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Die VirderguLmachungrstage

ist durch das Scheitern der Londoner Konferenz zu­nächst auf einem toten Punkt angekommen. Es ist aber klar, daß man bestrebt ist, eine Wiederaufmhm« der BerhQNÄu-ngen zu ermöglichen und vielleicht noch vor dem 1. Mai zu einer endgültigen Regelung zu kommen. Man bringt damit die Erholungsreise des Ministers Dr. Simons in die Schweiz in Verbindung, wo er mit amerikanischen Diplomaten verhandeln werde, um eine amerikanische Vermittelung herdeizu­führen. In derselben Richtung bewegen sich auch die Vermutungen, die an die Reise des Franzosen Viviani nach Amerika ^knüpft werden. Er soll wohl dem neuen Präsidenten die Glückwünsche Frankreichs über­bringen, aber auch Frieden anknüpfen, wie sie Frank- reichs Interesse an der Annahme des Versailler Ver­trags durch Amerika und der Tilgung der in Amerika ausgenoimnenen Anleihe erheischen. Daß Frankreich in großen finanziellen Nöten ist, ist kein Geheimnis, hat doch auch der deutsche Außenminister in seinem Reichstagsbericht über die Lorwoner Konferenz auf die schweren Sorgen hingewiesen, die die Staatsmänner der Errtenteländer drücken. Amerika hat natürlich ein Interesse daran, daß die Entente, besonders Frankreich, die Schulden bezahlt, die es in Amerika hat. Dazu braucht es aber die deutsche Wiedergutmachung, die deshalb auch Amerika verlangen muß. Die amerika­nische Regierung vertritt dementsprechend die Ansicht, daß Deutschland seine Zahlungsverpflichtungen,so­weit es ihm irgend möglich sei, erfüllen müsse, es wird die Forderungen der Ententemächteinnerhalb der billMnveise zulöffigen Grenzen" unterstützen. Es macht sich also di« Forderungen der Alliierten keines­wegs ohne weiteres zu eigen und das ist für uns nicht ohne Bedeutung, denn trotz der schweren Enttäuschung, die Wilson dem deutschen Volk« bereitet hat, ist ihm ein gewisses Vertrauen zum Gerschi^keilssinn der Amerikaner gegeben. Eh hat es schwer empfunden, daß bei den Entschâmgen über die wichtigsten Fra­gen, die auf GrurÄ des Friedensvert rage» zu treffen waren, die amerikanische Regierung nicht mitgewirtt, sondern sich infolge der Ablehnung des Friedeirsver- träges seitens des Kongresses völlig passiv verhalten hat. Es fei da nur an Eupen und Malmedy sowie an die Grenzziehung in Westpreußen erinnert. Ame­rikas Mitwirken bei der Entscheidung über die Wieder­gutmachungsfrage kann Deutschland daher nur er­wünscht sein. Freilich muß mit Nachdruck vor zu gro­ßen Hoffnungen gewarnt werden; jedenfalls ist nicht daran zu denken, daß es sich, wie es uys ernÄnscht fein müßt«, auf den deutschen Standpunkt stellen wird, daß es aber zur Anlehnung neuer Verhandlungsmög- lichtesten die Hand bietet, ist wohl sehr anzunehmen, das flogt in seinem eigenen Interesse.

Der UsmmMifteK'ÄufßaKd

ist auch in der vergangenen Woche noch nicht ganz zum Erlösch«« gekommen. Man kann da in brr Tat von einem k»MW«niWche« Mchnstrm r^en. Man sollte es wirklich nicht für möglich halten, daß es t^r, rückte Menschen in solcher Menge geben türmte, die sich von dm russischen Kommunisten-Ldeen in der Miss srnnehmen lassen, daß sie gegen ihre eigenen deutsche« Landsleute mit Feuer und FliiÄe, mit Mord un» MaWnrngswehr Vorgehen, wir wir es jetzt vor allem in MiAs8rsutM«K «lebt haben. Und noch dazu in der Karwoche und m den hl. Ostsrtagen! Die Siegessäule in Berlin sollte in die Luft gesprengt werden und das sollte das Signal sein zum Älgs- !ssEmen Aufstand der Kommunisten gegen die jetzige

imb Staatsordnung. Ein erschlich geschickt aurgedachter Streich, der glücklichere, sie durch ^Ä^^' KW""* nicht zum Ziele führte! Daher den» auch der verzettelt« Aufruhr der Korm munlsten.

