Li» Kritischer Taz erster Ordnung
d der 1. Mai für DealfOaud und die ganze Well i. Deutschland hat sich nach drittel 235 des Frie- svertras-s von Versailles verpflichtet, bis zum Mai l. L. insgesamt 20 Milliarden Goldmark in last von Gold, Schiffen, Waren und Wertpapieren zahlen, um auf solche Art »Len alliierten Mächten n jetzt dir Wiedrraufrichrung ihres gewerblichen » wirtschaftlichen Lebens zu ermöglichen". Nach er er Auflassung finb nun diese 20 Milliarden Go!L- rk dirrch die Sachlèefrrungen der letzten zrv°i Lahre nlA vollständig abgezahlt. Die Wiedergutmachungs-
beseit, der Reparattonstommission sofort den Betrag von 1 Milliarde Goldmark zur Verfügung in Form von Gold, Silber und !
latiung, daß die teut»
rmission ist dagegen der Ausch
n Leistungen nur einen Wert von 8 Milliarden
dmark, also noch nicht einmal die Hälfte der oer- barten Summe darstellen und ihre Schätzung ist h dem VersailKr Vertrag maßgebend, so daß die tenie das rein formale Recht für die angedrohten asmaßnahrnen aus ihrer Seite hat. Am 1. Mai 3s. läuft auch der Zeitraum ab, dis zu den: dis Ns- ationskoinmissign dir Grssrntziffer der deutschen mèd aufMstcüt und einen Zahlungsplan ausgear- et haben mutz, in dem die Art und Werft der aus Lahre beredenden SchuidentilgrMg genau ausein- ergesstzt ist. 2n London ist der vorgelegte Plan uns nicht angenommen worden, angeblich, weil llnmsgliches verlangte. Wir haben damals auch zu en gchort, die von der Richtigkeit des taktischen -gehens des Außenministers Simons nicht über- st waren und mit schweren BeLrnkcn der nächsten unft entgegen schauten. Schmidigkeit mrd so rfches sen ist preußische Welslsart, darin lag die Stärke preußischen Armee. Auch im Zivilleben mag diese tik a in manchen Fällen von Nutzen sein, r gewiß ist sie er nicht dort, wo wichtige Lntichei- ;gen fallen, Entscheidungen über bas Schicksal der NN Nation. Da ist nicht nur Wagen«»:, sondern ? kühle und vorsichtige Einschätzung der Gefahren, Risikos geboten. Mit Kraftsprüchen von „zuweü enden Zuüeftändnissen", »fest bleiten", „laßt sie kommen" und bergt ists da nicht getan, besonders lt, wenn mag in ihrer so anustligeN und erbar- agswürdigen Lage sich befintet, wie das jetzt bei der Fall ist. Da kann nur eine Politik des klu- tntb geschickten Ausweichens Erfolg haben. Bei i Va-dsugtre-Spirten, wo alles auf eine Karte tzt wird, haben wir im Krieg gerade genug Pech abt Das deutsche Volk ist durch die Spklvcrluste, es dabei erlitten hat, zu schwer getroffen, so daß neue nicht mehr verträgt. Deutschland darf nicht i Spüiball trotzköpfiger politischer Dilettanten i ;a lures vx rdrn, der mit anderen „Sachverständigen" dem Scheitern der Londoner Verhandlungen an» inend die Hauptschuld trägt. Angesichts der bro= >en Strafmoßnahmm blieb der Regierung doch t« anderes übrig, als wieder eine Derhandlungs- ilichkeit zu suchen und schließlich ist sie dazu gekom- !, bei Amerika, bezw. bei dem Präsidenten Harding, e zu suchen. Das an ihn gerichtete Bittgesuch legte it dar gange Schicksal tes deutschen Dolbcs in feine *te, feinem Schiedsspruch wollte sich die deutsche ierung ohne Widerrede unterwerfen. Wenn man vergangene