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Die Gewährung einer Galglnftist

war das mit Spannung erwartete Ergebnis der in London überreichten deutschen Gegenvorschläge. Es war wohl begreiflich, daß das deutsche Gegenangebot in London ebenso überrascht hat, wie am 30. Januar die Pariser Forderung von 226 Milliarden uns in Deutschland. Nur 50 Milliarden einschließlich der te» teils durch Schisse, Waren und Geld erlegten 20 Mil­liarden! Ferner keine 12prozentigen Ausfuhrzoll- zuschlüge. und das alles nur" unter der Voraussetzung, daß Lberjchlesien uns verbleibt, scheint ein sehr ge­

habe barmn namens der Alliierten die deutsche Regie« turrg aufzufordern, bis Montag Mitteilung zu machen, ob sie die Pariser Beschlüsse annehme oder Gegenvor­schläge unterbreite, die eine gleichwertige Ausführung der aus dem Friedensoertrag Deutschland obliegenden Verpflichtungen sicherstellten. Sollt« eine befriedigende Mitteilung bis Montag nicht eingchen, dann stellt er eine ganze

Reihe von Zwangsmaßnahmen

in Aussicht, so die Besetzung der Städte Duisburg, Ruhrort und Düsseldorf auf dem rechten Rheinuser, Erhebung von Abgaben auf den Verkaufspreis der

Ein Aufruf des Reichspräsidenten.

Der Reichspräsident hat folgende Proklamation es

gehen lassen: Mitbürger!

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ringer Gegenvorschlag zu sein. Er ist es aber nicht! Er ist Dkl höher, als es scheint, da der von DeuNch-

land zu zahlend« Betrag mit Zinsen mL> Buickverrech

nung wohl auf 120—150 Milliarden innerhalb der

deutschen Waren in den alliierten Ländern, das heißt, vollständige Unterbindung der deutschen Ausfuhr nach ' Frankreich, England, Italien und ihre Kolonialgebiete, ferner Zallabsperrung des Unten Rheinufers gegen das

30 Jahre sich stellen würde. Auch die Phantasie- sunune von 226 Milliarden, "

eigene Mutterland, und ein solches Verjähren will man

die dem französisch^l ^™ cin M -"wenden, das zu einem Milliarden-

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Volk Sand in bie Augen streuen soll, durfte in derf. . „i.;V„ :r.

Weise des deutschen Angebots berechnet urw

sührt, nicht hoher sein als 150 Milliarden Goldmark, ^-"e unsere Zeit nicht so von bösen G^lstern besessen. Also der Unterschieb ist nicht so unendlich, als es nach den r ^tu^^n^ 'E ^ ^"^üch teilten, d^h dieses beiden Zahlen scheint. Taktisch wäre es freilich vielleicht llewaUig« Opstr, das ein Volk seinem Richededurfnii-e besser gewesen, angesichts der Masjenstinmâg in den ^^ f£.incn’ ^^ ^^1^ ^U ^^ Drehbänken

feinblidicn Ländern, die nur aut die Hallien fipht unb ^^ seinen Vuchern zuruckkehrcn zu dürfen, bringt, mit

tribut bereit ist, der Uebernahme einer Riesenlast, die

feindlichen Ländern, die nur auf bie Zahlen sieht und . „ . ,. .. - o . ,

mit der auch die gegnerischen Staatsmänner rechnen ^!m\ ".'^ ^!"^! - -. ,

müssen, die von uns ungebetene Summe mit ihrem Gtod.rone, der große englische Staatsmann, gebrauch e

begrüßt wird.

