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Hingen. Daß neben dem Kapital auch der Arbeiter zu fei« l«m Recht komme, darüber sind wir heute alle einig. Das Botrishsrätegesetz 3. B., das den Arbeitern weitgehende Rechte einrâumt, ist schon jetzt ziemlich reibungslos in den Industriebetrieb eingebürgert.

, Was alle Reden, Feste, Broschüren wrd Bücher nicht zustande brachten, das besorgen jetzt die Feinde, sie stärken auch den Sozialisten die Sorge ums Vaterland, wenigstens den Rechts-Sozialisten, die wohl allmählich zur Einsicht kommen, daß vom Internationalismus nicht viel zu Hof- kn ist. Jetzt bleibt nur noch die Sorge um den religiös- sittlichen Bestand unseres Volkes. Die Sozialisten sind keine Riesen und keine Götter, aber sie sind eine große Masse. Jedes Samenkorn ist klein, kommt es aber millionenweis, dann kann es blühendes Land überschwemmen. Kommt jedoch dann ein Stärkerer, ein Platzregen, dann schwemmt er mühelos den Sand wieder fort So mag es auch im geistigen Leben des Volkes gehen. Die Sozialisten woll- len eine Schule ohne Religion, eine Verfassung ohne Gott, ein Leben ohne Glauben und wie Flugsand dringen diese Ideen ins Volk. Aber das ist alles nur Sand, das sind keine Felsblöcke. Kommt der Stärkere, d. h. die warme Begeisterung für den Glauben, für das Glaubensleben, dann reißt er das ganze Volk mit sich und schwemmt den Staub fort.

Möge unser kathosisches Volk in Stadt und Land sich doch von diesem echichristlichen Geist durchdringen. Volks- miffionen, die jetzt allenthalben gehalten werden, sind das beste Mittel dazu, freilich muß nach der Mission mit aller Macht weiter gearbeitet werden, die Begeisterung für Christus und fein Werk darf nicht wieder erkalten, sie wird auch aus die Sozialisten nicht ohne Eindruck bleiben und Nicht spurlos an ihnen Vorbeigehen. So mag eine kom­mende Zeit uns noch oid Streit,, viel Opfer und Kümmer­nis auflegen, aberhabet Der trauen" so ruft unser Meister uns zu. Wir werden baun auch den Sozialismus iu fd- «en SchaUenjeileu öderwlndsm

KslhslischLs Genresnfchaflsempfivden.

Ln einer jüdischen Zeitschrift konnte man vor eini­ger Zeit die folgenden Lie jüdische Gemeinschaft sehr chrendsn Worts lesen:

. Jüdische Solidarität ist so gedacht^ daß, wswk der jüdische Organismus an irgend einer totelte von einem Schlage getroffen wird, sich der Schmerz auf alle Glie­der bis zu den Fußspitzen überträgt und dann alle Glie­der vom heißen Wunsche von glühMdem Willen zur Bettung, zur Erhaltung geschüttelt werden."

Ist es bei uns Katholiken auch so? Denkt mal darüber nach!

Kurland.

Aus Rußland

kommen neuerdings Meldungen über eine Gegenbe- wegung gegen die Sowjetherrfchaft, die von den Kron- städter Matrosen ausgeht. Sie sind mit der Regierung unzufrieden, die ihnen vermutlich den Brotkorb etwas Höber gehängt hat. Die Liebe der roten Krieger geht durch den Magen und diesen haben auch die schönsten sozialistischen Tiraden nicht zu füllen vermocht. Wenn cs nicht gerade dieses berüchtigte Matrofengesindel, son­dern Truppenteile im Innern des Landes und gequälte Bürger waren, die gegen die Sowjcttyranne aufstehen, könnte man hoffen, daß in Rußland ein Umschwung Eintritt. Aber so ist die Sache sehr zweifelhaft, wenn auch die nordischer Nachrichtenbüros, aus denen die neuesten Meldungen kommen, etwas mehr Glaubwür­digkeit verdienen als die polnischen Nachrichtenfabriken. Zeit wäre es ja, daß in Rußland ein Umschwung kommt. Vier lange Jahre dauert das Schreckcnsregi- ment, das seinen Anfang Im März 1917 nahm. Der Haupttag war der 12. März, an dem eine vorläufige Regierung gebildet wurde. Am 15. März dankte der Zar ab. Die Dinge nahmen ihren Lauf. Zunächst kam die Kerenskiperiode; am 14. November 1917 mußte Kerenski flüchten und die Bolschewisten mit Lenin und Trotzki waren von da an unumschränkte Herrscher in Rußland. Es wird sich jetzt zeigen, ob ihre Stunde gesommert ist oder ob sie sich weiter behaupten können. Wir fürchten das letztere.

