Ausgabe Ba
für die katholischen Gemeinden Kassels
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Wochenkalender.
korntag, 17. April 3. nach Ostern. (Schluß der österlichen Zeit.) Anicet, P. u. M.
Nontag, 18. April. Von der Oktav deS Schutzfestes des hl. Joseph. Eleutherius, B. u. M.
Dienstag, 19. April. Von der Oktav. — Werner.
Rittwoch, 20. April. Oktav des SchutzfesteS deS hl.
Joseph. Hildegunde.
Donnerstag, 21. April. Anselm, Bisch u. Kchl.
"reitag, 22. April. Soter u. Casus, P. u. M.
^umStaa, 23. April. Georg, M.
Dritter Sonntag nach ©Ker&
(Evangelium Joh. 16, 16—22.)
Zurüstung zum Uönigsmahl.
Burn Vater will der Heiland zurückkehren in den Himmel. Ich weiß nun einen andern Himmel, in welchem der Heiland einziehen will: die Seele des Kommunikanten. Damit es dem Erlöser aber gefalle in diesem Himmel, muß eine gründliche Vorbereitung der hl. Kommunion vorausgehen. Lars man ja, um mit Jesu Worten zu sprechen, „das Heilige nicht den Hunden geben und die Perle nicht den Schweinen vorwerfen". Ter Apostel aber ermahnt uns „der Mensch prüfe sich selbst und erst nach dieser Prüfung, nach dieser Besinnung, nach dieser Reinigung, nach dieser Vorbereitung esse er von diesem Brote und trinke aus diesem Kelche: denn wer un» würdig von diesem Brote ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht." — Worin besteht der wesentliche und unerläßliche Teil dieser Vwbereilung? Im Freisein von jeder schweren Sünde, im,Stande der Gnade. Wäre dein Herz noch voll Zorn, würde es noch kochen von Rach. ^^ ?"^ Feindseligkeit, würdest du noch gestern mit Fleischeslust dich befleckt oder dem Trunke dich er» geben haben, wären du im Besitze fremden Gutes ohne die geringste Absicht, dasselbe jemals herauszu- geben oder den Schaven zu ersetzen — dann fehl seinen Fus; in Bewegung, um zu.» Mahl der Engel hmzutrelen. Zuerst das Hindernis der schweren Sunde weggeraumt du.ch gute Beicht und entschiedenen Willen zur Lebensbesserung, dann erst ist der Weg zur Kommun onbanl frei. Würdest du es wohl über dich bringen, in zerrissenen Schuhen, zerlumpten und schmutzigen Kleidern im Gotteshaus zu erschei neu oder auch nur auf der Straße oder in einem öffentlichen Lokale d ch zu zeigen? — Und du solliest es über dich bringen, den unendlich heiligen Gott nicht bloß zu besuchen, sondern auch zu empfangen mit einer Seele, die staut im Schmutze dec Sünde?
^s st aber der Stand der Gnade schon genug? Keineswegs. Wie der hl. Alovsius o sollst auch du
das Gewand der Gnade schmücken mit den Edelsteinen guter, frommer Uebungen. Im Altertum und Mittelalter ist es üblich gewesen, daß der Diakon unmittelbar vor der hl. Kommunion dem Volke zurief: accedite cum side, tremore et dilectione: tretet herzu mit Glauben, und Ehrfurcht und Liebe. Sieh, das ist das Treigestirn der Tugenden, das wir an- siinden sollen zum Empfang des Heilandes: Glaube, Ehrfurcht und Liebe. Und zuvörderst ist ber Glaube der allerbeste Schlüssel zur würdigen Kommunion Bei diesem Geheimnis, wo die Augen, die Ohren, die Sinne, sogar der Verstand vollständig ausgeschaltet sind und die Waffen strecken, hat der Glaube eine große Rolle zu spielen:
Fester Glaube muß ersetzen
Was dem schwachen Sinn entgeht.