Enowert im Jahre 1951 zu nennen, es würde sich bann, wie gesagt, die Ziffer 150 Milliarden Gold­mark ergeben. Diese Endsumme sieht erheblich impo­nierender aus als die mit 50 Milliarden benannte Sa»

einmal im englischen Parlament über einen verstiege-

nen Orforber Professor das Wort: „Der gelehrte Herr stellt sich vor, als ob er Gesetze machen sollte für Ge­schöpfe auf dem Saturn. Ich möchte dem Hause emp- fehlen, die Wissenschaft des gelehrten Professors auf den Saturn zu schicken und sich lieber die Menschen anzusehen, die dieses Land bewohnen." Diese Rück- brrufung zur Wirklichkeit tut auch der Staatskunst der Eittente not Sie sollte daran denken, daß sie mensch­liche Gesetze für Menschen zu machen habe. Vermag sie das nicht, so wird sie, wir immer sie es anstelle,

Unsere Gegner im Weltkrieg haben unerhört^ und unerfü llbare Forderungen an Gol^ und Gut an uns gestellt. Wir selbst nicht nur, auch unsere Kinder und Enkel sollen Arbeitssklaven der Gegner werden. Durch unsere Überschrift sollten wir einen Vertrag besiegeln, den auszuführen auch die Ar­beit von Generationen nicht genügt hätte. Das b u r f» t en, daskonntenwirnichttun. Unsere Ehr?, unsere Selbstachtung verbieten es.

Unter offenem Bruch des Friedens« Vertrages von Versailles sind die Gegner zur Besetzung weiteren deutschen ßanj bes geschritten. Der Gewalt können wir Gewalt nicht entgegensetzen. Wir sind wehrlos. Aber Hinaus­rusen können wir es, daß es alle hören, die noch dir Stimme der Gerechtigkeit erkennen: Recht wird hier zertreten durch Gewalt!

MU den Bürgern, die Fremdherrschaft erdulden müssen, leidet das ganze Volk. Ehern zusam­men s chm leben soll uns dieses Leid zv einigem Fühlen, einigem Wollen.

Mitbürger! Tretet der fremden Gewaltherrschaft mit ernster Würde entgegen. Bewahret Euren aufrech« ten Sinn, aber laßt Euch nicht zu unbesonnenen Tate» Hinreißen. Harret aus! Habt Vertrauen! Die Reichs« regierung wird nicht eher ruhen, bis fremd« Gewalt

pitalisierung der 30 Jahreszahlungen. Daß die deutsche Vertretung auf dieses doch sehr unschuldige Mittel, auch der Phantasie der Massen etwas zu bieten, verzichtet hat, zeugt gewiß nicht von bösem Willen der deutschen Regierung und muß anbererfeiis den Eindruck ihrer Ehrlichkeit verstärken. In der Politik ist allzu große Ehrlichkeit freilich gerade nicht immer am erfolgver­sprechendsten, bei der Diplomatie sind die Worte ja oft nur da, um bie Gedanken zu verbergen. Unsere Feinde verstehen sich ohne Zweifel besser auf das Hand- oert, das hat der englische RiinislerprLsidLnt Clogb George durch seine Antwort auf die »interne, sachliche und trockene Rede, die Dr. Simons auf der Londoner Konferenz gehalten, wieder bewiesen. Er hat die Ge- , , , „ , , „

legenheit benutzt zu einer großen Rede „an Alle" und und der Mir sort der Alliierten mit dem befristeten ferne Worte gehen durch die ganze Well. Mtt der Ultimatum gingen die Verhandlungen offiziell und in» schwungvollen Beredsamkeit des großen Demagogen hat offiziell hinter den Kulissen hin und her; es wurden er wieder einmal dem deutschen Volke und den Väl- »tue Vorschläge gemacht» auch die Alliierten beteilig- fern der Erde die Kriegsopfer der Ententeländer ge» kn sich daran, leider konnte man aber nicht zusam» schlldert — non den Leiden des derttschen Volkes, von menkommen und so war der Abbruch der Derhand- ««» »«»« n^.. vu» <,«. feinen fast zwei Millionen Toten, von dem Elend sei- langen unvermeidlich. Man hat den Eindruck, daß j dem Resultat »ufrieben sein, nw Frauen, von der Not, bam Hungersiechtum feiner "’"” *" cr»»l^»^ cuaiuw «™x f»m» i« ar^„r^ x„„ rtiLionwin-™ iwfi ^ ^ Kir Kiirder zu sprechen hat er natürlich vergessen — und dem deutschen Volk die alleinige Schuld am Krieg« zugeschoben und seinen guten Willen, seinen Verpslich- tungen nachzukommen, in Mbr^e gestellt. Das ent­spricht aber nicht den Tatsachen. Lloyd George

