”" flJU <flè
Hrant von Deutschland bezahlt wichen. So sah der Friede aus, der nach Lloyd Georger Worten schlimmer gewesen sein soll, als der jetzige Frieden von Versailles.
Der Ring um Deutschland
wird immer enger und fester. Jetzt ist auch das Bündnis zwischen Polen und Rumänien zum Abschluß gebracht worden. Offiziell richtet sich dessen Spitze gegen den Bolschewismus. In Wirklichkeit ist es in der Hand seines hohen Protektors, Frankreich, ein allezeit gefügiges Werkzeug gegen Deutschland. Zusammen mit einem zurzeit emsig betriebenen Bündnis der russischen Randstaaten, in dem naturgemäß Polen die führende Stellung zukäme, dient es zur Aufrechterhaltung der französischen Oberherrschaft über Europa.
Aus jede Stimme kommt es an!
Bei den Bürgerschaslswahien in Hamburg hat das Zentrum einen Kandidaten durchgebracht. Das amtliche Wahlresultat hat nun ergeben, daß der Partei eine findige Stimme fehlt, um einen zweiten Sitz zu erlangen. Eine ernste Mahnung an die, die noch immer der Meinung sind, daß es auf ihre Stimme nicht ankommt.
Die LandtaMwühlen in Gotha haben eine knappe bürgerliche Mehrheit gebracht, den 41 915 bürgerl. Stimmen stehen die sozioltâ. Parteien mit 37 395 Stimmen gegenüber, erstere bekamen 8, letztere 7 Sitze im Landtag.
Ein Markstein in der Geschichte Thüringen».
lfi die dieser Tage erfolgte Annahme der Verfassung. Der Präsident des Larcktages und Staatsminister Dr. Paulsen hielten feierliche Ansprachen mit Wünschen für die Zukunft und das Aufblühen Thüringens. Der Staatsminister kündigte eine Amnestie (Strafnachiah) für politische und Disziplinarvergehen mit politischer Tendenz an; an den Verfasser der thüringischen Verfassung, Geheimrat Professor Dr. Rosenthal in Jena wurde ein Danttelegramm gesandt. Mit der Bestätigung der Verfassung ist vorläufig der Schlußstein in der Entwickelung der thüringischen Frage gegeben. Thüringen wird nunmehr ein verfassungsmäßig bestehender Staat innerhalb des Deutschen Reiches sein.
--- ■iQIb» ---------------
Kurland.
Der amerikanische Kardinal Sibborrs von Baltimore, der ehrwürdige Senior sämtlicher Bischöfe und Kardinäle im Lmrde des Sternenbanners, ist 87 Jahre alt, gestorben. Er entstammte wie viele seiner bischöflichen Mitbrüder in Amerika einer irischen Familie und wurde 1861 zum Priester geweiht. Papst Pius IX., der auf den mit ungewöhnlichem Derwal- tungstalent ausgerüsteten Priester aufmerffam geworden war, übertrug ihm 1867 das neu errichtete Apostolische Vikariat Nordkarolina. Auf dem Vatikanischen Konzil in Rom im Jahre 1870 war er der jüngste Bischof; mit ihm starb der letzte bischöfliche Zeitnehmer der großen Kirchenversammtung. Sm Juli 1872 vertauschte er das Vikariat Nordkarolina mit dem Bistum Richmond, wo er etwa fünf Jahre lang seines bischöflichen Amtes waltete, bis Pius IX. ihn zum Koadjutor des Erzbischofs Bayley von Baltimore mit dem Rechte der Nachfolge ernannte, und als Bayley bereits im Herbst 1877 starb, wurde Gibbons Oberhirt dieses Kirchensprengels, den er mehr als 43 Jahre hindurch mit Hrgensreichem Erfolge verwaltete. Seine großen Verdienste ehrte Papst Leo XIII., indem er 1886 den hervorragenden und einflußreichen Metropoliten zum Kardinal ernamite. Der verstorbene Kirchensürst war ein sehr angesehener Kanzelrebuer und Schriftsteller. Auch bei den Protestanten in Anwrika war er wegen seiner volkstümlichen apologetischen Vorträge hochgeschätzt. Sein Werk „The Faith of our Fachers" (Der Glaube unserer Sätet) ist das am meisten gelesene Buch in den Vereinigten Staaten. In einem im August 1915 in der gesamten amerikanischen Presse wiedergegebenen Interview nahm Kardinal Gibbons dagegen Stellung, daß Amerika in den Krieg hineingezogen werde, und erklärte sein Bebauern darüber, daß Amerikaner aus gefährdeten englischen Schiffen über den Ozean reiften. Die Ehre und der Friede der Nation müßten höher stehen als die Sympathien einzelner Personen. Auch in Deutschland genoß Kardinal Gibbons seit einem halben Jahrhundert in weiten Kreisen Hochachtung und Verehrung. Die demschen Katholiken gedenken mit aufrichtigem Danke der Verdienste, die sich der verstorbene Kardinal um das Hilfswerk der amerikanischen Katholiken für ihre lwtleidenden deutschen Kräder erworben hat. Durch seine Vermittlung
wurde dir Komitee von Bischöfen gebildet, das sich die Organisation eines großzügigen Hilfswerkes zur Aufgabe gemacht hat.
