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Der hl. Klier

yat für lungenkranke Rutsche Sludnüen 200 000 Lire runij U Million Mark) gespendet; es soll eine Hell- tati. bei Brixen in Südtirol errichtet werden. Natur- ich kann der hl. Vater die großen Summen, die er Ehrlich verschenkt, nicht aus eigenem Vermögen ge- »en. Er erhält das Geld aus den Sammlungen der idulholiken der ganzen Welt.

Der ReichZauschNtz der Sentrumspar^i war in dcr vergangenen Woche in Berlin versammelt. Er sprach sich scharf gezen die Fortdauer der Sank­tionen und mit allem Nachdruck für das Verbleiben eines ungeteilten Ob-rschiesiens beim Reiche aus und befaßte sich dann mit der politischen Lage. Reichskanz­ler Wirth gab dazu einen Ueber bl ick über die bekannten innen- und außenpolitischem Vorgänge der letzten Zeit mit der an dem neuen Kanzler besonders wohltuend hervor tretenden Klarheit urÄ Frische. Zugleich lieieurh- lete er in großen Züg-n und Umrißen seine Pläne für die Zukunft. Gerade diese Informationen haben sich in unserer Zentrumspolitik besonders bewahrt, sichern sie doch ein einheitliches Vorgehen und Handeln 5er gesamten Partei bis in die äußersten Winkel des Reiches. Besorrders bei uns, die wir uns aus allen möglichen Interessengruppen und Ständen zusammen­setzen, sind derartige klärende Besprechungen unbedingt erforderlich. Mit Genugtuung nahm der Reichsaus- schuh von der Rechtfertigrurg Erzbergers durch die Ein- siellung der Untersuchung wegen Verletzung der Eides- »flicht Kenntnis, wobei besonders hervorgehobsn wurde, ) die Urteilsbegründung durch den Staatsanwalt in Vvstntlichen Punkten des Helfferich-Prozesses eine neue Situation für Erzberger schaffe. f)crr Erzberger wußte seinerseits der schwierigen Lage, in welche die Gesamt- partsi durch die widerwärtigen gegnerischen Kampfes- nethodcn der letzten Wock-en geraten war, Rechnung tu tragen. Er entschloß sich, einstweilen dem politischen Leben noch fernzudleiben, bis vielleicht durch irgend­welche besonderen politischen Konstellationen eine neue Lage geschaffen sei.

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Gegen die§anktionek" der Entente

u deutsch gegen die Vergrwaltigungemaßnahnrrn oder Zwangsmaßregeln, die bekanntlich in dcr D setzung der ^heinhäfen, Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort und ier Errichtung einer eigenen Zollgrenze gegen das Rheinland bestehen, hat sich

der Rsrchslag

inmütig nach einer Rede des neuen Außenministers )r. Rosen ausgesprochen. Bcranlaßt war diese Kund­gebung durch eine diesbezügliche Interpellation (21 n« rage) der deutschen Volkspartei. Dir Regierung hat war aus sich selbst schon wielKrh-olt diest Zwangsmaßnahmen als mrrorrinbar mit den Bestim- mnoen des Friedensvertrssses erklärt und schärfsten Protest dagegen erhoben. Durch diese Interpellation alte sie Gelegenheit, das aufs neue zu bekunden und u erklären, daß fis alles tuen werde, um das Land nd ^besonders die 7 Millionen deutscher Landsleuie m Rhein, die am härtesten davon betroffen werden, von âkstr Landplage zu befreien, die man wirklich als nfe moderne Folter bezeichnen kann. In früheren selten mußten Daumenschrauben und andere Folter- verbeuge herhalten, heute macht man eshumaner" n t einem raffinierttn System unerträglicher wirt- chastllcher Quälereien mrd Bedrückungen, unter denen »ir schließlich zusamnrelibrechen müssen. Etwas merk- )urdig war es, daß gerade die Deutsche Volkspartei te Sache vorbrach!- ist es doch gerade diese Partei ewesen, unter deren Einfluß die Londoner Verhand- mgen seinerzeit gescheitert sind, wodurch wir uns diese Sanktionen auf den Hat, geladen haben. Und wenn er Redner der Deutschen Volkspartei vonhocherho- enem Kopf und festen Rückgrat" sprach, das man von en deutschen Staatsmännern verlangt, so ist das eine höns Psrase, mit der man gegen Uebermacht und Ge- «It gar nichts bezweckt. Deshalb hat der Reichstag 1 seiner Mehrheit auch das Ultimatum angenommen, mn auch ein noch so hoch erhobener Kopf und ein »ch so festes Rückgrat würde die Bataillone Fochs anen Augenblick zurückMallen haben, in das Ruhr- ivrrr elnzumarschienn. Auch gegen die Fortk^uer