Nikika,

der König von Montenegro ist, 80 Jahre alt, in Antibes an der französischen Riviera gestorben. Der Fürst der schwarzen Berge, der König der yjammdbtebe. Hat in sei­nem langen Leben unendlich viel erlebt. Mehr als das: er hat in der Weltgeschichte des letzten Menschenalters eine- Rolle gespielt, die we't über die Bedeutung seines Ländchens und seiner Persmrüchkeit hinausgegangen ist. 1860 kam er als Nachfolger seines Onkels Danilo auf den Thron. Schon 1862 erklärte er anläßlich eines Auf­standes hi der Herzegowina der Türkei den Krieg, der jedoch mit einer völligen Niederlage für ihn endete. In den Jahren 1876/77 'versuchte er nochmals einen Waffc-n- gang mit den Türken, in dem ihm das Glück mehr Hold mar und ihm u. 0. ein Stück der adriatischen Küste mit Antivari und später DulciMo brachte. Ennn wichtigen Faktor in den politischen Berechnungen des schlauen Für­sten der schwarzen Berge bildeten seine fydratspläne, deren

Gegenstand der flâche Kranz feiner sieben Töchter war. Eine mzwlschen verstorbene Tochter war Sie Gal t in des . chnialigen Eerbenfönigs Peter Karogeorgewitsch, zwei ar-brre Töchter waren mit russischen Großfürsten verher» ratet, eine jüngere Tochter Helene bestieg sogar als Gattin Viktor Emanuels III. den italienischen Thron. Aus An­laß fernes 50jährigen Regierungsjubiläums verlieh sich Ni­kita im Jahre 1910 höchstselbst die Königskrone. Seine -roilnahme am Balkcmkriege brachte Montenegro zwar ver­schiedene Gebietserweiterungen; doch konnte Mikita die Sehnsucht seines Volkes nicht stillen, indem er auf Skulari verzichten mußte. , Ausgerechnet der Montsnegr'merkönig war unter den ersten, Sie bei Ausbruch des Weltkrieges Oesterreich-Ungarn und Deutschland den Krieg erklärten. Der alteKriegsheld" konnte sich zunächst gewisser Erfolge rühmen: Neben der Besetzung kleiner Grenzgebiete in Bosnien gelang es ihm, im Juni 1915 Skutari zu be» fetjen. Doch die Herrlichkeit bauerte nicht lange. Der Zu- lammsnbruch Serbiens zog auch Montenegro in seinen Strubel. Am 13. Januar 1916 war die montenegrinische Hauptstadt Cetinje in den Händen der Oesterreicher, nach­dem zwei Tage vorher der fast sagenhafte Lowcen genom­men worden war. Allerdings will nicht nur der Volks- chund, sondern auch die Geschichtsforschung wissen, daß Ni­kita ihn aus Grund einer Vereinbarung den Oester reichern in die Hände gespielt habe, um die Krone zu retten und das Land evtl. noch zu vergrößern. Ein bald wieder zurück­gezogenes Friedensangebot hing wohl damit zusammen. Er ging in die Verbannung nach Frankreich, der Zusammen­bruch Rußlands und der Sturz der Romanows bedeutete auch Nikitas politisches Ende. 3m jugoslawischen Reiche war für ihn kein Platz mehr, und sein Schwiegersohn Peter sowie sein Enkel Alexander nahmen ihm unter Billigung der Entente kurzerhand sein Ländchen weg. Nun ist Nikita am Kap Antibes gestorben, ohne sein arm­seliges Land wisdcrgesehsn zu haben, und von seinem einstigen Glanz wird nur der Umstand zeugen, daß ihm ein König und eine Königin das letzte Geleite geben.

