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zösische Geld in seinem Werte sank. Ja unter den valutaschwachen Ländern hat Deutschland sogar die führende Stellung und in Oesterreich, Ungarn, Polen usw. ist das deutsche Geld maßgebend geworden. Wenn es nun auch unsere Radikalen einsehen möchten, daß uns nur ruhige Arbeit wieder in die Höhe bringt!

Der neue preußische Ministerpräsident Sieger tnafb ist von Geburt kein Preuße, sondern ein Bayer. Er ist geboren 1874 in Greußenheim bei Würzburg, besuchte dort die Volksschule und erlernte das Schrei­nerhandwerk. Er war Mitglied des kath. Gejellen- vereins und gehörte zu den Gründern d:r christlichen Gewerkschaften in München. 1899 schuf er den Zen­tralverband christlicher Holzarbeiter Deutschlands. 1902 wurde er Generalsekretär der christlichen Gewerk­schaften und 1908 i internationaler Sekretär der christ­lichen Arbeiterorganisationen. Seine Berufung ins Preußische Herrenhaus als erster Vertreter der orga­nisierten Arbeiterschaft in diesem Parlament erregte seinerzeit viel Aufsehen.

Ueber die pöpsti. Friedensvermittlung im Jahre 1917

ist in den letzten Tagen wieder viel in den Zeitungen geschrieben worden anläßlich eines Artikels des Ie- suitenpaters Leiber in denStimmen der Zeit". Der Artikel war völlig entstellt in deutschnationale Blätter gekommen urrd von diesen natürlich gegen das Zen­trum und gegen Erzberger ausgebeutet, die durch die Friedensresolution schuld sein sollten, daß die damalige Friedensmöglichkeit nicht zuen Ziele geführt hat. Es ist recht merkwürdig, daß dieselben Leute, die damals von dem Friedensschritt des Papstes nichts wissen wollten, jctzt auf einmal darüber jammern, daß er gescheitert ist. In ihres Herzens Kämmerlein denken sie ja ganz anders als wie sie jetzt reden. Damals wmde der Papstfrieden von den Protest. Zeitungen als Schmachfrieden bezeichnet und der Papst als Freund und Zuträger unserer Feinde geschmäht. Man wollte den Frieden gar nicht aus seiner Hand, der Papst war für diese Leute eben der geschworene Geg­ner desprotestantischen Kaisertums" mrd sann auf dessen Vernichtung. Wochenlang hat man damals die Antwort hinausgezogen und auf wiederholtes Drän­gen in Rom sich nicht zu der verlangten bestimmten Erklärung besonders über die Wiederherstellung Bel­giens^ verstehen können. Inzwischen haben Erzberger und Scheidemalm und auch derOsservatore Romano" neues Dlaterial zu dem päpstlichen Friedensvermilt- iungsversuch im Jahre 1917 veröffentlicht, woraus klar hervorgeht, daß dieser nicht durch die sogen. Frie- densresolution vereitelt worden ist; sie wurde vom Reichstag schon Mitte Juli gefaßt; die aussichtsreichen Versuche des Vatikans, den Frieden herbeizuführen, fanden aber erst 2 Monate danach statt. Vereitel: wurden ineje durch den Reichskanzler Michaelis, d.r drei Wochen lang nicht einmal eine Antwort gab und durch die Leute um ihn, die sich weigerten, die über Belgien verlangte Erklärung abzugeben. Man schwelgte auch damals noch in den ausschweifendsten Eroberungsplänen; nach den Erfolgen von 1864, 1866, 1870=71 meinte man, auch im Weltkrieg könne Deutschland gar nicht unterliegen, wobei man übersah, daß man es in allen drei Kriegen mit einem einzigen schwächeren Gegner zu tun hatte, während diesmal fast die game Welt gegen uns staub. Die verrannte Politik unfern Annxionisten und die antikatholischen Jnstin.te und Tendenzen in der Umgebung des Kai­sers, besonders im 5)auptquartier, sind an dem Schei­tern der Friedensbemühungen des Papstes schuld Jetzt wäre man freilich froh, wenn man 1917 den Pavstsriedcn bekommen hätte, beim die Opfer, die wir damals hätten bringen sollen, stehen in gar keinem Vergleich zu dem, was wir jetzt nach dem verlorenen Krieg opfern müssen.

