Es handelt sich für dich um eine ganze Ewigkeit. Wenn es sonst um ein Glück fürs Leben geht, meinetwegen um die Wahl eines Berufes, wie viel Nachdenken dann und wie viel Grübeln, zumal wenn man etwas älter geworden ist! Meint man nicht Vorsichtsmaßregeln kaum genug anwenden, Bedenken nach allen Seilen haben zn müssen?
Nun siehst du an dem Rande der Ewigkeit, nur noch wenige Schritte, ehe dn in sie eingetreten sein wirst, vielleicht am Rande des Verderbens, und da lebest du noch für die Zeit, als wenn sie nie enden, und lässest die Ewigkeit außer acht, als wenn sie nie kommen würde.
Und um was handelt es sich in dieser Ewigkeit? Um ein Glück oder Unglück, das der menschliche Verstand nicht zu fassen vermag. Entweder ewig glücklich, oder ewig unglücklich sein, das ist die Frage, die Lebensfrage, dre alles umschließt. Sagen wir es nur oft zu unserer Beschämung und in der Bitterkeit unseres Herzens: ein Tor bin ich, wenn ich wage, die Ewigkeit aufs Spiel zu setzen, ihrer zu vergessen, und um etwas anderes mehr besorgt zu sein, als um sie und meiner Seele Heil in ihr.
Das Unppen- Mandl.
Eine Weihnachtsgeschichte von Nemmichel.
Der Knopf-Jaggl war ein kleines Männlein und so spindeldürr, daß er, wie tue Leute sagten, „einen Bock zwischen den Hörnern hätte küssen können". — Sein Vater hatte noch mehrere solche Knöpfe, sind aber alle frühzeitig gestorben: nur der Jaggl blieb übrig und der erbte auch das Knopfloch, wie man die einsame Hütte droben am Berge nannte.
Der Jagg! war Gemeindebote in Talkirchen und brachte alle Woche die Post, sowie Zucker, Kaffee, Weizenbrot und dergleichen unentbehrlichen Dinge von der Stadt herein ins Tal. Auch ging er viel kirch- fahrten nach Absam, Trens und We'ßenstein, „in die Luggau" und „in den heiligen Berg" für sich und um einige Silbersechser für jeden, der ihn bestellte.
Trotzdem blieb der Jaggl ein armer Tropf sein Lebtag und bekam gar selten einen fetten Brocken zu kosten.
Das focht den Jaggl wenig an, er war stets zufrieden und guten Mutes: denn er besaß ein Gemüt wie eine Glocke und eine Seele, hell und klar wie Sonnengold.
„Jeder Tag im Jabre," pflegte er zu sagen, „ist für mich ein Festtag; meinetwegen darf man alle Tage im Kalender rot drucken lassen . . . Viel zu gut ist der Herrgott mit mir auf dieser Welt, darum fürcht ich ein bißl für die andere . . ., aber wenn ich grad ein schmales Platz! krieg im Himmel, wo ich niemand im Wege bin, so ists mir recht, und sei es auch hinter der Himmelstür.
Nur einmal im Jahre — um Weihnachten — möcht ich weiter hineinkommen, ganz hin zum Christkindl, und feine Füßlein anschnaufen wie der Ochs und Esc! in Bethlehem."
Ja, Weihnachten, — das war dem Jaggl fein Fest! Für Weihnachten erglühte sein Herz, für Weihnachten lebte und webte er das ganze Jahr.
Sein einziger Schatz, an dem er mit jeder Faser hing, war eine große Weihnachtskrippe.
Zwanzig Jahre hatte er daran gearbeitet und geflickt, noch war sie nicht fertig. — Jeden Kreuzer steckte er in seine Krippe; immer wieder erschienen neue Mandeln, Lichter und Zierarten.
Da stand ein großer Krippeleberg, der flimmerte und glitzerte wie Gold und Silber; da waren Häuser mit farbigen Spiegelsenstern, Bäche und Seen aus Glas, die Stadt Bethlehem mit Kirchen u. Türmen, der Stall aus Baumrinde, ein wächsernes Christkind, Maria und Joseph, Engel und Hirten, die heiligen drei Könige mit ihren Kamelen, Priestern uni) Schriftgelehrten usw. usw. Durch farbige Gläser wurde alles beleuchtet und darüber strahlte brr große Weihnachtsstern — kurz, das Ganze war eine kleine, herrliche Welt in der armen Bauernstube.
