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tEmhirieumriMjere^ ist am vorigen Sonntag verlesen worden. (Ls hat folgenden Wortlaut:
Geliebte Diözesatteirl
An vielen Orten unseres Vaterlandes hat eine leb- Ihu'ie Agitation für Einrichtung sogenannter „weltlicher Schulen" eingesetzt. Da es sich hierbei um eine Lebensfrage der katholischen Kirche handelt, halte ich «!s Oberhaupt mich verpflichtet, ein warnendes Wort an die Katholiken zu richten.
Kein treuer Katholik darf für die Einrichtung weltlicher Schulen eintreten.
Was will die weltliche Schule?
Sie will eine Erziehung des Kindes ohne G -u- kn an Gottes Autorität, ohne Ueberzeugung von oer Gotcheit Jesu Christi, ohne Anerkennung der Watzr- kit der katholischen Glaubenslehren, ohne Erziehung zur Treue zur katholischen Kirche, ohne Uebung des j S i k, ohne Anleitung zum Besuche des Gottesdienstes, ohne Anleitung zum Empfange der heiligen Sakramente.
T^init ist alles, was dem katholischen Christen das , heiligste ist, aus der Bildung und Erziehung der Ju- ' gend herausgerissen. Das Kinderherz wird dann nicht nn.hr zu seinem Heilande Jesus Christus hingeführt; es wird getrennt von feiner Mutter, der katholischen Kirche.
An Stelle dessen soll ein Weltanschauungsunter- richt, ein Sittemmterricht treten, der in letzter Entwicklung atheistisch, gottlos ist und in den Stürmen des Lebens nicht stanZhält.
Da tritt vor Euch, katholische Eltern, Euer Hri- L. b Jesus Christus hin mit dem ernsten Worte: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich" (Luk. 11, 23).
Kennt Ihr nicht die furchtbaren Drohungen, die unser Heiland denen zuruft, die die Kleinen, die an irn glauben, zur Gottlosigkeit verleiten (Mt. 18, 6; Mk. 9, 41; Luk. 17, 2).
Gott verlangt im letzten Gerichte die Seelen der Kinder von der Hand oer Eltern. Die Eltern sind verantwortlich für des Kindes zeitliches und ewiges
Mit der von Gott mir verliehenen Autorität rufe ich daher allen katholischen Eltern der Diözese zu: Es ist Feinem Katholiken erlaubt, für die Einrichtung einer weltlichen Schule einzutreten.
Es ist keinem katholischen Vater und keiner ka- tholischen Mutter erlaubt, das Kind der katholischen Schule zu entziehen, um es einer weltlichen Schule anzuvertrauen.
Handelt jemand anders, dann macht er sich selbstverständlich unwürdig des Empfanges der heiligen Sakramente, weil er sich treulos gegen die heiligen Interessen Christi und seiner Kirche erweist.
Laßt Euch nicht irre machen durch den Namen „weltliche Schule". Der ist mit Absicht gewählt. Manchem wird vorgeredc^ als sei die sogenannte „weltliche" Schule geeigneter für die Aufgaben, die im weltlichen Berufe auf die Kinder warten. Nun weiß aber jeder, daß gerade die konfessionelle Schule, für die allein der Katholik eintritt, voll und ganz eingestellt ist auf tüchtige Vorbereitung zu den weltlichen Berufsaufgaben und zugleich auf Erziehung zu echt christlichem, wahrhaft religiös gefestigtem Charakter; diese Charakterbildung aber ist die beste Grundlage jedes erfolgreichen und segensreichen Wirkens auch im weltlichen Berufe.
Laßt Euch nicht irre machen durch die Vorspiegelung, als könnte das Kind außerhalb der weltlichen Schule katholischen Religionsunterricht erhalten. Denn erstens ist es sehr fraglich, och das möglich ist. Und zweitens sieht jeder klar vor Augen, daß dann die Schule niederreißt, was die Kirche aufbaut. Ein solches Durcheinander richtet nur Verwirrung in den kindlichen Köpfen an. Das gibt zuletzt charakterlose Menschen ohne Klarheit und ohne Halt.