Für Erzberger

nimmt imBerl. Tgbl." der demokralische Reichskags- abgeordnete Landgerichtsdirektor Brod-auf Partei. Er schreibt dazu u. a.: Man mag sich zu Erzberger als Politiker stellen, wie man will, in der Steuerangekgen-

Heit ist gegen ihn ein Verfahren beliebt worden, das ganz unbegreiflich erscheint, und Erzberger hat nicht unrecht, wenn er in einem Schreiben an den Reichs-

lag von rimm ganz unerhörten politischen Skandal ^"^^^"^7 ^^

gesprochen hat. Die ganze Angelegenheit läßt einmal ^ z u ten und e^w.id vo H dcu'^chen erkennen, wie man auch in der freiheitlichen Republik Lullen brutal außer K^sst gesetzt, ^ Lrj|_

°Dch Männer tu W&ra und -u DerfoIBen «a6. °â "?)"'"^ ^L."^^« ^ d'- sich b°> der R-°M°n ganz d-!°nd-i- °-rh°ü> ^e£ ^â*£^^ di, L°I-nI-

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madyt haben; sie zeigt wieder, wie blind manche Mi­nister der freiheitlichen Republik gegen reaktionäres Treiben in ihren Ressorts sind." Brodauf wendet sich lagerten, daß der Reichstag die Genehcrgiung zur ^lrasversolguna ErLbergers ^erteilenDer Reichstag

sollte soviel Recht für sich in Anspruch nehmen, daß er sich, soweit möglich, selbst ein Urteil bildet, und er müßte seine Zustimmung zu einer gerichtlichen Ver- folaung jedenfalls bann versagen, wenn schon aus dem ihm corgelegten Material zu entnehmen ist, daß es tu einer solchen Verfolgung an tatfäiblichen Urriertagen fehlt; er sollte unbekümmert um das Geschrei der reak­tionären Presse erst recht seine Zustimmung ver­weigern, wenn, wie hier, klar zutage liegt, daß ein Abgeordneter das Opfer einer wüsten Hetze fanati scher politischer Gegner werden soll. Das ist schon lange auch unsere Ansicht. Bei der ganzen Erzberger- Hetze handelt es sich einmal um den Kamps gegen den einflußreichen Katholiken und- Zentrumsmann und dann um den Mann, der durch seine Steuerreform mit Energie auch den Großkapitalisten zu Leibe ging.

Wir sind nicht gegen die Religion",

so lassen sich die roten Rattenfänger immer wieder ver­nehmen, wenn sie in kathol. Gegenden auf den Stim­menfang ausgehen. Das ist eine dicke Lüge, allen christ­lichen Glauben wollen sie als unnötig abtun. Auf bem Dresdener rotenKulturtage" kam das wieder zum Ausdruck. Es kann gar nicht in Abrede erstellt w-^cn. daß die Partei, die so gern flunkert mit bem Wahl­spruch:Religion ist Privatsache" die Religionslosizkeit offiziell zur Parteijache gemacht hat. Unter großem Beisoll konnte in Dresden gesagt werden:Uns sind alle Pfaffen zuwider, welcher Religion sie sein mögen. Wir lehnen daher die Weltanschauungsschule ab." Folgende Entschließung wurde dort angenommen:Richt die Be­kenntnisschule, nicht die Simultanschule . . . sondern die weltliche Schule ist die Schule, welche die Sozialdemo­kratie fordert." Also das ist sozialdemokratische Kultur, Führ-rag gestllcn _ ......

bas ist das sozialdemokratische Erzlehungsidca!: die reli- das dralsche Volk oon einer solchen kapitalistischen Geseli- gionslose Schule und die Schule ohne Gott!Die Macht- schaft unerfüllbare Auslaß unb eine fortwäh-ends Ve- verhä lnisse in den Parlamenten müssen geändert wer-1 drückung gesellen lassen muß.

den", sogt der fojialiftifdje Staatssekretär Schutz. War- wr, rückttänd'n

um denn? Damit sie ihre unchristliche Forderung nach! ,, ,, . _. , .. . , -

der religionslosen Schule sich-r durchdrücken können. das Wahlrecht in England ist, zeigt bte Zusammerifetzung Merkt ihr noch nicht, ihr christlichcn, ihr katholisch n des g^enwartigen enMckren Parlaments m w.rtschost- Wähler und Wählerinnen, die ihr bei der letzten Wahl ^h^r Bez-chung Danach umfaßt das hnMge Unterhaus: eure Stimme dieser unchristichen Partei gegeben habt, ® ruâesitz tr 115, Deichcher.-Direk-oren 6 L Kob«n bi re?« was ihr in Gefahr bringt? Ihr duldet nicht bloß, nein, ^". 17'/o®>,,^ ^^ ä11^^ör^