der Sanktionen kann man mit Gewalt nichts machen, wir können nur hoffen, daß das Recht doch schließlich sich durchsetzt und mit Recht und DiliigLit ist die Fort- dauer der Sanktionen, wiè ter Minister sagt«, Nicht zu vereinbaren. Mit Annahme des Ultimatums halten j® ohne weiteres von selbst aushören müssen, wenig, stens aber hätte deroberste Rot" sobald als möglich das Aufhören verfügen müssen. England und Italien stehen auch auf diesem Standpunkt, daß die Aufrechter­haltung der Zwangsmaßnahmen nicht zu rechtfertigen ist. wie die Minister Curzon und Sforza ausdrücklich erklärt Habn, besonders nachdem Deutschland alles ge­tan hat, um die durch das Ultimatum übernommenen V rpflichtungrn wirklich auch zu erfüllen, Frankreich allein ist das Hindernis, es hat bisher eine Sitzung tes Obersten Rates, die sich mit dieser Sache zu befassen hatte, zu veociiÄn gewußt. Es sucht Zeit zu ymmmen, um erst die oberschlesische Frage nach seinem Willen zu lösen unb auch dann wird es sich weigern, die Sank­tionen aufzuheben. Man müsse, so heißt es in der tonangebenden Pariser Presst, unbedingt ein Druck­mittel in der Hand behalten, um Deutschland in jedem Augenblick zur Erfüllung seiner Verpflichtungen aus dem Ultimatum zu veranlassen. Dahinter verbirgt sich natürlich nur das Streben, bei der allernächste Ge- legercheit über den Industriebezirk an der Ruhr lierzu­fallen, der ständig das Ziel ter Sehnsucht der Fran­zosen bildet.

Ihnen würd» es gar nichts »»erschlagen, wenn Deutschland seinen Verpsiichtlmgen nicht nachlM-e, da­mit ter Einfall in das Ruhrrevier ffatlfmten könnte. Dagegen können wir uns nur durch gewissenhafte Er- siilluirg ter UlHmatumsforterimgxm schützen dann muß es für die anderen Ententestaaten und besorÄers auch für England, eine Ehrerifachè fein, wenn sie nicht den traurigen Ruhm hoben wollen, als dis Vasallen Frankreichs zu figurinren, den Widerstand Briands zu überwinds? »md warm sie ihren Standpunkt nur mit etwas mehr Energie vertreten wollten, würden sie das auch bald erreichen, wenn auch Frankreich tatsächlich jetzt cis die stärkste Militärmacht in Europa in der Entente die erste Rotte spielt. Auf einen Bruch mit Eng'Md wird es Frankreich säum ankommsn lastm.

Der MedeRszusLand mit Amerika

ist durch Ilnkerzeichmnrg der vom Parlament ange­nommenen Friedensrefolution durch den Präsidenten Harding nunmehr auch formell hergestellt worden. Die nächste Folge wird die Wiederherstellung ter diploma­tischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sein, ein amerikanischer Botschafter wird nach Berlin und ein deutscher »mch Washington gehen. Zum Abschluß gebracht wird freilich bas Fciènswerk dadurch iMh lange nicht sein. Der Erklärung des Friedenszustan­des muß vielmehr der eigentliche vertragsmäßige Frie­densschluß erst noch folgen. Dabei fommt vor allem bk Regelung der völkerrechtlichen und prwa.recht- lichen Beziehungen in Betracht, bei denen es sich um un­geheure Werte handelt, es sei nur erinnert cm die Verhandlungen über die Freigabe des beschlagnahmten Eigentums im Wert« von mehreren Milliarden Gold- marf und ter Rückgabe der noch festgehaltenen deut­schen Schiffe. Wie sich die Dinge im einzelnen weiter» entwickln werden, ist bei ter Unberechenbarkeit bet amerikanischcn Politik gar nickst zu sagen. Nur das eine ist unbedingt und immer sicher, daß ausschlichlich biß ureigensten aMerikanischen Interessen in allem den Ausschlag geben werten. In wirtschaftlicher Bezie­hung dürfte schon ter Unterschied des Kursstandes zwi­schen Mark und Dollar ter weit größer wie ter jeder enteren Währung ist, einer stärkeren Fühlbarwachung ter Wiederaufnahme der wirtschaft!. Beziichungen im Wegs stehen, wenn auch die amerikanische Handelswelt es in erster Linie war, die die Beendigung des Kriegs­zustandes mit Deutschland herbeisehnte.

Auch in politisch« Hinsicht dürfen wir uns nicht allzuviel von der VeencstMNg des Kriegsztrsiandes mit Amerika versprechen. Herr Harding hütet sich pein- lichst, sich aüzustarß t» europäische Angelegenheiten ver­wickeln zu lassen. Sei;^ seitherige Amtstätigkeit hat das zur Genüge geneigt, insbefoittere seine schroffe Mehnung des ihm f. Zt. von Dr. Simons angebo- tereen SchiedsricksteranNes. Die Republikmwr hüben sich ängstlich, die Fchker des Demokraten Wilson zu begehen. Ob wir bei bett bevorstehenden Entscheidun­gen des Obersten Rates, besoirders in ter oberschlesi- schen Frogs von Amerika etwas erwarten dürfsn, ist

mindestens fthr zweifelhaft. Also kein Optimismus, dann werten wir welügsttzus Ur Enttäuschung^ be­wahrt bleiben. __________

