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Wie es oft geht.

Es war eine große Liebe zwischen Hedwig Marks und Erich Sommer. So himmelhoch war ihre V^e wie der höchste Berg und so tief wie das tlesste --»ec.. Und was sollte wohl aus solch MMheurer L.eoe werden? Na, doch ganz einfach: eure Ehe! âsh:, das sollte auch nach ihrer Ansicht die Lösung fern, aber es würde leider eine Ehe werden, in welcher der Mann in religiöser Hinsicht „Hühl" und die Frau „Hott!" sagt, nämlich eine Mischehe. Und da Hed­wigs Eltern gute Katholiken waren, die jeden Sonn­tag heilige Messe und Predigt anhörten, und sich eifrig am katholischen Vercinsleben beteiligten, so gab es hier ein schier unüberwindliches Hindernis. Aber für ene große Liebe gibt es kein solches, und so räumten denn Hedwig und Erich dasselbe mit einem forschen Sturmangriff beiseite, und der Großvarer und dre Großmutter „wider Willen" mußten wohl oder übel Ja und Simen sagen. Also wurde aus der großen Siebe eine Mischehe. Der Bräutigam versprach alles, was von ihm verlangt wurde, und die Trauung fand in der katholischen Stirpe statt. Bald nach der Hochzeit erhielt Erich eine Llnstellung als Beamter in einem rein katholischen DrL Die Eltern atmeten auf, die Um­stände schienen günstig zu sein. Als nun das erste 'und, ein Mädchen, in der Wiege lag, reiste die Groß- n.utter hin, und es wurde katholisch getauft. Der Schwiegersohn machte keine Einwendungen; er schien zufrieden. Nach zwei Jahren erhielt Klein-Elschen ein Brüderchen. Nun wurde sich der Ehemann und Vater plötzlich seines evangelischen Glaubens bewußt. Sein Vorgesetzter, ein Protestant, bot sich als Pate an, eine Ehre, die nicht abgelchnt werden konnte. Und so er­klärte denn Erich seiner geliebten Hedwig kurz und bündig, daß der Junge evangelisch werden müsse. „Das Mädchen soll dir gehören, der Junge mir. Für Mädchen ist es ganz gut, wenn sie ein bischen fromm sind, das steht ihnen ganz gut an. Und das besorgt die katholische Kirche besser als unsere. Aber für Jungen ist der Katholizismus bloß hinderlich in ihrer Karriere." Nun rief Hedwig in ihrer Herzensnot die Ellern herbei.

Sie kamen und hielten dem Schwiegersohn in ern­sten Worten vor, daß er doch katholische Kindererziehung versprochen habe und nun doch nicht wortbrüchig wer­den solle. Aber alles Reden nutzte nichts. Der Junge wurde in der evangelischen Kirche getauft. Die Eltern reisten traurigen Herzens ab und konnten der weinen­den Mutter keinen anderen Trost geben, als: Du hast es ja nicht besser gewollt; nun suche an dem Kinde zu retten, was zu retten ist.

So gingen die Jahre hin, und als Klein-Elschen 6 Jahre alt war, wurde der Vater in eine Stadt uer- setzt, wo fast alles" evangelisch war. Nun wurde es für Hedwig immer schwerer, als gute Katholikin zu leben. Ihr Mann sah es nicht gern, daß sie jeden Sonntag zur Kirche ging. Seine Kollegen und deren Frauen machten verwunderte Gesichter, als sie hörten, Frau Sommer sei katholisch. Hedwig merkte stets eine gewisse Reserve im Benehmen der Damen, wenn sie mit ihnen zusammen war. »Katholisch sein" hieß ja hier soviel, als rückständig und muckerhasi sein. Oesters wurden an Sonnlag-itlormittagen Wanderungen un­ternommen, wobei auch Erich, der wahrend der ganzen Woche im Büro arbeiten mußte, gern mitmachte. Da kam es regelmäßig zu einem häuslichen Unwetter, da Frau Sommer erst mit Eischen ihrer Soonntagspflicht genügen wollte. Das Ende vom Liede war aber immer, daß an solchen Tagen Frau Sommers Platz in der Kirche leer blieb und sie während der hl. Messe in fröhlicher Gesellschaft durch den Wald marschierte und mit heller Stimme und trüben Augen sang: „Wem will rechte Gunst erweisen " Ja, an solchen Sonntagen dachte Hedwig mit tiefer Reue im Herzen 0" di« glücklichen Stunden ihrer Mädchenzeit, da sie mit Barer und Mutter alle vier Wochen an der Kom- mumolwank gekniet und am Hcilandsherzen so wunsch­los glücklich gewesen war. O. wenn sie das Rad der Zeck nochmals rückwärts drehen körmte, ganz anders wurde sie ihren Weg wählen. An hohen Festtagen ging yerr Sommer mit seinem Sohn nach rechts zur evangelischen Kirche und sie mit Else nach links zur kathonschen Kirche. Auch d e Kinder empfanden den religiösen Zwiesvalt. . Wie blutete der Mutter Herz, wenn Äschen fragte: „Warum gehen wir nicht zusam­men in eine Kirche?" Und Klein-Erich bettelte: „Mutti, komm doch mal mit uns in. unsere Kirche. Die ist Ia viel größer und schöner als eure und steht auf einen: schönen Platze. Die katholische ist ja so armselig, und da gehen auch nicht viel feine Leute hin. Ueber- baupt ist evangelisch sein viel besser; das sagen auch untere Lehrer. Wir find viel freier und beten auch

