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Wochenkalender.

Sonntag 5. Juni. 3. nach Pfingsten. Bonifatius, Brjch. u. M>, Apostel der Deutsttzen.

Monta?, 6. Juni. Norbert. Bisch.

DienSraa, 7. Juni. Eoban u. Adela? M.. Gefährten d. hl. Bonifatius. Robert, Abt.

Mittwoch, 8. Juni. Bon der Oktav des hl. Bonifatius. Medarous.

Donnerstag, 9. Juni. Von der Oktav. Primus und FelicianuS, M.

£reua , 10. Juni. Margarita, Königin von Schottland. amStag, 11, Juni. Barnaba«, Apostel.

Dritter Sonntag nach Pfingsten.

(Edangel. Luk. 15, 110.)

In jener Zeit naheten Jesus Zöllner und Sünder, um tun zu hören. Da murrten die Pharisäer und Schrift,.elehrten, und sprachen: Dieser nimmt sich der Sündrr an, und ,ßt mit ihnen. Er sagte zu ihnen dieses Gleichnis, und sprach: Wer von euch, der hundert Schafe hat, und eines davon verliert, läßt nicht die neun und neunzig in der Wüste, und geht dem Ver­lorenen nach, bis er es findet? Uno hat er es gefunden, so legt er es mit Freuden auf seine Schultern, und wenn er nach Hause kommt, so rurt er seine Freunde und Nachbarn zusammen, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Eben so wird auch im Himmel Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neun und neunzig Gerechte, welche der Bu>ze nickt bedürfen. Oder welches Weib, die zehn Drachmen hat, wenn sie eine Drachme verliert, zündet nicht ein Lickt an, und kehrt das Haus aus, und sucht genau nach, bis sie dieselbe findet? Und wenn sie die» selbe gesun en hat, ruft sie Hre Freundinnen und Nachbarmnen zusammen, und spricht: Freuet euch mit mir: denn ich habe die Drachme gefunden, die ich ver­loren hatte. Ebenso, sage ich euch, wird Freude bei den Engeln Gottes sein über einen einzigen Sünder, welcher Buße tut.

^* Heilquellen. -^

ie Eisenbahnen sind gefüllt mit Menschen, welche die Heilquellen so mancher Bäder aussuchen, um dort durch eine Trink» und ^aMm den morschen Leib wieder zu flicken, , k>le maiien Glieder wieder zu starken. Und wieder sind die Eisenbahnen gefüllt Menschen, tue eine Heilquelle suchen für' die Seele- und das Ziel ihrer Rei^e ist in diesen Tagen Fulda' und die Heilquellen sind die Reliquien des hl. ^oni' atius.

In, Söunbeihäffe gehen ans von den Gräbern und Reliquien der Heiligen und insbe andere der Rariy-.er, Im Buch der Richter wird erzählt, wc >er Herr einen S'.ockwhn aus dèm Kinnbacken eines Lsels geöffnet hat und wie daraus Wasser geflossen st, um den Durst des gewaltigen Samson zu stillen ck>ie vielmehr sind die Reliquien der Heiligen unver-

ssegliche Wasserquelle« zur Heilung und Erquickung der Seele.

Da trinkt die Seele vor allem jenen kräftige« Glaubensgeist, der einst in der Brust der Märtyrer schlug. Hat nicht unser Bonifatius Reichtum- und Bequemlichkeit der Welt, die Ruhe nnt) Beschaulich­keit des Klosters verlassen, um uniern heidnischen Vorfahren den Glauben zu bringen? um den Wahn des Götzentums zu verscheuchen, um Pionier zu werden für gute Zucht und Sitte? Anstatt rvenigstens im hohen Alter sich Ruhr zu gönnen, griff er noch­mals zum Reisestab, um ein widerspenstisches Bo'k unter Jesu süßes Joch zu beugen und die junge Pflanzung des Herrn zu veredeln. Und obwohl er ahnte, daß er seinen Todesgang antrete und die Freunde ihn zurückhalten wollten, ließ er dennoch nicht ab von seinem Pian und stürzte hinein in den Kampf für Christus und empfing den Todesstreich von den wilden Horden und vergoß sein Blut und erwarb sich die Märtyrerpalme und die Siegeskrone des ewigen Lebens. O wie haben die Heiligen, die vom Geist des Glaubens beseelt waren, die Dinge dieser Welt für nichts gehalten und ihr Vermögen hingegeben, als wäre es eine Hand voll Sägemehl und haben ihren Leib abgelegt, wie man deS Abends die Kleider auSzieht, und ihr Blut vergossen, ivie man Wasser auf ein Blumenbeet gießt. Und wenn du nun, fei es in Wirklichkeit oder im Geiste, zur Gruft des hl. Bonifatius hinabsteigst, wirst du nicht eine neue Glaubenskraft mit heraufnehmen ? Wird nicht dein Auge gereinigt werdet,, um wieder zu er­kennen die Vergänglichkeit der Erde und den Wert bet Ewigkeit? Werden nicht die Worte des Herrn w'e eine glühende.Kohle in dein Herz fallen:Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt ge­winnt, an seiner Seele aber Schaden leidet?"