Der amerikassiche Präsideusen^chssl

fiat sich nun vollzogen mrd der neue Präsident HarÄ'ng Hut dabei die übliche Botschaft erlassen. Sympathisch berührt darin zunächst die christliche Auffassung staats« männischer Verantwortlichkeit und allgemeinen Welt- geschchöns in den Wiederholten Berufungen auf gött­liche Fügunpen. Er spricht von dem goltgesetzten Be­rufe des großen demokratischen Staatendundos Ame­rika, von dem Willen Gottes, der im letzten Grunde aus dem Willen des Volkes spreche, von der Vorsehung, die in der Geschichte seines Volkes wirke. Politisch entspricht der Inhalt der Botschaft der Stellung der republikanischen Partei 511 den WeltprMemen. Ame­rika will an der Abrüstung Mitwirken, alles unter­stützen, was den Frieden fordert, sogar an einem Welt­gerichtshof sich beteiligen, aber es will keinem Tribu­nal airgehören, in dem es seine eigene Entscheidung irgend einem andern als der eigenen Machinollkom- menheit imterordnen müßte". Mit anderen Worten: Amerika lehnt die Teilnahme an dem Völkerbund ab. Amerika den Amerikanern!" zu biefeni Grundsatz will Harbins wieder zurückk^ren, die amerikanische Rsgic- rung will wieder völlige Handlungsfreiheit bekommen durch eine Politik,tte sich nicht in die Angelegenhei­ten der alten Welt vernickeln läßt". Sie lehnt es ab, an irgend einer dauernden Allianz teißumehmM oder irgendroelche ausländischen Wirtschaftlichen Verpflich­tungen zu 'übernehmen. Meichzeitig wird aber Amerika doch das Recht, auch in europäischen Dingen m"hu« reden, gewahrt, und dieses Recht wird dann auch ans» geübt,wenn unser Gewisien und unser Urteil uns da­zu bestimmen sollte". Hardings Interessen an Europa gehen wohl nur soweit, als die Interessen Amerikas an Europa haften. Amerika ist schr stark in Europa sinanziell engagiert, besonders bei den Alliierten. Für Amerika lautet die Frage:Wie konune ich am sicher­sten wieder zu den Summen, die ich meinen Klienten m Europa geliehen?" Da werden sich in erster Lirne völlige Herstellung des Friedenszustandes, Wiederkehr normaler WirtfchastsverhAtnisse als Garantien auf« drängen. Aus diesem Grunde wird unb muß Har­dings Politik darauf dringen, öaß in Europa endlich wirklich Friede wird. Äffosern begegnen sich Amerikas Interessen auch mit Dsukschlands Interessen. Indes­sen nulten wir nicht zu viel von Amerika erwarten. Die jüngste Geschichte hat uns im Hoffen etwas flÜZel- lahm gemacht, zu oft nmßlen wir mit Don Manuel m der Braut von Messina ausrufen: «Was sind Hof?- nnngcn, was sind Enkwürfs!"

Eine Abfuhr.

Zwischen den beiden mUkeiamerikanischeu Repub­liken Panama und Costa Rica ist ein schwerer Kon- filkt ausgebrochen, der in den letzten Tagen kriegerische Formen anzunehmen drohte. Der Völkerbundsrat hat an beide Staaten ein Teelgramm gerichtet, in welchem sie daran erinnert werden, daß sie Mitglieder des Völ­kerbundes seien, also pox diâ ihren Streitfall au

bringen haben. Panama aber hat, unter Umgehung des Völkerbundes die Vermittlung der Vereinigten Staaten angenommen. Es pfeift also in den höchsten Tenortöne,1 auf den Völkerbund, dessen Unzulänglich­keit und Unvollkommenheit schon bei dieser ersten Probe aufs Exempel erwiesen sind.

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Sür die deutschen Kinder.

Unser Landsmann, Prof. Dr. Emil Weber am Gymnasium zu Kassel, weist seit einiger Zür in Spa­nien, um auf Empfehlung des deutschen Episkopates, des Bonifatiusvereins und des Caritasvcrbandes für diese kath. Organisationen und besonders auch die beut« schen unterernährten Kinder Interesse zu wecken und materielle Unterstützung zu erbitten. Ueber eine Kon, serenz Webers bringt die in Barcelona ersch inende Zei­tung:El Correa Catalan" in der Nr. vom 5. Fe­bruar 1921 einen Artikel: Para los ninnvs alamanes, dem wir Folgendes entnehmen: ;

