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Nm Passionssonntag erklärt « sich ohne Um­schweife als GotteS Lohn.

Am Palmsonntag sehen wir ihn feierlich einziehen in Jerusalem, hören den Jubel deS Volkes, begeistern uns an dem Zuruf der Kinder:Hochgelobt sei der da kommt im Namen deS Herrn! Hosauna in der Höhe!«

In der Karwoche wird viermal die ganze Leidens­geschichte des Herrn vom Priester am Ällare gelesen und es erscheint darin der göttliche Heiland als der Mann der Schmerzen, auf den Gott all' unsere Missetaten gelegt, als der Wurm, von dem alle Schönheit und Kraft gewichen, der wehrlos von seinen Feinden zertreten wird. Doch siehe, gerade in der Nacht des Kreuzes erstrahlen unzählige Wunder. Die Erde bebte, die Felsen zersprangen, die Gräber öffneten sich, der Vorhang des Tempels zerriß von unten bis oben. Mit dem Hauptmann, der am Fuße des Kreuzes Zeuge dieser Ereignisse war, dürfen wir ausrufen:Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!"

Das größte Wunder am Kreuz ist aber der Gottes­sohn selber, der vom Kreuze nicht wich, obwohl seine Feinde seine Gottheit verhöhnten und herausforderten. Wenn du der Sohn Gottes lust, so steige herab vom Kreuze und wir wollen an dich glauben". Er hat es nicht gAan. Warum nicht? Weil er, wie der hl. Au ustinus sagt, etwas Größeres tun wollte. Was ist größer gewesen? Daß er am Kreuze geblieben ist und dadurch uns erlöst hat; daß er am Kreuze vor dem Tode zurückwich und sich demselben zur Beute hlngab, durch die Auferstehung aber den Tod besiegte und seiner Macht sich entwand.Nicht bloß in den Wundern, die er gewirkt, sondern auch in seinen Leiden staunen wir den Heiland an", sagt de. hl. Johannes Chrylostomus; denn wir bewundern ihn, wie er angena. eit ist am Krenz, gegeißelt, nm Backenstreichen bedacht, mit Speichet besudelt, von Schlägen verwundet, mit denen diejenigen ihn trak­tiert haben, denen er Wohlla en erwiesen hatte. Al' diese Leiden sind Bewerse'seiner Liebe und Altmnot, durch die Jesus den Tod bezwungen, den Fluch aut» gelöscht, den Teufel beschämt, ine Handjchrist unser r Sünden ans Kreuz geheftet hat".

Drum auch die Verehrung des Gekreuzigten, die besonders an Karfreitag so ergreifend ist. Da w d vom Prrester beim hl. Gottesdienst das Krru; au- hitch befreit von seiner schwarzen Hülle und dem Volke gezeigt mit den Worten: eeyg lignum oru^is, in quo salus mundi pependit: sehet das DM r res Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen ist; komm», laßt uns andeien". Das Kreuz wies dann auf die Cholftufen nicbeigelegt und in oretmaligem Kmesall verehr», vom Prlestèr und den Gläubigen geküßt.

Ehren auch mir als dankbare Christen das Kreuz. Sollte jemand Einwendungen machen, so widerlege ihn mit dem Spruch, der auf einem Gortrsackertrenz geschrieben stehr:

Wir beien weder Stein noch Holz an, Sondern Cpcrstns, der gehangen dran.

Der Lurgpfo-crer.

Zuwaer Hirtenbrief, in.

Das unter der Leitung der Autorität Mj voll­ziehende Gemeinschaftslebekl in Staat und Gemeinde setzt als notwendige Vorbedingung das Recht aus Eigen­tum voraus.

