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rhen bedeuten einen riesengroßen Verlust für die tu*

t Der wallsahnspsürrer

von Maria-Lqienberg l d vhon.

Tausende von Pilgern aus der Diözese Fulda be­uchen alljährlich den Maria-Ehrenberg in der ehemals uldifchen Pjorrei Motten. Wie schon kurz gemeldet, st der langjährige Pfarrer von Piotten, der auch den Gottesdienst m der Wollfahrlskirche zu versehen hat, gestorben E ner seiner ehemaligen Kapläne widmet dem Verstorbenen imFränk. Dolksbl." folgenden stimmungsvollen Nachruf, der gewiß auch für viele Leser desBonijMiusboten" von Interesse ist. Er schreibt:

Vergangenen Dienstag haben sie ihn hmausgetra» gen, den guten Psarrer Vater in Plotten, in dessen stil­len, bescheidenen Wesen die Natur des weltentlegenen Rhöndorfes sich so treu abspiegelte. Seinen Mitbru» dern war er bekannt wie selten einer, den meisten aber nur dem Flamen nach uni» der An nach. Denn wer ihn nicht schon vor zwei Jahrzehnten kennen gelernt hatte, dem bot sich dazu schwerlich mehr Gelegenheit. Ji, seiner selbstlosen An fühlte er nie das Bedürfnis, aus feiner Einsiedelei herauszutreten, wie auch nur selten jemand den Weg zu ihm sand, so kindlich er sich auch freuen formte über jeden Besuch. Selbst dir Tau- senden fremden Pilger, bk alljährlich den in der Psar- Tei Mo ten gelegenen Wallfahrtsort Maria-Ehrenberg missachten, taten sich schwer, unter den Geistlichen dort oben den Psorrherrn her auszufinden so beschei­den trat er zurück und überliefe die nötigen Direktiven fernem jüngsten Kaplanc. An den S)od)fcften bei le« citiertem Gottesdienst wählte er für sich stets den nie­dersten Dienst, weil er zu den ehrenvolleren Funktionen jeden anderen für geebneter hielt als sich selbst. Be­scheidenheit mar der Grundzug seines Wesens. Bei seiner kirchlichen Vorstellung war der neue Hirte auf einmal verschwunden, niemand wußte, wohin. Endlich entdeckten sie ihn im Beich stuhle. Dorthin hatte er sich zurückgezogen, als ob er sich scheute, der Mittelpunkt der Festseier zu fein. I'ieU rührende Episode erwähnte sein ehemaliger Dekan u. seiner gehaltvollen, markigen und tief zu Herzen gehender Gedäch nisred«. Vor 5 Jahren beging Vater le n 25jährigrs Priesterjubiläum, niemand hat etwas davon gelesen; daß er vor Monaten zum Dekan ernannt wurde, hat den meisten erst die Todesanzeige verraten Wie imposant gestalteten sich oft die Frste aus dem Ehrenberge erst vergangene Würzweih", wurden de Teilnehmer aus 12 000 ge­schätzt. Größtenteils umdrängten sie schon am Vor­abend die Beicküstühle in brr Pfarrkirche und bis in die Mitternacht hinein wurden die Ortsgeistlichrn in Anspruch genommen, um frühmorgens, ehe die Hähne krähen, in der entfernten Wallsah Nskirck)e dieselbe Ar­beit von neuem auszunctzmen, in die Tausende ging die Zahl der hl Kommunionen nirgends tat er dessen Erwähnung Und fefeemt es nicht, als habe die Vor­sehung es gefügt, deß fein ft lies Leben auch ebenso ft'U endete? Der Delon erkrankte, lag am Sterben, verschied kein einiger Geistlicher seines Kapitels wußte darum: auch e-n großer Teil seiner Pfarrkinder nicht, nur 'ein Sh plan und ein befreundeter Nachbar aus der Diözese Fulko der ihm die Sterbe'akrameme reichte. Seine selbstvergcslende Bescheidenheit hat vielleicht den Tod »nitvcrschuldet, denn seine Krank­heit, die er woh! fühlte, suchte er zu verbergen, bis er P * s"°hr konnte. In kurzer Zeit machte sie feinem sonst so abgehärteten Leben ein Ende.

Eine edle Prirsterseele ist in ihm ausgehauchl. Sein oemunoUer Sinn machte ihn zum Feinde alles selbst- bewußten herrschsüchrigen Auftretens und bewahrte ihn vor manchen, gehler. Was gewaltsame Maßnahmen n'?r^^ - ^"^n, das erzwang sich seine unwider- stehliche Sanftmut. Kein Wunder, daß Pfarrer Vater soviel an ihm lag. mit allen im Fr eden lebte Aber so still und geräuschlos sein Wirken war. fo mühevoll und segensreich war es. W'e er seinen Hilssgc stlich-n Derzeit mit brüderlicher Liebe und Achtung zuvorkam so bewahrte er gegen feine Pfarrkinder die Gesinnung vatert djen Wohlwollens. Keine Opfer scheute er; allen zollte er alle* werden. nm alle zu gewinnen. Er ver­stand es wunderbar sich in die allgemeinen Bedürfnisse eimufühlen. Gebildet nach dem Herzen dessen, der

mtfdjeljenüerlutte in »cuifdjcn 6ro&TfäMen.

