Wochenkalender
Sonntag, 13. Febr. Erster Fastensonntag. Gregori!., Papst.
Montag, 14. Febr. Valentin, Bisch. u. M.
Dienstag, 15. Febr. Vom Tage, Aaustinus u. Jovita, M.
Mittwoch, 16. Febr. Vom Tage. Quatember.
Donnerstag, 17. Febr. Vom Tage.
Freltai, 18. Febr. Vom Tage. Quatember. Simeon
Bisch. u. M
Samstag, 19. Febr. Vom Tage. Quatember.
Erster Zasten-Sonntag.
(Ev. Matth. 4, 1—12.)
In jener Zeit ward JesuS vom Geiste in die Wüste, geführt, damit er von dem Teufel versuchet würde. Uno als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, darnach hungerte ihn. Und eö trat der Versucher zu ihm. und sprach: Bist du.GotleS Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt. -Da nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne deS Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: Er hat seinen Engeln deinetwegen befohlen, und sie sollen dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. Jesus aber sprach zu ihm: ES steht wieder geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen! Abermal nahm ihn bet Teufel auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weiche Satan! denn es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten, und ihm allein dienen. AlSdann verließ ihn der Teufel, und siehe, die Engel traten hinzu, und dienten ihm.
^^ Lin Schandmal, "s^
ancher hat ein Muttermal mit
________ auf die Welt bekommen und trägt es all sein Lebtag und schämt sich dessen nicht. Unzähligen Soldaten hat der Krieg ein Mal aufgedrückt, das die Veteranen sich zur Ehre rechnen, denn es ist für sie ein Beweis ihres Mutes, ihrer tflichttreue, i^rer ausgestandenen Schmerzen und Operationen. 0
Ich kenne aber ein anderes Mal, das nicht bloß dem Leib, sondern auch der Seele aufaedrückc wird und Dem unglücklichen Besitzer nichts als Schande emtragt: das ist die Unmäßigkeit in Speise und Trank, die Unmäßigkeit insbesondere im Trinken.
Dem Verlangen nach Speise bat die Kirche einen Zugel angelegt durch das Fastengebot, das von A'cher-
™ ^kltung sieht. Von seiner ti/uu cutp|unye» yu[i, ucmivyc luciajet uu yuqi unu K 5k "el emgebußt durch Herr aller Kreaturen bist? Wer sich daher durch
Zugeständnisse an die Ernahrungs- Schwierigkeiten, " "" " ' ' *
durch Zugeständniss e an die Lebensbedlngungen im
allgemeinen und an die Verhältnisse der Menschen im einzelnen, so daß von der ursprünglichen Fasten- ordnung nur noch ein Rumpf zurückgeblieben ist. Der Buchstabe des Gesetzes ist verblaßt oder gewichen : aber geblieben ist und wird bleiben der Gedanke, die Absicht und der Zweck des Fastengebotes und das ist die Beherrschung des Nahrungstriebes, das ist der Kampf gegen den Hang zur UnMäßigkeit in jeder Form.
Ist dieser Kampf heute vielleicht gegenstandslos geworden? Sind wir vielleicht seit der Kriegszeit immer nüchtern und enthaltsam geblieben? Wer kann das mit gutem Gewissen vom ganzen deutschen Volke sagen? Gewiß zu Beginn des Krieges und insbesondere in den Tagen der Mobilmachung und beim ersten Aufmarsch in Feindesgebiet da haben unsere braven Truppen eine Nüchternheit geübt, die noch in aller Erinnerung steht und die man nie vergessen wird. Ist es aber während deS ganzen Krieges so geblieben? Hat es nicht während des langen, unseligen Krieges hüben und drüben, bei Offizieren und Mannschaften, bei Farbigen und Weißen wahre Orgien der Genußsucht und Trunkenheit abgesetzt? Hat nicht manche Truppe eine Schlappe erlitten nicht infolge ihrer geringen Zahl, sondern infolge ihrer moralischen Verfassung? Und stellen nicht nackte Zahlen fest, daß seit Friedensschluß für Schokolade, Tabak, Zigaretten und Schampagner mehr Millionen ausgegeben wurden als durchschnittlich in den Jahren vor dem Krieg?
Nein, der Teufel der Unmâßigkeit ist noch nicht gestorben und noch nicht einmal pensioniert: nein er lebt noch und rührt sich und entfaltet eine auffallende Wei betätigkeitund schreibt täglich neue Stamm« gäste auf seine schwarze Liste. Hat er doch zwei starke, zugkräftige Bundesgenossen: das Großkapital und die durstigen Kehlen der Deutschen.