So wie einmal die menschliche Natur beschaffen ist. würben die Menschen nur nachlässig und gleichgültig ihre Aufgaben der Gesellschaft gegenüber erfüllen, wenn ihre Tätigkeit nicht auvefpornt würde durch die Gewiß­heit, daß sie nicht bloß für die Gesellschaft arbeiten, sondern davon auch einen persönlichen Vorteil in Er­werbung und Vermehrung eigenen Besitzes haben. Oder erfährt es nicht jeder an sich selber, daß die Lust und Liebe zur Arbeit für sich wie für die Volksgenossen in dem Maße wächst, als er durch seine Arbeit Aus- ght hat auf eigenen Erwerb und setbstäiVigen Besitzt as ist einer der vielen Gründe dafür, daß das Recht auf Privateigentum in der Natur des Menschen ruht.

Diese naturrechtliche Stellung des PrivMeigentums hat Gott selbst anerkannt und durch seine Gebote und Verbote gesichert. Im alten Bund verkündste er feier­lich auf dem Berge Sinai:Du sollst nicht stehlen!" (2 Mos. 20, 15.) Damit wollte er sacen: was dem Mitmensch rechtmäßig erworben hat, las ist sein un- antastbares Eigentum, du hast nicht das SeM ihm etwas davon zu nehmen. Ja noch mehr: Gott ver­bietet selbst die Begierde nach fremdem (Eigentum. Denn ebenso eindringlich ist seine Forderung:Da

urö im folgenden Jahre (1886J erreichten die (Baben die Höh« von fast 16 000 Mark. Es war das vom hl. Vater Leo XIII. ausgeschriebene Jubiläumsjahr und es kam dem Iosephspsinnig zu statten, daß unter den für dasJubiläumsalmosen" «mpfohlenen Zwecken auch derSofephspfennig" war. Auch in den folgenden Lahren hielt der Eifer an und in einem Rückblick im März 1894 konnte

Prälat Schick

dankerfüllten Herzens siststellen, daß kl knapp 10 Jah- die kleine Diözese Fulda nicht weniger als 108 374 M. für bett Josephspfennig aufgebracht habe, und zwei Lateinschulen, in Geisa und Amöneburg, ins Leben gerufen worden waren. Er schrieb dazu:Und nun komme jemand und bestreite die Macht der Fürbitte des hl. Joseph. Es ist nicht nötig auf die Gebeiserhörungen Hill, die uns von sonsther berichtet werden, Vertrauen zum hl. Joseph zu schöpfen, wie die Samariter zu dem Weibe sagten, das ihnen von den Wunden Jesu ge« sprachen hatte:Nicht mehr auf deine Rede hin glau- ben wir, sondern auf das hin, was wir selbst gesehen haben, so können auch wir sagen: Nicht weil andere es uns versichern, sondern weil wir die Macht und Güte des hl Joseph gleichsam mit eigenen Augen schauen, darum setzen wir auf seine Fürsprache dieses unbegrenzte Vertrauen." Gott sei Dank ist es bis in die jüngste Zeit im Großen und Ganzen so geblie­ben mit dem Josephspfermig, wie zur Zeit des fei. Prälaten Schick, und wo der Eifer vielleicht etwas erfüllet fein sollte, da wird ihn die jetzige Jubiläums- feier gewiß neu beleben. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß die Gaben in diesem ganzen Jahre recht reichlich fließen; w-'r werden unsern Lesern auch vor dem Iosephstag noch Gelegenheit geben, ein besonderes Almosen für den Josephspfermig zu spenden.

sollst nicht begehren deines Nächsten Haus . . . noch seinen Ochsen, feinen Esel, oder irgend etwas, was fein ist!" (2 Mos. 20, 17.)

Tiefe Satzung hat Christus der Herr im Neuen Bunde nichr aufgehoben. Er hat dem reichen Jüngling vielmehr ausdrücklich bestätigt, daß, wer zum ewigen Leben eingehen wolle, auch das siebente und zehnte Gebot halten müsse, daß man fremdes Eigentum nicht stehlen, ja nicht einmal ungeordneter Weise begehren dürfe. (Matth 19, 17 ff.)

