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seiner Ausführungen stellte er den Satz, daß es im neuen Staate nicht mehr Unterordnung und Autorität geben dürfe, sondern daß im gegenseitigen Verständnis und Vertrauen gearbeitet werden müsse. Schulpolitik könne man niemals vom grünen Tisch aus machen. Dann ging der Minister aus einzelne Schuisragen ein und betonte die Schwierigkeiten in der Durchsetzung der neuen Besol­dungsordnung der Lehrer.

Die wunderbaren Erfahrungen, die wir im soziali- stifch-demokrauichen Siaat in den letzten Jahren ge­macht haben, zeigen in erschreckender Weise, wohin wir mit den Idealen panisch kommen. Statt Unterordnung und Autorität Auflehnung und Unordnung. Ist denn Hänisch blind oder toll?

3n Bremen,

txr freien Reichsstadt, hat ein Volksentscheid der erste in Norddruifchland stattgefunden. Danach bleibt der BremerSenat*, der eine bürgerliche Mehrheit hat, im Amt und für dieBürgerschaft* (Stadtver­ordneten), die eine sozialistische Mehrheit hat, muß innerhalb 4b Tagen eine Neuwahl stattfinden. Rund 100 000 bürgerlichen Stimmen standen ca. 75 000 sozialistische gegenüber.

Ueber Katholisches in protestantischen Kirchen

macht in derDeutsch. Allg. Ztg." (Nr. 7) Pastor Falck in einem Artikel über die kirchliche Bewegung im Protestantismus folgende bemerkenswerte Mitteilung: Es ist doch bedeutsam, daß man neuerdings in evan­gelischen Kresen Formen der gcttesdienstlichen Er­bauung wertet und schätzt, die man früher alskÄho- lisierend* nicht geduldet hätte. In der altehrwürdigen, von Wachslichtern stimmungsvoll erleuchteten Kloster­kirche in der Klosterstraße zu Berlin Halt dieGlde Cäcilia" unter Leitung des Pfarrers Dienel-Nauen ihre Vesperandacht ab, bei denen mittelalterliche Kir­chenmusik und Marienlieder reichliche Anwendung fin­den und der Raum oerinag die Menge der Be- sucher kaum zu fassen. Aehnstchen Andrang zeigte ein irr der Zwinglikirche von Pfarrer Dr Horn veranstal­tet und reich ausgestatteter Weihnachtsgottesdienst, bei dem die Liturgie nicht gesprochen, sondern nach alten, teils von Luther übernommenen, teils dazu geschaffenen Melodien gesungen wurde. Unter den Geistlichen der evangelischen Landeskirche hat sich eineHochkirchliche Verenigung" gebildet, die nicht nur Me bischöfliche Rangordnung einführen, sondern die Geistlichen auch in der Amisstellung der katholischen Kirche annähern möchte."

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Kurland.

Dcu'sch Oesklsreich ist in großer Not. Der österreichische Bundeskanzler Mayr hat kürzlich erklärt, daß Oesterreich gegenwärtig nur von denen geholfen werden könnte, die heute das Schicksal der Welt in Händen halten und die durch die Schaffung dieses Staates die moralische Verpflich­tung übernahmen, ein hochzioilisiertes Volk von mehr als sechs Millionen mit reichster Kultur und großer geschichtlichen Vergangenheit im Herzen Europas vor dem Hungertods zu bewahren. Die großen Staaten des Westens allein, die diese Verpflichtung auch in feierlich­ster Form anerkannt haben, können dem mit dem Tode ringenden österreichischen Wirtschaftsleben jene Blut­zufuhr gewähren, die Oesterreichs tätige Mitarbe t vor­ausgesetzt, eine erste Vorbedingung für die langsame Heilung der mannigfachen Krankheiten ist, unter denen der österreichische Staats- und Wirtschaftskörper leidet. Die Gewinnung und Stärkung des Vertrauens jener Mächte in den gefunden Sinn und die Arbeitswillig­keit des österreichischen Volkes mrd vor allem in dessen Loyalität habe er, so erklärte Mayr, darum vom ersten Augenblick an als seine oberste Aufgabe angesehen Unter den heutigen und augenblicklichen Voraussetzun­gen wäre eine andere als die dargelegte Außenpol tck eine Politik der Unmöglichkeit. Aber trotz der Loyalität des österreichischen Volkes lassen es die Ententestaats- männer verhungern, denn in Oesterreich sind die Ver­hältnisse noch viel trauriger öls.wie bei uns.