Zeiten denkt, lag darin eine Demut i- 0 des deutschen Volkes, die geradezu beispiellos g«. nt werden kann, ein augenscheinlicher Beweis für geradezu trostlose und verzweifâ Lage, in der — "^me* Vaterland sich befindet. Harding hat Schiedsrichteramt abgelehnt, sich aber wenigstens ,i£ tr ü.rt* -neue deutsche Vorschläge an die Alliierten oerzugeben, dauni die Verhandlunger» eisbald wie- ausgenommen werden." Diese ' Vorschläge sind nach Amerika abgegan^n und man darf wohl ^ ^B. ^E W» ©nmblage für neue Verhandlungen
»erden Deutschland erklärt sich bereit, die cht zur Zahlung von 50 Milliarden Mark Go^d- k im Gegerrwartswert onzunrhnren und
Wert dieser Sumnir in Jahresraten zum rmtbetrag von 200 Milliarden Goldmark leisten. Es will seins Verpflichtungen in stehender Form erfüllen: Drutschlarch legt 'i eme internationale Anleihe auf und wird stlbst an dieser Anleihe beteiligen. Der Ertrag zinkige wird den Alliierten zur Verfügung gr-
Der Betrag der Schuldsumme, der durch die mauonale Anleihe nicht gedeckt ist, wird Deutsch- 1 00$ Lage seiner Leistungsfähigkeit oerzin-
Uf:® 9 m o r t i f i k r en. Deutschland ist ferirer
zu stellen . Reich»- schatzonwelsungen. Gegebenerifalls ist Deutsch- land willens nach Maßgabe seiner LeistungsfähigkeU die AerpslichlurrgeK der Alliierten aus ihrem Schuldverhalmrs zu den Bereinigten Staaten auf sich ^u nehmen. Mit ber Amuchm« dieser Bor- schläcn: würden c'le anderen Verpflichtungen zur Re- pürairon erlöschet!. Auch würde das deutsche V er- mögen im Ausland frei Deutschland hält seine Leistungen nur für durchführbar, wenn dasSystem der Sanktionen alsbald mrfgchsden wird, die beutle Produktion nicht weiter verringert wird und dsulfchc Werte zum Weltverkehr gugelaffen werden. Deutschland verpflichtet sich eine internationale
Sachverständigenkommission über seine LeistrÄtzssähiskeit anguetfermen. Die deutsche Regierung erklärt sich bereit, Adänderungsvorschläg« der amerikanischen Regieru,ig zu prüfen. Der Faden mit Anirrila ist nun gehrupft und es besteht Aussicht, daß auf diesem Wege eine Verbi ndimg mit den Mierten selbst zustande sammt. Die amerikanische BelvilwètUgkeit ist in der Diplornatrrrsprachr gewiß doch eine HandbLwegurkg, welche den ttngezügeUen Bestrebungen Frankreichs Eirchait winkt und zugleich das wankende Ansehen der deutschkn R^irrunz festigt Freilich wird das deutsche Volk, das sich schon so oft in seinen Hoffnungen getäuscht sah, gut daran tun, die Erwartungen, die es an Amerikas Eingrrinn in dem Reparation-streit knöpft, nicht zu hoch zu schrauben. Die Finger wi.d stch Slmeriln Deutschlands wegen sehen» falls «richt verbrennen. Es ist stets besser, die Dings, die kormr.-etl werden, mit Vorsicht, als mit zu rosigem Optimismus anzusehen. Ob die Besitzung des Liuhr- grbiktes als Faustpfand ..... ______u 2^„
Idftungen Deutschlands noch hiugehcriten werden famr, ist sehr fraglich. Möge Gott ein gutes Ende geben.
$0 kaufe», toetat nachgewiefM ist, daß es sich um Ro^ tautschut holländische« Ursprungs handelt, ober um solche» Rshkaurschuk, der vor dem Intrafttrete» der „Santtioi'.eo tei deutsche» Häârn eingrlasert oder von diesen kontrahiert war."