Hüte dich vor der Freundschaft mit diesem Erzfeind. Unbarmherzig würde er dir das Schandmal aufbrennen. Oder ist nicht die Trunkenheit eine Schande für den Menschen? Erniedrigt er sich nicht zum Tier? Betrachtet man einen solchen Unglück- litten Trunkenbolden in seinem jämmerlichen Zustand, so muß man unwillkürlich an die Klage des Psalmiften denken: der Mensch, als er in Ehren war, hat es nicht bedacht: den unverniiuftigen Tieren ist er ähnlich geworden und hat sich ihnen gleichgestellt. — Und ist diese- Urteil noch nicht milde ausgedrückt? Wir müssen es ergänzen und verschärfen: nicht bloß auf dieselbe Stufe setzt die Trunkenheit den Menschen wie das Tier, sondern noch eine Stufe tiefer. Denn, so frage ich mit dem hl. Kirchenvwer Basilius: „Wodurch unterscheidest
du dich, o Mensch, von den unvernünftigen Tieren? Nicht wahr durch die Gabe der Vernunft, die du von Gott empfangen hast, vermöge welcher du Fürst und
Unmäßigkeit seiner Vernunft und klaren Besinnung beraubt, der ist mit den unvernünftigen Tieren zu
vergleichen und wird ihnen gleich; ja noch niedriger, als sie. Oder ist wohl ein Tier so berauscht, daß es nicht mehr sieht und hört wie der Säufer?" Der hl. CgrysostomuS aber schreibt dem Trunkenbold folgende Worte ins Stammbuch: „Allen liegt der Trunkene zum Gespötte da, dem Weibe, den Kindern, den Dienstboten. Seine Freunde denken an seine Schande, sie schämen sich und ziehen sich zurück, die Feinde aber haben ihre Freude und verwünschen ihn; es ist als ob sie sagten: kann ein solcher Mensch noch leben? Kann ein solcher Mensch noch auf Erden umgehen?--—- O Vieh! O Schwein! —"
Dieser Gedanke mag dich zurückhalten vor der unsinnigen Trinkerei, wie er auch manchem schon aus dem Laster wieder zurückgerufen hat. Ein Gutsbesitzer hatte einen Knecht eingestellt, an dem Tag für Tag mehr die Spuren b r Unmäßigkeit zu sehen waren. Der Herr fini ^cite nach, wie er feinen Knecht kurieren könnte von seinem schmählichen Laster. Eines Tages, als der Knecht die Pferde von der Tränke zurückbrachte und sie wieder in den Statt führen wollte, sprach der Herr in gemessenem Tone zu ihm: „Führe die Pferde noch einmal zur Tränke. Gern hätte der Knecht gebrummt und wi« versprochen; als er aber in das Gesicht seines Herrn geschaut und gemerkt hatte, was für ein Wetter war, ließ er die Pferde umwenden und trieb sie abermals zum Brunnen. Es dauerte nicht lange, kam er wieder. „Hast du die Pferde zur Tränke geführt?" «Ja." — „Und haben sie getrunken?" Jetzt glaubte der Knecht die Zeit für gekommen, über seinen Herrn zu triumphieren und sprach: »Kein einziges Pferd hat nochmals getrunken; und das weiß doch jeder« mann, daß die Tiere nie trinken, wenn sie keinen Durst mehr haben." Doch jetzt spielte der Bauer seinen Trumpf aus und lächelnd sprach er: „Johann, also nimm dir künftig ein Beispiel an deinen Pferden und merk dirs, daß ein Mensch, der zuviel trinkt, weniger Verstand hat als das Vieh."---
Freunde, hüten wir uns vor der Unmäßigkeit, vor Schwelgerei und Trunkenheit; hüten wir uns vavor jederzeit, hüten wir uns davor mit doppelter Achtsamkeit in der Fastenzeit. Und eine kleine Ent« behrung wollen wir uns alle gefallen lassen während, dieser Bußzeit: ein Verzicht auf die Zigarre, auf das Rauchen, auf das Wirtshaus, aus Theater, Kino, Verzicht auf Zucker, Kuchen, Süßigkeiten, Verzicht auf irgend eine Annehmlichkeit oder Liebhaberei, ein Verzicht, der nichts schadet, vielmehr einen großen Gewinn bringt für die Gesundheit des Leibes und für die Ruhe und Kraft der Seele.
Der Lurgpsarrer,
Die deutschen Dischöse zur Schulsrage.
V, (Schluß)
Forderungen.
1. Die konfessionelle Volksschule als die beste @r< ziehungsschule für die katholischen Kinder ist in alle»