Erzherßer

war bekanntlich in ein Strafoerfahrrn wegen Mein­eids verwickelt worden, den er gelegentlich seiner Ver­nehmung im Helffrrich-Prozeß geleistet haben sollte. Auf Antrag des Generalstaatsanwalts ist das Straf- vc»fahren jetzt mangels Beweises eingestellt worden. 3n tem Am rag- des Generalftaatsanwalts und der Verteidiger ist bargielegt, daß die Urteilsstststellung im Hetssirich-Prozeß, soweit sie Erzberger absichtliche Ver­letzung [einst Eidrspflickst in diesem Prozeß vorwirst, keine Stütze gefunden habe, teilweise sogar widerlegt worden ist. Auch die seitens Los SLacissekrelärs a. D. Hslfserich gelegentlich seiner Vernehmung als Zeugen angeführten Punkte; in denen Helfferich eine Verletzung ter Eidsspflicht durch Erzberger finden zu können glaubte, sind seitens der Staatsanwalt­schaft und des Gerichts geprüft und für unbe- gründet erklärt warten. Diese Feststellungen sind unter Mitwirkung derselben Staatsanwalts von Clausewitz erfolgt, der f. Zt. aus d m Nebenkläger Erzberger einen Angrklagteii Erzberger zu machen suchte. Damit ist der niedcrirächtigen Verleumdung des ehemaligen Reichs- finanzmimsters endlich ein Ende gemacht. Sehr tref­fend schreibt zr» der MitÄllung von der Einstellung des Meineidsversührens derBad. Deobachiicr":Damit, daß mm der Meineidsschwindel sein Schicksül erreicht hat, ist die Sache in ein anderes Stadium getreten. Wir fragen, ob die, welche durch Mvnalo auf der Ehre des Herrn Erzberger hemmgetrampelt sind, nun so Did G:wissen ausbringen, diesem Mißhandelten Ab­bitte zu leisten? (Der frommeRerchsboLe" hat sogar ^.'fälschte Briese mrösfenUicht, um Erzberger herunter- zus tzen.) Es wird kaum zu errcarten fein, daß diese Gewiffenspslicht erfüllt wird. Wir haben uns von 21n» fang an auf die Seite des unschuldig Verfolgten' ge­st M. Gerechtigkeit unb PflichLbewußLfein haben uns diesen SLarrdpunkt angewiesen. Unsere Parteifreunds in Stakst unb Land worden jetzt erfentten, daß man sehr vorsichtig fein muß mit dem Fallenlassen, wenn Feinde einen Mann mit Schmutz bewerfen. Daß bk juristischen Instanzen so lange brauchten, bis sie das nun vorliegende Resultat bekamst zu geben in der Lage waren, zeigt uns die Gründlichkeit, mit ter offenbar geprüft worden ist. Wir fragen nun aber, wie steht es mit ter Steuersache? Wie lange will hier noch geprüft werden? Es ist ein zum Himmel stinkender Skandal, daß diese Sache so lange bin gezogen werden kann. Die Zentrumsfraktion wird hoffenentlich jctzt ein« mal ein ernstes Wort reden und mit der Faust auf den Tisch schlagen, daß die Tintenfässer langen. Wir Zen- trumsleute haben es satt, diesen Skandal gemeiner Ver- folgungsstuht noch weiter hinzunehmen. Auch Erz­berger hat Anspruch auf Recht und Gerechtigkeit." Wir unterschreiben das Wort für Wort. Die ganze Hetze gegen Erzberger geht einmal gegen den einflußreichen Katholiken und dann gegen den Mann, der den Mut hatte, als Finanzminister gewissen Kreisen kräftig ins Portemonnaie zu greifen.

Zu GdsrWeskn

ist es durch das energische (Eingreifen der Engländer endlich gelungen, wenigstens e'migermaßei» Ruhe und Drbitung wieder herzustellen und das Land von den polnischen Insurgenten zu räumen. Auch die deutsche Selbstschutzorgcmisatiün unter dem General Höfer hat durch ihr Ei'.tgegenkommen zu einer Verständigung beigetrapßn. Zug um Zug gehn» bfe polnischen Ban­den unter Korsanty und die Seibstschutztruppen zurück, mit je einem Zwischentag zur Kontrolle, ob sie ihre Aufgabe auch genau erfüllt haben. Am 6. Juli sollte Ob-crjchlesien mietet vollständig in den Händen ter Interalliierten Kommission fein. Dies teilt sie in ei­nem Ausruf an die Becoohner mit und richtet an sie sogleich die Aufforderung, in vollem Vertrauen auf die Gerechtigheit und Unparteilich seit ter alliierten Mächte die Entscheidung abzuwarten, die gemäß dem Frie- ten^certrage von Versailles getroffen werden soll Hoffentlich erfolgt sie reckst bald. An der oberschlesi- schen Wuâ trankt nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa. So tauge sie nicht heilt, kommt unser Volk nicht aus den Sorgen und Aufregungen heraus, aber euch die Entmte selbst nicht tum Frieden. Denn^