uns schon sehr schlecht an, wenn wir trotzig v^'lanM, daß Gott uns wie li.be Kinder behandle. — Fürs dritte sind wir immer voll trippelnder Sorge und Zappelnder Angst und haben so gar kein festes Vertrauen, kein rechtes Kindervertrauen zu unserem himmlischen Vater.
Nimm dich einmal rech! zusammen, lieber Leser- Dank dem lieben Gott aus tiefstem Herzen für alles, was er dir bis heute geschenkt hat, laß das Dankss- glöcklein nie mehr verstummen in deiner Seele: dann mustere dein Leben wieder neu aus nach den christlichen Sittenvorschriften, besonders tu die Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit weit von dir! Festige dich in deinem Gottvertrauen, das niemals wankt und weicht, mags in der Welt aussehen, wie es will — Dann kannst du versichert sein, daß Gott seine Hand wieder voll austut, daß er dir alles gibt, was du brauchst und gerad so viel, als du brauchst, jetzt und allezeit. Auf das Gottvertrauen kommt alles an. Merk dir das!
Das MenschengewKchs
oder wie der Mensch sich und andere erziehen soll.
Von Alban Stolz.
(Kalender für Zeit und Ewigkeit.)
Znni. 18.—30. Jahr. Die Rebe blüht.
Bist du eine Tochter und willst Magd werden, so gilt dir das alles, was ich dem Gesell und dem Knecht ungeraten, dreifach und noch mehr. Denn du bist ein schwaches Weibsbild und leicht umzn- werfen; und wenn auch Frömmigkeit wie ein stilles Flämmchen in deinem Herzen flimmert: ein starker Windeshauch, und es ist aus damit. Du dauerst mich fast, besonders wenn du schön bist und in einer Stadt oder in einem Wirtshaus dich verdingest. Da gehört schon ein ernster, zu Gott gerichteter fester Sinn, eine tief gewurzelte Tugend dazu, monate- und jahrelang mit Verdruß und Ekel all dieses Schmeicheln und Locken dec Mannsbilder von sich zu speien und keinen Platz im Herzen gewinnen zu lassen.
Was ist da zu tun? — Wenn du in ein Haus kommst, und es geht leichtsinnig da zu, und sie wollen dich selbst an Sonntagen nicht in die Kirche lassen, so künd auf, gleich; und wenn du in ein Haus kommst, wo einer dir nachsteUt, da weise den Todsünder mit Abscheu und Zorn zurück; wenn er aber doch nicht ablaßt, dir zuzusetzen, da lauf weg ohne Auskündigungszeit, und laß dich auch von der Obrigkeit strafen, wenn's drauf ankommt. Unser Herrgott wird dir das ausgelegte Geld wieder erstatten, und ganz gewiß bekommst du noch ein besonderes Geschenk und Lob dazu von ihm. — Wo "du im Dienst bist, da sei stets ernsthaft und fast streng in deinem Benehmen gegen alle Mannsbilder im Haus; unterhalte dich mit Gott auf deiner Kammer. Und wenn's dich im Winter friert in der Küche, und wenn deine Frau wunderlich ist und dir kuriose Reden gibt, und es will dir schwer fallen, daß du es so bös habest, und das Weinen will dir kommen und das Leben will dir verleiden: du liebes Herz, dann sieh dich um nach einem Kruzifix; wenn aber auch keines gerade um den Weg ist, es macht nichts, denk an Ten, der daran gehangen ist, und schau ihn an im Geist, und versenk dich in seine Wunden und Schmerzen; und arbeite und leide dann wieder ihm zulieb; er sieht auch auf dich, wenn sie, die Frau, Schmachworte auf dich wirft, wie er auf den Stephanus gesehen hat, als die wütigen Juden Steine auf ihn warfen, und er dabei noch für sie gebetet und den Geist aufgegeben hat. Du wirst seben, es geht leichter; und wenn du dein bittere« Leben einmal hinter dir hast und oec Tod d«r Feierabend bietet und der ewige Sonntag an- brlchi, gewiß du tätest um viel Geld es nicht verkaufen, daß du manche Unbild und harte Schelt- woile auf Erden hast ausuatten müssen. Uebergib dich an Gott, schweige, schaff und leid ihm zuiieb, und alles wird ein fröhliches End nehmen. Du kannst zwar auch einen andern Dienst suchen; aber frage dann vor allem, wie es mit dem Christentum in der Familie aussieht, nicht, ob du da oder dort «n paar Mark mehr bekommst.