Artikel 18 und 161
der Reichöverfassung ermöglichen bekanntlich nach einer Sperrfrist von zrmè Jahren eilte Volksabstimmung in teil einzelnen preußischen Landesteilen zur Frage der .Autonomie", d. h. Errichtung eines selbständigen „Landes". Diese Frist läuft im August ab. Die deutsch-hannoversche Partei hat nun erklärt, daß sie eine solche Volksabstimmung in Hannover an- streben wird »unter selbstverständlicher Berücksichtigung der außenpolitischen Lage des deutschen Vaterlandes". Auch bei dieser Gelegenheit erklärt bis Partei, deß die unverbrüchliche Liebe unb Treue zum deulsc^n Vaterland« wie in ter Vergangenheit, so auch in Zukunft die oberste Richtschnur ihres Handelt» fein und bleiben wird.
Der deutsche Kaufmann
Hat nach bem Abschluß des Versailler Verwags mit dem ihm eigenen urgautfaiiortstalent und seiner zähen Ausdaucr airdald versucht, die früheren roeltwirt- sihafilichen Beziehungen möglichst schnell wieder an- yifnüpfeiL In den Ländern des Fsircdbundes stieß er batet aber auf erheblichen Widerstand urâr Widerwillen, hier besteht ebenso wie auf polnischem auch auf wirtschaftlichem Gebiet noch ein halber Krtegs- yiftanb weiter. Sn den neutralen Staaten, vor allem in den uns freundlich gesinnten dagegen wurde das WieLeretsZ-eineu deutscher Waren mehr oder weniger lebhaft begrüßt. Infolge dessen hat sich der deutsch«
Ausfuhrhandel nach den neutralen Staaten wesentlich schneller wieder entfalten können als narb den Feind- and zur Sicherung teè Zahlungs- Lundstaaten. Von diesen behindern allerdings die Vereintsten Staaten und Italien verhältnismäßig noch am wenigsten die Einfuhr deutscher Waren, beim Handel mit den Vereinigten Staaten wirken indessen Derfrachtungsschtvierigkeiten, beim Handel mit Jiatien die stark gesunkene Kauskmst des Landes hemmend. Die gefunfene Kaufkraft ist auch die Ursache, weshalb unser Handel mit den ost- und südost- europäischen Ländern noch läutend zurückgeblieben ist; dazu treten »wch, namentlich bet Rußland, bk xeNärten politischen BerhäUnisie. Unter den außer- «mwpüischen Ländern verschließt sich Australien noch nahezu »wttig der Eirrsuhr deutscher Waren. Bei Asien, Asriko und Südamerika spielen ebenso wie bei den Vereinigten Staaten die durch die Wegnahme der
UnrrfSttliH
rst Frantrc^th; fast tem Tag vergeht mehr, an dem nicht eine neue Forderung an Deutschland gestellt wird. Run wollen sie uns auch noch unser letztes Geld wegnehmen und sie haben deshalb die Wiedergutmachungskommif- sion veranlaßt, an die dSutfchcKriegslastenkommifston die Aufforderung zu richten, die bei der deutschen Reichs- bank und den übrigen Notenbanken befindllchsn Goldbestands in das defekte Gebiet überguffsyren als Sicherheit für die französischen Forderungen. Die von der Eier nach unserem Golde diktierte neue Forderung ist ebenso unverschämt wie kindisch, denn jeder Schuljunge weiß, daß das Gold nicht bem Staate gehört, sondern Eigentum der Neichsbank ist. Der Goldbestand der Reichsbank beträgt zurzeit 1 tol 494 000 Mark und dient zur Hauptdcckuag für den gesamten Umlauf an Reicks» vmlknotrn. Wenn auch die Deckung nicht mehr wie sm Frieden ein Drittel des Gesamtbestaâs erreicht, so nähert sie sich doch immerhin noch ungefähr einem Fünftel. Die Wegnahme des Goldbestandes würde auf den Kurs der Reichsbcmknsten katastrophal wirken und die deutsche Währung entwerten. Die deutschen Ärebife Im Ausland belaufen sich auf Milliarden und die In. Haber dieser Fordrrritmen würden schwer geschädigt, wenn die deutsche Marl weiterhin erheblich sinkt. Die «virtschastspolitischen Folgen einer solchen Maßnahme sind gar nicht abzusehen. Nachdem Deutschland di« Ueber» führur-K nach Koblenz oder Köln abgelehnt hat, wird die Uebcrweisung eines Betrages von 1 Milliarde Gold, mar? bis 30. April an die Bank von Frankreich gefordert. Und wenn es »icht geschieht, hat die Entente einen f neuen Grund für ihre Zwangsmaßnahmen, denen wir machtlos gkgenüberstehen. , '
un
deutschen Handelsflotte verursachten Versrachturrgs- schwierigkeiten eine hemtnende Rolle.
