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^in großes Werk braucht auch groß und lang»Ve bst. Zudem könntest du auf eine besondere Welse dem Kindlein eigentlich auch gutes Beispiel, geben. Wenn es dein Beispiel nicht sieht, weil es noch zu blödsinnig ist, so verspürt es doch dem Böl- spiel. Bevor das Kind das Tageslicht und das Tageslicht das Kind gesehen, hat es schon mit deinem Blut auch deine Fehler und deine Neigungen eingesogen. Jetzt nährst du es auf andere Wepe und mit der Milch saugt es abermals die gute und böie Art in sich, wie du sie eben hast an Leib und Seele. Hör, erbarme dich deines Kindes, und vergifte es nicht mit Zorn lind Wunderlichkeit, oder Fraß und Völlerei, oder Geiz und Meid, oder Gotr- vergessenheit und schandbaren Begierden in der Milch drin, welche aus dir für das Kind destillirl wird.
Du wirst auch schon haben erzählen hören von Zaubertrank und Liebestrank, den die und die schon gemacht oder getrunken haben, und wie einem schon im Essen etwas beigebracht sei worden. Ich will dich lehren, auch einen solchen Trank bereiten; du wirst deshalb nicht als Hexe in das Geschrei kommen. Gib dir recht Mühe, solang das Kind seine Nahrung von dir bezieht und noch nicht entwöhnt ist, daß du recht fromm und sanft und ruhig und freundlich im Gemüte seiest; sieh, dann wirst du dem Kind in seinem Milchgetränk sachte und still viel Gules einflößen, so daß es ihm einmal viel leichter ankommt, auch fromm und sanft und ruhig und freundlich zu sein, und Gott und den Nebenmenschen und die Geschwister zu liebcn. Und das Kind wird nicht einmal die Absichten merken und kein krummes Mäulchen dazu machen. Willst du Gott und deiner armen Seele zulieb dich nicht gewöhnen, fromm und brav zu sein — schau deinen Säugling an, den dir Gott in den Schoß gelegt hai; tue es dem zulreb, und werde fromm und sanft und brav, und laß ihn nicht verderben unter deinen Händen. — Nun noch ein Wort: wenn du dem Kind sein Sach gibst und du hast noch größere Kinder so geh abseits, allemal; das fordert dre Ehrbarkei. Desgleichen auch, wenn du das Würmlein säuberst. ' - ',/„
Konfessionslos.
Bei einer Versammlung hat es angefangeli. Der Parteisekretär hatte gegen dir Geistlichen — Pfaffen hat er sie immer genannt — losgezogen, wie reich sie sind und wie sie es immer mir den Reichen halten. Der Herr Parteisekretär hatte in der Woche soviel Gehalt, wie der Pfarrer des Ortes iin ganzen Monate und viele der anwesenden Glasarbeiter hatten noch mehr, trotzdem klatschten alle Beifall. Schließlich sagte der Redner: „Wir haben nichts gegen die Religion, aber weg mit den Pfaffen. Tretet aus der Kirche aus!" — Bedruckte Blätter wurden herumgereicht, man brauchte sie nur zu unterschreiben. So meldete man seinen Austritt aus der kalholsichen Kirche beim Amtsgericht an; der Varterfekre-är besorgte das weitere. Da unterschrieb auch unser Franz Gutwirt eine solche Erklärung und noch eine andere, daß er alle schulpflichtigen Kinder aus dem Religionsunterricht nehme. Wir haben ja nichts gegen die Religion, nur mit den Pfaffen wollen wir nichts mehr zu tun haben, redeten ihm seine Genossen zu.
