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Wochenkalender.

Sonntag, 21. August. 14. nach Pfingsten. Johanna Franziska v. Chantal, Witwe.

Montag, 22. August. Oktav v. Himmelfahrt. Timotheus,

Hippolytus u. Symphorianus, M.

Dienstag, 23. August. Philipp BenitiuS, Bek.

Mittwoch, 24. August. Bartholomäus, Ap.

Donnerstag, 25. August. Ludwig, König.

Freitag, 26. August. Zephyrinus, P. u. M.

Samstag, 27. August. Joseph v. Calasanza, Bek.

Vierzehnter Sonntag nach Pfingsten.

(Eoangel. Matth. 6, 24-33.)

In jener Zeit sprach JesuS zu seinen Jüngern: Niemand kann zweien Herren dienen; denn entweder wird er den Einen hassen und den Andern lieben; oder er Jnirb sich dem Einen unterwerfen und d.n Andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht ängstlich für euer Leben, waS ihr essen werdet, noch für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr alS die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung? Betrachter die Vögel des Himmels; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen: und euer himmlischer Vater ernähret sie. Seid ihr nicht viel mehr als sie? Wer unter euch kann mit seinen Sorgen seiner Leibelänge eine Elle zusetzen? Und warum sorget ihr ängstlich für die Kleidung? Betrachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht und spinnen nicht: und doch ich sage euch, daß selbst Salomon in all' seiner Herrlichkeit Nicht bekleidet gewesen ist, wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde, welches heute steht, und morgen in den Ofen geworfen wird, also kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen! Sorget also nicht ängstlich, und saget nicht: Was werden wir essen, was werden wir trinken, oder womit werden wir uns bekleiden? Denn nach allem diesem trachten die Heiden. Denn euer Baier weiß, daß ihr alles dessen bedürfet. Suchet also zuerst das Reich Gottes und seine Gcrechtig- e,t: so wird euch dieses alles zugegeben werden.

Der Herr der wetierr»

ur einem Herrn kannst du tienen, unb nicht zweien, unu anser eine ist der allmächtige, allgntige Gott, der über den Sternen thront, und dieser eine ist der He>r über Engel ___und Menschen, Herr über Geld und Gut, Herr über Blitz und Donner, Herr über Tag und Nacht, Herr über Zeit und Ewigkeit, Herr auch über das Wetter.

Siehe, in Berlin sitzen eine Menge von Herren und Minister: ein Minister des Acnßern und des Innern, ein Minister des Kulms und Unterrichts,! ein Minister der Eisenbahnen und Finanzen aber einen Minister des Welters haben wir nicht und!

wir wissen warum. Wohl kann man beim Mini­sterium Steuern diktieren und Züge einlegen oder streichen; aber Regen verordnen, Sonnentage einlegen oder abschaffen, davon lassen sie wohlweislich die Finger. Und Wetterpropheten bat man auch mehr als genug und es gibt Leute in Stadt und Land, die glauben ihnen mehr als dem Evangelium und lesen ihre Prophezeihungen mit größerem Interesse als die Prophezeihungen des Heilandes vom Gericht und vom Ende der Welt. Wohl können sie das Wetter prophezeien aber auch da hauen sie oft daneben und täten gescheiter daran, wenn sie sich davon ließen und das Papier und die Druckerschwärze sparten--aber, wenn sie es auch sicher prophezeien können, machen können sie es nicht. Auch haben unsere Gelehrten und Techniker den Barometer, den Ther» mometer, den Hygrometer und viele andere sinnreiche Instrumente erdacht und verfertigt, um den Druck und die Wärme und die Feuchtigkeit der Luft auf das Genaueste bis zum Millimeter zu messen. Und manche Wetterstation wird vom Staat unterhalten und bezahlt und man setzt diese Wetteraufzeichnungen in die Zeitungen und hängt sie an die Plakatsäulen unserer Städte und es lesen sie Groß und Klein und man hat Interesse dafür. Drüben in Amerika sind einige kluge Köpfe sogar auf den Gedanken ge­kommen, einen künstlichen Regen herbeizuführen: über das Resultat haben aber die Zeitungen noch kein Wörilein geschrieben und es wird noch manches Schiff über den Ozean fahren, bis der ,künstliche Regen" auf Amerikas Befehl niedergeht. Nein, ge­stehen wir frei und frank, daß kein Minister und kein Regent und kein Kaiser und kein Bischof und kein Papst auch nur einen Tropfen Regen spenden oder einen einzigen Sonnenstrahl scheinen lassen oder sonst einen Einfluß auf das Weiler üben kann.