Wieder nahte das heilige Christfest heran. Die ganze Adventszeit war der Jaggl krank darniedergelegen, aber seine Krippe mochte er nicht entbehren. Obwohl krank und schwach, hatte er mit aller Anstrengung daran gearbeitet und jetzt stand sie fertig da, so schön. und herrlich wie noch nie.
Der Weihnachtsabend war gekommen und die Nachbarsleute stiegen mit ihren Kindern hinauf ins „Knopfloch", das Krippele zu sehen und den Weihnachtsabend droben zu feiern. — Die Kinder schauten sich ihre glänzenden Aeuglein fast heraus und das Zenzen-Barbcle hätte vergessen, seinen Mund zuzumachen, wenn ihm die Slutter nicht ein Stück Lebkuchen hineingeschoben hätte.
Kam der Jaggl mit einem großen tJuvmgmeauue^ sein Gesicht glühte wie eine Pfingstrose. — Er begann mit feierlicher Stimme das Evangelium des Heil. Christfestes zu lesen: „In jener Zeit ging ein Befehl aus vom Kaiser Augustus, daß der ganze Erdkreis beschrieben werde" usw.
, Je weiter er las, desto weicher klang seine Stimme, zuletzt schlug eine Träne die andere. — Er erzählte vom Christkind, von der unendlichen Liebe Gottes zu den Dienschen, von den Engeln, von den heiligen drei Königen, vom bösen Herodes und den unbarmherzigen Leuten in Bethlehem. „Und einen schönen Trauin hab ich letzte Nacht gehabt," fuhr er weiter: „mir ist vorgekommen, ich sei-im Himmel droben hinter der Tür, grab' auf dem Platzl, wo ich immer gesagt hab'; weiter drinnen im Himmel ist das liebe Christkind gelegen in einer goldenen Krippe; die Muttergottes st daneben gesessen in einem blauenen seidenen Kleide; ihre ^haare sind gewesen wie Gold und dabei so fein wie. Seide; der hl. Joseph ist auch dagestanden in einem großen roten Mantel und die kleinen Engel find herumgeflattert wie die Vögel draußen im Wald. Da hat's angefangen zu fingen, zuerst ganz still, dann alleweil lauter und so schön, daß es mir ganz kalt übern Buckel gelaufen ist. Auf einmal ist ein großes Tor aufgegangen und eine Masse Sternlein sind her- angeslogen in allen Farben: roio und grün, blau und gelb, weiß und silbrig und gültig; die ëternlein haben sich niedergelassen auf das heilige Christkind und auf Kleid der Muttergottes und auf den Mantel des Heil. Joseph; da hab ich müssen die Augen zumachen, ich Habs nicht mehr können anschauen so schön wars. Das Christkind hat Aeuglein gehabt ganz himmelblau und geglanzt haben sie wie die Steine in der Mon- stranze drunten in der Kirche. So lieb Hats heruntergeschaut und der heilige Joseph hat alleweil gedeutet, aber ich hab m'ch nicht getraut, hinauf zu gehen. Dann ist ein weißer Engel gekommen u. hat gesagt: „Saggele, geh' lei eins!" Dann bin ich wohl hin zum lieben Chr'stkind und hab ihm die Füße geküßt, so lebenswarm sind sie gewesen, und — da bin ich aufgewacht!"
Mäuschenstill war es in der Kammer wie bei einer Predigt, als der Jaggl so rührend erzählte.
Die Kinder wollten noch mehr hören und schauen, jedoch die Eltern mahnten zur Heimkehr.
Draußen im Freien herrschte eine wunderbare Stille. — Der Mond spann silberne Fäden zwischen den Aesten der Baume; die Eisflindern glänzten und f(flimmerten auf der weihen Schneefläche.
