Einzelbild herunterladen
 

- 26

Feinden? Wo auch nur die Menschlichkeitund der gesunde Verstand? Auch in manchen städtisaien und ländlichen Bürger-, Bauern-n. Arbeiterfamilien könnte sparsamer gelebt und das Ueberslüfsige für die Notlei­denden geopfert werden. Ich will dir jetzt keine Hunger- kost vorschreiben, wohl aber dir das Wort des Apostels zu bedenken geben: wenn wir Nahrung haben, uns zu sättigen, und Kleider, die Blöße zu ^cr6m aßt uns zufrieden sein".

Der Burgpfarrer.

ücmschen Bischöfe zur $$idfr^t

ii.

Schule und Eltern.

Schule ist eine Hilfsanstalt d e s t item- ha u s es, dem das erste und natürliche Recht zutommt, über die Erziehung der Kinder zu bestimmen. Die Konfession des Kindes ist bereits durch das Elternhaus bestimmt, wenn das Kind in die Schule eintritt Die (Sltern mellen, daß die im Hause begonnene Erziehung in der Schule fortoesetzt werde. Das kann aber mit dem von allen christlich treuen Eltern erstrebten Erfolge nur in der konfessionellen Schule geschehen, mn die ^m.heit im Höchsten und Heiligsten.' in der Religion, besteht, wo Schüler, Lehrer, Bücher, Wandschmuck, Hebungen sich im Einklang mit dem Elternhaus und mit der Kirche oefmben. In das Recht der Eltern, die Erziehung der Kinder zu leiten und ihren Geist zu be= stimmen, darf keine Gewalt der Erde, auch nicht die Staatsgewalt, eingreifen. Der Staat muß das Maß der Kenntnisse festsetzen, die er zur Erfüllung der Be­rufs- und Bürgerpflichten für notwendig hält, er mag vorüber wachen, daß alle Kinder diese Kenntnisse wirk­lich erlangen. Wenn er aber darüber hinausgeht "Nd die Eltern zwingt, die Kinder in eine Schule zu schicken, die nicht im Geist des Elternhauses erzieht, sondern der Religion der Eltern gleichgültig ober feindselig gegenübersteht, so ist das ein gewalttätiger Ein­grif s in unveräußerliche N a t u r r e ch t e und ein unerträglicher Gewissenszwang. Soweit â der Staat den Besuch der Schulen für die Kinder mlichtmäßig zu machen sucht. muß den Eltern die Möglichkeit gegeben sein, die Kinder in Schulen ihres / kenntnisses zu schicken. Aus denselben Gründen des - otn.rrechles und der Gewissensfreiheit muß auch für

__________ . ,..... gemeint sein muß, hinter den Tränen zum Himmel kleine konfessionelle Mi nderhe item= j^ufbürfen. Den Sturm draußen tosen lassen, bis er ousgelost hat, und nid/ hiMnlassen. Gerne herum-

ren Zahl mit Wohlwollen fest mieten bleibt, in einer i Gemeinde eine öffentliche konfesstönelle Schule einge­richtet werden. Falls aber an einem Orte auf Grund des Art. 147 Abs. 2 private konfessionelle Vc>! Lch neu zugelassen sind, können die Eltern wegen der aleichen Steu->wfllcht mit Recht verlangen, daß diese Schulen noch Maßgabe ihres Bedürfnisses aus öffentlichen Mir- teln ausgiebig unterstützt werden.

Viele verhetzende Schulkäinpfe innerhalb der M- meinben werden vermieden werden, wenn das neue Reichsschulgesetz die bestehenden tonfefsivnellen Schulen auch ohne besondere Absllmmnng als zu Recht bestehend anerkennt und eine Abstimmung unter Schonung des Bestehenden nur vornehmen läßt, wenn ein erheblicher Teil der Eltern es verlangt. Wo immer die Erztebunas- berechtigten für ihre Kinder die konfessionellen Schulen erhalten wollten, darf der Staat dies nicht durch ein­schränkende Bestimmungen erschweren ober unmöglich machen. Wo es sich handelt um das Glück unb bié Zukunft, um den Glauben und die Seligkeit der Kinder, dürfen nicht rein schultechnische, vor ollem nicht finan- 'ielle Erwägungen den Ausschlag geben. In unserer jeit der schwersten Prüfungen^ wo alle vatsrlands- ebeiiden Kräfte zur Wiederaüfrichtung der sittlichen und naterienen Wohlfahrt des Volkes sich einigen sollen, ist s unklug und unverantwortlich, durch Vergewaltigung -es ElternwiUcns schlimme innere Kämpfe Heraufzu- Eschwören.

