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Wochenkalender.
Zonntag, 29. Mai. 2. nach Pfingsten. Maria Magdalena v. Pazzis, Jqfr.
Morttao, 30. Mai. Von der Oktav von Fronleichnam.
Felix. P. u. M., Ferdinand.
Dienstag, 31. Mai. Von der Oktav. Angela, Jgfr. Petronilla, Jgfr.
Mittwoch, 1. Juni. Von der Oktav.
Donnerstag, 2. Juni. Oktav von Fronleichnam. Marzellinus. Petrus u. Erasmus, M.
Freitag, 3. Juni. Herz« Jesu- Fest. (Klotilde.)
SamStag, 4. Juni. Franziskus Carracroto, Bekenner.
Am kommenden Sonntag Kollekte f. d.Bonrfatiusverein.
Zweiter Sonntag nach Pfingsten.
(Evangei. Lut. 14, 15 - 24.)
Der ZchntzwaN. -^
^ei jenem großen Gastmahl, von dem a die Rede ist int heutigen Evange- 4 Hum, hat der König bei der Mustest rutig ke ner Gäste einen Mann an« Z getroffen, der kein hochzeitliches ___ 3 Kleid an hatte. Boll Zorn über eine solche Schmack ließ der König diesen Eindringling mnauswerfen in die äußerste Finsternis. Der Gedanke an dieses Vorkommnis legt uns die Frage nahe, welche Rolle den Kleidern zufällt.
Zur Auszeichnung ut das Kleid dem Menschen geg. ben gegenüber dem Tier. Denn als vernünftiges Wesen, sagt der hl. Iohannes Chrysostomus, sollte der Mensch bekleidet sein und nickt wie das Tier dahinleben ohne Schani und obne Kleid.
Zum zweiten dient es zum Schutz für die Gesund- Heil. Seit dem Sündenfall klafft ein Riß zwischen Mensch und Natur. Nicht bloß der Löwe und die Schlange, nickt bloß die Wespe und die Mücke, son- dern auch die Sonne und der Regen, Sturm und ipagel, Hitze und Kat e erheben sich oft feindlich gegen den Menschen, den König der ? st'snng. Und da nach Gortes Ratschluß die Men chen nicht bloß in der warmen, sondern auch in vn kalten nicht bloß in den heißen Tropen, sondern auch im llsigcn Norden sich ausbreiten sollten, so mußte die Kleidung als Regulator bienen gegen die Einflüsse der Witterung und des Klimas.
Noch einen biitmi und wichtigsten Zweck hat der Sckopfer mit der Kleidung: sie sollte cut Schutzwall lein gegen das Ueber schäumen der Sinnlichkeit und Fleiicheslust. Im Paradies, als unsere Stammeltern noch im Stand der Gnade und Unschuld waren und von ungeordneter Leidenschaft nichts mutten, da gab es nichts zu verhüllen, nichts zu verbergen, nichts zu verdecken, n chts zu bekleiden, nichts zu verheimlichen, nichis zu schämen; und da zudein über dem Paradies der blaue Himmel lächelte und das Wetter einem beständigen Sommer glich, so ist es ganz naimlid) und [elbiibeiftänblid^ daß Hdam und Eva ursprünglich nackt gewesen sind und
AOKGKKÄKHAKAKKOOO
ans zur heiligen Tagung!
Macht all euch auf in Vogelsberg und Rhön!
Kommt aus den Tälern! Steigt von euren Höh'n
Und wallt in Scharen zum Apostelgrab.
Hört ihr, wie hell aus seiner heU'gen Gruft
Des Vaters Stimme nach den Kindern ruft Daß neues Leben ihre Seelen labe!
Die Kraft des Glaubens, die euch einst verband,
Das Barrd der Liebe, das euch fest umwand, Führt euch zur großen Tagung froh zusammen.
Ser Baum, den Gott gepflanzt, bleibt ewig jung!
Das Himmelsfeuer der Begeisterung
Schlägt hoch um ihn mit immer neuen Flammen.
Die Zeit ist bos. Sie buhlt um Gnad und Gunst,
Im Sündensold steht ihre feile Kunst,
Der Lorbeer welkt im Fliitermarkt der Tage.
Die stillen starken Männer werden rar,
Die T^eue, die der Väter Erbteil war.