------ 1 - - - - - - - ' Offcz'.are (Londhecr) 50, Bertie 10. Allg. Fab-rrkanten 138,

ihr habt ja durch eure Stimmabgabe diese Leute aufge- forbert, daß sie ihre falschen religiösen Grundsätze auch in der Jugenderziehung zur Durchführung bringen In Ohlau (Schlesien) hoben diese Leute die Errichtung einer katholisch-konfessionellen Schule mit viel Geschrei vcrhin-

bert, obwohl sie mehrfach beschlossen und von der Staats« behörde genehmigt war. In Köln haben sie jüngst eine rcliaionlofe Schule durchzudrücken verstanden, die So­zialisten aller drei Schattierungen. Im Kampf gegen den Glauben sind sie ja stets einig, ob sie M:hrh-its- sozialisten, Unabhängige ober Kommunisten heißn. Wehe uns, wenn ihre Pläne in größerem Umfang gelin­gen sollten, das wurde nur noch mehr zu-r Verrolmng und Verwilderung der Jugend beitragen, wie 53'n«r.....

Richter offen in einer Erklärung sagen, in der sie gegen f Europas zerfleischen sich und im Osten tut sich eine die geplante religionslos Sch"le Stellung nehmen. Diese, s gewaltige Macht auf, die zurückzuweisen einst die ver- dfo die Richler, Juristen, nicht ©afHldjc, sagen:Die einigten Kräfte des geschwächten Europa nicht mehr Erfahrung lehrt, daß eine gute Erziehung nur an der Hand des Sittengesetzes und der religiösen Wahrheiten

möglich ijt

Ausland

Ja Tirol

ist dieser Tage, wie schon berichtet, über den Anschluß an das deutsche Reich abgeftimmt worden. Die der Abstimmung zugnundr gelegte Frage lautete, ob die Tiroler Lanèes- regierung die Bundesregierung in Wien auffordern solle, beim Völkerbund eine Entscheidung über den Anschluß zu verlangen. Die Frage wurde mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit vom Tiroler Volks bejaht. Es ist wohl als sicher anzunehmen, daß die Tiroler Landesregie- rurg eine derartige Aussordeur-mg nach Wien o.-gehen läßt. Als ebenso sicher anzunehmen ist aber auch, daß die österreichisch« Bundesregierung «tUefer Aufforderung nicht nachkommen wird, nicht etwa, als ob di« Bevöl­kerung Gcsamtösterreichs in ihrer überwältigenden Mchr­heit in der Anschtnßfroge anders dächte, als Tirol, sondern weÄ sie von der Entente verhindert werden wird, ein sol­ches Verlangen beim Völkerbund zu stellen. Die Entente hat ja wohl in der schön-en Theorie das SelbstbestiNMUNgs- recht der Völker zur Weltgeltung erhoben, aber nur für die Fälle, in denen es ihr patzt. Dps Selbftbesèim- nnrngsrecht der Völker hat z. B. England n'cht daran gehindert, auch weiterhin die Inder, die Aegypter, die Iren usw. gegen deren Willen scharf an der englischen Kan-

hat mm einmal die Macht und nützt sie brutal aus.

Wer regiert in Frankreich?

Die Herren Milleraad und Vrland haben ihre Lauf­bahn als ausgesprochene Sozialisten begonnen. Auch an

