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Wochenkalender.

Sonntag, 6. März. Vierter Fastensonntag. Perpetua u. Fetizitas, M. f^nDolin.)

Montag, 7. März. ThomaS v. Aquin, Kchl.

Dienstag, 8. März. Johann v. Gott, Bek.

Mlttwoch, 9. März. Franziska, Witwe. Donnerstag, 10. März. 40 Märtyrer von Sebaste.

Freitag, 11. März. Vom Tage.

SamStag, 12 März. Gregor, P. u. Kchl.

Vierter Hairen-Lonntag.

(Ev. Joh. 6, 115.)

Der Königliche Weg.

Ss muß ein rührender Anblick gewesen sein, als Isaak, Abrahams einziger, innigst geliebter Sohn, das Holz auf seinem Rücken trug, auf dem er selbst geop ert werden sollte.

Der wahre Isaak ist Christus, das Lamm Gölte«, der einzige innigst geliebte Lohn des himmlischen Vaters, der das Kreuz, auf dem er sterben sollte, auf seinem eigenen Rücken hinaustrug zur Richtstäite, wie ausdrücklich der hl. Iohannes vermeldet in seinem Evangelium:Je,us trug sein Kreuz hinauf aus Golgatha".

Die dankbare Nachwelt hat diesen Weg, den königlichen" sich wohl gemerkt und seine Stationen dem Gedächtnis sich einoepräqt. In Jerusalem zeigt man heute noch de ..Via dolorosa", den Schmeizens- Weg oder Kreuzweg. Seinen Ausgang nimmt er vom ehemaligen Haus des Pilatus, geht dann eine Strecke durch die Straßen der Stadt, mündet ins Freie und schließt auf dem Kalvarienberg in der Kirche des hl. Grabes.

Die Zahl derStationen" wird in der Regel auf 14 angegeben. Die Bibel selbst erwähnt einige bet hauptsächlichsten Denkwürdigkeiten dieses letzten 'lutigcn Ganges: wie Jesus verurteilt wird von dl latus, kne er in eigener Person das Kreuz trägt, rate iiiitoii Chrene genötigt wird, mit dem Heiland die schwere Lall zu teilen, wie Jesus unter­wegs die frommen Frauen ermahnt und trö er tote er feiner Kleider beraubt wi.d, wie er ans Kreuz genagelt wud, wie er unter lautem Aus chrei Vericheidet, wie der Leichnam von Nikodemus ab« genommen und ehrenvoll bestattet mhb. Die übiigen Stationen wurden von der mündlichen Ueberlieferung festgehal^u oder von der frommen Volksseele ergänz, wie z. B. die Begegnung des Heilandes mit fein/ Mutter und der liebliche Zwischenfall mit Veronika.

Es entspricht ganz unserm Fühlen und Denken, da", schon die Apostel, daß die Mutter Gottes, daß die er>ten Gläubigen bon Jerusalem sich diese Leidens»

Der Hochw. Herr Bischof Zoseph Damiun über den Zosephöpsennig.

In dem am vorigen Sonntag verlesenen Hirtenschrei­ben schreibt er nm Schluß:

Sicher hat ein jeder aus Euch, geliebte Diözesanen, dem hl. Joseph diese oder jene Not zu klagen. Viel­leicht aber denken nur wenige an die große Not, die alle Angehörigen bet Diözese Fulda betroffen hat: ich meine den drückenden Priestermangel. So viele hoff­nungsvolle Alumnen des Priesterseminars 13 an*ber Zahl hat der Krieg hinweggerafft. Eine Anzahl von Seelsorgsgeistlichen sind gerade in letzter Zeit durch den Tod ihrer gesegneten Tätigkeit entrissen worden. Die Kleriker, die in den nächsten Jahren voraussichtlich zum Priester geweiht werden, reichen bei weitem nicht aus, die entstandenen Lücken auszufüllen. Bedenkst dabei, daß die Aufgaben der Seelsorge gegenüber den moder­nen Bedürfnissen sich fortwährend steigern. Fürwahr "die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige." (Luk. 10, 2.)

Dazu kommt, daß unsere kirchlichen Anstalten, die der Heranbildung der Priester dienen, besonders das Bischöfliche Priesterseminar und das Konvikt, infolge der fortgesetzt steigenden Teuerung der Lebensmiktel und Gebrauchsgegensiände in die größte finanzielle Not gera­ten sind. Während in früher. Zeiten das Priesterseminar vom ersten Studienjahr ab sämtl. Fuldaer Alumnen ko­stenlos unterhalten konnte und auch das Konvikt sich mit einem mäßigen Pensionspreis begnügen konnte, sind beide dazu nicht mehr imstande. Das Kostgeld im Kon­vikt mußte bedeutend erhöht werden, und das Seminar ist genötigt, seit Oktober v. I. von den Alumnen aller Jahrgänge einen hohen Tagespreis für Verpflegung und Unterhalt zu erheben. Es liegt auf der Hand, daß die Aspiranten des Priestertums in beiden Anstalten zu einem nur ganz geringen Teile diese Kosten aufbringen können. Ebenso ist klar, daß bei einer Fortdauer dieser überaus traurigen Verhältnisse gar viele brave und be­gabte Jünglinge von vornherein auf das Streben nach dem Priestertum verzichten oder vom theologischen Stu­dium abgeschreckt werden, oder daß deren Eltern wegen der unerschwinglichen Kosten dem Verlangen ihrer Söhne nach dem Dienste des Altars nicht Folge geben können.