Durchaus ungesetzlich ist überdies das Streben, vor Erlaß des Reichsschulgesetzes weltliche Schulen gründen zu wollen: ein Beginnen, das der Rcichsoer- jafsung widerspricht.
So rufe ich denn mit all der Liebe, die ich Suren Kindern schu'de, den katholischen Eltern zu: Haltet fest, was Ihr habt, 6ure guten konfessiomll-katholis nm Schulen als beste Pflanzstätte echt christlicher Bildung und tüchtige Schulung für das Leben.
Fulda, den 3. Mai 1921.
t Joseph Damian, Bischof von Fulda.
Dar ewige Licht brennt für dich.
Cm jedem Kirchlein, sei es noch so klein, brennt Tag und Nacht die ewige Lampe vor dem heiligen Gezeit, in dem dec Heiland in Brotsgestall seine imnrerwährcnde Wohnung unter uns aufgeschlagen hat. Und in der Stadt, die mehrere katholische Kirchen hat, brennt es gar an ebensovielen Orten. Jahr- 6UL,^ jahrein, bei Tag und Nacht dauert sein heimliches Glühen; ob das Gotteshaus von Bstern gefüllt, ob niemand dem Heiland dis Ehrenwache hält, das kleine Lichtlein glimmt vor dem Tabernakel.
Christenseele, verstehst du sein Leuchten? Weißt du, wozu die kleine Lampe in der Kirche brennt? Nicht für den Heiland im allerheiligsten Sakrament, das ewige Licht, christliche Seele, brennt für dich^
Ja für dich! Es will dir zu jeder Stunde 'sagen: Drin Heiland ist hier, mit Leib und Seele, als Gott und Mensch, unter Brotsgestalt zugegen.
Es ist nur ein winziges Kügelchen, diese unsere ganze Erde, wenn matt sie vergleicht mit den Millionen von Himmelskörpern, die durch ben Weltenraum kreisen, verschwindend klein gegen das Weltall, das Gott in seiner freigebigen Liebe geschaffen hat; aber der unendliche Gott ist in Brotgestalt darauf an un= gezählten Orten gegenwärtig. Er ist ein wahres Nichts, dieser Mensch, und das ganze Menschengeschlecht nicht wert, daß das Auge Gottes auf ihm auch nur eine Minute ruht. Und trotzdem ist diesem Nichts zuliebe der unendliche Gott in Brotsgestalt an ungezählten Orten der Erde zugegen und wartet, bis ein Menschenkind seine Wohnstätte in der Kirche aufsucht. So mahnt uns das ewige Licht ohne Unterlaß: „Seht, welche Liebe brennt doch im Herzen des Heilandes, welch ein Feuerofen der Liebe und Erbarmung ist das Herz des Eottmenschen, ist das heiligste Herz Jesu, hochgebenedeit in Ewigkeit!"
Das ewige Licht glüht an jedem Orte, in der goldschimmernden Domkirche wie im ärmsten Dorskirch- lein, im Blumenhain wie im ärgsten Schmutz, inmitten einer andächtigen Menge wie inmitten öder Verlassenheit. Das ist das treffende Sinnblid jener nimmermüden, jener aufopferungsvollen, enlsagungs- reichen, soviel verkannten und verschmähten Liebe, mit der das liebeglühende Herz des Heilands die Seelen der Menschen im Laufe der christlichen Jahrhunderte suchte und sucht. Dies Lichtlein predigt, wenn kein Prediger auf der Kanzel steht, es spricht auch zu dem, der keine Predigt hört, ja durch die Türe der offenen Kirche ruft es sogar auf den Markt, auf die Straße hinaus: „Dein Heiland ist hier, ist aus Liebe hier und sucht dich bei Tag und bei Nacht: Mensch, denk daran!"