letzten französischen Parlament, das von dem sogen. Rationalen Block" vollständig beherrscht wird, sind die alten Sozialisten Führer geblieben. Ja, sie haben sich in der Regierung noch verstärkt. Das ist der große Unter- schied zwisck>en der französischen und deutschen sozialistischen Bewegung, daß die Führer der ersteren rn nationalen Fragen sich in erster Linie als Franzosen fühlen und als solche eine ausgesprochene nationalistische Politik mit- machen. Die französischen Sozialistenführer sind also dazu berufen, an Deutschland die ungerechten Forderungen zu stellen. Ebenfalls zu den Sozialisten zählt sich der Wieder­aufbauminister namens Coadjeur. Dieser Mann ist be- züglich des Wiederaufbaues mit diktatorischer Macht aus« gestattet. Er besitzt also einen sehr großen Einfluß. Neben­bei ist er der Mitinhaber der größlen Akriengefellschast für den Wiederausbau! Also Beamter und persönlicher Inter­essent in einer Person! Dieser Loucher zählt zu jener Kategorie von Menschen, die sich als Kriegslieferanten schwer bcrenhert haben; er besitzt heute die Steinigtet! von 40 Millionen Francs, ist also einer der größten Nutz- nletzer des Krieges. Jetzt will er aus dem Wiederaufbau nochmals großen Nutzen ziehen. Im französischen Parla­mente sitzen neben Loucheur noch weitere 130 Millionäre, von denen 30 über mehr als 100 Millionen Francs besitzen. Rechnet man hinzu die vielen Generäle es sind fast alle bekannte Ramon aus dem Kriege und die v'elen Aufbauspskulan-ten und Großunternehmer. die bei Dem großen Siegesrummei in das Parlament gerutscht sind, dann müssen die wirklichen Volksvertreter im französischen Parlament direkt verschwinden. Diese p^ofitgierige Unter« nehmvrgrvppc ist es auch, die von deutscher Mitarbeit und deutscher Materialisierung nichts wißen will. Sie rechnen mit Milliarden ron Gold, die sie als Unternehmer unter

sich und ihresgleichen wieder urctzbringerch umf-etzen wollen. Es ist traurig, daß das staazvsische Volk sich eine solche Führ-rng gesellen uißi, und es ist unerträglich, daß sich

Bantdirektoren 28, Petroleumdirektoren 4, Advokaten 102, Brauer 10, Offiziere (Marine) 12. Arbeiter 65. Die Lon­doner WochenfäjriftThe Nation", der diese Statistik ent- nomnien ist. Hat recht, wenn sie folgert, daß das Unter­haus ein Parlament des Kapitals und des Großgrund-

Dapans Appelil.

Japan hat nun die tatsächlich« Annexion der Insel Sachalin vollzogen. Der Oberbefehlshaber der japa­nischen Truppen, Gmerol Kosina, hat, nachdem er die größten Stücke der Insel besetzt hatte, auch eine Zivil­verwaltung eingesetzt und die Bevölkerung aufgefor­dert, sich slimer Gewalt zu unterwerfen. Die Völker

ausreichen werden.

Die glück ichen Chinesen.

Die Regierung in Pekirw plant eine Einkommen- steuer, gegen die sich ein wachsender Widerstand aller Kreise bemerkbar macht. Der Steuersatz beträgt dabei für die Beamten einhalb bis fünf Prozent des Ein­kommens. Wie glücklich find doch die Chinesen daran,

daß sie solche niedrigen Steuersätze bekommen. Es fehlte ihnen aber das Wichtigste zu ihrem Glück, näcrüd) das Bewußtsein, daß es ihnen steuerlich so gut geht. Wären wir doch so glücklich, wie dieseun­glücklichen" Chinesen.

ze^ Diözese Fu!ds. ^^

Der Hschw. Herr Bischof hat den Pfarrern Wilh. Ney in Dipperz und Hugo Zimmer in Erfurts-' hausen anläßlich ihres go denen priesterjubULurps den Titel G e i st l i ch e r Rat ad honorem verliehen. Beide Herren haben am 30. April 1871 die hl. Prie­sterweihe empfangen. Herr Pfarrer Zimmer wirkt seit dieser Zeit ununterbrochen in Obertassen, Herr Pfarrer Ney ist nach femre reich er Tätigkeit als Kap­lan in Hanau und als Domkaplan und Gefânprases in Fulda seit 1886 in Dipperz tätig und durch seine vielseitige Mitarbeit im öffentlichen Leben eine in ereilen Kreisen des Fuldaer Landes hochgeschätzte Per­sönlichkeit. Beiden Jubilaren bringt auch derBom- fatiusbole" als zwei treuen Freundm die herzlichsten Glückwünsche dar. ,

Eine gewaltige Wenschmenge flutete am vergange­nen Sonntag in den Dom und füllte dessen weite Hal» len, um dem Berichte unseres Oderhirten über fein« Bamreiss zu tauschen. Der HoaM.Herr Bischof konnte von der Liebe und Freundlichkeit erzählen, wo­mit er von dem dl. Vater zweimal, am Samstag den