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seinen Schweizer Zufluchtsort zurückkehren. Man kann wohl sagen, es war zu früh, der Zeitpunkt zur Wie­deransrichtung der Monarchie ist in Ungarn noch nicht gekommen. Politische Ereignisse, die von Dauer sein sol­len, müssen heranreisen und dürfen nicht künstlich zur vorzeitigen Erfüllung gebracht werden. Sonst gibt es einen Fehlschlag. Da hat König Konstantin anders gehandelt. Er hat gewartet, bis das ganze Volk ihn rief u. da hat auch schließlich die Entente sich damit zu­frieden gegeben. Welche Stellung die Entente zu Lem Plane Karls anfangs eingenommen hat, ist nicht ganz klar. Jedenfalls hat er nach seinen Ratgebern den Ein­druck gehabt, daß Frankreich sich damit abfinden würde, wenn es im Lande selbst ihm gelingen würde, sich durchzusetzen. Die Ententenote, die aus seinen Rücktritt bestand, kam erst, als sich bereits zeigte, daß der Wi­derhall in Ungarn selbst nur schwach war. Militärisch würde Frankreich wohl kaum gegen Karl etwas unter­nommen haben, wenn er sich mit Hilfe der monar­chischen Parteien und der Armee durchgesetzt hätte und auch die Mitglieder der kleinen Entente hätten kaum gegen Frankreich Stellung nehmen können, wenn sie natürlich auch vom Erscheinen Karls keines­wegs erbaut waren, weil sie für ihre Existenz fürch­teten. Den Hauptgrund für den plötzlichen Entschluß Kaisers Karl bildete wohl die innere politische Gut« Wicklung in Ungarn selbst. Der Exkaiser glaubte be­fürchten zu müssen, bei längerem, untätigem Zusehen in seinen Ansprüchen auf den ungarischen Thron ge­schädigt zu werden und tatsächlich sind diese Befürch­tungen auch nicht ganz unbegründet. Die Parteiver­hältnisse in Ungarn haben in den letzten Monaten eine ziemlich starke Verschiebung erfahren. Es ist nicht unmöglich, daß die Partei der Kleinen Land­wirte einmal die Mehrheit oder wenigstens einen aus- schlaggebenden Einfluß im ungarischen Abgeordne­tenhaus erhält. Diese Partei tritt aber für freie Königswahl ein. Manche halten sie gar für republi­kanisch. Da war es begreiflich, daß die Anhänger Karls, die auf dem Standpunkt stehen, daß Karl IV. noch immer rechtmäßiger König von Ungarn sei, zur Entscheidung drängten. Sie ist nicht in ihrem Sinne ausgefallen, wohl hat die schnell zusammenbe- fufene Nationalversammlung ihre ablehnende Haltung gegen Kaiser Karl ausschließlich mit der feindseligen Haltung der Ungarn feindseligen Staaten begründet, aber Einzelheiten lassen doch erkennen, daß auch prin­zipielle Bedenken gegen Karl reichlich im Spiele wa­ren. J^eNfalls hat der monarchische Gedanke durch den verunglückten Osterausflug Karls nicht gewonnen.

