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arisches Reich.
Wer ist naLknal?
National ist dcr, der unserem Zerrissenen Volk wieder zur inneren Einheit verhilft. National ist jeder, der dir furchtbaren Gegensätze ausgleichen hilft, die die Stände unseres Volkes trennen. National ist der, der dazu beiträgt, daß unser Volk als geschlossenes Ccurzes dem Ausland wieder gegenübersteh!. National ist der, der kraftvoll mitwirkt, daß wir die vom Feind auserlesen Lasten erfüllen, alle Fristen einhalten und so schnell wir möglich den Druck der Br- fotzung von unseren rhein- und saarländischen Lands» Leuten abwälzen.
Ein Feind des D^erleudss ist jeder, der im Volk die Saat der Zwietracht säet, die Stände gegen einander hetzt, den ehrlich für das Volk arbeitenden Geg- (Ki als tmlmationcl verschreit, die Regierung in der rücksichtslos sten Weise beschimpft und bekämpft, die Autorität der Verfassung untergräbt, die Sleuerg-csetze sabotiert, gegen alle Steuern schimpft und bei jedem Gesetze nur an sich und seinen G ldbrrckcl, nicht aber an das große Gcwzc, an Volk und Vaterland denkt.
Drr schlimmsten Reichsfeindr finö die, die den fom scsstouellen Haß predigen, jeden Katholiken als Römling, die katholische Kirche als „Schwarze Jnternatio» aale" verschreien und als national nur gelten lassen wollen, was chauvinistisch, natioMlistisch und ultra- pLoikal ist.
Frist eülgehatterr!
Nicht nur bas feindliche Auelârck, sondern auch die Neutralen sind der Ansicht, daß Deutschland in der Lage ist, die aiiferkgten Lasten des Pariser Ulti- siciums zu erfüllen. Sie alle find überzeugt, daß früher in Deutschland jeire Kräfte ausschlaggebend waren, die versuchten, dir versprochenen Leistungen möglichst hilicruLzuschieden und vielleicht ganz unter den Tisch testen zu lassen. Im Gegensatz zur seitlMrigert Methode, nach der alles auf die lange Bank geschoben wurde, alles dilatorisch behandelt wurde, bis bk Feind wieder mit Sanktionen drohte, will das Ministerium Wirth loyal und ehrlich und so früh wir nur möglich die Verpflichtungen erfüllen und j&k Frist einhalten.
Zweirnat hat es sein Ziel erreicht, die erste Rate Ler Zahlungen in Goldmark ist zur festgesetzten Zeit prompt abgeliefert und ohrre Anstand vom Feind akzeptiert worden. Eine zweite Frist betraf die Entwaffnung der Selbstschutz-Organisationen. Bis zum 11. Juni ist pflichtgemäß diese Entwaffnung indrzug auf Geschütze und schwere MaschinengM-ehre voll- stärrdig inbezug aus leichtere Waffen in dem geforderten Umfange durchgesührt worden.
Wird so von der Regierung und allen in Betracht toni menden Stellen weilersearbeiiet, dann wird nicht mir endlich einmal eine Zeit ruhiger außen- unb imren- politischer Entwicklung erreicht, sondern alln-ähUch auch fern Atmosphäre des Vertrauens geschaffen, in der allein es unseren Diplornaten gelingen kann, gegenüber Neutralen und Feinden wieder Ansehen imb Erfolge zu gewinnen.
Rathenau und Lorrcheur, die Wi^eraufbauminister D«nschlands und Frank- relck^, sdld in Wiesbaden in direkte DerhaMngen eingetreien. Das bedeutet einen wesentlichen Fortschritt. Beide haben ferner beschlossen, ihre Vertreter zu beauftragen, die Derhandlurrgen fortzrrführen. Rathemm will eine Zusammenarbeit nicht nur für den Wiederaufbau, sondern auf politisiern und wirtschaftlichem Gebiet überhaupt.