Schulkinder aufs Land!
Deutschlands Zukunft sind seine Kinder. Sie gesund und kräftig zu machen und zu erhallen, ist deshalb Pflicht eines jeden Staatsbürgers, die leider von weiten Kreisen noch immer nicht erkannt worden ist. Namentlich auf dem Lande fehlt vielfach das Verständnis für diese für bre ganze Nation so außerordentlich wichtige Frage. Der Landmann und die Landfrau sehen sich umgeben von gesunden, blühend ausfehenden Kindern; nur selten form men sie in die Stadt und wenn schon, dann nur zu flüch- tigem Besuch. So entgeht Hnen der Anblick der tausenden von elenden und siechen, hohlwangigen und rachitischen Großstadtkindern, so sehen sie nicht das entsetzliche Woh- nungselend in den sormscheiillosen Gassen der Stadt. So konrmt ihnen auch nutzt der Gedanke, daß sie selbst hier helfend eingreifen, daß sie einen Lichtblick in das freud- lose Dafein so vieler elender Geschöpfe bringen könnten. Wie das geschehen könnte? Ein mehrwöchiger Aufent- Halt auf dem Lande kann Wunder wirken und gar vieles Elend mildern.
Landfrauen, aus jfchinalen, blassen Kivbeigesichtern lest Ihr die sehnsüchtige Bitte: „Nehmt uns auf in Euer sonniges Heim. Läßt uns für einige Wochen teilhoben an Eurem Leben in Gottes freier Natur, das den Menschen froh und gesund macht an Leib mb Seele." Ihr Mütter auf dem Lande, ach, wenn Ihr wüßtet von dem Sammer der Eltern, wenn sie, osme helfen zu können, auf ihren immer blasser werdenden 'Liebling bücken, Ihr meldet Euch warmen Herzens zur Aufnahme eines Stadtkindes.
Landfrauen, ist es nicht eine hohe Aufgabe, die ihren beglückenden Lohn in sich birgt, ein kostbares Menschenleben vor einem traurigen Schicksal bewahren zu helfen? Und das könnt Ihr, Ihr Lasdftanen! Das können nicht die wenigen ausländischen Nahrungsmittel, die in den Großstädten und Lndustriedezirken zu fast unerschrving- lichen Preisen zum Berkaus kommen, und deren Einkauf sich manche kinderreiche Mutter blutenden Herzens versagen muß. Denn glaubt nicht, daß in den Großstädten die Einkünfte aller Familien mit der Teuerung Schritt halten. Drum laßt den Segen Eures Fleißes auch wie- der einem armen, Keinen Stadtkind« für einige frohe Sommerwochen zugute kommen und freut Euch an feinem Erblühen und feiner kindlichen Dankbarkeit.
Das deutsche Volk hofft auf Esch, Ihr Csnbfrauen! Ihr müßt ihm beweisen, daß unter den Besten unseres Volkes der alte Opfersinn noch lebt, der sich in Barmherzigkeit der darbenden Stadtnaher armimmt.