Dem Gutwirt war nicht geheuer, als er nach Hause ging. Was würde seine Frau dazu sagen, wenn sie es hörte? Vorerst sagte er ihr nichts davon. Aber nach einigen Tagen kamen die Lisbeth und der Peter aus der Schule und erzählten, der Herr Lehrer habe sie heinigeschrckt, ihr Vater erlaube nicht, daß sie beim Religionsunterricht blieben. Die Mutter horchte auf, sie stellte ihren Mann zur Rede, und er wurde barsch, er sagte ihr geradezu ins Gesicht. daß er mit den Pfas- fen nichts mehr zu tun hoben wolle, die hielten es mit den Kapitalisten und seien Feinde der Arbeiter. Die Frau machte ihm Vorstellungen, sie bat ihn, sie be- s^wor ihn, es ball nichts; er halte ja den „Genossen" das Wort gegeben. Sie versuchte es wieder und wieder, er wies sie zornig ab: nein Beten und Beichten habe man nichts und er wolle Ruhe hab-n
Da kamen nun böse Zeiten. Zuhause betete ja die Mutter noch mit den Kindern, das ließ sie sich nicht nehmen und Gutwirt ließ es auch geschehen, weil es so in seiner Familie immer Sitte gewesen. Aber sonst mußten die Kinder allem ausweichen, was nach Kircke oussah: keine Messe am Sonntag, sie lagen noch in den Betten, wenn ihre Schulkameraden zur Kirche eil= len, kein Schritt in die Kirche, nicht an Weihnachten, nicht Ostern und nicht zu Allerseelen. Als die erite hl. Kommunion her gleichaltrigen Schulkinder Jam mußten Eutwirts Kinder daheim bleiben. Die ^tsbeth weinte darüber schon einige Tage vorher, der
Düker oueo unerbittlich. Es tot ihm selber leid, aber sollte er zum (Bespotte deiner Genossen werden? Der Peter kam leichter darüber hinweg, der hielt mehr zum Vater und der Vater betete auch nicht. Aber wohl war dem Vater nicht dabei Zuerst das mit seiner guten Frau; seitdem er aus der Kirche ausgetreten war, lag etwas zwischen ihnen. Und auch sonst war es ihm, als wäre im Haus ein Licht ausgelöscht worden. Was blieb denn von der Religion noch, wenn man Die Kirche beiseite warf? Und was vom Leben? Arbeit, nichts als Arbeit und höchstens noch das Wirtshaus, die Versammlung. Aber von dort kam er immer unzufriedener zurück. Nichts als Streitigkeiten, jeder wollte der erste in der Partei fein und der Lauteste führte das große Wort. Dazu der Zank über das Pro-
„Es ist mit dem Religionsunterricht wie mit einem unbrauchbaren, schmerzenden Zahn. Er sitzt in seiner Ecke und rumort fürchterlich. Zum Beißen ist er schon längst nicht mehr zu verwenden. Seine entzündeten und angefaulten Winzeln bringen die gesunden Zähne in Geka'w. Der ganze Mensch leidet unter diesem Quäler. Und wie befreit man sich von den furchtbaren Schmerzen ? Wenn schon, denn schon, hinaus mit dem unerträglichen Quälgeist, ehe er uns noch län er martern und seine Umgebung in Gefahr bringt. Nur diese entscheidenden Charaktere haben dauernd Ruhe vor dem Störenfried." (Bergl. Schulz „Die Schulreform der Sozialdemokratie", Dresden 1911, Seite 600.
Christlicher Mann, christliche Frau, was wird aus deinen Kindern, wenn sie in eine Schule gehen müssen, die auf solchen Grundsätzen aufgebaut ist, was wird aus ihrer unsterblichen Seele werden, wenn sie ohne Religion erzogen werden? Darum siehe dsmem Kinds i«'s Auge, wenn du zur Wahlurne gehst, dann wird deine Entscheidung richtig ausfallen. gramm: rechts und links, für oder gegen die russischen Bolschewiken, es war als wüßten die Führer selber nicht, was zu tun sei. Und was hatte denn das alles mit dem Kirchengehen zu tun? Die Geldleute waren doch nicht die Geistlichen, sondern zumeist Juden; warum schimpfte man denn so sehr auf die Geistlichen? warum trieb man die Genossen zum Austritt aus der Kirche? Hatte man davon mehr zu essen? waren die Leute davon glücklicher? Er selbst war es nicht, ganz im Gegenteil.
