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Lsd und (eben.

den Herz Iesu-Monot.

ofior Slic« hieß der angesehenste Advokat der Ge- ,der seit Jahren ein Appellationshof zu Lugano die m P-rszesie führte.

jemals wohnte er tu ci>«m finsteren Palazzo an der kaienMsse der Stadt. Seit aber nach der Geburt rrdwas feines fetzt WöiftöhriZen Töchterleins, fein? -, zarte Gattm w-e ein Schatten dahm schwand, und »es Lebens blühendem Glücke an einem lerchenumsun- I Montage hinaus auf den Campo Santo getragen s, litt es ihn nimmer im alten Hau». Ein Grübler rden, hatte er bis Stille gesucht.

nd das Dorflein, da sein Landsitz stand, war ftilL CM der kleine, blauäugige See und einsam blieben di? die hinter dem Doktorhause über blühendes WeiAand egen einen Kastanienwald dehnten.

in alter Diener und eine Magd vom Lande waren Billa dienende Geister.

cs weiße, vornehnre, romanische Haus mit seinen enden Säulen war in gewaltigen Bärnnen versteckt, m Studio im Erdgeschoß saß am eichenen Schreibtisch Dofior, ein grau kraus er, düsterer Mann, furchig das tz, tieffaltig die Stirn. Ein farbiger Schmetterling rie ihm über die Akten und verkroch sich in den len hinter die Urteile des Bundes gerieftes, allwo er »ersich erstickte. Der Doktor ochtet's nicht.

ine Amsel pfeift am Gcsnnse mrd schaut im schwarzen lein fast würdiger als ein Kanionsrichter in die nor« e Küche des Rechts. Der Doktor achtet's nicht, om Gartenweg hallt goldiges Lachen herüber. Bur* und Mädchen schreiten vom Felde, Kornblumen am , Wegrvsen im Haar, und singen in den sterbenden ag des Volkes altheimelige Lieder. Der Doktor achtets

Der Abendwind gleitet über gründurrkles Baum- eig, und köstlicher Duft strömt durch das Fenster, glutvolle Rot der in die Berge scheidenden Sonne über Ine mit Wappenbikdern verzierten harchölzer- Böden. Unfern plaudern quellend? Wasser. Vom 1 Campanile bimmelt das Glockenspiel und die Dorf. 11 der Ferne klingen dazu. Friede waâelt über die und zündet sacht die Sternlein an.

oftor Riva stützt das Haupt in die hagere Hand. w54 erreichtI" brummt er, ruckt den LehnstuN und erhebt einen Regierungsdrief überlesend.Fort müssen sie, Vetschwestern! Alle müssen sie fort aus dem Tessin, Nonnen, und ihnen folgen die braunen Vettelmönche, ich werde nicht ruhen noch rasten, bis es auch scharf hart an die ganze übrige eklige Psaffheit geht." n den dunklen Augen flammte der Haft.Diese ein- « Oberin von Loreto, was sagte sie mir heute drinnen ir Stobt? Sa, richtig: Ich löscht die ewigen Lichter vertreibe dm Herrgott vom Altar: das werde sich n an nur!"

Unwillig schloß Riva die Fenster dem Ave Maria- ?t:Langweiliges Geschell! Ich fürchte weder Non- mh». »roch der Hostie Rache. Es ist ein Skandal, wie g'rcd im Sunt dieser Kultus wieder im Vokkshirn

Drei Teufel von Rom! Ist all unser Werk denn nft? Sollen wir diesem klerikalen Schwindel nie« ^M elfter werden?"

Herr Advokat. entschädigen Sie!" Sternlos eilte der Diener ins Büro.Herr Advokat, sie tragen die Kleine dl« Gasse herab. Sam Kirchturmdach siel ardina ein Ziegel auf den Kopf."

!rva steht starr.Was? Vernardina? Mein Kind? uindet? Mein Alles, meine Liebe, meine Seligkeit?! mndet?! Tod vielleicht?"

:r wollte Hinauseisen. Da trat der Arzt in dir Tür, politischer Todfeind, derklerikale" Doktor Wklari. Seien Sie ruhig, Herr Advokat, das Kirch lebt noch." llang so gedehnt, so bös, diesnoch". Hinter ihm n zwei Bauern das bewußtlose Mädchen herein und n es im angrenzenden, vornehmen Raume mit der- Sanstheit in die weißschwellenden Kisten des Detilems. lußer Fassung, trostlos, stürzte beim ohnmächtigen e der Vater nieder tmb löste den Kopfverband.

irschrocken rief der Arzt:Was machen Sie?" 2ch muß die Wunde scheu!" entrang es sich dem rhcrzen, und wie vom Schlage getroffen, schlug er sich i« Stirn und stöhnte:Sie ist zu tief zu tièf." )ann nahm er des Kindes habe Hande und bat und