(Fortsetzung folgt.)
Die Hauptpflicht
Unterstützung des Vomfatmsverems.
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$f. Elisudeih Am nächsten SviM^g d n 23. ds. Mts. begehr der Jünglingsverein die Frier tes Patronatsfestes Nach der 7-Uhr-Messe ist General- tommunion Um 8 Uhr nehmen die Muglieder gemeinsam im „Ritter" das Frühstück ein, um viertel lu Uhr gehen sie geschlossen zum Festgoliesdienst und nehmen im unteren Raum der Kirche Platz. Die Ettern werden freundlichst gebeten, ihre Söhne zur Teilnahme an der kirchlichen Feier zu veranlassen. Am Nachmittag findet bei günstiger Witterung ein Ausflug statt der noch bekannt gegeben wird. Ein? abcnd- liche Familienfeier wird âu günstigerer Zeit nachgeholt.
£&ti kaufm. Verein. Am Sonntag den 19. ds. Mts. findet unser erster größerer Familien- Ausflug und zwar nach Oderkeusnnaen statt. Abfahrt 1015 Uhr ab Oberstadtbahuhos (nicht Betten- hausen). In Oberkausungen Besichttgung der Stiftskirche unter Führung des Bezirkskonfsrualors Herrn Neg.-Baurat Dr. Hollemeyer, sowie Bericht über die Geschichte des Stiftes. Bei gutem Wetter Spazier- ang nach dem Lewalterbrunnen (1'/- bis höchstens 2 Stunden, immer Waldwege), daselbst Kaffeestatiou, Kochapparate, Spiritus, Trinkgefäße milbringen; bei ungünstiger Witterung Unterhaltung in Oberkausungen. Bei genügend zahlreicher B èeiligung soll für einen besonderen Wagen Sorge getragen werden daher sofortige telephonische Anmeldung, Fernruf 5117, dringend erwünscht.
Bei der Elvweihung des Ehrenfrledhvses für die Gefallenen in Wehlheiden hielt Herr Pfarrer Burchard nachfolgende Gedächtnisrede:
Hochgeehrte Versammlung, insbesondere teure Angehörige der Gefallenen!
Oft habe ich in langen Jahren an dieser ehrfurchtge- bletend-sn Stätte gestanden, um die irdische Hülle der verstorbenen unter Gebet und mir Worten des Trostes für die Hinterbliebenen der Erde zu übergeben. Aber noch nie war ich im Innern so ergriffen, wie in dieser feierlichen Weih-stunde. Sie gilt ja nicht einem einzelnen Toten, sondern der Zahl von Helden, die aus unserer engeren Mitte ihr Leben für das Vaterland dahingegeben haben, mögen sie nun hier bestattet sein oder im fremden Londe, ob'er auf der Tiefe des Meeres ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. So mancher liebe Freund und Bekannte ficht da lebendig vor meiner Seele und ich möchte ihn in alter Weise begrüßen und chm die Hand drücken, wie ich sie ihm gedrückt habe, als er unter Segenswünschen aus- zog zu dem blutigen Handwerk des Krieges. Wenn ich aber ihnen und allen, deren Gedächtnis wir heute be- gehen, diesen Gruß hier in der Heimat nicht entbieten kann, so will ich ihnen doch zurusen, daß wir sie nie vergessen werden, doß wir in lebendiger Verbindung mit ihnen bleiben und ihnen für alle Zeiten ein ehrenvolles, überaus dankbares Andenken bewahren werden. Dieses Andenken an unsere Heimgegangenen Brüder darf aber fein blos gedankliches Dasein fristen. Bei den neuen Eindrücken, die fortwährend in unserer aufgeregten und unglücklichen Zeit auf uns einftürfuen, würden sie bald vergessen sein und in den Tagebüchern der Kompanien und in den Krankenlisten der Lazarette werden die Namen und die Totenkreuzlein mit der Zeit samt dem Papier verrosten und verwesen. Deshalb soll ein sichtbares Gedsnkzeichen von außen her unserem Gedächtnisse zu Hilfe kommen. Ein Denkmal haben wir errichtet, das uns und allen künftigen Geschlechtern erzählen soll von den Helden aus unserer Mitte, die dem Willen Gottes gefolgt sind und die Treue zu ihrem Daterlande mit dem Tode besiegelt haben. Dieses Denkmal, von Meisterhand geformt, spricht aber nicht bloß die Sprache der Erinnerung, sondern auch die deutliche und ernste Sprache des Glaubens und des Vaterlandes.