Im Turnsaale der deutschen Schule in der Calle Moya hielt vorgestern der angesehene Professor Weber von Kassel seinen angekündigten Vortrag. Er sprach über bas Thema: Das Elend der deutschen Kinder. Der Vortrag war durch Lichtbilder: Kinder im Elend, tUu«: jhiert. Mit evangdiidjer Salbung und Wärme schil­derte er die traurige Lage, in der sich die Kinder seines Vaterlandes befinben, als unschuldige Opfer der Kriegs­katastrophe und der unchristlichen Unversöhnlichkeit der Siegerstaaten, die beherrscht werden von dem Verlan­gen, Deutschland zu vernichten. Anschaulich, begründet auf offiziellen Dokumenten, sahen wir sich vor uns ent­rollen das Bild des Nahrungsmangels, der Zunahme der Sterblichkeit und der Krankheiten, Bilder von Schmerz, wie de Tuberkulose, Rachitis und andere Krank­heiten, die Folgen der Verarmung, der Nahrungsnor, des Kleidermangels am Marke des Volkes zehren-wnd besonders die kindlichen Körper ausszehren. Wir sahen die erschütternden Skelette von Säuglingen, die dahin- sterben wegen Mangel an Ernährung. Die deutsche Wis­senschaft, die ohne Zweifel in der Welt die führend« Stelle einnimmt, macht titanische Anstrengungen, um diese Not zu mindern, obre auch sie kann nicht bas Wunder wirken, daß die Kinder und das übrige Volk sich kräftig erholen ohne die notwendige Nahrung.

Der Redner machte durch seine ernsten, mit zittern- der Stimme vorgetrazensn Ausführungen sichtlich tiefen Eindruck auf seine Zuhörer.

Er packte in den Herzen die Liebe, die der göttliche Kmderfreund von Nazareth gepredigt hat. Im letzten Lichtbild erhob eines der Kinder seine bittenden Hände zu uns. Dr. Weber legte ihm die Worte auf die Lip. pen: 0 Ihr glücklichen Angehörigen anderer Länder, habet Erbarmen mit unserer Not. M t dieser innigen Bitte ende;« der Dortrag.

Daran schließt der Beritchersiatter eine ernste Be­trachtungüber die Nichtigkeit alles menschlichen Ruh. mes und den unermeßlichen Stolz der Menschen und der Völker, die d'e Gefühle der allgemeinen Liebe ner« geffen haben. Wie hart und haßerfüllt auch immer der letzte Krieg gewesen sein mag, niemals kann ein Grund gefunden werden, der die Vernichtung eines ganzen Volkes und die Verachtung des göttlichen Gebotes der Liebs rechtfertigte. Die Qualen der deutschen Kinder bringen als Flehruse zur ganzen Menschheit, auch zu den siegreichen Nationen. Das Mitleid muß sich in allen Herzen regen. Wir müssen ein wenig von un« seren Freuden opfern, um die Klagen unserer kleinen Brüder, der deutschen Kinder, zu mindern." !

Alsdann meist er barstuf hin, deß Prof. Weber nicht als Privatmann nach Spanien kommt, sondern als Vertreter der großen Organisationen Bonifatiusvere n und Caritas» verband im Auftrag deutscher Erzbischöfe und Bischöfe, mit Empfehlung der deutschen Regierung, um in spanischer Sprache Konferenzen über die jetzige Lage in Deutschland zu halten.Dr. Weber ist uns kein Unbekannter, er zählt bei uns eine Reihe von Freunden und Berovndororn^ seitdem er im Jahre 1911 sehr tätigen Anteil am Eucharistischen Kongreß von Madrid nahm. In dessen letzter Sitzung wurde er lebhaft applaudiert wegen seiner bemeckens. werten Rede, die er damals in spanischer Sprache hielt. Dr. Weber wird uns wahrscheinlich auch noch weitere Genusse bieten, indem er persönlich seine Verträge, be­gleitet mit musikalischen Vorführungen der deuischen Meister Mozart, Beethoven, Bach und Haydn. Oie Wünsche und Bitten des ganzen kath. Deutsch'ands be» gleiten dis NeUe dieses G-jaiidtcn der Siebe, der mit sich bringt dis Emvfehlungen des Kardinals von Vees» (au der Erzbischöfe von Köln und Freiburg, besonder» auch des Bischofs von Fulda, in dessen Diözese bas Grab des hl. Bonifatius, des Apostels der Deutschen, verehrt wird .... Auch die deutsche Regierung legt der Pro«