nicht den Papst an " Da lachte Herr Sommer laut auf und sagte: „Bravo, Lunge, Du versprichst ein zweiter Martin Luther zu werden!" Das waren Dornen für Hedwig, die immer härter stachen, je älter sie wurde. Ihre Eltern waren unterdessen gsstorbren, und so war sie mit ihrer Seclennot allein. Wohl suchte und fand sie Trost bei ihrem Pfarrer; aber ihre Hoff­nung, den Sohn auch für die katholische Kirche zu gewinnen, war vergeblich. Nach seiner Konfirmation lächelte er nur noch über die Mutter, wenn sie ver­suchte, ihren Glaubet! ins rechte Licht zu rücken. Nach­dem er das Gymnasium verlassen, wandte er sich dem technischen Studium zu und wurde nach und nach ein religiös vollständig gleichgültiger Mensch. Die religiöse Disharmonie im Elternhause hatte ihm, wie er selbst sagte, alle Religion verekelt.

Und was wurde aus Elle? Sie besuchte nach dem Willen des Vaters natürlich nicht die kleine katholische Volksschule. sondern die in ganz evangelischem Geiste geleitete höhere Töchterschule. Auch ihr wurde das „Katholischsein" nicht leicht gemacht. Erst wollte keine ihrer Mitschülerinnen freundschaftlich mit ihr ver­kehren. Erbat sie sich an katholischen Feiertagen Ur­laub für den Kirchenbesuch, so setzte es oft spöttische oder unzufriedene Bemerkungen. Da wurde gerade eine wichtige Arbeit geschrieben, die sie nun natürlich versäumte. Das würde auf ihre Zensur nicht günstig wirken. Oder es wurde an dem Tage, da katholischer Religionsunterricht ftaitfanb, ein Ausflug gemacht. Else Sommer konnte dann nicht mit und das setzte Tränen ihrerseits. Und da regte sich öfter in Äse der Gedanke: Wenn ich Vaters Religion hätte, wäre es für mich viel besser. Wie schön hat es Erich; ich muß immer der Stein des Anstoßes sein. So ent­glitt auch sie immer mehr den Händen der Mutter und schwamm bald auf dem uferlosen Meer religiöser GleichgW.gkeit dahin. Und als eines Tages ein junger protestantischer Kollege ihres Vaters das hübsche Mädchen zur Frau begehrte, war sie taub für die Bitten der Mutter und ließ sich fröhlichen Herzens in der evangelischen Kirche trauen. So war die Tochter für die katholische Kirche verloren. Hedwig Sommer weinte bittere Trränren, als sie ihre Tochter an dem fremden Altare stehen sah und immer wieder flüsterte sie vor sich hin: Deine Schuld, deine Schuld. Müde vom vergeblichen Kamps um das Seelenheil ihrer K'nder legte sie sich wenige Wochen später zum Sterben nieder. Möge Gott ihr ein gnädiger Richter gewesen jein.

Katholischer Frauenbund. Auf den am Freitag, den 28. Januar, 8 Uhr, im Agneshaus stattfindenden Vortrag wird nochmals hingewiefen. (Siehe Bereinskalsnder.)