Oeffne also, mein Christ, die Augen des Glaubens und bedenke, daß in dieser armseligen Brotsgestalt gegenwärtig ist der Sohn Gottes, der seit Ewigkeit auf dem Throne des Vaters sitzt, der als Kind in
I Die Zahlkarte
$ für den Josephspsennig kann erst der n ä ch st e n
K Nummer beigelegt werden.
der Krippe lag, der als Opferlamm am Kreuze Jfarb, der in Herrlichkeit vom Grab erstand; mit dem Apostel Thomas falle nieder und sprich: mein Herr und mein Golt! — Ter Patriarch Jakob sah eine Leiter und Engel Gottes darauf und den Herrn der Engel darüber': und sein Körper und seine Seele wurden geschüttelt von heiliger Ehrfurcht, daß er iprach: „Wahrhaftig hier ist Gottes Haus und die Pforte des Himmels". Ist in unserm Geheimnis weniger als aus der Jakobsleiter? Keineswegs: gegenwärtig ist Jesus Christus, der Herr der Heericharen, der mit dem Vater die Welt erschaffen hat und mit ihm in Allmacht sie regiert; und nicht etwa steht er fernab auf einer Leiter, nein, er ist dir so nahe wie deine Hand, er wird auf deine Zunge gelegt und wird Speise deiner Seele. Muß also nicht Deine Seele überwältigt werden vom Schaudr der Ehrfurcht? Gegenwärtig ist der heilige Gott, den ich so oft mit Sünden und Nachlässiigkeiien beleidigt habe, der gerechte Gott, dessen Strafe ich verdient, dessen Spruch einst entscheidet über eine Ewigkeit; und dabei auf meiner Seite eine solche Armseligkeit, eine solche Erbärmlichkeit, eine solche Nichtigkeit. Da ist uns aus dem Herzen gesprochen Petri Ausruf: „Herr, geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch". Jener Hauptmann von Kapharnaum möge uns den rührende» Ausdruck seiner Demut leihen: „O Herr, ich bin nicht würdig, daß du ein- gehst in mein Herz; vielmehr sprich nur ein Wort und es wird gesund werden meine Seele.*
Wie aber der Essig gemildert wird durch Oel, so muß auch die Ehrfurcht gemildert werden durch die Liebe. Was für einen Heiland willst du denn empfangen? Den Heiland, in welchem alle Freundlichkeit, alle Anmut, alle Liebenswürdigkeit verkörpert ist, der gekommen ist, nicht die Gerechten zu berufen, sondern die Sünder, der über das wiedergefundene Schäfchen sich freut, der dem Apostel Petrus wegen dessen schmählicher Verleugnung nichts nachgetragen hat, der all seine Majestät unter dem Schleier der Gestalten verborgen hat, der seine ganze Wonne darin findet, unter den Menschenkindern zu weilen, der die Vernachlässigung des Kommunionempfangs mit ewiger Verstoßung bedroht hat.
Kommt getrost und laßt euch nicht
Bon der Hoheit Glanz erschrecken,
Denn er will sein Angesicht
Unter Brotsgestalt verdecken:
Bleibet jemand träg zurück,
Der verkennt sein eigen Glück.
Wie kann die Seele es aushallen ohne diese Speise? Mit Sankt Petrus wollen wir auSrufen: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte öes ewigen Lebens".
Aus dieser Liebe wird ein brennendes Verlangen, eine glühende Sehnsucht in deinem Herzen erkeimen, die. dir die Worte des Psalmisten auf die Lippen legt: Wie lieblich sind deine Zelte, o Herr der Heerscharen; es schmachtet und seufzet meine Seele nach Den Vorhöfen des Herrn; mein Geist und mein Fleisch fliegen entgegen dem lebendigen Gott". —
Labung der gepreßten Herzen,
Pfand der Liebe, Trost in Schmerzen!
Laß uns Herr dein Fleisch und Blut
Lieben als das höchste Gut.
Laßt des Herren Lob erklingen
Uns ihm dreimal heilig fingen.
Sei gelobet ohne End,
Jesus in dem Sakrament.
Der Burgpfarrer
Der hl. Joseph und der ürbriterstand.
(Zum Schutzfest des hl. Joseph.)
Der heilige Joseph nimmt im Heilsplan Gottes eine ganz hervorragende Stellung ein. Als Nährvater des Heilandes ist er der besondere Schutzpatron der katholischen Kirche, als Gemahl der seligsten Jungfrau ist er ein Mustcr und Beispiel des christlichen Familienlebens, als armer Handwerker aber könig. lichem Geschlecht entsprossen, ist er Vorbild sowohl den Reichen und Vornehmen, wie den Armen und besonders den Arbeitern. Gott sicht nicht auf die Person, vor ihm sind alle gleich, der Hohe wie der Niedere, der Arme wie der Reiche, in seinen Augen gilt nur