Daß Ihr kein trautes, sondern nur ein gesundheitlich gefährdetes und erholungsbedürftiges, nicht mit Ungeziefer behaftetes Kind bekommt, dafür sorgt der Arzt in der Stadt, der jedes Kind untersucht, das die Stadtverwaltung oder die gemeinnützigen Verein« auf das Land entsenden. Es wird auch für eine gewissenhafte Auswahl von nur wirklich wohlerzogenen, Eurer Wohltat würdigen Kindern Sorge getragen werden, damit Ihr lebten Anlaß zur Klage hobt.
Die Kinder werden gegen Unfall, Ihr selbst werdet gegen Haftpflicht versichert. Listen zur Eintragung der Aufnahmebereitwilligkeit werden durch die Vertrauensper- fönen Emer Ortschaft in Umlauf gefetzt werden. Andernfalls wendet Euch an den Orlrsgeiftlichen oder auch an das Earitasfekretariat in Frllda.
Der Hochw. Herr Bischof von Fulda wird am 4. April, Montag nach Wrißensonutag, die oorgeschrie- bene Reise nach Rom zu den Gräbern der hl. Apostelfürsten antreten. Das Generaloikarrat hat augeordnet, daß außer den dirsbezl. Gintogen bei der hl. Messe bis zur Rückkehr nach der Predigt und nach der Pfarrrnesie folgen ixe Gebet vsrricht«! wird: „Erhöre, o Herr, unser Flehen und leite Deinen Diener, unsern Oberhirten Joseph Damian auf seiner Pilgerfahrt zu den Gräbern der hl. Apostelfürsten zu seiner Wohlfahrt und zu seinem Heile, daß er unter allen Wechselfällen seiner Reise und seines Lebens T^iner Hilfe und Deines Schutzes sich erfreue, durch Christum unsern Herrn. Amen." Nebst 1 Vater unser und 1 Ave Maria.
Der hochwLrdigste Herr Bischof hat die Pfarrei Ulmbach dem Kuratus Submig Braun in Elfers, die Pfarrei Gersfeld dem Pfarrvsrwefer Dr. phih ct thwl Georg Otto Müller und die Pfarrei Lahrbach dem Pfarrer Vinzenz S ch l e i ch e r t in Mittelkalbach vom 1. April ab übertragen. Anweisung erhielten Kaplan K l ü b e r in Großenlüder als Pastor in Langenschwarz, Pastor Faulstich in Langen schnurz als Kuratus in Elters, Kaplan Joseph v. Keitz in Hosenfeld als Pastor in Debra.
Zum Subiegeus und Professor am Priester- femtnar wurde vom Hochw. Herrn Bischof der Dozent und Assistent Dompräbendat Dr. Engelbert Kock ernannt.
Der St. Iosephsverein kalh. Arbeller soll bekannt.
nach Pfarreien (Stadt u. Dompfarrei) geteilt wer- den. Zu Leitern der beiden Vereine wurde Herr Stadtpfarrer Gramm u. der seitherige Präses des Gesamt- Vereins, Herr Domkapl. Facnung bestellt. Nachdem am frühen Morgen die Mitglieder im frommen Gedenken beim hl. Opfer und am Tische des Herrn den gefalle- neu Mitgliedern das Almosen des Gebetes geschenkt hatten, fand nachmittags im hohen Dom um 4'Uhr eure kirchliche Feier statt. Hierbei sprach Herr Dom- kapltuiar Pros. Dr. Leimbach über die Eründrmgs- Schickste des St. Jofephsvercins und behandelte das Ziel und dis Aufgaben dieses auch für die E^genwart noo) bedeutungsvollen Standes vereiirs katholischer Arbeiter. Den 25 aus dem Felde der Ehre gefallenen Mitgliedern widmete er ein inniges Gedenken. Abends versammelten sich die Mitglieder und Angehörigen zu einer letzten gemeinsamen Familienfeier. Der seit- irrige Dereinspräses, Herr Domkaplan Farnung, begrüßte die zahlreich Erschienenen, verlas die Tren- imllgsurkunde der Bischöflichen Behörde und stellte als Bezirksprästs den neuen Präses, Herrn Stadtpfarrer Gramm, vor, der selber die Vcrsamrntung mit ehrenden Worten begrüßte und die Trennung der Vereine willkommen ^hieß. Desgleichen beehrte auch Herr Dompfarrer Schüler in humorvoller Weise die Anwesenden mit einer Ansprache. Außerdem sprachen! noch die Herren Vorsitzenden B a r n i ck e l und Reith Dan? und Wünsche aus: Mögen die ge- trennten Vereine, ähnlich wie die getrennten Jung- stauen» und Jünglings vereine gedeihen zum Heile der katholischen Arbeiterschaft Fuldas.
