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Wochenkalender

Sonntag, 6. Febr. Sonntag Quinquagestma. Lrtus, Brsch. u. Bek. Dorothea, Jgfr. u. M.

Montag, 7. Febr. Romuald, Abt.

Dienstag, 8. Febr. Johann v. Matha, Bek.

Mittwoch, 9. Febr. Aschermittwoch. Cyrillus, Bisch, u.

Ächl. Apollonia, Jgfr. u. M.

Donnerstag, 10. Febr. Scholastika, Jgfr.

Freitag, 11, Febr. Erscheinung der Mutter Gottes in Lourdes.

Samstag, 12. Febr. Die 7 Stifter des Serviien-Ordens.

Sonntag Humquagesima.

(Ev. Lut. 18, 3143.)

In jener Zeit nahm Jesus die Zwölfe zu sich und sprach zu ihnen: Siehe wir gehen hinauf naw Jerusalem, und es wird Alles in Erfüllung gehen, was durch die P opheten über den Menschensohn geschrieben worden ist. Denn er wird den Heiden-überliefert, mißhandelt, gegeißelt und angespieen werden: und nachdem sie ihn werden gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber verstanden nichts von diesen Dingen: es war diese Rede vor ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt ward. Und es geschah, als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder an dem Wege und bettelte. Und da er das Volk vorbeiziehen hörte, fragte er, was das wäre? Sie aber sagten ihm, daß Jesus von Nazareth vorbeikomme. Da rief er und sprach: Jesu, Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und die voran­gingen, fuhren ihn an, daß er schweigen sollte. Er aber schrie noch viel mehr; Sohn Davids, erbarme dich meiner I Da blieb JesuS stehen, und befahl, ihn zu sich zu führen. Und als er sich genähert hatte, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er aber sprach: Herr, daß ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: -sei sehend I Dein Glaube hat dir geholfen I Und sogleich ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, da es solches sah, lobte Gott.

Settern mir, heute dir!

8 verdient alles Nachdenken, weshalb unser Heiland seinen Tod vorher angekündigt hat.Siehe", so hären wir ihn ausrufen im heutigen Evan­gelium,mir gehen hinauf nach Je« rusalem, und es wird alles in El- fullung gehen, was durch die Propheten vom Memchen- sohn geschrieben steht. Denn er wird den Heiden überliefert, mißhandelt, gegeißelt und angew-een Weiden, und nachdem sie ihn werden gegeißelt haben werden sie ihn töten". '

Weshalb also, frage ich, hat der Heiland mit so greifbarer Deutlichkeit seinen Tod vor ausgesagt? Nicht bloß darum, weil er den Aposteln einen Be'- seiner Allwissenheit, sondern auch weil er uns rillen eine nützliche Lehre geben wollte.

Und worin besteht diese Lehre? Daß auch wir uns gern mit dem Gedanken an den Tod beschäftigen sollen. Wenn nämlich der Heiland, der Gebieter des Todes, an den kommenden Tod denkt, wie viel mehr sollen wir daran denken, die wir Sklaven des Todes sind.

Da aber unsere Natur vor dem Todesgedanken jn» rückschreckt wie ein Pferd vor einem Hindernis, so kommt.die Kirche unserer Schwachheit entgegen, indem sie uns gleichsam das Todessiegel auf die Stirne drückt: am ersten Tage der 40tägigen Fastenzeli legt sie den Gläubigen Äsche auf das Haupt mit den Worten: Memento homo quia pulvis es gedenke, o Mensch, daß du Staub bist und wieder zu Staub werden wirst.

Die lauteste Predigt vom Tod hält der stille Gottesacker. Dorthin führt uns Jesus Sirach, der goiterleuchtete Sittenlehrer des alten Bundes in seinem BuchEcclesiastikus*. Ein Grab deckt er vor uns auf und zeigt uns den Leichnam. Plötzlich öffnet der Tote seinen Mund und mit geisterhafter Stimme ruft er uns zu:Menschenkind, denk an mein Schicksal, denn so wird auch das deinige sein: Gestern mir, heute dir* ! Gestern hat meine Stunde geschlagen; und heute kann die deine schlagen; ich habe gestern meinen Lebenslauf vollendet, es kann sein, daß du heute den deinigen beschließest; ich bin gestern iu Staub verwandelt worden, und es kann heute dein holdes Antlitz erblassen; gestern hat die Glocke zu meinem Begräbnis geläutet, und es ist nicht ausgeschlossen, dâß man heute für dich zum Strange greifen wird, um deine Scheldestunde zu verkünden; ich habe gestern über all mein Tun dem allmächtigen Gott Rechenschaft abgelegt, und es liegt im Bereich der Möglichkeit, daß heute du vor den Richterstuhl gezogen wirst; ich habe gestern mein Urteil vernommen für die Ewigkeit, und du kannst damit rechnen, daß es heute deiner sündigen Seele gesprochen wird: gestern mir, heute dir!