Der 9. Band desKirchlichen Handbuches" bringt über das Jahr 1919 reiches statistisches Material. So indet sich dort die Angabe, daß in den Ländern des etzigen Deutschen Reiches neben 221 477 rein katho- ischen Ehen nicht weniger als 68 293 Mischehen ge* chlossen wurden. Davon wurden nur 25 196 (= 36 9 Dozent) kachel sch, 43 097 Paare ( 65,1 Prozent) mürben nicht katholisch getraut. Diese 43 097 Misch-

gesagt:Mich erbarmt des Volkes, denn sie haben nichts zu eßen", suchte sein Seeleneiser auch durch unermüdl ches Eingehen aus feine zeitliche Not das Volk geistig zu heben. Sät Rat und Tat stand er jedem bei, namentlich waren es seine fachmännischen Kenntnisse in der Bienenzucht und Obstbaumpflege, dre er zum Besten fe ner Gemeinde verwertete. Pfar­rer Backer war der Baumwart in Motten. Es gibt dort wohl keinen Baum, an den er nicht seine pflegende und veredelnde Hand gelegt hat. Sein liebevoller Ver­kehr mit der Narur bewahrte in ihm einen natürlichen, allem Gezierten abholden Emn und liefe seine Seele einen übersinnlichen Dun atmen. Denn Natur ist ein gchelmrnsvoUer Zauber, der jedes Herz in feine Gewalt nimmt. Diesem konnte auch Psr. Vater nicht wider- stehen. Wie oft hat er auf irgend einem Baume seine Pflichtgcbete verrichtet und den Herrn gelobt allem, was das grünt und blüht auf Erden! So beseelte ihn eine jugendsrische Frömmigkeit, wenn d cje auch nicht immer allzu ängstlich aus den von den Rubriken ge­zeichneten Bahnen sich bewegte und mitunter ihre eige nen Wege gng. Er war nichts weniger als kleinlich und engherzig, sondern wußte alles in Beziehung zu bringen, zu dem großen Ziele, auf das er hinarbeitete.

Nun liegt er draußen auf dem Gottesacker inmitten seiner im Tode vorausgegangenen Pfarrtinder, der ihnen ein so treuer Vater war und ein warmes Herz hatte für ihre Nöten. Wie er selbst seine Bäumchen so oft beschnitten hatte, so hat auch an ihm der Arzt tiefe Einschnitte gemach', aber der Lebenssaft wollte nimmer treiben. Er hatte sich aufgeopfert für seine Herde in anspruchsloser Hirtenliebe. Geliebt von Gott und den Menschen. sein Andenken ist im Segen. Denn die bei feinem Heimgang? zu Tag getretene Anhäng­lichkeit feiner ^arrhnber aus den fünf Gemeinden verbürgt ihm ein treues Gedenken. Jedes Säuseln des Baumes und jedes Summen der Biene ruft ihnen zu: Vergeßet nicht dellen, bvr uns und euch so liebe­voll gehegt und gepflegt Wir aber im Lenze die Darur neu aufblühr, so wird auch jener Gärtner, der so still durchs Leben- gegangen und so stille ruht in der Erde kühlen Schoß, am jüngsten Tage wieder aus­erstehen zu neuem Leben.

18 Jahre lang war er Seelsorger in Motten, und der erste, der dort starb. »Wer noch igendwie An­sprüche ans Leben macht, letz: sich nicht nach Motten," meinte der fungierende Ge st.'iche an seinem Grabe Wer aber, wie Pir. Kater, Verständnis und L ebe zur Na.ur und zu einem nar rwüchsigen Volke hat. der geht frohgemut hin in fem- stille Dorf an der äuhrr. sten Grenze der bayerischen Rhön, um Freud und Leid mit feinen Psarrkindcrn zu teilen. Und alle Jahre wieder kommen sie. die liebwerten Pilger aus Bayern uno testen, zur Gnekenmutter aus Maria-Ehrenberg, Trost und Hilfe suchend. Und gerade dort oben, wo dem Eeelcnh rten die mühsamste Arbeit winkt, dort labt sich auch feine Seele, so oft sie alle Samstage !m Sonimer?)albjahr aus den Niederungen des All tagslebens ene Hähenwandeiung macht, zu jenem heiligen Berge der Herz und Auge weitet und Schätze erschließt, die Rost und Motten nicht verzehren. Als Elias zum Himmel aufsuhr, schrie ihm der Prophet Elisäus nochMem Vater, mein Vater, Wagen Is- rael und fein Lenker!" Achnliches kann die Gemeinde Motten ihrem verstorbenen Ptarrherrn aufs Grabmal schreiben. Mit zarter und sichere. Hand hat er großen- teils ihre Geschicke gelo tet. Du aber, edler Heim­gegangener Priester, der du auch deinen Kaplänen ein o guter, lieber Vater warst, du hast ein Stück Rhön ins 6kab genommen. Kite an dieser, so hängt an dir in treuer Liebe das Herz deiner Freunde.

tholijchs Kirche in Deutschland.