Die Urteile über die deutschen Äriegsbeschuldizlen.
Die Gerichtsverhandlungen vor dem Reichsgericht in Leipzig nehmen einen langsamen Fortgang. Die deuische und die feindliche Oessentlichkeit verfolgen aufmerksam die Prozesse. Zwei Verurteilungen und zwei Freisprüche sind bereits erfolgt. Es scheint, daß das Ausland im wesentlichen iUrerzeugt ist von der Objektivität und Gerechtigkeit her deutschen Richt-r, wenn auch manche Stimmen mit den Resultat - -k^t ein- Mr standen sind.__________
In Oberschiesien
schein! allmählich doch eine Benrhigung i.^^, •■ . >.;,. Das größte Hindernis für die Herstellu g rechtlicher und geordireter Zlrstände ist bk Antvesenheit der Franzosen, die noch immer den polnischen Insurgenten die Stange halten. Aber es sind anscheinend noch weitere englische und italienische Truppen unterwegs nach Oberschlesien. Die verbündeten Sachverständigen «erklären, daß binnen 10 lagen das Irchustriegebiet tfepios gesäubert sein wrbs.
Die Lteurrbeiaskung in Deulsch'ond.
Lloyd George hat behauptet, daß die steuerliche Belastung in Deutschland noch lange nicht so hoch wäre wie in den Ententeländrrn. Das entspricht durchaus nicht den Tatsachen. Im Jahre 1920 betrug die steuerliche Belastung in Frankreich auf den Kopf der Bevölkerung 407,2 Franks, in England 440,5 Schilling und in Deutschland 653 Mark. Das sind in Deutschland nur die Lasten für das Reich. Dazu kommen noch die Steuern der Länder und G«neinden, sodaß in Deutschland im Rechnungsjahre 1920 sich eine Steuerbelastung von 753 Mark auf den Kopf der Bevölkerung ergibt. Laiutafragen können bei einem solchen „Innengeschäft" natürlich nicht in Rechnung gestellt werden.
En politischer Nord in München
Der Unabhängige Gareis, Abgeordmier des bayerisch ! Landtages, ist einem Attentat zum Opfer gefallen. Er ist nicht etwa nur ein Opfer der radikalen Hetze, durch dir von Seiten der äußersten Linken d:c Reaktion herausgefordert wird, diestr Mord ist vielleicht ebensosehr der Hetze rechtsradikaler Blätter und reaktionärer Stimmungsmacher zur Last zu kgen. Diese unverschämte hercmLfordkrnds Hetze, wie wir sie cm Norden in den Spalten vieler deutschnaüoikaler Blätter slndrn, ist in Bayern selbst in Blättern, die sich nicht zur deutschnationalen „Mittelpartei" bekennen, weit verbreitet. 3n dieser Siedehetze der aufgeregten politischen Stimmung kommt es dann zu den unglücklichen Mordtaten, die nicht etwa den Radikalismus der Linken schwächen, sondern erst recht zu den gefähr- liebsten Szenen treiben. So hatte seinerzeit die Ermordung Eisners >bie furcht Karsts ^riod-r bolschewistischer Schreckensherrschaft für Münck^en-Bayern zur Folge. — Amh diesmal suchte die gesamte rote Linke (Mehrheitesoztalisten, Unabhängige, Kommunisten, Freie Gewerkschaften) durch einen Generalstreik, der zu den verhängnisvollsten Wirkungen führen konnte, sich zu rächen. Durch das kluge und doch kraftvolle Eingreifen der bayerischen Regierung und die Vorsichts- maßregrln des Bürgertums wurde allerdings den; Schlimmsten, einem neuen Linksputsch, vorgedeugt. Der erklärte „Generalstreik" war fd^on dadurch ungefährlich, daß ihm nur in sehr beschränktem Umfange Folge geleistet wurde. Abcr unter der Oberfläche glimmt der Docht. Solche verruchten Mordtaten liefern den Kommunisten für ihre geheime Putfchagitaüon nur erwünschten Stoss.