Wenn man sogt durch die Einführung der GimuL anschule werde an manchen Orten der Unterricht besser, a mancheZwergschule" verschwind?, so entgegnen mir: ?s ist nicht ohne weiteres richtig, daß der Unterricht N kleinen Schulsystemen durchweg minderwertig sei egenuber dem in größeren Systemen. Gar viele ham= aste Pädagogen erachten gerade den Unterricht und die rziehung in den einklassigen Schulen. wie sie sich viel- aeh auf dem Lande und in konfessionell gemischten Gegenden finden, für durchaus erfolgreich. Jedenfalls singt das Wesen einesgeordneten Schulbetriebes" icht von der Zahl der aufsteigenden Klassen ab, sondern son der Erreichung des Bildungszwles. Wo dieses im 'rt. 148 D. R. V. umschriebene Ziel der Schulbildung ach gesunden pädagogischen Grundsätzen erreicht wer­kn kann, muß der Schulbetrieb alsgeordnet" gelten, doweit cs nur immer ohne tiefgreifende, tatfächl'ch Endliche Beeinträchtigung des Schulbetriebes möglich t muß nach Art 146 Abs. 2 D R. V. der Wille'der trziebunasbercchtiaten, die eine konfessionelle Sch ule für ^re Kinder fordern, berücksichtigt werden. Es ist ein nrecht gegen den Elternwillen, durch Ucberfpannung

es Begriffes ande unh lau in mm .

geordneter Schnlbetrieb - Einrichtung konfe-ü i nse zu bereiten.

dem Fortbe-

^5^' !iCH

er

Wir sind eben in ein neues Jahr eingetreten. Da dasselbe in seinem Schoße derhellen und der dunk­let- Lose' viele birgt, dürste es anzuraten sein, sich für alle Fälle gründlich vorzusehen und gleich am Jahresanfang nach zuverlässigen Leitsternen Ausschau zu halten Dee hochsclige Regensburger Bischof Sailer hat solche in einem Briefe an die fromme Prinzessin Johanna von Bayern ausgestellt, die auch heute nach 10° Jahren Beachtung verdienen. Seine Mahnungen lauten:

Rechttun und aus Gott vertrauen. Zu jedem Tage in die Schule gehen, um weise zu werden. Die Bürde des Tages mutig tragen, und ohne Not kein Gewicht daran hängen, denn es hängt sich manches selber daran. Für Vieles links und rechts blind, taub und stumm sein, und doch den Sinn gerade und offen mn die gerade Bahn durch die Welt zu finden. Zuerst in sich selber ausräumen und bann außer sich zur Herstellung des reinen Bodens Hand

Einem Weltkinde.

(Nachdruck veri.

Erst wenn die Not an Deinem Lager steht

Wirst Du den Weg zu Deinem Gotte finden:

Du faltest Deine Hande zum Gebet,

Erst wenn Dir Glück und Hoffen rings entschwinden Dann grüßt vom Kreuz der Heiland zu Dir nieder, Er breitet liebend seine Arme aus,

Er zieht sein Kind zum Vaterherzen wieder......

Und Du kehrst wieder heim ins Vaterhaus.