In Frankreich

haben Ergänzungswahlen zum Senat stattgesunden, die die Zusammensetzung dieser Körperschaft nicht wesent­lich verändert haben. Der erwartete Erfolg der radi­kalen Sozialisten ist ausgeblieben.

Das katholische Spanien

hat sich bekanntlich durch vorbildliche Neutralität wäh­rend des ganzen Krieges ausgezeichnet. Unter allen Neutralen vermochte Sparren am besten und energisch­sten dem Druck der Entente zu widerstehen. Keine Lockung und keine Drohung von Paris oder London her konnte es aus dem Geleise echter Neutralität reißen Die Bevölkerung selbst stand in ihrer gewal­tigen Mehrheit dem deutschen Volke sehr sympathisch

gegenüber, sodaß dieses allen Anlaß hat, Spaniens, seines Königs und seines Herrschers stets dankbarst zu gedenken. Nunmehr hat auch der Reichspräsident Ebert dem Körrig Alfons ein Schreiben übermitiein laßen. in dem er dem König und der spanischen Re­gierung im Namen des ganzen deutschen Volkes tief­gefühlten Dank ausspricht für die Bereitwilligkeit, m't der Spanien seinerzeit den Schutz der deutschen In­teressen übernommen hat, und für die unermüdliche und segensreiche Arbeit für die deutschen Interessen, die von den spanischen Behörden geleistet worden ist.

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Wahlbewegung.

Vor der Wahl

ist es gut, sich immer wieder die alle Wahrheit von der Solidarität in wirtschaftlichen Kämpfen in Er- irmerung zu bringen, d. h. die Tatsache, daß alle Stände aufeinander angewiesen sind und nur in vernünftigem Zusammenarbeiten und gewissem Ausgleich das Heil zu finden ist. Der eine Stand muß den andern stützen. Leber; und leben lassen. Wenn ein Glied leidet, leidet der ganze Körper und also alle Glieder! Dor mehr als 2000 Ichren hat der alte Römer Me- nenius Agrippa die Richtigkeit dieses Gesetzes erkannt und in einer einfachen Fabel seinen Landsleuten klar gemacht; auch im 20. Jahrhundert kann man daraus lernen, wie dos Wohl des Volkes am sichersten er­reicht wird. Es war damals im uralten Rom ein Generalstreik ausgebrochen. Die Plebejer (das Volk) wollten Nicht mehr mittun, weil nach ihrer Ansicht die Patrizier aürm den Rahm von der Milch schöpfen; sie machten einen Mastenausstand und zugleich eine Maßenauswanderung aus einen Berg in der Nähe. Der alte Agrippa übernahm das Einigungsamt und erzählte den Leuten folgende Geschichte. Die Hände uni) Füße des menschlichen Körpers empörten sich ein­mal und sagten.Was, mir sollen fortwährend ar­beiten um das. tägliche Brot, und der faule Magen frißt alles allein! Das lassen wir uns nicht mehr ge­fallen; wir stellen die Arbeit ein!" Gesagt, getan. Die Glieder ruhten und der Magen bekam nichts mehr zu essen. Aber es dauerte nicht lange, da magerte der ganze Körper ab, auch die Arnie mid Beine wur­den welk und matt. Da sagte der Kops:Liebe Mit­glieder, die Sache geht schief, und wir müssen allzumal elend verhungern, weim wir nicht dem Magen wieder Speise besorgen. Denn es schemt mit doch, als ob wir alle vom Magen abhängen/ De Glieder folgten diesem Rat; der Magen wurde wieder versorgt, und nun waren die Glieder auch wieder versorgt. De alten Römer lernten aus dieser Fabel daß alle Stande für einen und ein Stand für alle eintreten müßen und gaben den Hetzern den Lauspaß. Das Zen-rum hat die in dieser Fabel bargrftellle Wahrheit von Anfang an zur Grundlage Zeiner Politik gemacht es wird auch in Zukunft an biefem Grundsatz der Volkswirt­schaft festhaiten unb seine Wähler werden gewiß damit zusrieden sein und ihm alle auf Lesern einzig vernünf- ; tigen Wege folgen. Der goldene Mlislweg ist immer der beste