Es kann deshalb kein Zweifel darüber auffommen, daß das Privateigentum nicht bloß eine naturrechtliche Einrichtung, sondern ausdrückliche göttliche Anord- nung ist

Ein bestimmtes Privateigentum ist damit dem Eür- ieinen freilich noch nicht gegeben. Um solches in Be­sitz zu nehmen, muß man vielmehr noch einen rechtlichen Eigentumstitel vorweisen können, z. B. Kauf, Erer­bung, geleistete Arbert, Tausch, Schenkung und dergl.

Aus unseren Darlegungen ergibt sich die Schlußfolge- ruug, daß alle Bestrebungen auf allgemeine Enteig­nung zu verwerfen sind. Solche Absichten setzen sich in Widerspruch mit dem natürlichen Sittengesetz und den gütlichen Geboten, ganz abgesehen davon, daß sie gar nicht durchgeführt werden können ohne Er- schütterung der essens lieben Ordnung, ohne die erbittert­sten Kämpfe zwischen den einzelnen Ständen, ohne Schädigung und Zerstörung kostbarer (Erbengüter; und schließlich würden sie doch »richt zur Wohlfahrt des ge- famien Volkes ausschlagen. Ihr dürft deshalb, ge­liebte (Diözesanen, solche Bestrebungen in keiner Weise unterstützen, weder durch Stimmabgabe für Vertreter dieser Richtung, noch sonstwie in Wort und Tat.

Nach den Geboten des natürlichen Sittengefetzes wie nach den Lehren unb Weisungen Christi ist der Mensch indes nicht unumschränkter Herr seines Eigentums. Gott hat sich vielmehr das Oberhoheitsrecht über allen Besitz Vorbehalten.Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und alle, die auf dem­selben wohnen." (Ps. 23, 1.) Deshalb darf und soll der Mensch sein Pioenium nur so gebrauchen, wie Gott es will. Diesen Willen hat Gott in den Büchern des Alten und des Neuen Testamentes Mich gom genau ausgesprochen. Hiernach soll der Mensch sein Hab und Gut zunächst allerdings zu seinem eigenen Nutzen ver­wende»», zu seinem eigenen Leben Fortkommen, wie auch zum Wohle seiner Familie: dann aber auch mm besten seiner Mitmenschen tm Geiste der Menschen­freundlichkeit und Näckistcnliebe.

Tamm wäre es eine Sünde, wenn man sein Eigen­tum verwerten wollte ohne Rücksicht auf bas Gebot der Nächstenliebe. Ebenso wäre es ein Versehen vor Gott,

wenn man mit seinem Hab und Gut, mit seinem Ver­dienst und Erwerb Verschwendung treiben würde. Jeder Mensch ist vielmehr im Gewissen verpflichtet, mit fei­nem Vermögen, seinen Einkünften, seinem Arbeits- lohne sparsam utnzugehen. Solche Sparsamkeit ist not­wendig, bamit die Menschen für ihre eigene Zukunft verstmrbrger Weise Sorge tragen, über etwa bevor­stehende Tage der Not hinwegkommen, ihre Eltern, Kinder unb Angehörigen standesgemäß unterhalten und unterstützen können. Die Vermeidung unnötiger Ausgaben ist weiterhin deswegen geboten, weil durch das ärgerniserregende Beispiel der Verschwendcmg Er­bitterung erregt wird. Zu dieser Erbitterung tragen nicht bloß Begüterte bei, fonbern auch Arbeiter und Arbeiterinnen, die ihren Arbeitsverdienst für Genuß und Vergnügen vergeuden Schließlich soll jeder sich in seinen Llusgaben einschränken, weil er daurch in den Stand gesetzt wird, seinen Mitmenschen in der Not zu helfen.

Hier gilt die Mahnung des frommen Tobias an seinen Sohn:Gib von deinem Vermögen Almosen uird wende dein Angesicht von keinem Annen ab!" (Tob. 4, 7) und das erschütternde Wort des Apostels Iohannes:Wer die Güter dieser Welt hat und, wenn er seinen Bruder Not leiden sieht, sein Herz vor ihm verschließt, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?" (1. Ich. 3, 17), d. h. solch ein Hartherziger ist unwürdig der Liebe Sofies; er geht, wenn er in dieser Gesini-ung verharrt, unrettbar verloren.