Silvester kam, die Fabrik wurde früher geschlossen, wie sollte er den Abend zubringen? Er zog seine besseren Kleider an und machte sich auf den Weg ins Vereinsheim. 3m Vorbeigehen schaute er in die geöffnete Kirche, der Altar erstrahlte im Lichte von vielen elektrischen Lämpchen. Viele gingen hinein, es zog ihn mit hinein. So hörte er einige Worte der Jahresschlußpredigt. Eines blieb ihm: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gemiaut, aber Schaden leidet an seiner Seele?" An seiner Seele! Ja, die war zu kurz gekommen in den letzten Jahren, es ging ihr etwas ab, er wußte selber nicht was. Und was war es mit den Seelen seiner Kinder? Halte er das Recht, ihnen die reinsten Freuden zu stehlen? Durfte er das Herz seiner guten Frau so peinigen? Und warum denn alles? Was hatte seine Religion mit der wirtschaftlichen Ordnung zu tun? Waren die, welche auf die „Pfaffen" schimpften, etwa bessere Menschen? Was gaben ihm seine Genossen für den Glauben, für das Gebet, für seine Seelenruhe? War es nicht Feigheit, wenn er 'hnen das Hengste opferte? — Gutwirt hörte nur wie von ferne die Worte des Predigers, die Bitten der Litanei, die man betete; er merkte erst auf, als die ganze volle Kirche das „Großer Gott, wir loben dich!" anftimmte. Ach, wenn er mitsingen könnte! Und warum nicht? was hinderte ihn? Süße Erinnerungen aus Kinderragen erfüllten seine Seele: wie er mit seiner guten Mutter in der Bank gesessen und aus ganzer Seele milgejungen hatte. Man gab den Segen, unwillkürlich machte er das Kreuz. Die Leute gingen aus der Kirche, er drückte sich in die Ecke und schaute nicht auf. Es war ihm, als wäre feine Frau an ihm norbeigegangen. Er sah den Geistlichen in den nahen Beichtstuhl gehen. Er wußte selbst nicht, wie ihm geschah, aber ach einmal kniete er im Beichtstuhl. Dotr schüttete er dem alten Pfarrer sein Herz aus.
^as war ein frohes Reuzohrsseft jur Frau Gut- wirt^ da ihr Mann wieder mit ihr zu: Küche ging und seine zwei Kinder mit sich nahm. Die Lisbeth sprang vor Freude, der Peter hingegen machte große Augen, aber schließlich gefiel es auch ihm in der Kirche redü gut. Und noch größere Augen machten manche „Genossen". Den Gutwirt focht das nicht an, er hatte sich wieder heimgefunden zu seinem Herrgott, zu seinem wahren Glück.
"St. Elisabeth. Die Fastenpredigten sind Sonntag abends 6 Uhr und werden von einem Franziskaner
pater gehalten. .
St Marien. Die Faftenpredigren, die eonntag nachmittags 6 Uhr stattsinden, wird der hochw. Herr Domini- feiner pater Remigius abhalten. Guter und regelmäßiger £ ^lh.^ü^ Tl. Joseph. Der Verein
veranstaltete am Freitag den 4. Februar einen Elternabend Der Saal des Vereinshauses war gut besetzt. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Herrn Lehrers Rübsam: „Die Geldwirtschaft des Reiches." Seine Ausführungen ernteten wegen lyrer packenden Darstellung großen Beifall. Ein sehr gut aufgenommenes Lustspiel, sowie Kuplets Rezitationen und Musiknorträge brachten reiche Abwechselung. -Ler Abend muß als wohlgelungen bezeichnet werden.
