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Wochenkalender.
Zo .ntag, 12. Juni. 4. nach Pfingsten. O'tab v. Bonifatius. Johannes v. S. Fakuudo, Bek. BasilideS, CyrinuS, Nador, NazariuS, M.
Montae, 13. Juni. AntoniuS v. Padua. Bek.
Dienstag, 14. Juni. Basilius d. Gr„ Bisch, u. Kchl.
Mittwoch, 15. Juni. Bitus, ModcstuS u. Kreszentia, M.
Donnerstag, 16. Juni. Bam Tage (Benno, B.)
Freitag, 17. Juni. Vom Tage (Adolf).
Samstag, 18. Juni. Ephrem, Bek. u. Kchl. Markus u. Marzcllianus, M.
vierter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangel. Luk. 5, 1-11.)
In jener Zeit, als daS Volk Jesu drängte, um daS Wort Gottes zu hören, und er am See von Genesarcth siand, sah er zwei Schiffe am See stehen: die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da trat er in das eine der Schiffe, welches-dem Simon gehörte, Lind bat ihn, von dem Lande etwas abzufahren. Und er setzte sich und lehrte daS Volk auS dem Schiffe. Als er aber zu reden aufgehüit hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus in die Tiefe, und werfet eure Netze zum Fange aus. Da antwortete Simon und sprach zu ihm Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen: aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Als sie dies getan batten, fingen sie eine grohe Menge Fische, so daß ihr Netz zerritz. Und sie winkten ihren Genossen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kommen und ihnen helfen möchten: und sie kamen, und füllten beide Schifflern, so daß sie beinahe versanken. Als das Simon Petrus sah, fi l er Jesu zu Füßen, und sprach: Herr, geh weg von mir; denn ich bin ein sündhafter Mensch! Denn Staunen hatte ihn ergriffen, und alle, die bet ihm waren, über den Fischfang, den sie gemacht hatten: desgleichen auch den Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedâus, welche Simons Gesellen war n. Und Jesus sprach zu Simon : Fürchte dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen! Und sie führten ihre Schiffe an'S Land, ver- ließen alles, und folgten ihm nach.
Das gefährlichste zangnetz.
icht nur die Apostel werfen Netze aus, sondern auch der Teufel und seine Helfershelfer; die Apostel Netze des Heilandes, der Teufel aber Netze des Ve-derbens für Zeil und Ewigkeit. Das verlockendste
und zugleich gefährlichste aller höllischen Fangnetzc ist aber die Fleischeslust, die Unkenschhrit. Erfahrene Seelsorger und Lehrer des geistlichen Lebens sind der Ueberzeugung, daß von 100 Menschen, die der Verdammnis anheimfallen, 99 dieses Geschick der Unkcu-chheil zu verdank, n haben. Giund genug, mein Christ, bleiern Laster seine gleißneiische Maske derunteizureißen und es zu betrachten in seiner ganzen Schändlichkeit und Belderbltchketst
Die Spatzen pfeiffen eS von den Dächern, daß diese Sünde in der Tat dem Menschen Schande ein- bringt. Hat ein Mädchen einen Fehltritt getan, ist es mit seiner Ehre in der OeffentUchkeit vorbei und am Tag der Ho rzeit darf es von Rechtswegen keinen Kran; tragen. Hat ein Mann in Amt und Stellung sich vergessen, w hat er abgehaust und muß oft genug nicht bloß das Amt, sondern auch den Platz verlassen. In welchem Ansehen standen denn bei euch Soldaten jene Vorgesetzten oder Kameraden, die hinter der Front ein üpp ges, lüderliches Leben führten, während ihr in vorderster Stellung eure ehrliche Haut drn Granaten dargeboten habt? —
Und woher kommt eS, daß der Mensch, der im Angesicht der Sonne flucht und lügt und viele andere Sünden treibt, zur Vollbringung der Fleischeslust das Dunkel und die V rborgenheit aufsuchi? Ist das nicht ein Zeugnis der Natur, daß gerade dieser Sünde etwas Schändliches eigen ist? Und worin liegt der tiefere Grund für die Schändlichkeit dieser Sünde? Das will ich dir sagen: ist es nicht eine Schande, wenn ein Höfling über den König herrscht? Wenn die Frau über dem Mann herrscht? Wenn das Kind über die Eltern herrscht? So ist es auch eine Schande, wenn beim Menschen nicht der Vecstand, nicht das Gewissen, sondern das Fleisch, der Trieb, daS Tier herrscht: und das ist der Fall bei der Unkeuschheit; das Leibliche, das Tierische gewinnt die Oberhand und schwingt das tyrannische Scepter. Ost kommt ès beim Menschen