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ab wenn es auch gelbe und blaue Mäler gibt und 3? Büblein brüllt wie ein Hirsch um Michäli rum, ' daß die Leute auf der Gasse stehen bleiben, das rächt nichts; er solle inne w-rden an Haut und leisch, wenn er dir's nicht auf das Wort geglaubt at, daß das Siebten nichts nutz ist. Das Geschrei ört wieder auf, die Blaumäler vergehen wieder, nd das Stehlen bleibt weg. Es gibt keinen bessern jauberslab gegen den Diebsgeist, um ihn auszu- ceibèn, als ein Stäblein von einer Haselnnßhecke der eine rechtschaffene Weidengerte.

Was aber gutartige Kinder sind und brave kltern, da braucht es meistens solcher Instrumente icht viel. Ein Bauernbüblein von sechs Jahren, as einen gar Hellen, kräftigen Blick in die Welt mein hatte, so daß einem das Herz im Leibe lachte, Denn man es nur ansah, das erzählte mir einmal: Ich bin letzthin auf dem Feld gewesen und habe a einen schönen großen Hanfstengel nehmen vollen und eine Geißel davon machen, da ist mir iber eingefallen:

Wo ich bin und was ich tu', Sieht mir Gott, mein Vater, zu.

Deswegen habe ich den Hanfstengel liegen lassen ind bin fortgegangen." Dem Kind war Vater md Mutter schon weggestorben, und es war bei Zenten untergebracht, wo viel Zank und Schimpfen md Fluchen war, und doch war es gottesfürchtig. Denn wenn in ein gesundes Kinderherz auch nur o ein frommes Sprüchlein gelegt wird, so gedeiht !s oft recht freudig, und das Sprüchlein wird in- vendig lebendig und spricht dem Kind zu, wenn es illein ist. Du könntest diesen Spruch deinen Kin­dern auch lehren, und ihnen dabei recht auslegen, Die Gott nichts übersieht und nichts vergißt, und könntest sie alle Tage den Spruch andächtig beten lassen. Es ist das mehr wert, als hundert Sprüche und Sätze aus der Sprachlehre.

Aber ich habe mich verschwätzt (man kommt eben von einem aufs andere); ich habe eigentlich nur sagen wollen: du sollst in die Seele deines Kindes mitten hinein recht gesunde Gottesfurcht und einen starken Eichbaum der Gerechtigkeit Pflanzen, daß es lieber verhungern wolle, als etwas nehmen, und daß es sich fürchte vor einem unge­rechten Pfennig ärger, als vor einem Gänserich oder einem bösen Hund. Und damit die Gottesfurcht und die Gerechtigkeit im Kind ihren Sitz nehme, so lehre das Kind manchen frommen Spruch und mach ihm die Auslegung dazu, und rede mit ihm viel von Gott und von der Ewigkeit und was eine Sünde ist. So ein Kind hört gar andächtig zu und macht ein ernsthaftes Gesichtchen; und wenn man dein Grab nicht mehr kennt, wett es schon lang einge­sunken und verwachsen ist, so denkt der alte Mann oder die alte Frau, die vor Zeiten deine Kinder ge­wesen find, noch daran, sagt den Spruch noch und lehrt ihn die eigenen Kinder. Also, wie gesagt, bring dem Kind auch im Kleinen Treu und Redlich- leit bei. Denn wer als Kind sich getraut, einen Latt- nagel oder einen Pfennig zu nehmen, der bringt leichtlich in 10 oder 12 Jahren es dahin, marken­weis zu stehlen und dem Krämer, ohne dessen Willen und Wissen, Waren abzunehmen.

wie Sepp in die Exerzitien kam und wie es ihm dort erging.

Wiederholt schon war der Herr Pfarrer bei Sepp auf Besuch gewesen, um ihn für die Exerzitien zu ge­winnen, aber Sepp gab keine Audienz, er hatte immer 'ine andere Ausrede. Ja, Herr Pfarrer, was den- ken Sie sich denn? Ich und Exerzitien? Ich das er sich aber bloß der ich keine Freude habe

Deten, soll 3 Tage beten und betrachten und stibschwei^en, brrrr. . . . Mir graust's, Herr Psar- ' ' ^a' Hen Pfarrer, ich werde schon einmal ; -Mommen, aber gerade diese Feiertage jetzt habe ich relne Zeit. Ja, Herr Pfarrer, was werden denn da die Leute sagen wenn es heißt, der Sepp ist in die Exerzitien? Ja, Herr Pfarrer, so wendete Sepp hun­dertmal ein und der Schluß war immer ein verblümt tes Nein. Schließlich gab aber Sepp dem unaufhör­lichen Drangen des eifrigen Seelsorgers doch nach und eines Tages verschwand er mit einem Handköffer­chen voll Lebensmittel und begab sich auf die Reife nach dem Exerzitienhaus, nur um feine Ruhe zu be­kommen.

In der Bahn drückte sich Sepp scheu in eine Ecke, um unerkannt zu bleiben. Doch zum Unglück ging ein guter Freund auf ihn zu und setzte sich neben ihn. Sepp, wo aus? .