Vom Vogel Strauß wird erzählt, daß er seinen Kopf in den Sand steckt, wenn er von Jägern um­stellt ist, und daß er dann sich einbildct, die Ver­folger wären verschwunden. Doch der Jäger lacht über solches Gefahren, wirft dem törichten Der den Strick um den Hals und führt es in die Gefangen­schaft. Existiert der Tod nicht mehr, wenn wir vor ihm das Auge verschließen? Siehe, wenn wir auch nicht au ihn dcnlen, er denkt immer an uns. Würden wir den Tod vergessen, so könnte es uns ergehen rote jenem Geizhalse, von dem der Heiland Meldung tut.Eines reichen Mannes Acker*, sprach er,tru t viele Früchte. Da dachte er bei sich jelbet und sprach:Was fange ich nur an, da ich nicht Raum habe, meine Früchte unter zubringen?" Und er sprach:Das will ich tun: ich will meine alte Scheune abbrechen und eine größere bauen; dann will ich alles zusammenbringen, was mir gemach en ist, und dann zu meiner Seele sagen: meine Seele, jetzt hast du Vorräte aufgespeichert für sehr viele

Jahre. Nun ruh' aus,, trink, laß dirs wohl sein!" Gott aber sprach zu ihm:Du Tor! Heute in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern.*

Seht ihr die verhängnisvollen Täuschungen, die das Vergessen des Todes im Gefolge hat? Dieser Geizhals denkt an nichts als an seine Aecker, seine Frucht, seine Scheuer, seine Voiräte, seine Magazine, seine Einnahmen, seine Gewinne, an Essen, Trinken und Schmausen, an ein üppiges, wonniges Leben ohne Ende. Mit Recht wirs er darum von Gott als einTor" bezeichnet. Oder ist nicht dieses Leben beim rechten Licht betrachtet, von kurzer Dauer und voll derTrübiale? Lauert nicht an allen Ecken der Tod? Wartet nicht dahinter die Ewigkeit? Jener Tor aber wiegt sich in den süßen Traum eines langen, gemächlichen, genußreichen Lebens. Aber wie plötz­lich und furchtbar muß dieser Tra 'M zerirnnen! Es kommt über ihn ein rascher Tod, ein unvorherge­sehener Tod, ein gewalt amer Tod! Er gleicht einem Fuhrmann, der träumend auf seinem Wagen dahin« fährt und den Zug nicht merkt, der schon auf bem Geleise daherroll', bis der Leichtsinnige von den Rädern erfaßt und in Stücke gerissen wird.

Jene Menschen, die bis an den Hals im Irdi­schen stecken wie eine Wurzel im Boden, tun einmal schwer im Sterben. Kaum darf man es wagen, mit' ihnen ein ernstes Wort darüber zu sprechen. Noch am Rand des Grabes klammern sie sich krampfhaft, ans Leben und kämpfen mit dem Tod einen ver­zweifelten Kampf. An ihnen erfüllt sich das Wort beim alten Job:Sein Brot wird in seinem Leib sich verwandeln in Drachengalle; die Reichtümer, die er verschlungen, ans seinem Bauche wird Gott sie herausziehen."

Wie ganz anders wird es um dich stehen, wenn du mit dem Tod gut Freund geworden bist schon zu Lebzeiten. Wie ein Taglöhner auf den Feierabend, o wirst du dann auf den Abschied von der Welt dich freuen.

Mit Absicht ist die Lesung etwas herb ausgefallen wie ungesüßter Wermut. Denn die Faschingstage haben schon manches Herz mit Sünden umstrickt. Drum Asche her, Asche vom Grab, Asche von deinem eigenen Leib und davon auf die Straßen gestreut und auf die Masken und in das Essen und Trinken und vor allen Dingen in dein eignes Gesicht dann wird die Sünde an deiner Seele ablaufen wie der Regelt an einem Gummimantel.

Der Burgpsarrer.

Die deutschen Vischöse zur Schulfrage.

IV.

Schule und Staat.

Endlich geben wir der festen Ueberzeugung Aus« druck, daß der örmgenb erwünschte konfessionelle Friede' in unserm leider religiös gespaltenen Vaterland besser durch konfessionelle als durch Sunultanschnlen gefördert