be(^jm wie besonnt in Eisleben i$nb im ®e» biete des_^msfeldschen Arr^aurs und griff von da, wie ein Oeifleck auf dem Papier, um sich. Die Leuna- vBcke mH ihren 20 000 Arbeitern, die größte Stick- fvffabrik der, waren der Hcmptsitz der neuen lnmürzior. Diese Toren schädigen gerade den Br- rreb, der die Urstoffe zu unserer Ernährung liefert»; Mich soviel Stickstoff für unseren ausgsmsrgeüen âden, daß davon 8 Millionen Menschen ernährt werden können. ârm das nicht Wohtlsinn ist in 1 ^^ Zett, ©0 MB be® Export gesperrt ist und das

Selb mangelt zum Einkculf der fehlenden Brotfrucht! Mit der Erstürmung der Lemm werde und der Ge- sangeimahme von 1200 Kommunisten daselbst war die Entspamtung der Lage eingetreten, wenn der Auf­stand selbst auch noch nicht überall niedergeschlagen ist. Bei der großen Ausdehmmg u. der gebirgigen Lage des Unruhegebietes muß man sich wundern, daß es überhaupt möglich war, mit so verhältnismäßig ge­ringen Mannschaften der Schutzpolizei der wohlaus­gerüsteten Umstürzler Herr zu werden, ohne daß die Reichswehr bisher wesentlich eingreifen mußte. Sie steht bereit für alle Möglichkeiten, fallsdie Mosko­witer" noch andere Pläne geschmiedet haben sollten. (Auch das Fuldaer Regiment ist nach dem Truppen­übungsplatz Ohrdruf abgerückt.) Das Ueberfpringen des Aufruhrs nach Westen ins Ruhrgebiet und in die Hafenstädte zeigt, daß der Umsturzplan wohl vorbe­reitet war und auf gcmz Deutschland sich erstreckte. Doch scheiterten die Versuch« in Mannheim, Mün­chen und Nürnberg in Hamburg und im Ruhraebiet an dem Widerstand der vernünftigen Arbeiter selbst, die Gott sei baut doch in der Mehrheit sind und von dem sinnlosen, Land und Volk schädigenden Treiben ihrer Linksgenossen sich abgestoßen fühlen. Darum sind auch alle Anforderungen an sie und alle terro­ristischen Versuche der Minderheiten, die allgemeine Arbeitseinstellung, den Generalstreik, zu erzwingen, vergeblich gewesen. Man muß diese Haltung der ruhigen und ernst gerichteten Arbeiterschaft anen - nen. Wenn sie der Geiksralstreikparole gefolgt wäre, dann wäre die Lage unzweifÄhaft fchr ernst ganorbin.

Das eine Gute hat auch dieser neue, orrabsä-eu- ungswürdige und oolksschâigende Umsturzversuch: er öffnet immer mehr auch der Arbeiterschaft di« Augen über die Heilkraft der sozialistischen Rsecn in ihren verschiedenen Abarten und bildet so einen Abschnitt auf dem Wege der Eesimdung des Volkes von innen -eraus. Un|er vom Kriegs- und Rrvoiutior«fiÄ>er o schwer heimgesischter Körper erleidet, arte es bei olcken Krmckheiten häüfig der Fall ist, noch manch­mal einen Rückschlag.Die Lumpen wehren sich" sagt der alte Vâr Dvsippwenn sie aus dem Körper ausgeschieden werden sollen". Wenn man die TreiNnsse der letzten Wochen betrachtet, muß man dem zritgenössischär Dickster recht geben, wenn er in den nachfolgenden Versen seine Gedanken und Emp­findungen zum Ausdruck bringt:

Noch ist des Blutes nicht genug geflossen Aus Wunden, die der Hich des F«ndrs riß; Kaum hat sich das g-fp<ütns Fleisch geschlossen, Ersetzt von Stacheldraht und Hindernis,

Da werfen oxchnvenoj-n t« Volksgenossen Glutrote Fackeln aus der Finsternis. Der Deutsche, kaum gelobt vom Friedesbecher, Wirtz Kugeizier für Narren und Verbrecher.

Der Wandrer, der durch sieben Höll«n schritt, Ist glücklicher dem Feuers tunt entWichml

Was ist das Leid, das einstens Hiob litt, Mit unsres Volkes Dsuerqual verglichen?

Da Fsmbesftsset n«ch die Sehnen schnitt, D-sdrrcht des Brârs Messer uns Stichen, Will sht'gsn Dolch ins Herz der Nachbar stoßen Dem einst so Starken, heute Waffenlosen.

Schsn spüren wir des Frühlings erstes Weh'n Und sich'« den Schöpfer neu die Erde malen;

Wir wollen keuchsnü hinterm Pfluge geh'n Uns rmd der Welt die böse Schuld zu zahlen, Die Glocken füllen das Aufersieb'n, ^nd tief hn Herzen ohne Prunk und Prahlen KâU« die Hossmmg: Alles drängt zum Leben ^DeMichlimd wird stark und friedlich sich erheben!

Geahntes Wunder ist noch nicht Dotorud# Kühl weht der Wutz durch jungbrgrünt« Bicken. Der Gallier hohrrt uns, der Slawe lacht Und harrt des Tags, da feine Gifte wirken.

Der Neid mißgönnt uns die erftegte Schlachi

In deutscher Arbeit schlesischen B-rzirkm: Und vogeifrck vor jeher Jagd Gesetzen, Mnd wir der Hirsch, den hundert Huâ hetzen ....

Ein Wunder hitst nur über Welt und Zeit Du Thronender, Du höchster Herr der Ecken, Eh' unser Volk dem Untergang gewecht, Mn Volk, um das die (Engel weinen werden, Schick uns das Wunder! Gib uns Cin'gkeit Eh' jäh erAfcht das Feuer unserm Herden: Laß uns des Fiebm» Krankheit übrrwinden Und zu uns selbst, zu Kraft und Arbeit finden!

Oberschsesien

hak sich mit 60 gegen 40 Prozerck der Stimmen für DautschLailb erklär^ aber allem Anschein nach werden â e^èH zum größten Teil wenn nicht gang

- verlieren. Es heißt jetzt, daß bie (Entente f^ für die Teilung nach dem Rezept des polnischen Hetzers Korfmtty entschieden hat, wodurch das ganze polnisch« 'Iâlstriegebiet Igssährdet wäre: Mag snan deut­scherseits noch so viele Beweise für die Unteilbarkeit Oberschlesiens anführen es wird umsonst fein. Gründ« haben im internationalen Verkehr der Völker nur dann Beweiskraft, wenn eine Macht dahinter steht, mit anderen Worten, wenn sie mit Erwehre« und Kanonen unterstützt werden können und daran fehlt es uns. Wir sind wehr- und machtlos und darum auch rechtlos dem Diktat unserer Feinde preis- gegeben. Wir können schon von Glück sprechen, wenn man uns Oberschlesien nicht ganz nimmt, wie es Graf Oppersdorf der Verräter des Deutschtums