Kritisier?

w-rd im Wahlkampf wahrscheinlich wieder sehr viel, auch am Zentrum wird man manches auszusetzen haben. Möchten alle, die die Neigung haben, zu kriti­sieren, sich merken, was be- der 50jährigen Jubelfeier des Soester Programms in Soest am 24. Okt. 1920 Geheimrat Dr. Porsch gesagt hat:Wir werden uns gewiß Kritik gefallen lassen, aber wir verlangen, daß man sachlich kritisiert und ohne persönliche Spitze. Wenn man mit persönlicher Spitze kritisiert, bin ich mit dem Kritiker schnell fertig und behandle ihn nur noch als einen Feind. Das Recht bei Kritik versage ich ms- bionbere jedem, der für unsere Sache noch nichts ge­leistet hat ' Ich kenne sogar Kritiker, die niemals ein­geschriebene Mitglieder der Zentrumspariei waren und nur dann den traurigen Mut hoben, sich als Zentrums­mitglied zu bekennen, wenn sie auf das Zentrum glau­ben schimpfen zu können. Klagen über vermeintliche unrichtige Handlungsweise der Partei dürfen nie und nimmer öffentlich in hämischer Weise zur Sprache ge­bracht werden, sondern nur in der zuständigen Or­ganisation."

Ein starkes Zentrum

können wir nicht entbehren. Keine Zeit hat den ka- thol schen Gl-isi in Volk, Familie und Schule so not­wendig gehabt, wie unsere Zeit. Mit diesem Geist steht und fällt unser Valerlond und feine Zukunft. Soll aber dieser Geist des Christentums ins Volksleben gebracht werden, nanientlid) in der Gesetzgebung, bann bedürfen wir vor allem einer christlichen, großen, starken Vvlkspartei, und das ist das Zentrum, und

als solche hat [k sich immer oewayn. Selbst Anders­gläubige haben ihre Blicke auf den Zentrumsturm ge» richtet und dort sich orientiert, ob es gelinge, die chr Et­lichen Ideale in unserem Volke zu retten. Ganz be­sonders aber müssen alle katholischen Volkskreise es sich angelegen fein lassen, zur Wahrung ihrer religiösen Interessen für ein starkes Zentrum zu sorgen. Wie Graf Ballestrem am 10. April 1891 an Fryrn. v. Hert- ling geschrieben hat:An dem Tage, wo die Zentrums» frathunen aufhören ober einflußlos werden, werden die Katholiken im Deutschen Reiche auf allen den früher erwähnten Gebieten (katholische Schulen) von ihre« Gegnern auf das schmachvollste geknechtet. Die Zen- trumefrattionen in den Parlamenten sind daher nach menschlichem Ermeßen als dauernde Institution (Eir^ richtung) eine absolute Notwendigkeit." G>wiß, wir haben in weitem Umfange die Freiheit für die Kirche wieder erobert, wenn diese ober nicht wieder verloren gehen oder durch die Gesetzgebung unwirksain gemocht werden soll, dann heißt et für ein starkes Zentrum W sorgen. Das ist die Gewahr für die Fortdauer der Freiheit. Darum kann es nur eins geben für die Wahl, nicht daheim b'elbev, sondern mitmachen und den richtigen Zettel zur Urne tragen. Nicht vergeßen, was der sterbende Lueger den Seinen hiickerließ: Bleibt beisammen! Nicht vergeßen, was beim Sorge Windt- Horsts gesagt wurde: Seid einig, einigt