Das ANnlsierlrim Steger «vald
ist mut doch nach langem Hin und Her auftattbegefon» men. Allerdings nicht so, wie es anfangs wohl geplant war, unter Beteillgrmg der alten Koalitionspar- tefen u. unter Hinzuziehung der Derrtschen Volkspartei, sondern als ein Mittelding zwischen einem polit. u. einem Veamtenministerium. Die Sozraldrniokratie wollte sich absolut nicht dazu verstehen, mit der Deutschen Volkspartei zusammen in einem Ministerium zu sitzen und außerdem war sie auch in der Personsnfrage ganz unnachgiebig. Die Soziâmokratis betrachtet olles vorn parieipslitifchen bezw. vom machtpolitischen Standpunkt aus. Obwohl sie recht gut weiß, daß die Politik aus Kompromissen besteht und unter unseren Parteiverhältnissen notwendig bestehsn muß, möchte sie
Gegen die Sanktionen
(hü) wir doch nicht ganz wehrlos^ mmn nur der dmtsths Gomemsicu, sich eimgernraßen bewährt. Die durch deut- sitze Gegeminchmchnren hn-vorgerusenLN peschäflÜchLN Störungen fennen sich m den Enirntetüârn lxUd recht »mpfinMirb fühlbar machen So ha: der ZmtralverbanS der -«UschÄi KQuischnlindustrir in Berlin an ferne Mir- Oleder ein Rmchschcoiben versandt, kn denk er ihnen trabe legt, ihren Einfluß dafür elnzusetzgn, daß in einer wirbungsvollen Weiss den unechörten Geroalt- aftan der Entente, unter dem „FvieLens"oertragsaUÄ>ruck: „SünkLon-en" gehend, WLerstand geleistet werde. Dir deukschen Industrie- und Haridetskreise vermögen den Beweis, daß Industrie mid Handel in DeutschÄnL noch lange alcht zur NachHosizknI verurteilt sind, insbesondere den Engländer» schr leicht dadurch zu erbringen, daß sie die Haâeisbcziehungen zu England nki)t unberührt durch di« „Sarcktioncn" laßen. Pflicht der Kautschukindustri« ist es
Rohkntsä>uk und sonstige (au5 England) bezogene ‘ Roh- oder Hilfsrohstosse vorerst nicht mehr in England zu kaufen, bezw. Rohkoutsihu? in jetziger, Zeiten nur dann.
unter alüu Umständen im neuen Staat dir Macht möglichst allein in der Hand behalten, dämm ihr hart, näckiges Festhalkn an gewissen einflußreichen Ministerien, urch ihre Ablchnurrg aller, auch der erträglichsten Zrrgestäâisse und ihre Behauplrmg, Steger salb habe sich vor seiner Wahl zum Mimsterprästdciâ zum Rücktritt verpslichtet, wenn es ihm nid# gdingr, ein Ministerium zu bilden, das die Zustümnung aller Koalitionsparkeirn, auch bet sozialdemokratischen, finde. Dieses Lügengewebe wurde dadurch, daß Sie»
gerwalL zmn Zkveitenmale sich zur Wahl stellte, zerrissen. es zeigte sich, daß die SozialdemokratLN mit ihrer Auffassung allein standen, Stegerwald erhielt die Stimmen amtlicher anderen Parteien. Er bildels nun, nachdem alle Versuche gefdjeltert waren ein rein politisches Ministerium zu bilden, wie schon er- urähnt, ein gemischtes Kabinett, das sich folgender- mraßen zusammensetzt: Stegcrwald — Präsidium und Volkswohlfahrt, Fischbeck — Han^i, Dr. Zchnhofs — k^-ftiz, Dominikus —- Inneres, Saemiick — Finanzen.