sogar zur Unnatur, von welcher das Tier nichts weiß. Da trifft zu das Wort des Psalmisten: »Der Mensch, r ? ;i er in Ehren war, hat es nicht bedacht: unvernü i >en Tieren ist er gleich geworden" und hot sie sogar noch übertroffen. Ist das nicht eine Schande für einen jeden Menschen? Was sollen wir erst sagen, wenn solche Sünden von Christen begangen werden? In der Taufe bist du ein TempU des hl. Geistes gewo den durch die Unkeuschheit aber zerstörten wir diesen Tempel und legen ihn in Schutt und Asche. Drum die Frage des Apostels : „Wißt ihr nicht, daß ihr ein Tempel ^otteâ seid und der hl. Geist in euch wohnt? Cor. 6,15. In der hl. Kommunion aber empfangen mir Jesu Fleisch und Blut, das wir durch die Um keuschveit gleichsam besudeln und schänden. Da geht in Erfüllung die Klage des Propheten: „Menschen, die ernst Leckerb,ffen gegessen haben, umarmen jetzi den Kot; Menschen, die ernst weißer gewesen sind in hrer Unschuld als Schnee, klarer als Milch, lieb lieber als Elfenbein, schöner als Saphir, die sind jetzt schwärzer als Kohlen" (Zer. Kl. 4,1)
Was soll ich erst sagen von der Verderblichkeit dieses Lasters? Kaum gibt es eine Sünde, die sich nicht an «eine Sohlen heftet. Von dieser Leidenschaft entbra nt verachtet der Sohn die Vorstellungen des Vaters und die Tochter schreitet kalt hinweg über das zuckende Herz der Mutter. Die heilignen Versprechungen und Schwüre bricht der Wollüstling in Scherben. Liebe und Treue fchwört so mancher Liebhaber einem Mädchen: bat er aber sein Gelüste voll
bracht, so läßt er oft das Opfer seiner Leidenschaft sitzen, sitzen in der Schande, sitzen im Elend und weiß manchmal sogar den finanziellen Verpflichtungen sich zu entziehen. Wie oft ist der Unkeu'che znm Mörder geworden an Leib und Seele. Wie viele Schlägereien, wie viele Schußwunden, wie viele Messerstiche sind auf das Konto von Liebesaffären zu setzen. Es ist ein entsetzliches, ein jammervolles Bild sittlicher Entartung, das oft die Gerichte entrollen bei Ehescheidungsklagen. Wie mancher Ehemann hat schon seine Frau, wie mancher Jüngling seine Geliebte gewaltsam wegge chafft. Wie viele D: e die Unsittlichkeit ge chltffen, wie v ele Glfibech^ sie gemischt, wie viele Pistolen sie gespannt, das ist geschrieben in den Büchern der göttlichen Allwissenheit. Mit verruchter Hand greift der Unkeusche auch in fremdes Eigentum, da ihn seine Liebeshändel uni) Leidenschaften eine unerschwingliche Summe kosten. Gegen Gott wird er gleichgültig: das Gebet bekommt bei ihm die Schwindsucht und der Gottesdienst wird Neben- lache; die hl. Sakramente werden vernachlässigt oder mißbraucht und geschändet. So ein Sklave der Wollust reiht oft eine ungültige Beicht an die andere, eine unwürdige Kommunion an die andere, einen Gottesraub an den andern. Das traurige Ende einer olchen Entwicklung ist oft genug der nackie Un* glaube.
Aber der Unkeusche genießt wenigstens eine Zeit lang den Becher der Lust? Gewiß — aber gemacht mit bitteren Tropfen, mehr Galle als Honig, mehr Hefe als Blume. Wißt ihr nicht, daß schrankenloser Genuß, schrankenloses Ausleben zu Krankheiwn führt, entehienden Trautheiten, ekelhaften Krankheiren, langw erigen Krankheiten, zum Teil unheilbaren Krankheiien? In Spitälern und Lazaretten liegen bedauernswerte Menschen an Krankheiten darnieder, die nicht herlühren von Kugeln oder Granaten, nicht von Unlerernährung oder Überarbeitung, sondern — von ter Lnderltchkeit.
Doch gesetzt den Fall, es würde der Lüstling Freude und Wonne haben all sein Lebtag: was wirds ihn nutzen? Es kommt das Ende, das schnelle Ende, das bö e Ende: es kommt der Tod, es kommt >ws Grab, es kommt die Rechenschaft, es kommt daS Urteil! Und wie es lautet, hat der milde Johannes ausgeschrieben in der geheimen Offenbarung: »Der Unzüchtigen Anteil wird jein im Pfuhl, der von Feuer und Schwefel brennt", Off:'. 21,8
Drum fort mit der Unkeuschheii: ihre Zähne sind Löwenzähne, ihr Gift ist D'achengist, ihr Ende ist Verderben.
Der 'Burgpfarrer.
Jünglings Herz und Jesu Herz.
Der große Wellenschlag des Menschenherzenl» geht zu Go:r.
Auch dein Herz, lieber Freund, ist von Gott erschaffen. auch dein Herz mit seinem Fühlen, Wünsche»