âusland.
In Elsaß-Lothringen
setzt die französische Regierung ihre kulLurkämpfe- rische Sckmlpolirrk fort. Die Katholiken wehren sich mit Kräften gegen sie. So hat kürzlich in Kolmar eme große Beriammlung mit über 3000 Baiern und Müttern staltge'unden, die gegen die Einichmuggelung uugceigneter Lehrkräf-e in die SLu- len in Kolmar Einiprache erhob. Nach dem „Eitässe; Krrrier" wurde in der BersammInng, der auch Bischof Ruch von Straßburg berwohnte, feftgeiieüt, daß Frankreich nach Tifaß-Lorhringen Lehrer und S'hrerrnnen geschickt habe, die wegen ihres Unglaubens und wegen anderer Ungeergnetbeit in bre elsaß-lothringischen Schulen nicht hinkinpassen. S-adr- Pfarrer Dattenberger verlangte in der ^rfammlMna, aaß diese Lehrpersonen bortbin gingen, wo sie Herge- kommen wären (dröhnender Beifall). Der Abgeort'Mklr Brogty kennzeichnete die Lage der Schulgrietzgebung in Eliatz-Lothringkn und oie Eniwicklung während der deutschen Zeit. Der deutsche Bezirkspräsident Timms habe in Kolmar die SimultaMchuten ent» siechend den Wünschen der Bevölkerung in konfessionelle Schulen umgewandelt. Die französischen Lehrpec onen hätten nun Kolmar als den Or; ausgesucht, wo sie ihr Schulideal zuerst zu Mimms, litten gedächten. Dann fuhr er fort: w^ur bieie iranzöüiche Schule bedanken wir uns. . . . Wenn ein im Elsaß angestellter innerfranzösischer Schnl- direktor sagt, er wolle seine Kinder Ueber ertrinken sehen, als sie taufen lassen, ’o mutzen wir sagen, daß wir solche Leute bei uns nicht gebrauchen können. Dann beipradj Brogly den „Schlettstadter Skandal, wo eine Gottesleugnerin das katholische Lehrerinnen- seminar leitet". Seine Ausführungen wurden fortgesetzt von allen Seiten durch Zurufe unterbrochen: „Hinaus mit diesen Leuten aus Eisaß-Lothringen." Zum Schluß sagte der Abgeordnete: „Wrr schreien, bis wir Genugiuttng erhalten. Wir werden nicht ruhen und nicht rasten, bis an den Sthrerfeminarien
^Ordnung geschaffen ist, bis wir eine Sckmlbc^srdi haben, welche uns eine Garantie bunet für dir Erhaltung unseres kviisessionellen Schut yftems. Wii werden nicht ruhen und nicht rasten, bis bu religiviisfokn und religionsfelndlichen Lehrer entferru sind" Nach den verichiedenen Rednern ergriff au cs Bischof Ruch das Wort und pro:e itrte dagegen saß Frankreich die Ve> sprechnngen, die es Et atz riokh'ingen nach dem Waffsnfl llstan c gegeben hob? tote einen Fetzen Papier begandie. Frankreich müssl Rücksichi nehmen auf die Meinung der Kolboltke: des Auslandes, namenllich auch auf Die Kaiholike- leutiAIanb«, nicht zuletzi aus die Safcoiifen bet Caa-gibieles, dw nach einigen Janen uver ihre nationale Zugrhörigknt obstrmmen tollen. Sie werden vor der Avstrrnmung auf oaS Schicksal der Katholiken Elta^-Lo hrurgeus schauen. Der Biscbo ichtotz seine Rede mit beu Worum: „Wir schwören baß wir untere Schulen ve.leidigen werden, wenn es sein mug, bis aufs Blut".