Sf. Joseph. Eine schöne Feier war das Stiftungsfest der Jungfrauen-Kongregation St. Joseph, das am Sonn­tag, den 23. Januar, im Saale des Dereinshauses statt­fand Der Saal war von den Besuchern dicht besetzt. Der Präses begrüßte die so zahlreich Erschienenen mit herz­lichen Worten und legte die bedeutungsvollen Ausgaben der Jungfrauen-Kongregation in der Jetztzeit dar.' Es folgte das Houptheaterstück des Abends: „Zwei Mütter", Schauspiel mit Liedern in 4 Akten nach einer altdeutschen Legende von Professor Wilh. Pailler. Nach einer kurzen Pause saniert Frohsinn und Humor zur Geltung. Ein herrlicher Neigen: Künstlerpuppen, heiterer Sang und Tanz von Barth-Erlensteg, fand besonderes Wohlgefallen. Sehr großen Heiterkeitserfolg hatten auch die 2 Lust­spiele: „Die musikalische Kochschule" von Lehnhardt und „Borgen madjt Sorgen" von Ä. Bernhardi. Alle bei den Theateraufführungen mitwirkenden jungen Damen hatten ihre Rollen sehr gut aufgefaßt und spielten sie vorzüglich. Zwischen den einzelnen Theaterstücken waren mehrere Ge­sangschöre unter der bewährten Leitung des Herrn Leh­rers Kunkel eingelegt. Daß die Feier so vorzüglich ge­lungen ist, ist das besondere Verdienst der Präkektin der Kongregation, des Fräulein Lehrerin Hedwig Janik, in deren Hand die Vorbereitungen lagen. Ihr sei auch an dieser Stelle der herzlichste Dank für ihre vielen Mühen gesagt.

Der katholische Männerverein Sf. Joseph weist noch­mals auf den heute, Sonntag, den 30. Januar, nachmittags von 5 Uhr an, im Saale des Vereinshauses stattfindenden Familienabend mit Tanz hin und lädt höflich dazu ein.

kakhol. Iünglingsverein St. Joseph. Am Freitag, den 4. Februar, abends 8 Uhr, wird unser Verein im Saale des Vereinshauses, Wolfhagerstraße 155, einen Eltern­abend veranstalten. f)err Lehrer Rübsam wird einen Vortrag über „die Geldwirtschaft des Reiches" halten. Musikalische und deklamatorische Darbietungen sorgen für Unterhaltung. Die Eltern rmd Angehörigen unserer Jünglinge und überhaupt alle, die für unsere Sache In­teresse zeigen, sind herzlichst oi-ngeladen. Eintrittsgeld wüL nicht erhoben. Der Präses: Auth

Sf. kuuiguudls. Die MariansiHe Jungfrauen« Kongregation der Kuratiegemernde Bettenhau» s e n begeht am Sonntag den 30. Januar die kirchliche Feier ihres Stiftungsfestes. Während des Hochamtes ist Festpredigt, gemeinsame hl. Kommunion und Aufnahme neuer Mitglieder. Die ganze Gemeinde ist zu dieser Feier herzlich eingeladen.

Sf. Kunigundis. Der kath. Männerverein in Bettenhausen veranstaltet am Sonntag den 30. Januar, abends 7 Uhr, einen Familienabend im Saale von Salzmannshof. Es wird ein Lichtbilder» vortrag gehalten über die Entwicklung und Herstellung der Drucktype. Da gerade die Geschichte der Drucktype ein wesentliches Kapitel im geistigen Leben der zivilisier­ten Welt ist, seitdem Gutenberg feine Erfindung machte, dürfte dieser Vortrag mit 60 Lichtbildern recht interessant werden. Damit auch unsere Kinder auf ihre Rechnung kommen, werden noch die „Schattenbilder von Paul Ko- ne-rka mit Kinderreimen von Ludwig Rüdling" und „Der kleine Friseur" zur Aufführung gelangen. Zu diesem Fa­milienabend sind außer den Vereinsmitgliedem und ihren Angehörigen auch die übrigen Mitglieder der Gemeinde ; herzlich eingeladen. — Am Donnerstag den 3. Febr., abends 8 Uhr, ist im Vereinslokal im Ringhof Monatsversamm­lung mit Vortrag. Alle Mitglieder wollen pünktlich er­scheinen. Zugleich Besprechung der Fastnachtsfeier.