In der Beurteilung Kaiser Karls als Person möch­ten wir aus guten Gründen zur Vorsicht mahnen. Kai­ser Karl hat bekmmtlich eine ganze Masse Feinde. Die Urteile über ihn und sein Verhalten gehen diametral auseinander. Selbst ein Mann, wie der frühere Kriegsminister Frhr. v. Stein, spricht in seinen Kriegserinnerungen sehr scharfe Urteile wider ihn aus. Und der österreichische General Krauß, der allerdings stark alldeutsch orientiert ist, dessen soldati­sche Tüchtigkeit aber nicht bestritten wird, stellt der Befähigung des Exkaisers kein gutes Zeugnis aus. An­dererseits treten beachtenswerte Persönlichkeiten für lhn ein, und dasNeue Reich", die Halbmonatsschrift der österreichischen Katholiken, in der die katholische Intelligenz von Oesterreich zu Wort kommt, hat schon in mehreren beachtenswerten Artikeln, die von her­vorragenden PerjÄckichketten mit Namen gezeichnet waren, Gelegenheit genommen, viele der umgehenden Behauptungen über den Kaiser und die Kaiserin Zita als haltlose Verdächtigungen nachzuwei- sen. Was insbesondere stutzig machen sollte, das ist der abscheuliche unritterliche Kampf, den gewisse Blät­ter fortwährend schon während des Krieges gegen die Kaiserin Zita führen. Sie wird, wie der Kaiser selbst, ohne weiteres des Verrats an der Sache Deutschlands beschuldigt in dem Sinne, als ob sie es mit Italien und mit Frankreich gehalten habe. Das sind zweifellos Verleumdungen, die insbesondere von denselben antikatholischen Elementen ausgehen, die mit allerlei Andeutungen und Verdächtigungen von jeher antiultramontane Geschäfte machen wollten. Jeden­falls hat die katholische Presse keine Veranlassung, diese Hetzereien mitzumachen, mögen die Behauptungen fauch mit größter Sicherheit aufgestellt werden. Ex­kaiserin Zita hat doch nicht den mindesten Grund, etwa mit dem Königreich Italien freundliche Beziehungen zu unterhalten. Ihr Großvater, Herzog Karl HI. von Parum, fiel einem politischen Meuchelmord zum L-pfer, an dem die Förderer deseinigen Italiens" Vin großes Interesse hatten. Ihr Vater kam dadurch ^m den Thron. Im übrigen wird der Exkaiserin von Denselben Leuten, die ihr Verrat zugunsten des Qniri- Ms nachsagen, auch besondere Ergebenheit dem Hl. ^tuU ceaenübervorgeworfen" ko muk man es

im Sinne dieser Leute deuten. Das muß stutzig ma­chen. Jedenfalls sollte man diese tendenziösen Trei- bereiett, die an einen Hintertreppenroman erinnern, nicht ernst nehnren. Wir machen uns geradezu ver­ächtlich, wenn wir bezüglich dieser Fragen auch weiter­hin uns, zu Nachbetern von Aeußerungen machen, bei denen eine rrlldLulsch«. oder anlikalhoUsch«, oder frei malerische Tendenz offensichtlich zu Tage tritt. Mag ich schließlich Herausstellen, daß der Exkaiser Karl einer Stellung nicht gewachsen war und daß er auch etzt unklug gehandelt hat Wchrheit und Gerechtig- st! müssen auch ihm gegenüber uns höher stehen als Tendenz. ^^

Krieg recht ansehnliche Beträge ausbrachten. Der Jahresbericht für das Lahr 1919 ist vor längerer Zeit an alle Otsgruppen und Einzelmitglieder zugleich mit einer Za hl karte (Hess. Bankverein, Aktiengefell- schäft, Filiale Fulda, Konto Nr. 4641 beim Postscheck­amt in Frankfurt a. M. versandt worden. Wo die Verteilung an die Mitglieder noch nicht erfolgt ist, wolle, man sie doch recht bald vornehmen und dabei die Beitrage der Ortsgruppen einkassieren. Mehr als die Hälfte der Ortsgruppen ist noch im Rückstand.

Erfleulich ist es, daß die N ü ck z a h l u n g e n recht guten Fortgang nehmen, 8 Stipendiaten haben 2750 dl zurückgezahlt, auch einige größere S ch e n k u n g en sind zu verzeichnen, so hat ein ungenannt sein wollender Pfarrer der Diözese den halben Betrag seiner Gehalts- nachzahlung 1063 di dem Verein geschenkt. Wenn der Verein seiner Aufgabe einigermaßen sprecht werden soll, sind freilich auch weit g r öß e r e Mittel als vor oem Krieg nötig. Damals waren 'VeträM von 100 bis 200 dl im Semester schon eine ganz schätzenswerte Studienbeihilse; den Verhältnissen entsprechend müßten sie jetzt eigentlich verzehnfacht werden. Daran ist frei­lich nicht zu denken, unter 400500 di kann man aber doch nicht herunter gehen, wenn die Beihilfe eine wirklich fühlbare Unterstützung bei der Durchführung des Studiums sein soll.