Unser Denkmal redet die Sprache des Glaubens, denn es trägt das Kreuz, das Zeichen der Erlösung. Und ge- rode an dieser Stätte ruft uns derjenige, der selber blutig und mund geschlagen, in das Grab gelegt wurde, dort aber die Verwesung nicht schaute, eine Wahrheit zu, die geeignet ist, uns auszurichten in unserem Schmerz um die gefallenen Helden, insbesondere den schwer getroffenen Angehörigen den lindernden Balsam in das wunde Herz zu träufeln. Der Gekreuzigte stand einstens in Hoheit und Majestät am Grabe von Bethanien und verkündete der Menschheit die Frohbotschaft: „Ich bin die Auferstehung und das Leben: wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist" (Joh. 11, 25). •
Wie eine Posaune klingt dieses Wort über die Schädelstätten des Krieges. Die feindliche Kugel bedeutet nichl das Ende des Lebens. Des Lebens letzter Schluß heißt nicht Begräbnis und Tod, sondern Auferstehung und Leben. Es ist dieses eine Wahrheit, welche der Heiland wiederholt verkündet hat: „Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, die Stimme Gottes hören werden und es werden heroorgehen, die Gutes actan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan, zur Auferstehung des Gerichts" (Joh. 5, 28, 29).
Cs ist dies eine Wahrheit, welche bk Apostel, besonder» der Vötteraposte! Paulus, als eine der Grundtedren »t# Christentums t .rtünb^en. So schrieb der hl. Paulus seinen kühnsten in 5 ^hnlonich: „Wir wollen euch aber nicht imeinetten? >a;n^, mas die Entschlafenen betrifft, auf daß ihr nicht trauert, jo wie die Anderen, die feine Hoffnung haben, denn da mir glauben, daß Jesus gestorben und auserstanden ist, alio wird auch Gott die Entschlafene» in Jesu hinauf führen mit ihm" (I. Thcsjat. 4, 12, 13).
Es ist dies eine Wahrheit, die in hem allen Christen .gemeinsamen Apostolikum fd) ff»-^pflanzt hat von OeicWcdijt zu Geschlecht: „Ich glitte an die Auferstehung des Flei- sches. Es ist dies eine Wahrheit, die im allen Bund« bereits der fromme Dulder Job in je schöner, poesievoller Weise aussprach: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und ich am jüngsten Tage von der Erde auferstehen werde. Ich werde wieder umgeben werden mit meiner Haut und in meinem Fleische werde ich schauen meinen Gott. . . . D.-Er meine Hoffnung ruht in meinem Busen" (Job 19, 25—27).
Viele irdische Hoffnungen sind mit den Gefallenen zu Grabe getragen worden, Hoffnungen Der Eltern, denen der Sohn im Alter Stab und Stütze sein soll:?, Hoff’ nutzen der Gattinnen und Kinder, denen der Gatte unD Vater für die Erziehung so notwendig- war, mit das täg. üdje Brot, Hoffnungen so vieler Bräute, die den Liedes- bund der Ehe schließen und ihr Lebensglück begrünter wollten.
Alle diese Hoffnungen liegen für immer eingefargt 'm Grabe. Ein Hofsnuegsstrah! ist uns aber bei all ihrem Schmerz geblieben. Wie ost haben wir während des Krieges die Soldaten singen hören: In der Heimat, da gibis ein Wiedersehn. Ja, richten mir glaudcnsvoll unsern Blick hin auf die ewige Heimat, in der es ein Wiedersehen gibt, ein Wiedersehen am jüngsten Tage auch dem Leibe nach Möge diese Wiedervereinigung eine Vereinigung sein irr ewigen Glücke, dort, wo es keine Trauer, seinen Schmer:, keinen männermordenden Krieg und seinen Tod mehr gibr.