Das sind betrübende Aussichten, die sich da eröffnen, das find Sorgen, die nicht nur schwer auf dem Bischof lasten, sondern auch alle Priester und Gläubigen an- gchen.

Auch in dieser allgemeinen Not der Diözese wenden wir vor allem unsern Blick zum heiligen Joseph. Er ist ja derjenige, der den Hohenpriester des Neuen Bundes, von dem alle priesterliche Würde und Vollmacht in der Kirchs ausgeht, Jesus Christus nämlich, im stillen Hause zu Nazareth gehegt und gepflegt, beschützt und behütet hat. Der hl. Joseph ist es, der für diesen Hohepriester durch seiner Hände Arbeit den Unterhalt aufbrachte und jenes Fleisch und Blut genährt hat, das am Kreuze ars Opsergabe für uns dahingegeben wurde. Gott selbst hatte ja durch seinen Engel dem hl. Joseph den Priester- beruf des Heilandes geoffenbart und ihn zugleich in Be­ziehung zum Priestertum Jesu Christi gesetzt mit den Worten: »Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn

Plätze oftmals angesehen, daß sie unter frommen Gesinnungen sie begangen haben. Zur Zeit der Kreuzzüge, wo Millionen Christen nach Jerusalem kamen, ließen sich die frommen Pilger ganz besonders die Verehrung der Kreuzwegstationen angelegen sein. Fiomme Pilger pflanzten diese Sitte in die Heimat. Allmählich kam die Sitte in Schwung, in Kirchen und an Straßen die vierzehn Stationen im Bilde äufzustellen und davor denKreuzweg" zu machen. Man darf wohl sagen, daß in unserm katholischen Volk kaum eine Uebung so beliebt und so gebräuch­lich ist als ebender Kreuzweg".

In einer Stadt war eine fromme Juncp frau, die als L ichenfrau anaestellt war. Als fit nun die ersten Leichen nach christlicher Sitte bekleidete, kostete es dem jungen, lebensfrohen Mädchen begreif, ticherweise große Ueberwindung. Da machte sie der beldenmütigen Vorsatz, für jedes Verstorbene, besser Leiche sie besorgen mußte, einen Kreuzweg zu geben Zu gewissen Zeiten kamen nun die Leichenbeqängniss, iäglich vor. Da war es mitunter schwer, den Vor satz durchzuführen. Doch die wackere Jungfrau ha Wort gehalten. Auch im Winter bei grimmiger Kälte sah man sie täglich in der Kirche, um ihrer o liebgewonuenen Kreuzweg zu beten. Allmählich stie; der Wunsch in ihr auf, auch einmal den richtigen^ wirklichen Kreuzweg zu machen in der hl. Stad« Jerusalem selbst. Ihr Wunsch sollte erfüllt werden, In ihrem letzten Lebensjahre schloß sie sich einens Pilgerzug an. Mit welcher Erquickung, mi welchem Seelentrost mag sie in Jerusalem den Leiden«, weg des Herrn gegangen sein. Krank kam sie nach Hause, nm bald hinüberzupilgern ins himmlisch« Jerusalem.

Lieber Freund, mach oft in deinem Leben un­besonders während der Fastenzeit einen Kreuzweg? es wird dich tm Sterben nicht gereuen. Mache ih^ daheim in der Pfarrkirche und schäme dich nicht, vov einer Station zur andern zu gehen. Ist diese Praxii aber untunlich, so magst du ruhig an deinem Platz, bleiben, aber bei jeder Station aufstehen und wieder mebetfnieen. Bist du ans Krankenbett gefesselt, fi kannst du den Kreuzweg dennoch machen und sämtlich, Ablässe gewinnen bei Benützung eines Kruzifixes das als Stationslreuz geweiht ist.

ES gibt noch den geistlichen Kreuzweg, der im geduldigen Leiden besteht. Das ist der wahreKönig« Uche Weg", von Christus vorgezeichnet, der sicherste Führer zum Himmel. Behe zige die sinnvollen Aus« prüche derNachfolge Christi" über diesen könig« heben Weg. . ,

Im Kreuze ist Heil, im Kreuze Leben, im Kreuze Schutz vor den Feinden, im Kreuze Eingießung himmlischer Schätze, im Kreuze Stärkung des Willens,! im Ki euze Freude des Geistes, im Kreuze der Gipfel! der Tilgend, im Kreuze Vollendung heiligen Wandels.!

Es gibt für die Seele kein Heil, keine Hoffnung' auf die ewige Seligkeit außer im Kreuze. Voraus-i gegangen ist er und schleppte sein eigen Kreuz. auf]