Und gerade jetzt ist es notwendig, möglichst zurei­chende Hilfe zu gewähren; denn viele Studenten leiben bittere Not, sie müssen in falten Zimmern studieren, sind nicht imstande sich täglich auch nur ein bescheidenes Mittagessen zu gestatten, und müssen ab ^ds fiS; ; ein paar Schnitten Brot begnügen. Darunter sind nicht wenige, die jahrelang in d e Front a '{m^w, die in­folge Verwundung und Krankheit noch leidend sind und oeshalb eigentlich gezwungen wären, ein Wehr an Ver­pflegung aufzuwenden, denen aber leider die Mittel dazu fehlen.

Aber nicht allein das Gefühl des Mitleids soll zur tatkräftigen Unterstützung der Bestrebungen des Al- bertus-Magnusvereins führen, vor allem muß die Ueberlegung dafür ausschlaggebend sein, daß bei der geringen Aussichtsmöglichkeit aller Berufe mit aka­demischer Vorbildung die Zahl der Studierenden sehr zurückgehen und biete Abnal. -e weht am ftä ^Lh für den katholischen Volksteil eintreten wird, da er durch, schnitilich minder wohlhoaend ist Die weitere unausbleibliche Folge wird sein, daß die Katholiken in I ollen diesen Berufen, in denen sie jetzt schon nicht ent- sprecheud vertreten sind, noch weiter zurückgedrängt werden. Auch von einem anderen Gesichtspunkte aus, verdient der Albertus-Magnusverein nachhaltige För­derung, denn man kann doch wahrlich w " umstehen, daß das Studium und damit die geistige Führung des Volkes schließlich nur noch den Sprossen der. sittlich zweifelhaften Elemente möglich ist und überlassen werden muß, die die Not des Vaterlandes benutzt ha­ben, um wucherisch Reichtum zusammenzyscharren. Selbstverständlich wird der Albertus-Magnusverein unter den heutigen Verhältnissen mehr noch als seither den Grundsatz betonen und danach verfahren, daß die Beihilfen nur solchen gewährt werden, die mit nachge­wiesenermaßen tüchtigen ßeifhmgen ernstes Streben und gute sittliche Führung verbinden.

Möge man deshalb in allen Kreisen des katholischen Volkes, besonders in den führenden und in den wohl­habenderen Schichten, zu denen heute auch große Teile der Landbevölkerung gehören, sich der Pflicht immer mehr bewußt werden, den Albertus-Magnusvereiir zu unterstützen, den der verstorbene Zentrumsführer Adolf Gröber an Wlchugkeit gleich neben den Son'h^us* verein und den Bolksverein gestellt hat.

Hier muß das katholische Gemeiuschaftsewp^nben lebendig werden, das dazu führt, daß der, dem Gott redete Mittel verlieh, sich des ärmeren Bruders an­nimmt. In einer jüdischen Zeitschrift konnte man vor einiger Zeit die folgenden die jüdische Gemeinschaft sehr ehrenden Worte lesen:

Jüdische Solidarität ist so gedacht, daß, wenn der südische Organismus cm irgend einer Stelle von einem Schlag getroffen wird, sich der Schmerz auf alle PHc^-r bis zu den F 'ßspitzen übertrügt und dann alle El- der vom heißen Wunsche von glühendem Willen zur Ret­tung, zur Erhaltung geschüttelt werden."

Möge es bet uns Katholiken auch immer so heim Psr. A.

: < In England ist eine teilweise Umbildung des Ministeriums erfolgt. U. a. verläßt der Lrenschlâchter Feldmarschall French Irland. Vizekönig von Irland wird Lord Talbot, ein Katholik, von dem man besseres Verständnis für die Lage des unglücklichen Jrenvolkes erwartet. Er ift der erste Katholik in dieser Stellung.