Ueber sie Auswahl bet kandidulea

macht dieTremowa" in Dortmund, eines der führen- den westfälischen Zentrumsblälter, folgende beachtens» werte Darlegungen:

1. Was die Aufstellung und Wiederwahl früherer Abgeordneten angcht, so ist unbefangen zu prüfen, ob dieselben ihre volle Pflicht getan haben. Wir kranken an einem Iteberpartamenfarismus und müssen rücksichts­los darauf ausgehen, ihn zu beschneiden und einzu» schränken. Den Luxus zu vieler Parlamente und zu vieler Sitzungstage mit endlosen Reden und noch end- loseren Diäten können wir uns nicht mehr gestalten. Daraus folgt daß alle Drückeberger ohne Gnade abzu» sägen sind. Wer sehr viel gefehlt hat oder durch andere amtliche oder nichtamtliche Berufsgeschäfte verhindert war, seine ganze Kraft in den Dienst des Parlaments zu stellen, darf nicht wiedergewählt werden. Auch Doppel-Mandate sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Einige Ausnahmen bei bewährten führenden Persönlich, kkeiten sind zuzulassen, um die Verbindung zwischen Landtag urb Reichstag herzustellen.

2 Die besten und fähigsten Köpfe der Partei, ohne Rücksicht auf den Beruf, müßen zuerst genommen wer« den Die Auswahl der Kandidaten lediglich noch Be­rufen ri^ti die Zentrumsportei zu Grunde. Gewiß sollen Nidabchst all» Berufe bei der Aufstellung der Kan­didaten Lerücksichligung finden, aber fg ist ein verhäng­nisvolles Vcgmnen, wenn immer uno immer wieder ausgercchnkt wird, dieser aber jener Beruf habe noch nicht genug Vertreter.

3. die angestellten Funktionäre der Partei und die­jenigen. welche auf Veranlassung der Partei in ein wich, tiges Slaaksaml gebracht sind, um die paritätischen Der- Hältnisse zu wahren, sollte man, wenn nicht triftige Gründe anders entscheiden, nicht in die Parlamente ent. landen. Ausnahmen können zugelaßen werden. Eine ..asnahme ist zu machen namentlich bei geschulten Der- loaltungsbeamfen. Es fehlt uns überall, sowohl im Landtage wie in der Provinzverwaltung, an tüchtigen Derwaltungsbeamten, die auf dem Gebiete des Haus. Haltswesens, der Personalverwaltung, des Verkehrs­wesens beschlagen sind. Wie viele von unseren Avge. ordneten sind denn heute in der Lage, den Haushaüs» etat zu bearbeiten, ein Referat über denselben zu halten, Aenderungen vorzuschlagen, einen Gesetzentwurf durch, zuarbeiten, in den wichtigsten Ausschüssen praktisch mit. zuarbetten? Um Gottes Willen keine Statisten, die über gewisse Beruss- oder Besoldungsfragen mal gelegentlich mitreden können, aber in allen großen Verfassungs­und Zeitfragen ihre Mitwirkung versagen müssen, weil es ihnen an" der Vorbildung oder Erfahrung bayi fehlt! In den Parlamenten müssen sich einige wenige Männer fast zu Tode arbeiten, während das Gros die Sitzungen schwänzt und nur selten erscheint.

4. Man sehe sich jetzt bei der Aufstellung der Kandi­daten genau die Leute an, welche so eifrig für sich selbst werben, welche Himmel und Hölle ins Bewegung setzen, um ins Parlament zu kommen. Bei ihnen stimmt et» was nicht. Wir empfehlen, jeden Kandidaten abzu­lehnen, der sich selbst in den Vordergrund zu schieben sucht.

~ Das priefietjubiläum des Herrn Siadtpfarrers Gramm fand am Sonntag einen würdigen und er« gre-fenden Abschluß durch die von der ftabtpfarrbd)en Iungfrauensodalität veranstaltete.Ausführung des Fest- speisSancte Ecclefia" (Die heuige Kirche) von unserem Heimatdichter Herrn ^mrrer Nüdling in Klemfasjen. Die aus der Liebe zu.'