Nach F.

Was hast du denn dort zu tun?

Zum .... zum Zahnarzt muß ich.

So, zum Zahnarzt. Was tust du denn da mit dem Koffer dabei?

Ja .... da ... . muß ich allerhand einkaufen. So, was denn allerhand?

Ja, mein Gott, man braucht oft allerhand, sagte Sepp und ärgerte sich halbtot über die Neugierde sei­nes Nachbars.

Sepp, fährst du abends wieder heim?

Nein, ich muß noch nach Frankfurt.

Nach Frankfurt? Was hast du denn da zu tun?

Ich muß in einer Eisenhandlung Einkäufe machen.

Endlich gelang es dem Sepp, das Gespräch, wie es schien, mit Erfolg auf dasSauwetter" abzulenken, denn die Lügerei war ihm wirklich schon zu bunt.ge­worden. Eine Zeitlang war Sepp mit seinen Ge­danken allein. Ich gehe nicht in die Exerzitien, nahm er sich fest vor, sondern ich treibe mich 3 Tage in der Stadt herum und dann fahre ich wieder heim.

Aber, ich soll ja dem Herrn Pfarrer eine Photo­graphie von den Exerzianten mitbringen, Herrgott, wie stelle ich das nur grad an? Da riß ihn der Nach­bar wieder aus seinen Gedanken.

Sepp!

Was denn?

Ich meine immer, du fährst dahin, wo ich auch hinfahre Nach F. in die Exerzitien.

Was?? Naz! Ist das wirklich wahr, du fährst auch in die Exerzitien?

Ja, freilich und du hättest mich nicht so anzulügen brauchen.

Nun, mußt es nicht so nehmen, mir ist es halt furchtbar schwer, weil ich noch nie dabei war und du hättest mich nicht so martern sollen.

Das Reiseziel war mm in guter Gesellschaft bald erreicht. In geschlossenem Zug mit anderen, die auch ihre Angst künstlich verbargen, ging es nun doch dem Kloster zu.

Als Sepp dort angekommen war und sah, daß mehr als IGO junge Leute da waren, da schlug er wenigstens jede Versuchung Mr Flucht nieder. Unser guter Sepp war wie viele seiner Kameraden nicht schlecht, sondern nur leichtsinnig und hatte von einer tieferen Religiosität nie eine rechte Ahnung gehabt. Darum hatte er am ersten Tage den Kopf immer noch draußen in der Welt, ex langweilte sich entsetzlich bei den ernste;. Vorträgen und meinte, die 3 Tage seien nicht zum Aushalten.

21 m 2. Tage dagegen konnte er nicht mehr wider­stehen. Die Gnade Gottes und die praktischen aus dem Leben gegriffenen Vorträge des Exerzitienmeisters wandelten Sepp vollständig um und brachten dem Eis­stoß Mm Gehen. Weich wie Wachs begann jetzt un- er Exerzittant reumütig nachzudenken über sein bis­heriges Leben. Nach einer guten Generalbeichte war es ihm so wohl zu Mute wie nie in seinem Leben. Am liebsten hätte er in die Welt hinausgejauchzt und hinausgesungen in echter Jugendlust. Die wunderherr­liche, unvergeßliche Generalkommunion am 3. Tage versetzte Sepp in einen wahren Himmel voll Lust und Seligkeit.Wer da nicht betet mit Andachtelust, der hat kein Herz in seiner Brust", dachte sich der über­glückliche Kommunikant.

Mit einem gewissen Schrecken dachte Sepp an die Abschiedsstunde, fast wäre er als Klosterbruder zurück­geblieben. Aus der Seele war ihm die Aeußerung eines Exerzitionten geschrieben, der meinte: Wenn wieder einmal Exerzitien sind, dann ziehe ich das schönste Gewand an. Warum? Vor lauter Freud. Beim Abschied vom herrlichen Exerzitienhaus schwor es sich Sepp: Ich bin das letzte Mal nicht hier ge­wesen und ich will so viel Kameraden als möglich zu den Exerzitien bereden, denn das versteht man zuvor einfach nicht, das muß man selber erleben.

Als Sepp heimkam, suchte er sofort den Herrn Pfarrer auf und erzählte ihm mit der ganzen Be­geisterung, wie gut es ihm ergangen. Herr Pfarrer, meinte Sepp treuherzig, über die Exerzitien müssen Sie recht oft predigen, denn das ist das Beste für unsere Zeit und für unsere Jugend.

Herr Kaplan Himmelmann an St. Familia ist als Kaplan nach Hünfeld versetzt worden. Zu seinem Nachfolger in St. Familia wurde Stadtkaplan Ha- nappel aus Fulda ernannt.

St Elisabeth. Der kath. Jünglingsverekn lädt die Freunde und Gönner au einem Familienabend

atm kommenden Sonntag den 17. d M., ânLs halb 7 Uhr, im Saale derStadt Stockholm" freundlichst ein. Der nähere Anlaß daM ist die Aufnahme neuer Mitglieder. Zur Aufführung gelangen das Schaufpiei Der schwarze Ritter" und der luftige EinakterDer treue Peter". Umrahmt wird beides durch die Dar­bietungen der neu gegründeten Vereinskapelle, sodaß ein edler Genuß zu erwarten ist. Bei dem geringen Eintrittspreis von 2,50 J( für nummerierten Platz und 2, M für Saalplatz, erhofft der Verein eine gute Beteiligung aus feinem Bekanntenkreise.