Diese Verluste ballen sich in den Großstädten zu Zahlen zusammen, die einem das Herz zusammen­krampfen. Die folgende Zahlenreihe redet denn doch eine schreckliche Sprache. Es gab im Jahre 1919:

im Dekanat

rein kath.l Trau- nn-en |

Mischehen

also

Ver­lust

vor dem Standes, amt

mit kath Trau- una

1. Berlin , . .

1113

3754

791

2963

2. BrcSlau . .

1122

2164

569

1596

3. Munchcn-Stdt.

6790

1891

660

1231

4. Köln . . .

6785

1715

560

1155

5. Hamburg . .

166

1365

211

1154

6. Düsseldorf. .

2367

1458

444

1014

7. Essen . . .

2375

1286

450

834

8 Mannhrim .

677

1058

809

749

11. Stuttgart , .

864

883

281

601

10. Duisburg . .

1258

789

271

614

11. Karlsruhe ,

627

670

239

441

12. Dortmund .

13-83

736

339

391

13. Bremen . .

116

479

84

398

14. Magdeburg .

186

4 91

119

881

15. Vlugéburi^Sbt

1746

532

207

16 Wiesbaden .

808

480

163

311

Berlin steht in dieser Reihe an der Spitze mV dem Riesenverlust von fast 3000 Familien. Hier, ebenso in Breslau, Hamburg, Mannheim, Stuttgart Bremen, Magdeburg und Wiesbaden übertrifft dick Kerluftjiffer die Zahl der rein katholischen Trauunge« teilweise ganz bedeutend. In Berlin, Hamburg, Bre» men und Magdeburg ist die Zahl der jungen Fami« lien, die im letzten Jahre durch Mischehen der katho« lischen Kirche verloren gegangen sind, größer als dick Zahl aller katholischen Trauungen zusammen. Di die katholische Kirche diese Verluste auf die Dauer ertragen kann? Wer diese blutende Wunde stillen könnte, würde ein neuer Apostel Deutsck)tands sein.

Diöseje Ftttda.

Reulbaü). Am Sonntag feierte der Reul« bacher Spar- und Darlehaskassen« verein sein LSjährigesStiftungsfest durch Generalversammlung am Nachmittag und durch rin« gemütnolle abendliche Familienfeier. In der General­versammlung erstattete her Vorsitzende des Aussichts« rats Bericht über die 25jährige e.svlgreiche Töiigkeil bes Vereins enb bat die zahlreich besuchte Versamm­lung, das begonnene blühende Werk Raiffeisens im hie­sigen Vereinsbezirk immer mehr ausbauen zu helfen und dadurch auch einen kleinen Baustein zu liefern zur Wiederaufrichtung unseres armen Vaterlandes. Der Unterverbandsdirektor, Herr Pfarrer Golbach von Simmershausen, behandelte in treffender Weise das Leben Raifjeisens und dessen weitschauenden Gedanken bei Gründung feines Werkes. Dem Rechner des Ver­eins, Herrn Ludwig Wehner, wurde in Anerken­nung seiner treuen 25jährigen Rarffeisenarbeit vom Vereinsvorsteher, Herrn Lou's Bey, ein Kruzifix iberreicht, welches von der kundigen Hand des Herrn Bottlieb Handwerk dahier geschnitzt worden war. Das Jubelfest wurde gekrönt durch die abendliche Fa- milienzusammenkunft. In derselben sprach Herr Pfar­rer N ü d l i n g von Kleinsassen und labte bas Rhön- aemüt mit köstlichen Gaben:Kinder Weihnachtsfreud' md Leid, Kinkerscherz zu aller Zeit." Vom Herrn üandral Dr. W i e ch e n s Gersfeld lief ein herzliches Niickwunsch-Schreiben ein, vom seitherigen Unterver- bandsdirektor, Herrn Pfarrer Ätzer t-Fulda, ein Glück­wunsch-Telegramm. An Herrn Verbandsanwalt Rexe» roiu zu Kassel sandte die Iubelversammlung ein Be­grüßungstelegramm.Glück auf, Ra ffeisen" im zwei­ten Vierteljahrhundert!

Oberndorf. Ueber einen Ranbüberfakk auf unseren Herrn Pfarrer H o s e n e i e r wird berichtet: :

Am Mittwoch früh gegen 4 Uhr wurden die Einwoh. ner am ILitertor in Bad Orb durch Revolverschüsse aus dem Schlaf? aufgeschreckt. Die Bad Order Polizei war in einen Kampf mit Kirchenräubern geraten. Am Piens. tag abend 6 Uhr waren 4 fremde Männer, mit Ruck­säcken ausgerüstet, mit der Bahn in Orb einüttrofjen,