. "DernarÄma, süßes, liebes, Hoves Engelchen, j ein Wort zu Deinem namenlos unglücklichen Vater, ihm, daß Du wieder gesund werdest, o Kind, mein , sterbe nicht, sterbe nicht 0 sterbe nicht!" tnb es schlug die Augen auf, und mit schwacher ime sagte es:Vater, ick) muß sterben! . . Vater richt fassungslos und meine teure Tranen. Meine e ist reinl Ich Habs ... ich habe ... Du hast es 2ten . . . aber die Glocken lauteten so schön und in Kirche spielte die Orgel und Schwester Paulo sang Salve Regina ..." Ich ging hinein. Ich habe chtet, dem Herrn meinen Kummer geklagt und ge. t und gebetet. . . Meines kleinen Herzens große * habe ich weg gebetet. . . Dann wurde mir wohl ^dann sang ich aruh . . . spes noftra salve . . . Und stein fiel vom Zkirchiurm . . . Aber im Herzen war

Sorge mehr."

Kmd. Bernardina, meine «inzlz«, hättest Du nicht tt der Stete . , ."

Bonifatius ruft!

Km 5. Juni

findet auf Anregung des Hochwürdigsten Herrn Bischofs in Zulda am Grabe unseres Glaubensvaters ein großer

MPUMU

statt. Sm Wirrwarr der Zeit Jann nur das Christen* tum uns retten, seine Grundsätze leuchten wie ewige Sterne in die soziale Not unserer Zeit. Dem wilden Ruf:Los von Gott, los von Christus" müssen wir machtvoll entgegensetzen bat Ruf:

M K WWW, M ZN Wk, Kto

Wh folgsam itrei MM."

Sn dieser Gesinnung will der Kachotikentag uns erneuern und befestigen. Er soll eine eindrucksvolle Kundgebung katholischen Glaubenslebens werden.

Wir brauchen AtSnuer heut in trüben Tagen,

Die hoch des Kreuzes heilig Danner tragen Trotz Haß und Hohn in starker, kühner Hand.

Wir brauchen Männer ohne Furcht und Zagsu

Die glaubenstreu die Schlachten Gottes schlagen

Für Kirche, Volk und Vollerlanb."

Sm»kW« ane am 5.M m WsW.

Kommt vor allem ihr tittholischea Männer, ihr Laienapostel im Dienste der Kirche, kommt ihr kaiho- irschen Jünglinge, ihr Streiter und Führer der Zu­kunft. Ihr seid die Hoffnung unseres Volkes, laßt diese Öffnung nicht zuschanden werden.

Sammt la MW und laßt euch erwärmen unb begeistern für die herr­lichen Ideale unseres hl. katholischen Glaubens.

Für den Kothotikeniag ist felgendes Programm ausgestellt:

8 Uhr Prozession der Stadt Fulda unb der bereits

eingetroffenen auswärtigen Teilnehmer von der Stadtpfarrkirche aus zum Grabe des hl. Boni- fatius, Pontifikalamt und Festpredigt im Dom.

2 Uhr Festzug aller kaihol. Männer und Jünglinge uni) HuDigung vor dem Hochw. Herrn Bischof.

Danach Massenversammlungen in mehreren Sälen, in denen hervorragende Redner sprechen werden.

Aumeldungett werden umgehend durch die Psarc- ämler erbeten.

Fulda, Mai 1921.

Ms AWleslMee.

Machen Sie Lem stelberchen Kinde keine Donvursel* matzte der Arzt.

O Bernardino, wer hat Dir denn Sorgen pemacht?^ 11 mb das Mädchen schlang um des Vaters Hals féint Aermchen und lächelte in zarter Wehmut:O Vater , . va! Du!"

Ich, Kind, liebes, armes, böses Kind . .

Machen Sie keine Bonvürk", wiederkokte der Arzt." Ich? Warum? Habe ich nicht ganz Dir Md Deines Erziehung gelebt?"

Ja Du!" Zwei große, lautere Slii^eMUQcn ftbaufai in verzweifelnde Mannesblick.

O Kind, quäle mich nicht! Warum?"

West ... lieber Vater.. . west Du .. . nichts gfaubftf Dein . . . Dem Herzen Jesu so ... so viel Unrecht tust!*

Des Kindes Bewußtsein schwand wieder.

An des Vaters Platz fef;^ sich der Arzt und ging der Nacht entgegen. Für dm Arzt eine Nacht gespannten, Wachens. Für den Advokaien eine Nacht gewaUigep- Kämpfe.

Durch die Fenster sichtete der Morgen. Der Vögel MatuUn begann und die Glocken spielten wieder. Das kranke Kn:d hatte etwas ruhig geschlafen.Herr Advokat", sagte der Arzt,wenn das m noch einmal erwacht, hat es vielleicht einen Wunsch. Verwehren Sie ihm den« selben nicht."