Oie Zahl der Silberjnbilare in der Auldae« Acliendruckerei hat sich wieder um 2 vermehrt. Zunächst toirnfe Herr Buchhalter Joseph Sturm am 29. Märzauf eine 25jährige Tätigkeit zurück- blicken. Von der Picke auf im Dienste der genannten Firma stehend, hat er alle Abteilungen des kaufmännischen Betriebes dieser Firma durchlaufen, um sich schließlich Mnz dem interessanten Gebiete der Druck- sachen-Herstellung zu witnnen. Hier ist fein Feld, das er nun schon seit Jahren mit Fleiß und Siebe erfolgreich bestellt. Mit ihm konnte gleichzeitig der Buchdruck- maschinenmeister Herr Peter B e b e r w e y k auf 25* jährige pflichttreue Arbeit im Betriebe der Fuldaer Acliendruckerei zurückblicken. Ihm liegt es ob, dem toten Satzbild mit Zuhilfenahme der Maschine Leben und Gestalt zu geben und diese Kunst hat es stets berufsfreudig mit Verständnis und Eifer gepflegt. Dia Arbeitsplätze der beiden Jubilare waren mit Blumen geschmückt. Der Vorstand der Fuldaer Actien- druckerei erschien im ^schäftslokal der Firmoj zur Beglückwünschung der Jubilare und über* reichte in Anerkennung der treu geleisteten Dienste eine Ehrengabe. Die Direktion und das gesamte Personal nahmen an diesem freudigen Ereignisse herzlichen Anteil und übermittelten den Jubilaren die besten Wünsche für weitere viele Jahre.
Vor Jahresfrist wurde von dem Hochwürdigsten Herrn Bischof eine Kommission znr Ausarbeitung eines ' Religionslehrplanss für die Volksschulen der Diözese Fulda eingesetzt. Vorsitzender dieser Kommission ist Herr Domkapitular Professor Dr. Leimbach, zu ihren weiteren Mitgliedern zählen die Herren Domkapitular Günther, Stadtdechant Schüler, Dechant Weber-Haimbach, Rektor Hütsch-Horas, die Haupl- lehrer Streb-Bebra und Streb-Pilgerzell, die Lehrer P. Schmitt-Fulda und Schratz-Maberzell und die Frl. Lehrerinnen Auih und Braun-Fulda. Die umfangreichen Arbeiten sind zum Abschluß gebracht und seit einigen Tagen in Druck gegeben, sodaß mit Beginn des neuen Schuljahres der neue Plan ein geführt werden kann.
Ein Mysterienspiel, wie eS im vergangenen Jahre unter so großem Beifall bitt gegeben worden ist, wird auch in diesem Jahre und zwar in der ersten Maiwoche veranstaltet werden. Ter Dichter und Leiter der Spiele, Herr Eckert, weilte am Mittwoch hier, um die ersten Vorbereitungen für die Aufführung des Spieles: „Der verlorene Sohn" zu treffen |
Gegen den „Wunderdoktor" Müller-C',erny, der bekanntlich auch im Fuldaer Land manchen von denen gefunden hat, die nicht alle rverden, ist jetzt einVerfahrenweaenBeirugseingelcitet worden. Inder Anklage wird darauf hingewiesen, daß Äiüller Dank- schreiben von angeblich geheilten Personen veroffent- licht hat, während die Leute behaupten, sie seien nicht geheilt und mit ihrem Namen sei Mißbrauch getrieben worden. Die Klagesache kommt vor der Frankfurter Strafkammer zum Austrag.
Horas. Ein Markstein in der Geschichte unserer Pfarrei wird der 2. Osterfeiertag bleiben. Es war der Gründungstag unserer Jung-