Mensch, denk daran! Die ewige Lampe brennt für dich. „Komm, bete an: spricht sie mit leisem Laut — du stehst vor deinem Gott, dem Herrn des Himmels und der Erde. Das ganze Weltall huldigt ihm, der ruhige Wandel der Gestirne wie das Donnerkrachen des Gewitters, das üppige Blühen des Frühlings wie das geheime Walten des Lebens unter der Erde, alles, alles huldigt seinem Willen: komm, bete auch du ihn an!"
„Kamm, danke ihm! Was du bist, was du haft, ist sein; Brttelgut ist all deine Habe, von ihm dir geborgt. Bring es vor ihn, breite es vor ihm aus, daß er es segne, daß er die Verantwortung erleichtere, die du mit jeder guten Gabe auf dich nimmst. Danke ihm wenigstens in Worten, wenn schon deine Werke in vielem hinter dem zurückbleiben, was er für alle Wohltaten von dir fordern kann! Komm, baute ihm!"
„Komm, bitte ihn! Brauchst du nichts? O nur zu sehr bist du bedürftig» bald am Leib, bald an der Seele. Leibliche Not, Krankheit, Siechtum, Undank der Menschen, Mißerfolg trotz dem besten Bemühen, Glaubensschwäche, arger Sturm der Leidenschaften, Versuchungen aller Art vom Uebermui und Leichtsinn bis zur Schlaffheit und Verdrossenheit, überall umlauern dich Gefahren und Nöte. Wo ist der starke Arme, wo ist das allgütige Herz, dem du in jeder Not vertrauen kannst? Komm, bitte ihn. Hier im Tabernakel ist er leichtgefunden, wartet er zu jeder Tag- und Nachtstunde auf den Beter, der um Hilfe fleht."
Bruder, Schwester, die ewige Lampe brennt für dich, daß du nicht auf deinen Heiland vergißt, wie er deiner nimmer, nimmer vergißt.
Der liebe Sstè geht übers Land.
Schön stehts draußen in Wiese und Feld und wenn man an einem sonnigen Morgen hinauswandert in Gottes freie Natur, geht einem förmlich das Herz auf vor Lust und Wonne. Ueberall sprießt es und treibt es und wächst es. Millionen und Millionen Gräser unb £iaLme bränaen nebeneinander und übereinander
bürstcirdick aus der Erde hervor, und dazwischen' sprief es vieltausendfäliig und vieltausendsarbig. Unb ei Wohigeruch und Duft strömt über das ganze Land, al ob die liebt« Engel ihre Festtagskleidchen an die Sonr gehängt hätten. Meine lieben Leser, was meint st denn, warum wird es einem so wohl bei dieser Hec: lichen Wachszeit draußen in Gottes freier Natur Etwa deswegen, weil das Farbenfpiel dem Au^ schmeichelt und der Wohlduft unserem Geruch, oöe weil unsere Ernteyoffnung so schön heranwächst? Dee wegen auch — aber hauptsächlich darum, weil der lief Gott da ist, und weil wir seine Nähe merken. — Q geht uns wie einst dem hl. Petrus aus dem Berg T- bor. Als er die Herrlichkeit Gottes in der Nähe sä da brachte er Augen und Mund nicht mehr zu, an er wollte gar wicht mehr fortgehen, weils so wunde: schön war. — Wenn draußen in Feld und Au alb keimt und treibt und wächst und blüht, so ist auch bi liebe Gott da in feiner Macht und Kraft und Herrlia teil; wer nur ein bißchen gesunde Augen hat, der fiel ihn, wie er in seinem goldenen Mantel über das Lai hinschwebt und so still und geheimnisvoll wirkt uv schafft. Ja, der liebe Herrgott ist es, der die Graste, aus der Erde hebt, sie immer größer heranzleht, tym Safi und Kraft gibt. Der liebe Herrgott ist es, b den Blümlein die Augen aufbricht, ihnen die Röckle so bunt färbt und ihnen Speise und Trank zum Uebe fluß ins offene Mäulchen