Eine solche Glaubensglut erwärmt die Seele mit Freude mb Begeisterung. Ro en und Veilchen, sagt der hl. E ah ostonrus, veibresten keinen solchen Reiz wie das Grab eines Märtyrers, welches die Seele mit unvergänglicher Freude erfüllt; und obermal sagt er:Die G über der Heiligen sind wahrhaftig für den Menschen Quellen des Trostes und der Er­mutigung". Da fühlst du in seiner ganzen Wahr­heit das Wort des hl. Augustinus:Es gibt keinen größeren Schatz, keinen größeren Reichtum als den hl. katholischen Glauben".

Der Leib des hl. Bonifatius kommt mir vor wie ein Riesenmagnet, der mit Zaubermacht nicht etwa Eisen und Stahl, sondern die Herzen der Gläubigen anzieht. Auf allen Straßen, auf Schienensträngen und Dompsern, von Nord und Süd, von Ost und West strömen Katholiken ohne Zahl hei bst, um Goti zn e; ren, der die K> one ferner Heiligen ist, um dem Hl. Bonifatius zu danken, der nach Gott der Vater unseres Glaubens ist, um in seiner Nähe sich wieder zu begeistern für die Ideale unseres Glaubens und unserer Kirche. Das Grab des hl. Bonifatius ver­wandelt sich in eine elektrische Kraft, die den Funken des Glaubens und der Freude entzündet tn den

Herzen derer, die sein Grab besuchen oder «»ich nur im Geiste davor niederfallen. Man spürt Gottes Nähe, Gottes Kraft und Gnade. Man betet mit größerer Inbrunst und Zuversicht nnb erlangt leichter Erhörung.

Ein goldener Ring ist der Leib des hl. Bonifa­tius, der die Katholiken umschließt und einigt. Ein Riß der Zwietracht geht durch unser armes Volk fast so groß ivie die Kluft zwischen Lazarus und dem Prasser, Zwietracht im Glauben seit der Unglück- lrchenReformation", Zwitracht in der Politik besonders seit dem bittern Kriegsende und der Revo- luiion, Zwietracht im öffentlichen Leben durch die Klassenkämpfe der verschiedenen Stände: mögen wenigstens die Katholiken einig sein, wissen, was sie wollen, ein Herz und eine Seele sein, eins im Glau­ben an Christus und seine Kirche, eins im Gehor­sam gegen Christus unb seine Stellvertreter, den Papst, die Bischöfe und die Geistlichkeit, eins in der machtvollen Vertretung ihrer Interessen, eins im Kampf für die völlige'Freiheit und Unabhängigkeit unserer Kirche, eins im Verlangen nach religiöser Durchdringung des öffentlichen Lebens, im Verlangen nach der Konfefsronsschnle oder im Festhalten der­selben, eins im Verlangen nach einer moralischen Erneuerung unseres Volkes, eins im Beispiel der gegenseitigen Duldung, der solidarischen Hilfe, der praktischen Nächstenliebe.

Im vierten Buch der Königs wird erzählt, wie man in einer unruhigen Zeit einen Mann begraben wollte. Da tauchten gerade Räuber auf und schick­ten sich an, auf die Totengräber loszugehen. Da warfen sie kurzer Hand die Leiche dcs Mannes in das benachbarte Grab des Elisäus. Doch kaum hatte der Leichnam die Gebeine des Elisäus berührt, da wurde er lebendig und stellte sich auf seine Füße. (4. 13, 21)

Möge dieses Wunder ein Symbol sein für die Bedeutung des Fuldaer Katholikentages. Die Re­liquien des hl. Bonifatius, der Segen, der von ihnen ausgeht, das Gebet das man zu dem großen Hei­ligen emporsendet, die Lieder, die zu seiner Ehre er­schallen, die Prozessionen, die durch die Srrahen ziehen, die Predigten, die am Grabe des Heiligen gehalten werden, die Reden der Parlamentarier und Katholikenführer und alle Veranstaltungen der Tagung und der ganzen Festwoche mögen sein eine Wiedererweckung und Wiedergeburt katholischen Lebens, eine Wiedergeburt nicht bloß für die Teil­nehmer und die Stadt Fulda, loitbein eine Wieder­geburt für ganz Deutschland. Der Burgpfarrer.

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============ heute ==========

Kollekte für den Bonifatius»nein!

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