Salhol. Jünglings-Dereln Kassel-Wehlheiden. Unser Jünglingsverein begeht auf Mariä-Lichtmeß, Mittwoch den 2. Februar, sein 12jähriges Stiftungsfest. Der Verein veranstaltet deshalb einen kleinen Theaterabend im Saale des Gasthauses Lesch, Hohenzollernstraße 102. Ernste und heitere Stücke werden zum Vortrag kommen. Auch unser Männerverein wird durch schöne gesangliche Darbie­tungen mitwirken und so den Abend recht gemütlich und genußreich gestalten helfen. Die Feier muß wegen der Reiächaltigkeit des Programms pünktlich 7 Uhr abends beginnen. Alle Ehrenmitglieder sowie alle Freunde und Gönner unseres Vereins, auch die Kinder unserer Pfarrei sind freundlichst zu dieser Feier eingeladen. Der Ein­trittspreis beträgt nur 1,50 JL Eintrittskarten sind im Vorverkauf zu haben beim Präses und den Vereinsmit- glicdern.

Dolksverein für das kath. Deutschland. Dienstag den 1. Februar hat der Völksverein für das kath. Deutschland seine große Frühjahrsversammlung. Als Redner ist Herr Regens Prof. Dr. Schreiber-Fulda gewonnen. Die Ver­sammlung ist im Eo. Vereinshaus und beginnt pünktlich 8 Uhr abends. Alle katholischen Männer und F' ruen Kassels müssen zu dieser Versammlung erscheinen. (Siehe Anzeige.)

Alberkksvereln. Am 17. d. M. veranstaltete der hie­sige Albrrlus-Verein, Ortsgruppe von „Nsudeutschland" dèr Vereinigung kath. höherer Sthüler im Großen Stadt­parksaale einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend. Nach einem einleitenden Vorspiel, das kunstvoll zum Dortrag gebracht wurde, begrüßte der erste Vorsitzende, Oberpri­maner Kurt Pagendarm, mit herzlichen Worten die er­schienenen Gäste und hieß sie im Namen des A. V. C. willko-mnen. Mit begeisternden Worten pries er dann die wahre, echte Vaterlandsliebe, die nicht nur dem mächtigen, sondern auch dem bedrängten Vaterlande gelten müsse. In lern stürmischen Beifall der Versammelten kam zum Ausdruck, daß er allen aus dem Herzen gesprochen hatte. Alsdann gelangten zwei auf das Grundmotiv „Vater­land" gestimmte Szenen aus dem Kleist'fchen Drama „Die Hernrannsschlacht" zur Aufführung. Dank der guten Leistungen der Spieler, unter denen hervorzuheben sind der Hermann des Oberfetunbaners Thomas, ferner die cherus- kischen Anführer Karl Böhmscke und Otto Sieber, schließ­lich noch der Suevenfürst des Untersekundaners Wöhlecks, lohnte reicher Beisall die auf gewandte Mühe. Nach einer kurzen Pause gingen die Allinghausen-Szen-m aus Schillers Wilhelm Tell" in Szene. Diese Aufführung war zweifel­los der Glanzpunkt des Abends, denn die Leistungen der beiden Hauptdarsteller gingen über das hinaus, was man tonst von der Vereinsbühne gewohnt ist. Unterprimaner König verstand es, den alten Bannerherrn von Atting- Hausen in hervorragender Weise zu charaktenstersn und des­sen innige Vaterlandsliebe überzeugungstreu rviederzugsben. Einen würdigen Gegenspieler fand er in Ulrich von Ru- Den. den Walter Jsele vortrefflich darstellte. Die PauseK wurden ousgcfüllt durch Vorträge des zum größten Teil aus Vereinsmikgiiedern bestehenden Orchesters, das unter Leitung des Herrn Böglmüller verschiedene Musikstücke ausgezeichnet zu Gehör brachte. Auch diese Darbietungen trugen einen guten Teil zum Gelingen des Abends bei. Schließlich feien auch nicht vergessen die Gedichtvorträge des Untertertianers Hans Kempf und der Unterprimaner Ernst Koch und Wilhelm Müller. Der Verein kann mit Stolz auf diesen seinen zweiten Unterhr iungeabcnd znrück- blicken!

Führende Jugend. Von P. Stanislaus v. Dunin Borkowski. Verlag Summier, Berlin.

„Die Bewegung unserer Jugend ist ein Teil der gro- ßen Menschheitsbewegung und daher stets wichtig und beachtenswert" sagt der Verfasser. In diesem Buche will er nun jungen, sechzehnjährigen und älteren Schü­lern einen Leitfäden geben und sie bekannt machen mit den Führeraufgaben und Führereigenschaften, um dann einige Führergestalten scharf zu charakterisieren und über die Gefolgschaft, Mitarbeiter, Kritiker usw. inter-