hineinschüttet, daß sie g< keine Sorge haben. Und wenn es ihnen zu heiß tut in der brennenden Sonne, dann zieht er, der Herrgo! das dunkle Wolkentuch über die große Weltwiege, ui die Blümlein haben Schatten. Und wenn die Som den Blumenkindsrn gar ein bißchen das Gesicht ve brennt und vertrocknet hat, dann ist es abermals d Herrgott, der ihnen das Gesichtchen wäscht, daß sie wi der frisch und munter werden. Der Herrgott ist e der den Wohlgeruch über die Felder aushaucht, der b Biotkörnlein in der Aehre kocht, der die Knollen u ter der Erd siedet; er ist es auch, der den Bienen d süßen Honig in die farbigen Blumenschalen voll hinei schüttet, damit sie grad kommen, breit hineinsitzen ui trinken können oder auch forttragen, so viel sie wolle — Und wenn es so feierlich-ernst und tief-still ist dra ßen in der Weite, dann kommt es mir immer di als ob all die Tausend und Millionen Gräser u; Blümelein um den lieben Herrgott herumknieten u in Andacht versunken, ihr stilles Dankgebetlein ftüste ten.--Dazu kommt mir aber gerade ein Studie von jener wunderschönen Predigt in den Sinn, l der göttliche Heiland einst draußen auf dem F, aber vielmehr auf dem Berge gehalten. „Betrach die Lilien auf dem Feld," hat er gesagt — „sie c betten nicht und spinnen nicht, und doch sag ich eu selbst Salomon in all seiner Herrlichkeit war ni so schön gekleidet wie eine von ihnen. Wenn n Gott das Gras auf dem Feld . . . also kleidet, v viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubig Sorget also nicht ängstlich und saget nicht: Was w den wir essen, was werden wir trinken oder war werden wir uns bekleiden? — Euer Vater im Hi mel weiß schon, daß ihr das alles bedürfet." — Di trvstvolle Heilandspredigt begreifen wir erst so « und ganz, wenn wir in der Sommerzeit draußen i dem Feld stehen inmitten der unzähligen Blum und Gräser und schauen, wie der liebe Gott all W unscheinbaren Geschöpftem hegt und pflegt, wie kein einziges vergessen hat, wie er alle kleidet u speist und tränkt und bei keiner Mahlzeit auch m ein einziges Übersicht. — Da wird es dann aber g nenlicht und stubenwarm in unserem Herzen; de wir sind ja Gottes Kinder und tausendmal mehr lv als alle Blumen und Kräuter. Wegen uns hat ja liebe Gott die ganze Erde erschaffen und alles, n darauf lebt und wächst, uns zuliebe und uns Freude; um unsertwegen sorgt er für all diese leblo Geschöpfe. Wie viel mehr wird er für »zns sorg feine lieben Kinder!
Da schüttcli aber manche Leser traurig den K und sagen, dermalen schaue es gar nicht darnach a als ob der liebe Gott die Hand recht weit für fe Kinder auftun würde, im Gegenteil, er hänge i den Brotkorb schon recht bedenklich hoch. Wenn i der Fall ist, so hat er gewiß seine Gründe, und will euch ein paar hersetzen. Fürs erste will uns liebe Gott einmal danken lernen. Wie gut ists i gegangen vor dem Krieg; wie haben wir alles Üebcrfiuß gehabt! Und wie selten ist es uns eir fallen, zu danken! Sag selbst, hast du auch nur einzigesmal ein inniges, aus tiefstem Herzen Di gendes, kindlich gutes Dankeswort zu unserem Hc oesprochsn? Wenn nicht, so trags jetzt nach. Herr vertäuet den Dank. — Fürs zweite ist die 2 führung der Menschen gegenwärtig im ganzen großen keine solche, daß wir aus den Ehrentitel Kir Gottes vollauf Anspruch erheben können, und es '