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Die deutschen Sijchöjc zur ZäMraße
Der gesamte Episkopat Deutschlands hat an die -Neichsregierung und den Reichstag eine bedeutsame Einsgabe über die konfessionelle Schule gerichtet. Die Denkschrift stellt Richtlinien auf, die für das gesamte katholische Volk, seine Vertreter und Lehrerschaft bei den ,Echulkämpfen, die in diesem Jahre zu erwarten sind, maßgebend sein werden.
In der Kundgebung wird darauf hingewiesen, daß „seit den Tagen der Revolution im Herzen des katholischen Volkes in Deutschland die schwere mn die Zukunft der konfessionellen Schule lebt, freilich sei in Artikel 146 Absatz 2 der Deutschen Re.chs- Verfassung die Möglichkeit der Errichtung konfessioneller Schulen belassen, aber manche Anzeichen sprechen dafür, daß einflußreiche Kreise beabsichtigen, bei der Ausgestaltung der Neichsschulgesetzgsbung die S i- m 1111 a n f d) 111 e in weitgehendem Maße vor der konfessionellen Schule zu bevorzugen.
Deshalb sieht sich der Episkopat veranlaßt, „zur Wah. rung der berechtigten Interessen der katholischen Kirche und der katholischen Eltern sowie zum Nutz und Frommen der Schule und des Staates der Reichsregierung und dein Reichstage feine Auffassung über die Bedeutung der konfessionellen Schule und die Forderungen, für die wir bei der Reichsschulgesetzgebung Berücksichtigung vertan oen müssen, zu unterbreiten. Denn die kalholischen Eltern haben nach ihrem Gewissen sie heilige Pi sicht und das unverbrüchliche Recht, ihre Kinder in der katholischen Religion zu erziehen. Die Kirche hat kraft göiti'chen Auftrags die Aufgabe, die Eltern zur Erfüllung dieser Pflicht anzuleiten und durch Lehre und Erziehung die Kinder zu guten Christen heranzubi'den. Weder Eltern noch Kirche dürfen durch staatliche Maß. nahmen in der Ausübung dieser Pflicht und dieses Rechtes behindert werden.
Wir fordern für die katholischen Kinder katholische Volksschulen, in denen die Kinder von gläubigen katholischen Lehrern und Lehrerinnen in 'lebereinstimmunq mit dem Willen der Erziehunzsbe- srechtigten im Geiste der katholischen Religion unterrichtet und erzogen werden. Für unsere Forderung sprechen die triftigsten Gründe:
Schule und Kind.
Der Zweck der Schule ist nicht nur, dem Kinde Möglichst ausgedehnte Kenntnisse zu verschaffen, sondern vor allem, die Kinder für das irdische und emi?e Lehen 5u erziehen. Ohne religiöse Unterlage, ohne klare und fetze religiöse Ueberzeugungen und Grundsätze, ohne pv- sitives Christentum, ohne religiöse Uebung fehlt a' er per Charaktererziehung Stern und St rn. Saft und Kraft. Die wenigen Religmnsstundeu in der Woche genügen jedoch nicht, das erstrebte Ziel zu erreichen. Es muß der gesamte Untericht der Schule von der Sonne des Glaubens verklärt, von dem gleichen sittlich-religiösen Geist durchdrungen sein. Auch müssen die Kinder durch die Schule zur Betätigung der Religion, b. h. zum Verkehr mit Gott im Gebet, zur fruchtbringenden Tei'na' me cart Gottesdienst und Sakraments empfang, zur Ver- titzsung und Festigung der Charakterbildung durch den Einfluß der kirchlichen Gnadenmittel angeleitet werden. Das ist harmonisch und erfolgreich in der Regel nur durchführbar in der konfessionellen Schule.