Oesterreich
nwcht wieder eine schrrvre Krisis durch, unb dies« Krisis berührt besonders die stärkste Partei, die Christ lichsozialen. Aus letzteren ruht die ganze Last bei Verantwortung, obwohl sie nicht bk Majorität haben sondern inrrrer aus die liberalen „Großdemschen" an gewiesen find. Den oeranltuortlidten Leitern ist ec nicht gelungen, die von bei Entente verbotenen Volks abstimmungen zu verhindern und so droht jetzt in überaus geschickt geleitete Kr^ditaklion im ScniK zi verlausen. Bundeskanzler Mayr hat so aus inner palitiscl-em Gebiet Mißrrsolge zu verzeichnen, die fein gläiyend geführte Außenpolitik nun im letzten Augen blick zunichte zu machen drohen.
Die Krisis innerhalb der Christlichsozialsn ist nun mehr durch den oußerordentliä-en Parceitag behobt Die Gegensätze haben sich ausgeglichen. Der seither 's Parteiführer Kunschar hat selbst als feinen Nachsatz'. Professor Seipel vorgeschlagen, die beste und stör ist Kraft her Partei, und dieser wurde auch dnftimim zum partdobmann gewählt.
Die Beschlüsse des Parteitages verpslichten bre Oe gane der Laiâsorganisalionen, die Stellungnahme z den Fragen der äusseren Politik sowie zu jenen Fragc der innerer. Polilik, die über den Bereich eines Bun deslandes hinausgrhrn, der Gesmurparteileitung fü die ganze Republik Oesterreich zu überlassen. Na. b?m so die Krisis in der Partei überwunden ist, n die wichtigst' Voraussetzung für bk Lösung Ler Ri gierurcgskrisis gerieben.
Italien unb der Dskiksn.
Seitdem nach dem Vorgang der anderen Staate auch Frankreich eine diplomatische Vertretung beir Apostolischen Stuhle wieder eingerichtet hat, fürcht« Italien ins Hintertreffen zu geraten und streckt dürr allerlei Pressenotizen die Fühler aus, um zu sondiere r ob die Zeü gefönt men sei, daß auch Italien bei de Kurie einen Gesagten erholte. Der „Osservatore gab eine ablehnende Antwort, die offenbar aus ber Vatikan stammt. Aber der „Mejsoqero" als Sprech organ der Regierung dankt dem offiziösen Organ de Kurie, daß es ihm Gelegenheit gegeben habe, fein Gedanken über das schwerwiegende Problem oollstän big auszudrücken und konstatiert, heute sei für Jialiei jene Periode der Umbildung, in der der alte Anti klerikalirmus herrschte, glücklich überstanden, und de Heilige Stuhl, wenn er auch seine Einsprüche gelten mache und seinen Vorbehalt gegen eine Lage, die da Gegenteil „der wahren und sichtbaren Unabhängigkeit des Kirchenobechauptes sei, aufrecht holt«, hege boi keine territorialen Ansprüche mehr, die der Einhe Italiens Schaden brächten. Die Frage fei also üb« ben toten Punkt hinübergekommen. Und mun gil sich der Messaggero zu sollendem bemerkenswert« Bekenntnis hin:
„Wenn Italien mm nach einem halben Jahrhunde infolge feines letzten Freiheitskampfes endlich den Rar einer Großmacht erzielte, so ist anderseits das Papsttum durch den Weltkonflikt, diesen größten Zerstörer ur Umbildner ^vie die Geschichte keinen .zweiten auswet nicht etwa zugrunde gegangen, es hat im Gegend ganz besonders seinen moralischen Einfluß unb sei! geistliche Autorität erhöht und gekräftigt."
„Die Beziehungen zwischen Italien und dem Pap1 tum — so heißt es zum Schlüsse — stützen sich auf b Gesetz vorn 13. Mai 1871, auf das Fundamewalges des italienischen Staates, das aber vom Dankan l anerkannt, geschweige denn angenommen worden 1 Es ist also klar, daß, will man ein stalienisch-vatil nisches EüwerständmÄ erzielen, man sich zunächst d einer Revision des Gesetzes über die päpstliche Ar