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I Ausgabe B.
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag u. kostet Viertels ährt. Ausg. A X— Mk., B2.50 Mk. Redaktionsschluß Montag. Anzeigen die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg. Sei Wiederholung entsprechender Rabatt. Für Offert- und Auskunft-Anzeige» 30 Pfg. extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actieadruckeret in Fulda sein. Größere Anzeigen erbitten wir uns entsprechend früher.
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wschenkalender.
„tag, 81. Juli. 11. N. Pfingsten. Ignatius, Ordstift. ntag, 1. August. Petri Kettenfeier.
nstag, 2. August. AlfonS v. Ligouri, Bisch, u. Kchl., tephanus, P. u. M.
twoch, 3. August. Auffindung deS hl Erzmarthrers -tephanuS.
rnerstag, 4. August. Dominikus, OrdsnSstifter.
ilag, 5. August. Herz-Jesu-Freitag. Gedächtnis der Leihe der Kirche Maria Schnee.
nstag, 6. August. Verklärung Christi.
Elster Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Mark. 7, 81 - 37.)
In jener Zeit ging Jesus weg von den Grenzen i Tyrus, und kam durch Sidon an das galiläische er, mitten in's Gebiet der zehn Städte. Da brachten einen Taubstummen zu ihm, und baten ihn, daß er l die Hand auflegen möchte. Und er nahm ihn von it Volke abseits, legte seine Finger in seine Ohren, a berührte seine Zunge mit Speichel, sah gegen nmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephphetha, das ; Tu dich auf! Und sogleich öffneten sich seine Ohren d das Band seiner Zunge ward gelöset, und er ete recht. Da gebot er ihnen, sie sollten es niemand cn. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr itetcn sie es auS: und desto mehr verwunderten sie , und sprachen: Er macht alles wohl! die Tauben icht er hörend und die Stummen redend.
Eine Prieftergalerie.
er Menschheit größter und edelster Wohltäter, wer anders ist es als der göttliche Heiland, der ewige Hohepriester, dein heute die Scharen das Zeugnis geben: ^Er machtalles gut", dessen Lebensinhalt der hl.
etrus gezeichnet hat mit den Worten: Er wandelte lrck die Welt und spendete Wohltaten".
Wen hat der Heiland auserwählt, sein Amt fort- setzen und der gequälten Menschheit Wohltaten zu weisen? Die Apostel und ihre Nachfolger, die Bi- löse und Priester. Ich will dich heute in eine alerie von Priestern führen, die sich als Wohltäter r leidenden Menschheit einen unsterblichen Namen macht haben, deren Lob man singen wird, so lange e Sonne sich spiegelt in den Tränen der Adams- tder. Der Monat Juli, der nun zu Ende geht, llt in diese Galerie gleich zwei hochberühmte länner.
In Italien hat Kamillus sich um die Kranken rdwnt gemacht. Er gründete einen Orden von rankenpflegern, die unter einem Gelübde sich ver- lichten mußten, auch ine Pestkranken zu bedienen, ie Priester, die in den Orden traten, erblickten re schönste Aufgabe daris den Sterbenden in ihrer
letzten Not beizustehen, ihnen die hl. Sakramente zu wenden, sie im entscheidenden Kampfe mit Mut und Gottvertrauen auszurüsten, ihre Seele hinüberzugeleiten in die Ewigkeit. Kamillus selbst, obwohl von fünf Krankheiten heimgesucht, die er „fünf Barmherzigkeiten Gottes" nannte, ließ es sich nicht nehmen, die Kranken persönlich und oft knieend zu bedienen und sich mit seinem offenen Bein von einem Bett zum andern zu schleppen.
Alle aber überstrahlt St. Bincenz von Paul, der nur dazu geboren schien, das Joch der leidenden Menschheit zu erleichtern. Die meiste Zeit seines Lebens b> achte er in Paris zu, wo er für die Bedürfnisse der Großstadt ein offenes Auge hatte. Ihn dauerten besonders die armen Waisenkinder und Findlinge, die ost von Rabenmüttern auf die Straße gesetzt wurden, um sie los zu werden. Viele aus ihnen hatten keine Taufe erhalten nnd wären somit für immer von der Anschauung Gottes ausgeschlossen gewesen. Mit einer Laterne ging der edle Priester Vincenz bei der Nacht durch die verrufensten Viertel und hat die armen Würmer aufgelesen und auf eigenen Armen gleich einer Mutter nach Hause getragen, ihnen Aufnahme gewährt in einer Anstalt, sie zu guten Christen und tüchtigen Menschen herangebildet. Und wer weiß nicht, daß Vincenz der Gründer der weiblichen Krankenorden ist? In jeder Krankenschwester haben wir ein Andenken an den edlen Priester Sankt Vincenz. WaS für ein großes Hebel eine Krankheit ist, das wissen am besten diejenigen, die es am eigenen Leibe erfahren haben. Selbst dann, wenn dem Kranken die beste Aufwartung zuteil wird, wenn man ihn schier auf den Händen trägt, wenn man ihm den leisesten Wunsch befriedigt, auch dann noch empfindet sie jedermann als eine große Last. Würdest du nicht tausendmal lieber die beichwerlichfte und schmutzigste Arbeit verrichten, als das Krankenlager hüten, unausstehliche Schmerzen leiden und unter dem Messer des Ope- ratörs deinem Schicksal entgegensehen? Fehlt es aber noch an der nöligen Pflege, haben die Angehörigen nicht das nölige'Verständnis dafür oder ist ihnen der Kranke zur Last, dann ist er der unglücklichste Mensch von derWelt. Das hat St. Vincenz gewußt und darum die Engel der Barmherzigkeit, die Krankenschwestern auf den Plan gerufen, ohne die wir uns eine geordnete Krankenpflege gar nicht mehr denken können.