Die Vöglein hatten längst schon ihre Köpfchen in die warmen Federn gesteckt, denn in der heiligen Mitternacht heißt es auch für die Vöglein auf sieben . . . Beim Sloria Sauten wird nämlich Berg und Wald lebendig; da erwachen die Vögel, groß und klein, recken ihre Köpfe, sperren d'e Schnäbel auf und fingen und zwitschern alle zusammen ein wundersames Lied. — Sobald die Glocken verstummen, schieben auch sie ihre Köpflein wieder zwischen die Beine und schlafen ein. — Es soll ein himmlisch-schönes Lied sein; wer ein unschuldiges Herz besitzt, kann es hören in der heiligen Mitternacht.
Die Leute, welche im „Knopfloch" den heiligen Abend gefeiert, waren zu Hause; die Kinder lagen in ihren warmen Betten und träumten selig-süße Träume. Da fing es an aus der Tiefe herauf zu fingen und zu klingen. — Die Glocken alle klangen und fangen — es war ein Jubellied — sie klangen und fangen in die Nacht hinaus, hinauf auf den Berg, das Tal hinaus und hinein, hinüber in den Wald, hinein tn jedes Haus, in jede Höhle draußen im finsteren Walde — als wollten sie alles laden und locken zur Geburtsfeier des Welibetlandes
Plötzlich verstummten sie und nun setzten sie wieder ein, zuerst die kleinen, dann die mittlere und jetzt die große, mächtig und voll: immer herrlicher und feierlicher klangen sie in die stille Nacht hinaus, eine ganze Stunde lang, um alles zu wecken und zu rufen hin zum Jesuskind.
Da wurde es auch lebendig in Berg und Tal. Lichter und Fackeln tanzten und flirrten umher, ganze Lichterzüge wandelten den Berg herunter der Kirche zu.
Nur im „Knopfloch" droben blieb alles still. Der Jaggl kam nicht herunter und auch am nächsten Tage, am hohen Feste, sah ihn niemand. — Die Nachbarn gingen hinauf, sie fanden das Haus verschlossen; auf alles Pochen und Klopfen wurde nicht geöffnet. Sie erbrachen die Tür. Wie sie hineingingen, trafen sie den Jaggl vor der Krippe liegen; ein heißeres Lächeln ruhte auf fe'nen Zügen. — Das Christkind war in der heiligen Nacht gekommen und hatte ihn abgehol, -ur ewigen Christseier in den Himmel, die er im Traume gesehen. — Die Glocken hatten auch ihn gc- laden und gerufen zur ewigen, seligen Weihnacht. — Gloria in Ercelsis Deo!
$ f. Elisabeth. Heute am 2. Wcihuachtsiage hält der kath. Jünglingsverein seine Weihnartpsseicr im Saal bes Gcscllenhauses, abends )-8 U br, für die Mitglieder und deren Angehörige. (Gintrih frei.)
St. Familia. Der Wunsch vieler Pfarreiangehörigen, wieder einmal eine- feierlichen Samplet beiwohnen zu können, wird, wie schon berichtet, am Wcihuachisfeste in Erfüllung gehen. Deshalb möge in folgendem Inhalt und Bedeutung der Samplet kurz dargelegt werden. Komplet heißt Abschluß, sie schließt nämlich das priesterliche Tagesgebet, wie überhaupt den körperlichen Tag ab und meist zugleich auf Abschluß und Vollendung der Lebenszeit hin. Wie ihr Verlauf zeigt, ist sie das vollendetste Abendgebet. Sie beginnt mit einer kurzen Lesung und mit dem allgemeinen Sündenbekenntnis (Confiteor). Die Lesung ist der hl. Schrift entnommen und ermahnt zur Wachsamkeit auch zur Nachtzeit, weil die Nachstellungen des böf^n Feindes nie ruhen. Diese Lektion wird mit der Bitte um Segen und der wirk- lichen Segnung eingeleitet und mit „Herr, erbarme dich unser! — Gott sei Dankt" geschlossen. Der Segen enthält den Grundgedanken der ganzen Samplet: Jetzt eine ruhige Nacht, einst ein seliges Ende. Dazu wird mit „Adjutorium noftrum" und stillem „Pater noiter die göttliche Hilfe angerufen und, um sich derselben würdig zu machen, und im Rückblick auf die im verflo,. [cnen Tage begangenen Sünden des