Hot fe^b^r in öffentlicher Rede zugegeben, daß »>» •'»“•• p^ ««^-i •>•» ^"»yv», v» wn|v*t. uiu&iiupi]ix>» in allen am Krie^ beteiligten Ländern „nirmond Verweigerung haben wird, wohl auch nicht recht klar, an ieiieuder Stelle ausjchtietzlich den Krieg gewollt-der Strieg, der Zusammenbruch und das mehrjährige habe. Es war etwas, in das wir hineingeglitten oder ®lcnb haben die Massen des Volkes in eine gewisse vielmehr hineingetaumelt oder hineingestolpcrt sind." Apathie lTeilnahmslosigkeit) versetzt, ein Gefühl der Und Deutschland hat doch auch einen Frieden Wurstigkeit geschaffen, dem alles egal ist. Wir wollen unterzeichnet der ihm zu ©unftenjeiner Kriegsgegner uns kein Urteil darüber anmaßen, was in London das Gebot der Stunde von unsern Vertretern verlangt hat. Sie haben sich für die Ablrhnurrg der Vorschläge der Alliierten entschieden, obwohl sie die Folgen der Ablehnung gekannt, sie müssen also überzeugt gewesen sein, daß ein anderer Ausweg wirklich nicht möglich war. Hoffentlich wird auch unter dem fühlbaren Druck der Gswaltmaßnahmen oder „Sanktionen", wie man sie so schön heißt, das Volk nicht gleich zusanunen- brechen; so wenig das manchem vielleicht paßt, muß jetzt das Wort Durchhailsn wieder hervorgeholt werden. Jetzt heißt es, die Nervenkraft aufbrirrgen, sich auch in einer langen Periode der DrangsaUerungen zu be­haupten. Einigkeit und Geschlossenheit ist da vor allem nötig, für innere Streitigkeiten ist jetzt keine Zeit, auch mit der Phrase dürfen wir uns nicht betören, die wir so oft hören unb lesen, daß ein Volk von 60 Millionen nicht untergehen könne. Es sind in der Ge- schichte schon gewaltige Völker mit Riesenreichen unter» gegangen, wenn sie sich selbst aufgegeben haben. Ob wir, ob die Masse des Volkes nach Krieg unb Revo­lution die Kraft dazu hat, sich auch in Leid unb Not zu behaupten, wird sich jetzt zeigen. In unserer See- lenftSrde liegt jetzt allein all unsere Hoffnung.

auf dieser Erde, die sie für den Saturn ansieht, sagen.

3u dem großen Hingen in London

cer»

vor unserem Recht weichen muß!

Der Reichspräsident: Ebert.

Der Reichskanzler: Fehrenbach.

finb wir vorläufig unterlegen. Noch am Montag mittag ließen die Zeitungsmeldungen hoffen, schließlich doch eine Verständigung gefunden würde. Nach der Ablehnung der deutschen Gegenvorschläge

nor»

man in England, Italien itnb selbst in Belgien das bedauert, während man in Frankreich darüber erfreut ist. Wenn man die Stimmung in Deutschland nach den Zeitungsberichten beurteilen kann, so scheint es, als ob man auch in den weitesten Kreisen des Volkes ein weiteres Nochg^en nicht gewünscht habe. Freilich ist man sich über bie Folgen, bie unsere Unterschrifts- ’n wird, wohl auch nicht recht klar,

•UM

Das Wahlresultat.

für das Zentnsn noch der amtlichen Feststellung

ergibt , _ , .