Habt ihr gehört von Sebastian Kneipp? Unstreitig ist er einer der größten Wohltäter der Menschen, ein Mann von Gold, ein Priester nach dem Herzen Gottes. Dankbar erinnern sich noch viele dieses edlen Menschenfreundes, der erst vor 20 Jah- ren sein rastloses Wirken mit der Ruhe des Himmels vertauschte. Durch feine Wasserkuren und durch die Förderung einer einfachen, naturgemäßen Lebens- weise hat'er Unzähligen das Leben verlängert, ihre Leiden ihnen ausgetrieben, mit Gesundheit, Frohsinn und Schaffenskraft sie beglückt.
Eiye gefährdete Menschenklaffe, doppelt gefährdet in unsern Tazen, in unserer Zeit der Ungebundenheit und Zügellosigkeit, ist die Heranwachsende Jugend, besonders in den Großstädten, wo viele gleich herrenlosen Hunden sich herumtreiben und an Leib und Seele zugrundegehen. Wer hat sich dieser armen Menschen angenommen, die so schwer zu behandeln, so schwer zu gewinnen sind? Wieder sind es vor allem die Priester gewesen, die Priester der kaih. Kirche, ein Gelellenvater Kolpinz in Deutschland, ein Philipp Neri in Nom, ein Don Bosko in Turin und in ganz Europa. Zehntausende von Jünglingen hat dieser Seraph aus der Schlechtigkiit herausge- zogen, sie zu brauchbaren Mitgliedern der Gefell- idjaft gemacht, ja sogar uns ihnen eine große Schar von Missionären und Priestern der Kirche geschenkt. Boskos Geist und Bockos Arbeit wird von seinen Schülern, den sogenannten Salesianern, weiterge- fühn, die seit kurzem auch in Deutschland festen Fuß gefaßt haben.
Und dann die Kriegsgefangenen! Frage die Männer, welche in unsern Tagen in Kriegsgefangen- ichast geschmachtet haben, welche Unsumme von körperlicher und seelischer Qual sie einschließt. Wer hat sich dieser armen Tröpfe angenommen? Wieder an erster Stelle die kath. Priester, èin Felix v. Vatois, ein Johannes v. Matha mit ihren Gefährten, die zur Zeit der Tür- kenkriege Hunderttausende von Kriegsgefangenen von oen Türken losgekauft haben. Doch wozu auf Jahrhunderte zurückgreifen, da wir in unserer Zeit und in unserer Mitte einen edlen Priester haben, der vielleicht Millionen Kriegsgefangener befreit oder wenigstens ihr Schicksal erleichtert Hai? Es ist der hl. Vater Benedikt XV., zu dessen Füßen wir einen Kranz der Ehrfurcht uno Dankbarkeit niederlegen wollen. — So erfüllt sich an den Priestern der kath. Kirche immer wieder das Wort, das^ der Heiland zu den Aposteln sprach: ihr seid das Salz der Erde, die Stadt aus dem Berge, das Licht auf dem Leuchter.
Der Burgpjarrer.
Zum Jubiläum des III. Grdens.
Eine gewaltige Iubiläumsprozession wallt in diesem Jahre durch den Gottesgarten der heiligen K> hv, St. Fraffziszi Namen und St. Franziszi Bild gtaw zen strahlend hell von ihren Fahnen. Franziskusk, n> der sind es all, die jubelnd diesen Fahnen folgen, Ter. Haren St. Franziszi. Sie stehen still und sammel? sich am Meilenstein der Zeit, auf dem in goldene«? Ziffern die Zahi 7U0 glänzt, umrahmt von den Jahres, baten 1221—1921. Wo kommt ihr her? Wer Hak euch gesammelt und geführt? Was hat das Schlaf« euch bereitet auf der Straße, die ihr durch Jahrhuw derb; gewandelt?
In längst vergangene Zeiten müssen wir unser, Geist zurückführen; zurück in jene Tage, da der arme Bruder Franz seine Schritte aus Assisis Mauern lenkte