St Iamilia. Am Sonntag fanden im Jünglings- verein von St. Familia, im Marienverein und Ar­beiterverein gut besuchte Abschiedsfeiern für den nach Hünfeld als Kaplan versetzten Präses Herrn Kaplan Himmelmann von St. Familia statt. Alle Redner bedauerten das Scheiden des überaus tätigen Geist­lichen und hoben feine Verdienste um die Vereine her­vor und würrfchten ihm weitere segensreiche Tätig­keit in seinem neuen Wirkungskreise. Im Arbeiter­verein entwarf der Ehrenpräses Herr Dechant Selm» horst ein Bild der segensreichen Tätigkeit des Schei­denden, während seines siebenjährigen Hierseins als Kaplan an St. Familia. Stufig, Gesang und dich­terische Darbietungen wechselten mit Reden ab und sinnige Geschenke wurden ihm als ein Zeichen der Anerkennung überreicht. Die VereinsaLigehörigen stimmen überein mit den Mitgliedern der Pfarrei, wenn sie dem scheidenden Geistlichen in seinem neuen Wirkungskreise Gottes reichsten Segen wünschen. r.

St Marien. Heute ist österliche Generalkommu­nion der Jünglingskongregation, an der alle Mit­glieder teilnehmen wollen. Die Abendandachten art Sonn- und Feiertagen beginnen von jetzt ab um 8 Uhr.

St Joseph. Am Weißensonntag gingen in un­serer Kirche 35 Kinder und zwar 19 Knaben und 16 Mädchen zur ersten hl. Kommunion.

Kalh. Volksverein Niederzwehren. Vergangenen Sonntag abend beging der hiesige Volksverein sein zweijähriges Stiftungsfest. Der Vorsitzende des Ver­eins Herr Hans Maurer wies nach der Begrüßung der Vereinsmitglicder auf die Bedeutung des Vereins hin. Für Niederzwehren sei der Verein eine unbe­dingte Notwendigkeit, um alle Wohlgesinnten zu einen und zusammen zu scharen. Der feste Zusammenschluß für positive, auch religiöse Arbeit sei heute dringender denn je. Der Verein umfasse leider noch nicht alle Katholiken Niederzwehrens. Er richtete deshalb einen warmen Appell an alle Mitglieder, die wenigen noch Außenstehenden für die gute Sache geneigt zu machen. Dann wurde der leise Wunsch geäußert, aber kräftig unterstrichen, es möchte auch recht bald einmal für Niederzwehren die Stunde schlagen, wo es seinen eigenen Gottesdienst, wenn auch in einem noch so bescheidenen Kapellchen, haben könnte.. Als Mctto wurde dann hingestellt: Auch für die Zukunft wollen wir wie bisher fest zusammenstehen, zusam- menarbeiten, um uns so wahre, edle und bleibend« Freuden zu sichern. Es folgten dann Solostücke, auch gemeinschaftliche Gesänge zu Gitarre und Mandolinen. Kinder erfreuten durch Gedichte. Auch an recht ge- diegenen humoristischen Vorträgen aller Art fehlte es nicht. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag mit Lichtbildern über Oberschlesien. Der Apparat usw. wae vom Vorsitzenden des Volksvereins Kassel, Herrn Pastor Thiergart, gütigst zur Verfügung gestellt. Die gute Vorführung zeigte uns so recht klar, welche ge­waltige Bedeutung, welche Riefenschätze dieses Land für Deutschland besitzt. Da tauchte in uns allen der Wunsch recht kräftig auf: Gott Dank, daß wir Ober­schlesien für uns gerettet haben. Gemeinsame, schöne Volkslieder schlossen die Feier.

Das Glück Deines Lebens. Ein Lebsnsfiihrer für alle Menschen in und aus allen Lebenslagen zu Wohlfahrt, Frohmut und Lebensfreude. Von Rob. Friedrich. Faust- Verlag, Dessau. Geh. 6 M und Zuschlag.

Ein goldenes Buch mit kostbaren Juwelen der Lebens­weisheit, ein wirklicher Lebensführer, das der nach Glück strebenden Menschheit den Weg zeigen will, durch inneren Frieden selbst dann glücklich zu werden, wenn die äußern Verhältnisse nicht dazu angetan zu sein scheinen. Was große Denker und berühmte Menschen über das goldene Lachen, über fröhliche Arbeit, über den Wert der Gesund­heit usw. zu sagen wußten, ist hier mit glücklich sichtender Hand zufammengetragen und in ansprechender, beherzi­genswerter Weise zu einzelnen Kapiteln verarbeitet. Wäre das religiöse Moment als einzige Grundlage des wahren Glückes noch mehr hervorgehoben, so würde der Wert des Buckes noch höher stehen ^-^Fr.