NathoUsche Kszefe.

Ein Worl für die Jasienzeil.

Fastenzeit! Muß man wieder fasten? Das Gebot war doch während des Krieges aufgehoben. Es ist auch noch aufgehoben, man »nutz also nicht fasten. Zur Be­ruhigung der Gewissen sei es gesagt, nicht aber, um vom Fasten abzuraten. Im Gegenteil: Heute ist der Geist des Fastens liotwendiger als je. Zudem gibt es weite Streife, die nicht unterernährt sind und so kräftige Nahrung haben, daß sie sehr wohl, ohne Schaden für die Gesundheit, fasten können. Welch ein Nutzen für ihre Seele, wenn sie es täten, wenn sie wenigstens dran dächten und sich einen fletnen Abbruch täten. Aber heute will doch jeder nur gemeßen! Wahres ernstes Chrisientuin ist das nicht.

Gerade hierin zeigt es sich, daß wir mehr protestan­tisch geworden sind, als wir wissen. (Denn das Luther­tum als Religion ganz sachlich geredet, ohne konfes­sionell zu hetzen hat ohne Zweifel die alte kathotiscye Aszese, d. h. die Lehre von der Abtötung, (Entsagung und Tugendübung verhöhnt, verspottet, für unchristlich und überflüssig erklärt. Jahrhundertelang wurde diese Freiheit des Christenmenschen", daß er tun sönne, was er wolle, dem größten Teil des deutschen Volkes eiuge rebel und eingesungen.Sündige tapfer, glaube aber noch tapferer." Dieser Grundsatz soll zwar die Erlöser kraft des Kreuztodes Christi aufs Höchste prei­sen; er ist aber gottlos und frivol, weil er den unend­lichen Gott zum Hanswurst des armseligen Menschen macht.Ich habe mich jetzt ausgelebt nach allen Re­geln tierischer Wollust, du mußt mir jetzt verzeihen, bist ja für meine Sünöen am Kreuz gestorben." Ab­scheulich!

Dieser Grundsatz ist aber auch die gemeinste De­magogie Ringen um die Volksgunst. Denn war ist leichte: zu nehmen als dieses Rezept? Nun bente man sich noch einmal: Jahrhundertelang ist das dem Volk eingrimpft worden! Ist es da noch zu wundern, wenn ein solcher moralischer Zusammenbruch kam? .Es kann sich ja kein Mensch mehr überwirrden! Sie müssen das alles haben, wenn überhaupt das Leben noch lo­benswert sein soll. Ich muß meine Zigaretten haben , freilich sind sie teuer aber ich muß doch auch etwas vom Leben haben."

Hub so aibts hunderterlei Dinge, die die Menschheit heute alle haben muß: die Tanzjus-nd, die Kinofuaend mrd der. Stand und jener Stand usw. Das katholische Ideal der Aszese, der Ueberwindung und Tugendübung ist versessen Unb da muß man wieder mengen. Fang du in der heiligen Fastenzeit an! Hakte Gewst- senserferschung über deine Lebensansprüche» was du bisher alles haben mußtest Und dann sei echt kniholisch und sage: Es gibt [eine wahre Religion ohne Abtötung und Buße. , , Ä ,ri

Christus bat giftet, aedcubl und entsagt Der ist 2^? Vrral. ^n t m Maße, als du selbst bi«- G-walt antust, dich abfe^t, in demselben Maße nimmst du zu an Tua end und Charakt-rgröße. So ist es auch Ht dem ganzen Volke. Es steigt so wert in die Hohe, als es sich mäßigt unb abtötet in feinen Ansprüchen.

Schau was zu, was teilte kleinen Kinder schon alles haben müssen! Halt einmal strenge Zuckt und