In der S ' ni u l t a n f ch u l e wird der Religionsunterricht zu einem der gewöhnlichen Schulfächer herabgesetzt und der Einfluß der christlichen Ueberzeugung »und Grundsätze aus den ©efamtunbrridp und auf die Gesamterziehung ausgeschaltet, auch der G'auöe^szleich- gült-gkeit Tür und Tor geöffnet. Die Religion ist bann nicht mehr das alles belebende Element d"s Unterrichtes und der Erziehung, nicht mehr die Seele des Ganzen, sondern nur ein Glied, das eine kommende Entwickelung ohne große Schwierigkeit auszuscheiden oermaq. Zudem fehlt der S multanschuls die innige Verbindung der religiösen Lehre mit der religiösen Uebung. Der Religionsunter- r'Mt in solcher Schule wird fruchtlos bleiben, wenn er Nicht in religiöses Leben übfgeleitet wird. Wer bürgt uns auch dafür, daß nicht das, was durch den Religionsunterricht im Herzen des Kindes aufgebaut ist, in anderen Unterrihtslächern durch glaubenslose oder glaubens, feindliche Lehrer planmäßig oder durch gelegentliche, Ken Zweifel weckende Bemerkungen wieder niedergerissen wird? Darum bedeutet die Einführung der Simuk- 'mnschule in ihren Folgen leider nur zu oft geradezu Die E n tchristlichung der Schule. Daß dies von gewisser Seite beabsichtigt ist, beweisen uns a nd die .Aeußerungen zahlreicher Lobredner der S muliauschule. Nicht ohne Grund haben wir im gemeinsamen Hirtenbrief 1917 erklärt: „Von der Simultomchule ist es nur ein Schritt zur glaubens- und religionslosen Schule, und von dieser nur ein halber Schritt zur_ reiigions- und glauhensfeindlichen Schule"' Wnr wü den uns einer Verfügt igung am Glauben unseres Volkes an der Seele unserer katholischen Kinder und an unserer Hirtenpfuchk schuldig mechen, wenn roh die S multan- !schule als gleichwertig mir brr konfessionellen anerkennen und gegen ihr- allgemeine Einführung nicht den schärfsten Widerspruch erheben würden.
.(Fortsetzung folgt.)
tzeW Die katholische heidenmsjion ist in gl Her Gesahr!
Die katholische Heidenmission befindet sich gegenwärtig in einer außerordentlich gefährdeten Lage. Dre nordamerikanischen protestantischen Kirchengemeinschaf- ien haben kürzlich ein Aktionsprogramm ausgestellt, wonach sie in den nächsten fünf Jahren weitere 100 000 Missionsarbeiter einstellen und mehr als fünf Milliarden Goldmark für die Zwecke der äußeren und inneren Mission sammeln wollen. Es ist nicht zu zweifeln, daß sie diesen Plan ausführen sönnen und auch ausführsn werden. Die protestantische Mifftonsarmee wird dann fünfmal so stark fein wie die katholische, und es werden ihr hundertmal mehr Mittel zur Verfügung stehen als der katholischen. Weich eins gewaltige Gefahr für die katholische Mission liegt nicht in dieser numerischen und finanziellen Ueberlegenheit der protestantischen Missionare! Zu diesem protestantischen Massenvorstoß auf dem Missionsfelde kommt dann noch die unheimlich wachsende Ausbreitung des Islams, bei dem. fast jeder Betenner ein fanatischer Apostel ist. Zwei gewaltige Gefahren sind es also welche die katholische Heidenmission in ihrer Wirksamkeit und in ihrem Bestände bedrohen. Wenn nicht bald mehr katholische Missionare zu den He den hinausziehen und wir ihnen nicht viel reichlichere Mittel als bisher zur Verfügung stellen, dann wird die katholische Mission bald überflügelt und in ihrer Tätigkeit an die Wand gedrückt werden, dann verfallen viele Millionen von Ungetansten dem Islam und den protestantischen Sekten, die mit ihrem ungeheuren Aufgebot an Sendlingen und gefüllten Missionskassen ungestüm sich an die Misstons- arbe't begeben.