84 Sitze im preußische Landtag, ohne die 8 Welfen, von

denen.sich voraussichtlich noch einige als Hospitanten dem Zentrum anschließen werden. Bei bam Ansturm, der von

aßen Seiten gegen das Zentrum tobte, können wir mit

Das gilt für Preußen im

allgemeinem inÄ riudj für unfein engeren Bezirk int

Opfer cufertegt, wie sie in der Geschichte der letzten Jahrhunderte noch niemals einem großen Volke zuge- mutet worden sind. Deutschland hat in Ost und West blühende Landesteile mit Millionen brtufdjer Bevöl­kerung abtreten müssen, im Westen Elsaß-Lothringen , ic*nen mächtigen industriellen Reichtümern, die ^?^^ ^* Saarkohlengruden dem französischen Suwuchsen, im Osten riesige land- rotrtfd;afUid)e Bezirke, deren Land- und Nahrungs- reichtum uns letzt fehlt. Unsere Kolonien sind uns genommen, unsere Handelsflotte ist ausgeliefert, die Überlassungen unserer Industrie und unseres Han- drts in der Welt draußen sind liquidiert und der Er­lös daraus soll in bie Kassen unserer Kriegsgegner flie» Ben Von allen diesen riesenhaften Verlusten, die zu- gleich riesenhafte Entschädigungen an die Kriegsgegner darstellen, spricht Herr Lloyd George nicht. Trotzdem haben wir der Entente ein weitgehendes Angebot gemacht r™ ater in schroffster Form wurde es abgelehnt, „die teutschen Gegenvorschläge seien, so erklärte Lloyd @e- orge, als Grundlage einer Besprechung ober Prüfung Döütg ungeeignet, sie bildeten im Gegenteil eine Be­leidigung und Herausforderung der Alliierten." Er

dsscmderen. Dabei wollen wir nicht in Abrede stellen, daß eine stärkere Zunahme der Zentrumsstiinmen wün­schenswert wäre, denn Stillstand ist meistens Rückgang; wir möchten auch die Hoffnung nicht aufgeben, daß eine Wie­dergewinnung sozialdemokratischer Stimme« für das Zen­trum möglich sein müßte, besonders auch im Fuldaer Land. Aber gut Ding will Weile haben. Es ist eine alte (Er» sich rang, daß Die Menschen ihr« Ansichten nur schwer ändern, daß Aufbau und Abbau im Geistesleben eines Volkes immer nur stoßweise vor sich geht wie das Leben und Sterbest in der Natur. Am augenfälligsten ist die Zu­nahme der Rechtsparteien, die über SO Sitze gewonnen haben. Die Sozialisten haben sich wieder ihrer allen Mehcheitspartei z-ug«vandt mit 111 Sitzen, während 1 200 000 Wähler sich dem Kommunismus zmoandlen und 30 Mann durchbrachtem Die Deutschdemokraten wurden nahezu ausgerieben, während das Zentrum, wie gesagt, wie feiü Jahren, so ziemlich gleich stark blieb. Es wäre ober falsch, nur die leeren Zahlan als Verschiebung der Volks«

meimmg hinzilfteüen. Es ä obern sich auch Die Parteien selbst. Was war das für eine Uebervaschung in Deutsch­land, als die Sozialisten bie erste Million Stimmen er­reichten!! Heute bleiben wir rutjig, wenn Pmnßen allein,

infolge des Wahlrechts der Frauen und der Herabsetzung des Wohlalters 6% Millionen Sozistinunen oufwoist Es bleiben ruhig die Kapitalisten der Industrie. Sie legen ruhig ihre Betriebe zu Riesenbetrieben zusammen, verdop­pel« ihre Aktien, gründen neue Unternehmungen. Sie wis­sen längst, die Sozialisten sind ihnen nicht so gefährlich; auch den Arbeitern sind gutgehende Fabriken längst keine Feinde mehr, sie stehen und fallen mit ihnen. Sozialisie­rung ist me$r ein Schlagwort für die Wahlen, als ein Programm für Fabriken.

Der Großgrundbesitz hat heute in den Sozialisten seine Beschützer, weil er eben die Großstädte versorgt, und so hak unser Schiller wieder recht, wenn er meint, bis zur Ein- fijhnmg des neuen Paradieses durch die Weltdeglücker: „er­hält sich dos Weltgetriebe, durch Hunger und durch Liede". Hunger und Liede, das sind di« Parteien, bi« zur Vernunft