in Paris anftrebt.__

Seine Eindrücke,

,die er bei einer tarnen Geschäftsreise n-mh Frankreich ge- jammett hat, veröffentlicht unter der UeberschriftZwei Tage in peris und Reims ein GeMfismarm aus Ein- siebe in im der Schwarz, Herr I. Kälin, imEis.siedekek Anzeiger" (Nr. 24 o. 26. März). Am Schluste schreibt er: Meinen Eindruck über die kurz nacheinaicker bereiten Länder Deutsch!««d und Frankreich möchte ich wie, folgt zu- somn'.msasten: Deutschland scheint mir trotz dem enormen Entschädigungssorderungen der Alliierten bester baren zn fein, als Irmitseich, das sam HauptvermvgM in Ruland oerl'orcm hat. Daneben verfüge Deutschland bet vollständig intaktem Gebiete über eine rurgeheur« Produttb-Äät ouf mdrrstricllem Gebiete und trotz konnnr-mrstischen Umtrèn awch über einen ehrlichen ArbÄtsrvillan.Sich regen brin^ Segen" heißt der Sprrrch aus dem neuen deutschen Alwninürmgckd, und zweifellos liegt darin für jedes Land der Schlüstel zur wirtschaftlichen und pvWschen Arrfrich- hing. __________ _____________

Für die T«utsch-Natisua!cn haben merkwürdigerweise auch manche Kstholik^stt besonders in Beamtenkreisen Sympathien. Daß das rin recht törichtes Beginnen ist, haben wir schon wiederholt dargelegt. Einen neuen Beweis dafür bildet der deutschnationale Jugerdbund. In seiner Bun­desvorstandssitzung vom 30. Januar 1921 wurde folgender Befchlutz 6<faßt:

. . . Die unter jesuitischem Einfluß sichende katholische Jugendbewegung (Neudeutschland, Quickborn) ist als gefährlich zu betrachten. Ein Zu­sammengehen mit ihr erscheint kaum möglich. Die jungsozialistische Arbeiterjugend muß aufmerksam beobachtet werden, in ihr sind sehr viele gesunde Triebe vorhanden. Mit der kirchlich-christlichen Richtung (Bibelkreise, Wchrlogcn) wird als der unS und dem Jungdeutschen Ring am nächsten stehenden auf ein baldiges engeres Verhältnis gehofft."

So werden also schon in der deutschnationalen Jugend katholikenfeindliche Instinkte gelveckt und lächerliche, kulturkämpferische Vorurteile großgezogen. Bezeichnend ist die Gegenüberstellung dergefunden^ juntzsozialistischen Arbeiterjugend und der alsge* jährlich" zu betrachtendenunter jesuitischem Ein­fluß stehenden katholischen Jugendbewegung. Darin enthüllt sich so recht die wahre Gesinnung gewisser nationaler" Kreise:lieber rot als schwarz". Wir sind neugierig, was der deutschnationaleKathoUken- Ausschuß" ai f diesen ungeheuerlichen Beschluß des deutschnationalen Jugendbundes zu sagen haben wird.

Kurland.

Live große Oslkrübrecaschung

bat Ungarn erlebt. Der frühere Kaiser Karl, besannt« sich auch gekrönter König von Ungarn, hat einen Aus­flug nach Brckspest gemacht, wohl in der Hoffnung, dort mit IubÄ ausgenommen zu werden und sofort als König von Ungarn btt ©teile des Reichsverwesers Horthy eilmchmrn zu körmen. Ungarn ist nämlich keine Republik, es hat am Königtum festgehalten. Daruin hat er auch keinen Präsidenten, sondern einen Reichs Verweser". Ob Karl von einflußreichen ungari­schen Politikern gerufen worden ist oder ob er einem jener plötzlichen EiMlw gefolgt ist, denen auch ent* chront« Fürsten mit dem Entschlusse gegsnübsrstehen: Jetzt oder nie! ist einwandfrei noch nicht festgefbellt, zumal, wie es in solchen Fällen ja gewöhnlich geht, ein« Menge von r^rwirrenden und sich widersprechen­den Nachrichten fein plötzliches Erscheinen begleitete» Jedenfalls verhielten sich die offiziellen Negierungs- nnb Parlamentskreiss sehr zugeknöpft und so mußte Karl das Land schließlich wieder verlassen und isj