H e i11 â Ktem nt.

anlegen Den Stein,- der sich in den Weg legt, heben, und wenn er sich nicht heben läßt, sehen, wie man hinüberkommt, ohne den Fuß anzustoßen. Sich von Herzen mitfreuen, wo Freude Einkehr hält, und wenn

wandeln und sich et freuen an Gottes schöner Natur und dann in seinem Kämmerlein ein Zwiegespräch hal­ten mit sich und mit dem der ohne Zunge spricht, ohne Auge sieht, ohne Arm festhült, unb ohne Herz liebt. Einfach mit den Emlachen, klug mit den Verschlage­nen, offen mn Glüei, uns vorsichtig mit Luchsen um= gehen. Kein Körnchen Weihrauch für die Großen opfern, aber auch von de.-. Großen und Kleinen keines für sich opfern lassen. Selbst keine Dornen auf den Weg säen und den Stich nicht achten von denen, die andere auf den Weg gcfäci haben. Den Nächsten lieben und in ihm Christus unsern Herrn, aber auch ihn selbst am meisten mit Dem hl. Paulus lieb haben... Dies alles treu tun und sich auf alles nichts zu gute halten und noch obendrein an feine Brust schlagen und mit dem Zöllner sagen.Herr, sei mir armen Sünder gnädig", möchte wohl die beste Weisheit auf Erden sein.

Ein Pfau stolziert in einem ganz um nehmen Aufzug mit glänzenden Federn und führt einen präch­tigeren Reifrock, als eine Karlsruber Hofdame bei einer großfürstlich russischen Hochzeit. Hingegen wenn der Vogel seinen Schnabel auflut, um die Ge­fühle seines Herzens zu offenbaren, so ist der Gesang unter dem Vogelgesang gerade so lieblich anzuhören wie das Geschrei eines Esels. Eine Nachtigall hin- egen ist nicht besser gekleidet als ein Spatz, grau und unansehnlich; es ist alles, daß das Röcklein nicht zerrissen und geflickt ist. Die fingt aber so schön, daß, wenn sie nur ein wenig anfängt, die Leute am Weg stehen bleiben und ihr Gespräch nglte.brechen, nur um der lieben Frau zuzuhören.

Gott will uns mit solcher Bilderschrift die Lehre geben, mir sollen auch beim Menschen nicht auf das Auswendige sehen, was er redet, wie er gekleidet ist, wie er aussieht, was er für eine Haltung hat, was für ein Amt oder Titel er führt, wie schwer in Geld er wiegt; sondern der Wert des Menschen hänge mbon ab, wie cs inwendig mit ihm dreinsieht. So Tumbe z. B. in der Hauptstadt des Judenlandes gerade das Geburtsfest des Herodes gefeiert. Da aing .es denn hoch her, wie jetzt noch bet solchen Gelegenheiten. Die vornehmsten Herren waren beim König zum Gjahniabl eingeladen; er und die Gäste aßen prachtvoll aeHeibet im Königssaal; da wurde bankettiert, Musik gemacht und geranzt. Aber drun-

len im Kerkcewch ltb ein Mann mir, einem rot. i kameelhäreneu Rock angetan; ob er einen Wass­krug bei sich stehen Halle, ist nicht geschrieben, ü war dies der hl. Johannes des Täufer, in der gan christlich n Kirche seit 1800 Jahren geehrt als ci:... der größten Heiligen ; Päpste und die y -en Fu und woyl schon Millionen Christen hadert ihm zu Ehren seinen Na-nen getragen. Der Name de. Herodes ist zwar auch weltbekannt, stinkt aber bis auf den heutigen Tag und wird stinken bis ans Ende der Welt und noch drüber hinaus, und wenn auch geckenhafte Eltern ihren Kindern allerlei Namen neben lassen, wie sie in Comödien aub Romanen Vor­kommen, Herodes oder Herodias mag doch niemand sein Kind neunen.

