, Säninare, Konvikte (deren Unterftü^mg deshalb ein besonders verdienstliches Werk ist) uni) der kleinen Rentner, welche zu Friedens­zeiten mit den Erträgnissen des mühsam erarbeiteten und karg ersparten Vermögens leben konnten und tum durch die Geldentwertung um die ganze Fmcht ihres Schweißes gesammelt sirS. Um fo mchr ist das Ge- bcchren derjenigen zu verurteilen, die die Not des Nach- sten mißbrauchen und für die unentbehrlichsten Lebens­mittel greife verlangen, die weit über die Gestehungs­kosten hinausgeherc. Ob die Getreidepolitik der Re­gierung Lie zur Zeit bestmögliche war, oder ob nach den Rezepten solcher, die unbeeinflußt von Detail- kenrrtnisfen alles besser wissen, auf anderem Wege ein« glücklichere Lösung durchführbar gewesen wäre, müssen wir einem späteren Urteil überlassen. Aus jeden Fall )ütte die Reichsregierung die beste Absicht, bei den sich so scharf befämpfe«ben GegerHätzen und den sich so schroff gegenüberstehenden Jnteresien einen gerech­ten, mittleren Ausweg zu finden.

Die Uttparteiiichkett des ReichsZenchtes bei den ^isgsbeschuldigten-Prozessen hat der englisch« Generaistaatsanwalt Mr Enrst Pollock im englischen Parlament anerkannt. Die Llufrichtigkeit des Reichs­gerichts,-so erklärt« er, erscheine über jeden Zweifel erhaben. Die Art und Weise, wie der Präsident des Reichsgerichts die Prozesse geführt habe, zeige den aufrichtigen Wunsch, der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Das ist eine in politischer Hinsicht sehr wichLge Feststellung. Die Regierungen Frankreichs und Belgiens sind mit den Urteilen des Leipziger Ge­richts in den Fällen, die von diesen beiden Ländern vorgebracht worden sind, nicht zufrieden, und die fran­zösische Politik zeigt das Bestreben, aus der Ange- legenheit eine Berechtigung für die Verlängerung der militärischen Sanktionen, d. h. der Besetzung von Düs­seldorf, Duisburg und Ruhrort zu zielten. Eine für den Zweck besonders eingesetzte Kommission von Sach­verständigen wird dem Obersten Rat bei Gelegenheit seiner nächsten Sitzung ein Gutachten in der Frage abgeben. Da ist es wichtig, daß der hohe Jrrstizbeamte, der als Vertreter Englands bei den Leipziger Pro­zessen zugegen war, schon jetzt amtlich und vor aller Oeffentlichkeit dem Reichsgericht das Zeugnis der Auf­richtigkeit erteilt. Es gehörte immerhin schon ein ge­wisser Mut dazu, das zu tun, denn auch in weiten und mächtigen Kreisen Englands hat man scharfe Un« zusrisdenhoit mit den Leipziger Urteilen bekundet. Und es geschah ivohl, um dem Geschmack dieser Leiste mehr M entsprechen, wenn Sir ©niest Pollock an sein« Feststellung Wort« knüpfte, die an die alte Haß­propaganda erinnern, Worte, die wir ihm zurückgeben müssen. Er sagte nämlich:So (nach der Verurtei- hing durch die eigenen Gerichte) wird es den Derst- schon niemals möglich sein, zu sagen, daß sie nicht bar­barische Grausamkeiten und (Greueltaten an Kriegs­gefangenen begangen hätten." Derartige Dinge sind in allen Lagern vorgekommen. Unsere ehemaligen Feinde wissen das sehr genau imb sie trifft der grö­ßere. Makel, wenn sie mcht auch ihre Kriegsverbrechen vor ihre Gerichte bringen. Deutsche Ankläger und Zeugen gibt es in genügender Menge.

Es muß immer noch besser werden nstt der Parität, d. h. mit der Gleichberechtigung der Kâolikelt in Preußen, besonders im Osten, Dir