Wo denken Sie hin, meinem Kind, meiner Vernor» bina nie. . ."

Stunden vergingen. Da klang Musik durchs Dorf. Ein helles KinLersingen jubelte in den Morgen hinein. Der Advokat schaute zum Fenster hinaus und mmmelter Ach, heute ist ja Herz-Jesu-Prozession.Cor Jesu^ satumÄnn opprobrils" (Herz Jesu, mit Schmähungen überhäuft!") scholl vorwurfsvoll die Litanei.

Vater . . .", schwach hatte es vom Bett her getönt Aber schon kniete Doktor Riva am Lager seines erwachter^ Kindes, küßte es und strich ihm die siebenden Wangem Was, Kind, was darf ich Dir tun?"Vater ..." D s Mädchen bemühte sich arfizurichten. Der Arzt drängte es, liegen zu bleiben, und das Kind faltete die zitternden, klek^ Hände:Vater! Gch' mir den Heiland holen und bringt mir der Mutter Rosenkranz;"

O Kind, Deins Mutter war ja Protestantin, die hv» doch nie einen Rosenkranz gehabt" Bernardino lächelte: Aber, lieber Vater, Deine Shit ter, meine Ahne, war eilte so fromme, fromme Frau."

Wie geschlagen erhob sich Doktor Riva und stand $, gemb in der Stube.

Es ist Zeit, wenn Sie des Kindes letzten Wunsch e* füllen wollen", sprach der Arzt.Ich weiß nicht, wo dqj Rosenkranz ließt; aber holen Sie ihm den Heiland."

Was kann ich? Das Kind fiebert."

Sie werden doch nerftehen, daß es das Abendrnechk verlangt, da alte ihre Mitschülerinnen heute konrmunlzien haben, will es auch beim Herrgott fein. Am Weiße», Sonntag haben Sie es ihm ja verwehrt. So laßt «4 heute. Es ist wohl sein erstes und letztes Mal!"

Letztes Mal . . .", wiederholte Riva dumpf.Her^ Doktor, gchm Siel"

Nein, Vater, bitte. Deiner Bernardino letzter Wunsch,: Vater . . . gehe Du!"

Er warf einen Blick voll Liebe und Lerlrgeichekt aus hie Kranke und ging.

Eine halbe Stunde später erschien der Priester im Chorgewai'.d mit dem Allechc-iigsten, noch vor dem Got« tesbierrft, im Hause, von dem sich Riva sonst rühmte, daß es noch sein Pfaffeentweiht" habe. Dem Priester folgten alle Mitschüleri'MLn Bernardinos mit einer Kerze in bet Hand und f nieten betend im Sterbezimmer.

Mit strahiendem Antlitz und einem Himmel von Glg^ in den rtnsckMdigen Augen empfing BernarÄina aus Pliv« sterhand das Lebensbrot die Speise der En,zel.

Doktor Riva sah ergriffen, aber stehend zu. Er allein kniete nicht. Da sagte Bernardins zu ihren Mitschüler.: ütnen:Tretet näher, ich muß Euch meine Bitte faaen.* Und ehrfürchtig umstanden sie die Kranke.Ihr Glücks lichen . . /, so sagte sie leise . . .,betet für . . . meinen Vater. ... Er kennt den lieben Gott nicht." Und scheuä Kmderblicke suchten die Augen des Advokaten. Aber bis bohrten sich in den Boden. Und die Kinder knieten mihi beteten und BAnardirm betete mit Und wie sie laut unt» innig flehten:Dein Wille geschehe. . ." und Bernardinos diese Bitte wiederholt«, da fiel Doktor Riva in die Knies und fuhr fortIm Himmel wie auf Erden . . ." und all« waren ergriffen und meinten.

Der Priester aber bot bem besiegten Vater seine Hmih und sagte:Das hat Ihr Kind getan . . ." und Riva fuhr mit der Linken über die Augen und fing zu schluchzen ans Es büßt meinen Unglauben mit seinem Leben. .abet ich will es tragen . . . ich hab's so verdient."

Vater . . . Vater . . .", jubelte mit bei letzten Straft der Stimme das Kind,komme, komme, nimm Deiner Bernardino letzten Kuß. . . Sieh, wie oben tr. Himm«* Deine Mutter weinend 3efum dankt? Dort droben wolleul- wlr für Dich beten. Von dort droben will ich Dich segne« all Deine Tag«, Vater, lieber Vater, tausend, taufeubmai.*'

Sie stirbt!" ^üfterte der Arzt.

Da faßte Riva sein sterbend Kind, wild preßte er eff an die wogende Brust und küßte die erbleichenden Wangen) Du stirbst . . . aber ich fange zu leben an, durch dich, au meines Kindes letztem Tag im Monat des Herzens Leju^