Das Denkmal spricht die Sprache des Vaterlandes. Der Krieger, der vom Engel beschützt mit dem Schwerte in der Hand das Denkmal ziert, versinnbildei die von Gott gebilligte Liebe zu Heimat web Vale- land und die Entschlosscn- he st, dieses hohe Gut gegen die Feinde, wenn es sein muß, zu verteidigen. Nehmen wir es ernst mit dem Daterlande. Den Gefallenen war es blutig ernst damit. Sie sind für dasselbe gestorben, wir sollen für dasselbe leben. Leben, das heißt arbeiten, wirken, leiten, auf sein Wohl bedachr fein Das heißt namentlich, mit aller Kraft dafür eintreten, daß die gute deutsche Art, der Vorfahren kostbares E'bc, erhalten bleibe, daß deutscher Fleiß, deutsche Ehrlichkeih deutsche Frömmigkeit und deutsche Treue nichl schwinde, daß die Würde der Frau, die Helligkeit der Ehe, das. Heiligtum ter Familie nicht angetaftet werde.
Selbst die größten Siege können eine Nation nicht bet Straft und am Leben erhall. n, welche die unveränderlichen sittlichen Werte u. ihre goldenen sittlichen Eigenwerte preisgibt gegen zweifelhafte, moderne, sog. moralische Errungenschaften. Wem es ernst ist mit dem Daterlande, dem ist es auch ernst mit der Einheit und Einigkeit des Volkes, Zwar ist unser Vaterland nicht mehr so groß, wie vor dem Kriege. Das „Dac victis", wehe den Besiegten, hat uns blühende Provinzen mit kreudeutschen Herzen entrissen. Und wenn man die Geschehnisse ter jüngsten Zeit verfolgt, hat man den Eindruck, als ob die Totengräber der ganzen-' Welt Zusammenarbeiten, um unserem armen, zerbrochenes Volke ein möglichst großes Grab zu schaufeln, als ob die Meßschnur über unser Vaterland ausgefpannt sei, um es unter die Völker zu verteilen. Dieser Friedhofsstimmung < kann sich wohl niemand entziehen, der sein Vaterland wal r- hast liebt.
Das Alles darf aber den Glauben an eine bessere Z> fünft unseres Volkes nicht erschüttern., Treudeutsche Herze werden sich verstehen und lieben bis in die fernsten Zeiler daran wird kein Grenzvfahl etwas ändern. Und mög Gott geben, daß alle Stämme des deutschen Volkes diese» Verständnis der Zusammengehörigkeit und Einheit immerfort erhallen und fördern.
Deshalb müssen Zwietmcht und Uneinigkeit schwinders Keine Volksklasse darf die untere mißachten, weil wir alb Glieder des einen großen Leibes des Volkes sind und fomi verpflichtet und mstverantwortlich für das Wohl des Ganzen
Arbeiter der Hand und Arbeiter des Geistes müssen M, ergänzen und beim Wiederaufbau des Vaterlandes Hand, in Hand gehen.
Was wir in der Jugend gelernt und mit begeisterter Ueberzeugung in uns ausgenommen haben, muß unsere Parole bleiben für alle Zukunft. Wir wollen fein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Ja, der Wiederaufbau! Das Volk, das unter Sietem ins Führung aus ter babylonischen Gefangenschaft in das Land der Väter heimkehrte, stand vor einem Trümmerfeld. Dis alte Staatsordnung war umgestoßen, das Zepter vom Hause David gewichen, im Heiligtum auf Sion Greuel der Verwüstung, das Volk zum Gespött der Welt. Da erließ Nehemias eine Kundgebung: „Ihr kennt das Elend, in dem wir uns befinden. Jerusalem ist eine Wüste und feine Tore sind im Feuer zerstört. Kommt, laßt uns bis Mauern Jerusalems wieder aufbauen, damit wir nicht länger zur Schmach und Schande seien" (Neh. 2,17). Nicht zu Klageliedern hat Nchemias sei Volk aufgerufen, auch nicht zu Fluchpsalmen, sondern zur Arbeit: „Kommt, laßt uns die Mauern Jerusalems wieder aufbauen. Alle Arbeitsgebiete sind berufen, Bausteine und Baumeister für diesen Wiederaufbau zu liefern. Ler Prophet Isaias hat uns ein Lied ausbewahrt, das nach einem W-.*vnvn Krieg« in den Gassen von Setnaria gcsungâ ®^>j r^Hf^*^