Nur einer ist Herr und Gebieter über das Wetter: und dos ist Gott, der Allmächtige. Denkst du an Elias und die Wettergeschichte, die sich an seinen Namen knüpft? Gott wollte einmal den Beweis liefern, daß er allein Herr über das Wetter ist. Da­mals herrschte über Israel der gottlose König Achab an der Seite seines bösen Geistes, der Frau Jezabel. Auf Anstiflen dieser Furie und unter Zustimmung Achabs wurden die Propheten und Priester des wahren Gottes hingerichtet, seine Altäre umgestürzt. Aus den Höhen aber wurden dem Baal, diesem heid­nischen Götzen Altäre gebaut und Opfer dargebracht. Um nun dem Baal den Meister zu zeigen und seine Verehrer von ihrem Götzenwahn zu kurieren, schickte Gott den Propheten Elias zum König und ließ ihm sagen:

Es sollen in diesen Tagen weder Tau und Regen fallen, bis ich es sage". Darüber waren 3 Jahre und 6 'Monate vergangen und es hatte nicht einen Tropfen geregnet: der Erdboden bekam Risse, Bäche und Flüsse vertrockneten, Bäume und Gras ver­dorrten, Menschen und Tiere litten Durst und Hunger. Achabs Herr aber blieb verstockt. Nach Umlauf dieser

Zeit trat der Prophet in Gottes Auftrag abermals vor den König und sprach:Versammle ganz Israel und die Baalspriester auf dem Berge Karmel". Dort sprach er zum Volke: man gebe den Baals« Priestern einen Stier, den sie opfern sollen, aber kein Feuer sollen sie dazu tun; darauf will ich einen Stier opfern, ebenfalls ohne Feuer: der Gott nun, der Feuer auf das Opfer sendet, um es zu verzehren, der soll der wahre Gott fein.^Ausgezeichneter Vorschlag", rief das Volk aus einem Munde. Zuerst opferten die I Baalspriester ihren Stier. Dann riefen sie zu Baal um Feuer und sprangen und tanzten nnd rasten wie Verrückte um den Altar aber kein Funke kam vom Himmel. Jetzt kam Elias an die Reihe. Nicht nur tat er kein Feuer an den Stier, sondern er ließ auch noch eine Menge Wasser daraus gießen, um dem Feuer den Zutritt zu wehren. Dann betete Euas nnd siehe. Plötzlich schoß eine Flamme vom Himmel und verzehrte das Fleisch des Stieres und das.Holz und die Steine des Altares und leiste sogar noch das Wasser auf bis zum letzten Stopfen. Von Ehrfurcht überwältigt fiel das Volk auf das Angesicht und alle riefen mit lauter Stimme:Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott". Elias aber, von Feuereifer entbrannt, ließ die Baalspriester ergreifen und diese Volksverderber töten. Dann stieg er auf den Gipfel des Karmel, nahm das Haupt zwischen die Knie und betete um Regen. Siebenmal hielt er inne im Gebet und sandte seinen Diener, um nach dem Wetter zu flauen. Sechsmal kam er mit der traurigen Kunde:Herr, es ist nichts zu sehen". Das siebente Mal aber kam er freudig gesprungen und sprach:Herr, es ist ein Wölkchen zu sehen so klein wie eines Mannes Hand". Und das Wölkchen breitete sich aus und bebedte den Himmel, und es brauste der Sturm und rollte der Donner und ein gewaltiger Regen rauschte hernieder.

Siehst du, wer der Herr des Wetters ist? Goti allein und diejenigen, die Macht über ihn haben durch das Gebet. Denn das Gebet wurde in des Elias Hand zum Sch üssel, mit dem er die Schleußen des Himmels schloß und öffnete. Ausdrücklich be* (tätigt diese Wahrheit der hl. Apostel Jakobus mit folgenden Wurten:Elias war ein Mann, sterblich und leidensfähig wie wir, und er betete, daß es nicht regne, und es regnete nicht 3 Jahre und 6 Monate; und er betete aber mal, daß es regnete und es regnete." Sage also, ist das Gebet nm günstige Witterung unvernünftig oder nutzlos Nur in den Augen von Menschen, die keinen Glauben haben; wer aber glaubt an einen Herrco t der Herr ist über die Natur und ihre Gesetze, bei dem ist das Gebet um günstiges Wetter selbstverständlich. Schäme dich also nicht, den Biltandachten und Prozessionen um günstige Witterung beizuwohnen. Geselle a'.er zum Vertrauen anch die Ergebung und mit bem rammen Heli sprich: Es ist der Herr, er mag tun, vas gut scheint in seinen Augen".

Der