Angesichts dieser furchtbaren, nicht zu mtterschützen- den Gefahr ist es Pflicht des katholischen Erdkreises, sich zu mannhafter und entschiedener Tat auszurafsen und die katholische Mission sicherzustsLen. Gewiß ist m unserem heimischen Mifsionewesen in den beiden letzten Jahrzehnten schon manches besser geworden, aber es muß noch viel mehr geschehen. Ww müssen uns noch mehr Missionssrnn aneignen, wir mühen noch mehr Missionsliebe in unser Herz bringen, wir müssen noch mehr das Missionsgebet pflegen und wir müssen a cht zuletzt noch mehr Missionsalmosen spenden. Die Anhänglichkeit an unsere hl. katholische Kirche und die Liebe zu den unsterblichen Seelen der Heiden müssen unseren Missionseifer gerade jetzt zur höchsten Leistungsfähigkeit steigern. Oder können und wollen wir ruhig zusehen, daß unsere heilige Kirche von ihren Feinden immer mehr vom Missionsfelde zurückgedrängt und schließlich sozusagen vollständig von demselben verbannt wird?
Nimmermehr tarf dies geschehen. Der Hl. Vater hat unlängst einen lauten Weck- und Hilferuf zugunsten der bebrohien Mission an bic ganze katholische Welt or richtest in allen Ländern der Erde scharen sich die katholischen Geistlichem zu erünoifcher Unterstützung der Mission in Priestermissionsbünden zusammen; die Kinder opfern efrig ihre kleinen Gaben dem Kindhsit- Jesuverein. Bei dieser weiten und starken Missions- begeiftcrung dürfen katholische Jünglinge und Jungfrauen, Männer und Frauen nicht fehlen. 'Auch sie müßen sich mit ihrem Gebete und mit ihren Gaben an bem Missionswerke beteiligen und so die katholisihe Misfionsarmee unterstützen, zumal jetzt in bet Zeit größter Gefahr. Jede katholische Famil'e muß min- destens Mitglied des Taveriuè Vereins sein. Wenn sie aber sann, dann soll sie gelegentlich auch ein besonderes Missionsnotopfer spenden. Sie kann d'es durch Zahlkarte einsenden auf das Konto Nr. 82014 des VrtLskermifsionsbnndeo in Fulda bei dem Postscheckamt Frankfurt (Main), worauf ihr je nach der Größe der Gabe ein Missionsgeschenk, bestehend aus schönen M's- sivtisbüchern. Zugeht. In 9fr. 50 des Bonifatiusbotsu vom vorigen Lahre sind biete Buchprämien ausführlich angegeben. Nur dann, wenr alle Katholiken ihre Pflicht tun,-kann die drohende Gefahr von der ka- thostfchen Heidenmission abgewandt werden. Darum denk» an eure Pflicht, ihr Männer und Frauen, und helft euren Missionaren! Hel» ihnen aus Dank gegen Gott für eure eigene Berufung Zum wahren Glauben, helft ihnen aus Liebe zum gvtt! chen Heiland, der für aller Menschen Heil geboren wurde, helft ihnen aus Ehrerbietung eenen den Hl. Pc ter , der auch zur Unterstützung der Mission aufaerufer hat. b 's* ihnen gerade V'v in der Stunde höchster Not und Gefahr! Gott will es! Darum helft'.
Mütter, Gs sM ihr?
E ein Schrei im Lande, der klingt laut und schmerzvoll: .Müller, wo seid ihr?" Er schrillt in
der Dämmerung des Abends, da Kinder auf Gap / und Plätzen noch immer herumtollen und lyre Spici- bls in die dunkle Nacht ausdehnen. Einmal war es so im deutschen Lande, daß aller Kinderlärm vec ftummte, wenn die Abendglocke klang. Sanu stand über jedem der Mutter Nuf: es ist Zeit. Und in den Gassen wurde es still. Aber bann kam eine Zeit, da die Glocken von unseren Türmen fortwanderten, und mit ihnen gingen die guten Sitten und die alten Bräuche die wir treue Schutzengel waren. Bis in de späten Nachtstunden hinein treiben Kinder sich in den Stra ßen umher; keine Grenze und keine Ordnung ist mehr da. Wo ist der Mutter Ruf: es ist Zeit!? Wo sind die Mütter, die ihre Kinder vor der Nacht schützen und ihnen Srdnung und Zucht einpflanzen sollen? Mütter, wo seid ihr?
Mütter, wo seid ihr am Morgen? Die Kirchen- bänte sind leer, müde, verschlafene Kinder kommen verspätet, hungrig in die Schulen.