Ja, inwendig und auswendig ist oft unendlich verschieden. Sieh auf einer großen Wachiparade alle Gat langen von Soldaten glitzerig im Sonnenichein ausgestellt, und der Landessürst reitet daher, von prächtigen Off zieren umgeben; die. Fahnen flattern, die Musik lchallt m 50, längstens in 60 Jahren ist all dies Krwgsvolk und feine Pracht, auch die Zuschauer nur ein Haufen Sluub und dürres Gebein, das wie Aitslehricht von dein Nachivuchs abseits aus den Augen geschafft ist auf den Kirchhof. Hingegen in einer benachbarten Kirche ist eine Henie, unlchem« bare Hostie; ein armes Ollicht brennt davor, zur Anzeige, daß dort die Hogie nt. Sie ist w krem, io gering, von vielen wenig geachtet, von Andersgläu­bigen verachtet. Das ist auswendig; inwendig ist aber das Höchste, was es gibt, wogegen Himmel und Erde selber nur ein fliegender Schatten sind es ist Derjenige, welcher einst tommeu wild in großer Majestät, zu richten die Lebendigen und die Town, und vor Welchem auch sich stellen muß und vor dem wie Eipenlaub zittern wird all das Kriegsvotk, das stolz am Paradeplatz aufmcii|d)ieu.

Sorge also L dafür, daß du inwendig etwas Rechles werdest, seiest und bleibest; denn das In­wendige kommt zli Tag und die Seele zeigt lyre Farbe, wenn einmal der Tod den Strohverband und das Packpapier deinen Leib, wegichasft. Sorge 2. dafür, daß du bessere Augen bekommst, we.che tiefer schauen, als bloß au, das Auswendige, auf Haui, auf Wuchs, ans Anzug, auf hochdeutsche pledeusar:en, auf Titel und Amt. Schau tiefer, ichau bei dir und bei anderen auf das Juwendige, auf Gesinnung, aus Bescheidenheit, Aufrichligketi, Gotiesfurchk, Nach- ftciiiiebe, Überhauptaul einen rechtschaffeueir C mralter.

(Aus Aiban rstolz, A.-H.-G.)

Volüsmi^isn und Wiederaufbau.

Die Einrichtung bei Missionen, wie sie in der kalh. Kirche bgld hier bald dort in den Städten und auf dem Lande abgetanen werden, Halle während des Welt­krieges ihr ZOOjähriges Jubelfest feiern können. Der hl. Vinzenz von Pau. war es, der die Innere Mission in der katholischen Kirche in der im wesentlichen noch heute maßgebenden Form der V o l k s m i f 11 o n aus= gestaltete und sie im Jahre 1617, ein Jahr vor Aus­bruch des 30jühr:gen Krieges, zum ersten Male seiner Zeit als Heilmittel bot Ein unabsehbarer, unergründ­licher Stroin des Segens für Zeit und Ewigkeit ist von dieser Einrichtung im Kampfe gegen die Gleichgülug- keit in Elcmbenssachen und gegen die Erschlaffung im christlichen Leben ausgegangen, im Leben ganzer Ge­meinden, wie im Leben der Einzelnen. Und wie man­cher mag da aus dunkler Not sich wieder heimgesunden haben zum Valerhause, wiedergesunden haben das ver­lorene Glück.

Doch nicht von dieser, der religiösen Seite dej Mij- fion, soll hier die Rede sein.

Wir sprechen heule immer wieder von Wiederaus- bau. Kommen wn aber wirkt ch weiter und voran? Hat nicht in diesen Tagen einer der führenden Männer im Gristeskampfe der Gegenwart die Frage: Wo stehen wir? mit dem erschütternden Bekenntnis, beantworten müssen:Wir wissen nicht, wo wir stehen." Wir haben politisch einen Notbaü halbwegs unter Dach und Fach gebracht. Wir sind wirtschafll ch etwas ruhiger, dafür aber auch kraftloser geworden. Noch ini- mer flackert das Feuer wieder auf. Noch immer kracht es und bricht es zusammen. Und scheinen sich die hung­rigen Wölfe der Habjucht, die zw'schen den Trümmern einherschleichen, nicht unheimi'ch zu vermehren? Und wie steht es mit der Sittlichkeit im Volke?

Können wir ernstlich und ehrlich von einem Wieder­aufbau der Gesinnung, einer sittlichen Erneuerung des dcWchen Volkes reden? In einer Blütezeit des Ter­rors und der Verderbtheit, der Eigentumsverbrechen und des Schiebertunis, des Mammoniswus in jeder Form? In Der klassischen Periode des Kinounwesens und der NackiRuze, der Schamloosigkeiten ohne Grenzen