In England .

ist es zu einem allgemeinen Kohlenbergarbsitcrausstand gekommen. Es handelt sich zunächst um Lohnfragen, man will die Herabsetzung der Löhne durch den Streik verhindern. Ein genauer Einblick in die Zusammen­hänge, die- zu der Krisis in der Kohlenbauwirtschast geführt habe, ist nicht so leicht zu gewinnen. Die deut­schen Lieferungen an F ankreich, das jetzt weniger von England braucht, spielen habet natürlich auch eine Rolle, desgleichen die amerikanische Konkurrenz. Bei der Überproduktion an Kohlen müssen die Preise na­türlich sinken und damit auch die Löhne dagegen wehren sich die Arbeiter. Wenn die Eisenbahn- und Transportarbeiter sich anschließen sollten, wird die Krisis noch verschlimmert. Auf der andern Seite bei den Unternehmern hofft man auf den Hunger und den Mangel an Geld, der Streikfonds der Arbeiter. Der Streik birgt übrigens auch eine schwere politische Gefahr in sich, ganz abgesehen davon, daß die Erbitte- rung auf allen Seiten wächst. Hoffentlich gelingt es auf gütlichem Wege zu einer Einigung zu kommen.

In Steinchen

haben die Griechen bekanntlich vor einiger Zeit die; Offensive gegen die Türken ergriffen: sie ging an­scheinend sehr rasch vor sich, jetzt scheint sie aber auf einmal zum Stehen gekommen zu sein und die Griechen scheinen eine größere Schlappe erhalten zu haben. Es heißt, sie hätten 7000 Mann verloren; nach türkischen Nachrichten, die von einem vollständigen Zusammen­bruch der Griechen sprechen, ist auch Prinz Andreas, der Bruder König Konstantins, infolge Verwundung gestorben. Da im Krieg viel gelogen wird, muß man eine weitere Bestätigung dieser Nachrichten erst ob- marten. Wenn sie sich bewahrheiten und die Griechen die Schlappe nicht wieher auswetzen können, ist es leicht möglich, daß die Sympathien für den König Konstantin in das Gegenteil Umschlägen und sein Geg­ner Veniselos wieder Oberwasser bekommt.

Südamerika.

Anläßlich der Vierhundertjahrfeier der Entdeckung der Magelhaensstraße, der Meerenge, welche das fest­ländische Südamerika vom Feuerland trennt, sandte der König von Spanien den bayerischen Prinzen Ferdinand Maria, Sohn des Prinzen Ludwig Fer­dinand und der Prinzessin de la Paz, als seinen Vertreter nach Chile, wo Ende November bis De» rember großartige Festlichkeiten zu Sirrender spanischen Gäste stattfanden. Prinz Ferdinand besuchte auch das südliche Chile und sie von Tausenden von Deutschen bewohnte Stadt Valdivia, wo der Mittel- punkt der Jndianertmssion der bayerischen Kapu­ziner mit der Präfektur sich befindet. Der Prinz wohnte der heiligen Messe bei. Hernach besuchte er das Missionslloster, unterhielt sich in leutseligster Weise mit den Missionaren. Die jungen Judwuer- zöglinge des Hauses erregten das besondere Interesse des Gastes. Zur Erinnerung an den Besuch ließ sich der Prinz mit seinem Gefolge und allen bayer­ischen Kapuzinermissionären des Miijwnshausc^ photographieren. Hierauf beehrte Prinz Ferdinand die Erziehungsanstalt der deutschen yJiaüinuO.n« Schwestern aus dem Mutterhaus Paderborn mit seinem Besuch.

Der Mederausbau des

TOeilus^agmisüerems in unserer Diözese ist noch immer nicht ganz vollendet, noch immer fehlen mehrere Ortsgruppen, die vor dem

Der §7ochwiirdigstc Herr Btschos hat am Tiens- tag voriger Woche seine Reise nach Rom äuge- tre'en. Vor der Abreise wurden im Tome in Gegen­wart des Domkapitels die kirchlichen Reifegebete I (Itinerarium) verrichtet. $n der Begüttung des