Wo seid ihr tagsüber, ihr, die ihr über die Seelen eurer Kinder wachen sollt? Gewiß, ihr könnt sie nicht jede Minute unter den Augen haben, ihr müßt sie von der 5}anb fortlassen. Aber wo seid ihr, wenn eure kleinen Knaben und Mädchen halbe Itge lang nicht nach Hause kommen? Wo seid ihr, wenn eure halberwachsenen Söhne und Töchter lusthungrig von einer Vergnügungsstätte zur anderen rennen? Werin alle Sitte und alle Zuchl mit Füßen getreten wird und nichts mehr gilt, nicht Ehre und Anstand, nur mehr die wilde, ausgelassene Luft. O, es ist ein Ruf, der dann in stummem Schmerz über den Seelen diessr Kinder klagt: Minter, wo seid ihr? Wo seid ihr, die ihr veramworüich seid für ihre Sc len? Warum haben die Einher Mütter? Was habt ihr mit der Macht angefangen, die ihr über sie hattet? Warum sind sie euren Händen entglitten? Warum sehen sie eure Augen nicht warnend über sich stehen? Warum hören sie eure Stimmt nicht, die sie von allem Bösen abhält und die nie verstummen sollte?
O, wo seid ihr, ihr treuen Mütter, die ihr über euren Kindern gewacht habt? Die ihr eure Töchter lehrtet, was Mädchenehre und Mädchsnstolz ist und die ihr euren Söhnen einpslanztet, ihren Schild rein zu halten? Ach, wo seid ihr? Die ihr kein Auge schließen konntet, ehe alle zu Hause waren, die ihr Rechenschaft von Ihnen verlangtet, die ihr sie m t wahrhaftiger Liebe geliebt hebt als Pfänder eurer Seligkeit?
Muster, wo seid ihr? Es ist ein tebestrauriger Ruf, dieser Rus nach den Müttern. Schmerzerfüllt klingt der Ruf, aber auch in brennendem Zorn: Mütter, wo seid ihr? Es ist ein schwerer Vorwurf darin. Und ein Fluch für die, die immer noch nicht daraus hören.
Aus: „Die Mutter".
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Das MmschengewüHs oder
Wie der Mensch sich luö ande e erziehst pi.
Vva Alban S4o l z.
Das Kern liegt noch in Erd' und Schnee. Januar.
i Schluß.)
Das Kindlein wird in unsichtbarer Werkstatt gar wunderbar und geheimnisvoll auf das Geheiß des Allmächtigen geschaffen; und kein Mensch kann begreifen, w e es zugehst und niemand kann da eiwas dazu- tun, Gott hat sich das allein Vorbehalten; aber wohl kann man daran verderben, besonders die Mutter. Du wirst auch schon Leute gesehen haben mit einem Muttermal. Gar zu gern kriegt das Kind c n Andenken mit auf die Welt und auf die Haut, wenn die Mutter stark erschrocken ist, oder ihr sonst etwas gemalt Leig auf das Gemüt gefallen ist. Nun, daran ist n cht alles gelegen, und das Kind kann deshalb doch in den Himmel kommen, wenn ihm sonst nichts im Wege steht. Aber wie der Leib und das Fleisch des K ndes mit einem Muttermal gezeichnet wird, wenn d'e Seele der Mutter scheu wird und einen Seitensvruug macht, so kann das nämliche auch der Seele des K'ndes passieren. Auch diese kann lebenslängliche Muttermaler bekommen, und recht abscheuliche, je nachdem es das Weib in ihrer guten oder meinetwegen schlechten Hoffnung gemacht hat; und diese sind cf! so hartnäckig, daß selbst der Tod mit seiner Sichel nicht Meister dm über wird, und sie mit ter Seele hinLbercehen und dort der armen Seele vielen Verdruß und -Unehre machen. Verstehst du, was ich meine? S.he, wenn so eine Mutter in bem Zustand viel Zorn faßt, oder m Feindschaft lebt, oder vom Seeteufel gegeißelt wird, oder Eifersucht hac we^n dem Mann, oder in Hoffart einherstolziert, oter kleinmütigen Herzens sch krank an st m, [wie sie Schulden zahlen und den Hausstand tu.' .rin-