Kath. Frauenbund. Am 28. Januar veranstal^K ter kath. Frauenbund Deutschlands, Zweigverein Kossel einen Vortragsabend im St. Agnes-Haus, für welchen Herr Rektor Dietrich in liebenswürdiger Weise zugesagt hatte Das Thema seines Vortrags, „Smw bildliches aus der alten deutschen Emersage , ließ schon von vornherein reges Interesse an Den Ausführungen voraus setzen. In der Tat verstand es der geschätzte Herr Redner vorzüglich, seine Zuhorerninen bis zum Schluß der poesievollen Darlegungen zu fe'= ein. Vom Beginn des Seins des Weltenansangs, im Sinne der Göttersage ausgehend, dabei stets hinüber leitend zu unsern heutigen religiösen Amfaßungen, führte der Redner seine aufmerksam lauschenden Zuhörerinnen in den vielgestaltigsten, oft ganz eigenartig reizvoll anmutenben Vergleichen jener Welt unserer Urväter mit dec unsrigen im Lichte der Religion ganz aktuelle Probleme vor Augen. Er entwickelte das Prinzip des reinen Guten wie auch dasjenige des scharfen Gegensatzes dazu in der hehren Gestalt Siegfrieds und Alberichs düster dräuenden Wesens. So lernten wir denn, einmal für Stunden der oft schwer auf den Gemütern lastenden Alltäglichkeit enthoben in anschaulichster Weise die Sage oder auch das Märchen, wie Sdedner sehr richtig betonte, im Lichte ernster, - tiefgründiger Wirklichkeiten unt Wahrheiten zu betrachten und in uns auszunehmen. Für diese Bereicherung unseres Gmpfmbungsoermögens, wie für den damit verbundenen Genuß jenes Abends sei an dieser Stelle noch besonderer Dank dem verehrten Herrn Redner zum
Ausdruck gebracht.
Kath. IünglingLverein Aasfel-Vehsheiden. Am Mittwoch vergangener Woche feierte unser Jimglings- oerein sein ILjähriges Ctlsurngssest. Frischer, schöner Melodienklang jugendlicher Künstler leitete den Abend ein Es ließ dann auch der Gesangschor des Männer- oercins in bekannter schöner Weise seine Lieder cr- f(halten. In der Airsprache konnte zunächst ein übervoll besetztes Haus begrüß, werden. Es wurde darauf in kurzen Umrissen der Zweck und die Aufgabe des 3imglingsoereiny bargelegt mit dem warmen Appell ans Elternhaus, tatfräftig für das ideale Ziel mitzu- arbeiten. Nun sollten auch die Jünglinge zu Worte kommen. Abgesehen von einer einzigen Ausnahme standen sämtliche Spieler zum erstenmale auf den Brettern der Bühne. Indes haben sie die Erwartungen der Glaste nicht getäuscht. In durchaus wohlgelungener Weise wurde Ernstes, Heiteres und Drolliges vorgetragen. Ihre jugendliche Begeisterung für die schöne Sache konnte man allenthalben beobachten. So berechtigen die jungen Anfänger in der Theatralkunst zu Hoffnungen. Sie Gäste, wie auch der Verein selbst, blicken mit vollster Zufriedenheit auf jenen Abend zurück.
Vslksverei» für das kachel. Deutschland. „Weltan- schamingLkämpse von heute", das war das Thema, das viele Mitglieder und Freunde des Dolksvereins am 1. Februar ins Evangelische Bercinshaus zusamniengerufen hatte. Nach kurzer Begrüßung durch den Stadtleiter des Volksvereins, Herrn Pastor T h i e r g a r t, ergriff Herr Regens Prof. Dr. Schreiber- Fulda das Wort. Weltan- fchauungskqmpfe, so führte der Herr Redner aus, gehen heute mehr als je in die Tiefe: Ihre Angriffsziele sind die Grundpfeiler des Christentums. Sie gehen in die Breite: diese Kämpfe sind eingedrungen in die breiten