allgemeine ^ün« benbskenntnis gesprochen und dis Grbarmung Gottes angefleht. Hierauf folgt die eigentliche Som- 'et. Sie beginnt mit der wiederholten Bitte um Bekehrung und Versöhnung und der gewöhnlichen Einleitung „Deus in adjutorium", d. h. „D Gott, hab- acht auf meine Hilfe. Die nun folgenden Psalm e 4, 90 und 133 mit dem sich anschließenden Hymnus „Te lucis" sind ein Hilferuf an Gott, damit er uns während der Nacht in feinen allmächtigen Schutz nehme, jede Gefahr des Leibes und der Seele von uns abwende und uns dereinst zur einigen Ruhe eingehen lasse. G'eichsam als Antwort auf die ausgesprochene Bitte folgt im „Kapitel (Jer 14, 9) die tröstliche Versicherung des göttlichen Wortes, daß ber Herr mit seiner Hilfe um so näher sei, als er in uns selber wohnt und auf das innigste und leben, digste mit uns verbunden ist. Tief gerührt von dieser Versicherung, sprechen die Beter: „Deo grattas. .über« -eben sich ganz in die Hände Gottes mit den Worten jes folgenden Nesponsorinms und nehmen im Longe, ange Simeons gerne Abschied von dem Tage, an dem sie bas Heil wieder gesehen. Nachdem die Kollekte den ganzen Inhalt der Komplet noch einmal zusammengefaßt hat, schließt sie mit der Bitte um den Segen ces dreieinigen Gottes für die anbrechsnde Nacht. Zuletzt wird je nach der Zeit des Kirchenjahres eine der Ma. dänischen Antiphonen gesungen, zu Weihnachten „Alma redemptoris" (Gcsangb. 233) — (Nach Schüch.) Wenn in der Notiz der vorigen Nummer bedauert wurde, daß es infolge ungenügender Unterstützung des Chores seitens der Gemeinde leider nicht möglich fei, die mehr- stimmigen Teile der Komplet in der früheren hohen Vollendung (zumteil fünfftimmig) zu bringen, so könnte dies Uniunbige leicht zu der Schlußfolgerung veranlas. sen, daß die St. Familien-Gemeinde damals — im Gegensatze zu heute — der guten Sache die verdiente Beachtung geschenkt und aus sich selbst heraus einen vollen, leistunasfähigen Chor gestellt hätte. Davon saun indes keine Rede 'fein; denn die ganz überwiegende Mehrheit des damaligen Kirchenchores stammte, da St. Familia und St, Elisabeth psarrlich noch nicht getrennt waren, aus dem 'jetzigen Pfarrbezirk- St. Elisabeth. Aus dem Pfarrbezirke St. Familie gehörten dem Chor auch damals in seiner Blütezeit leider nur etwa 3 Herren . und wenigs Knaben an. Besonders war es der Ge- sellenoerein, der in jener Zeit den Kirchenchor warm unterstützte, dies soll zum Lobe des Vereins nicht unerwähnt. bleiben.
St. Marsen. Am 3t. Dezember, 1. und 2. Ja- na ar wird durch einen Dommikanerpater ein eucharistisches Triduum abgehalten Näheres besagt die GottesÄenstordnung. Möge die Pfarrei sich vollzählig zu den Predigten einsinden und möge kein Kommunikant der Pfarrei in dieser Gnadenzeit dem Tische des Herrn fernbleiben.
Sf. Iossph. Der katholisch- Männervereln der Pfarrei St. Joseph veranstaltet am Mittwoch, den 29. De. zember, abends von 7 Uhr an im Saale des Vereins- Hauses seine diesjährige Weihnachtsfeier mit Kinderbe- scherung. Die Mitglieder und deren Angehörige werden dazu herzlichst eingeladen.
Uath. Männer- und Jünglingsverein Ihringshausen. Am 2. Weihnachtstage um 4 Uhr findet im Saale von Ullrich die Weihnachtsfeier unserer Gemeinde statt. Zwei Heinere Weihnachtsstücke und ein Lustspiel gelangen zur Aufführung. Diese Stücke, sowie Musikvorträge, Dekla. mattener. und Gesänge der Schulkinder werden die Feier zu einem rechten Weihnachts-FemuNenaben» machen. Nochmals sind all unsere Katholiken dazu cingeladen.
Tlicdcrzwehrcn. Eine erhebende Weihnachtsfamiliens feier veranstaltete vergangenen Sonntaa. abends der