Scheint heimgetchrt ins Reich der frommen Sage.
Nun zeigt, daß ihr der Ahnen Sitte wahrt.
Daß ihr noch liebt der Väter fromme Art
Und furchtlos steht im alten Christusgiauben!
O bleibt geeint in sorgendunkler Zeit!
Laßt nicht vom Zwiespalt und vom Brirderstreit
Das Chrisamkreuz euch von den Stirnen rauben!
Dem guten Geiste und dem regen Müh'u
Muß Segen auch für künst'ge Zeit erblüh'n!
Ihr dient der Wahrheit, nicht dem leeren Wahne.
Erneut der Elaubenstreue gold'nen Glanz
Und heftet einen immergrünen Kranz
Vor Winfrids Grab an eure Krcuzesfahnel
Kleinsassen. Ludwig Rübling.
kein anderes Kleid getragen haben als das Kleider Unschuld und der Unbefangenheit. Doch saunt war die Sünde geschehen — welcher Zunder ist da wgleick in die Seele gefallen ? Der Zunder der Begierlichkeit, der Zunder der bösen Lust, der Zunder ungeordneter Zuneigung. Was war die Folge davon? Daß Adam und Eva sich vor einander schämten und vor dem Auge Gottes sich zu verbergen suchten. „Adam, wo bist du?" „Ich fürchte midi bot dir zu erscheinen, weil ich nackt bin." Unwillkürlich griffen die Stammeltern zu den breitesten Blättern, ma: ren ; sich Schürzen daraus und legten sie an. Gott er* i lärmte sich über sie und verschaffte ihnen Kleid»» I ans Tierfellcn.
Siehst du, welchen Zweck der Schöpfer verfolgt mit der Kleidung? Wie der Feind nicht eindring«» kann in eine Festung, so lange die Wälle und Mauern noch unversehrt dastehen, so kann auch die Utt* keuschheit sich nicht eines Menschen bemächtigen, ro lange noch der Schutzwâll der Schamhaftigkeit unberührt ist. Dieser Schutzwall wird aber gebildet durch die Kleidung, die das Körperliche und Sterile am Menschen verhüllt und so der Begierlichkeit einen mächtigen Damm entgegenfe^t.
Was tut aber der Feind des Menschengeschlechtes? Von jeher hat er es darauf abgesehen, den Zweck der Kleidung zu vereiteln. Tatum verleitet er so viele unbmiänb.ge Menschen besonders aus dem Frauengeichlecht zur Putzsucht und zur« Kleidecstaat. lrabei wird der Leib erst recht hervorgekobeu und als Augenweide der Sninlickkeit dargebolen. Schon die Propheten haben gegen die Putz uckt geeifert und den Zierpuppn Gottes Strafgericht an gedroht: „Wegnehmen wird der Herr am Tage der Rache den Schmuck der Schuhe und die kleinen Monde und die Halsbänder, die Geschmeide, die Armspangen, die Hauben, die Haargewinde, die Fußkettchen, die Schnürlein, die Rieckfläschchen, die Ohrringe, die Fingerringe, die Epiege', die Turbane, die Florkleider; statt der Wohlgerüche wild cs Gestank geben, statt des Gültets einen Strick, statt der geb.aunten Locken eine Glatze, statt der Bluse ein Trauergewand."
Was sagt aber im neuen Bund der Apostelfürst Petrus? „Der Frauenschmuck sei nicht der äußere in künstlicher Haarfrisur, in Goldgehängen oder Kleiderstaat, sondern der verborgene Herzensmenfch in der Unvergänglichkert eines stillen und sanften Gemütes".
Und welcke andere Unsitte hat der Teufel noch eingeführt? Die Schamlosigkeit, die gerade in unseren Tagen so mächtig in die Halme schießt und nachgerade alle Grenzen überschreitet. Da gibt es Frauen und Rläöchen, nicht bloß bei Blaub. ütlern und Kriegsgewinnlern, sondern auch bei Dienstmädchen, Fabilkarbeiterinnen und Dörflern, die einen großen Seil des Oberkörpers und oft noch beide Arme un« bedeckt lassen, die allzutief ausgeschnittene Kleider und Blusen, allzu Hirte und enge Röcke, allzu feine durchsickiige oder durchbrochene Stoffe tragen. Wißt thr, woher solche Mode stammt? ?lus den verrufen»