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Wscherckaleâl.
Sonntag, 26. Dez. Stephanus, Erzmarthrer.
Montag, 27. Dez. Johannes, Apostel u. Evangelist.
Dienstag, 28. Dez. Unschuldige Kinder.
Mittwoch, 29. Dez. Thomas, Bischof u. Märtyrer.
Donnerstag,30. De . VomTage. (VonSonntag i. d. Oktav.)
Freitai, 31. Dez. Silvester, Papst.
Samstag, 1. Jan. Beschneidung des Herrn. (Neujahr?
Das Heilige Christfest.
(Evang. Luk. 2, 1—15.>
IN jener Zeit ging ein Befehl aus vom Kaiser Augustus, das ränge Land zu beschreiben. Dies war die erste Beschreibung, und geschah durch Cyrinus, den Statthalter von Syrien. Und Alle gingen hin, sich an; zuaeben, ein Jeder in seine Stadt. Und cs ging auch Joseph von Galiläa von der Stadt Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, um mit Maria, seinem verlobten Weibe, sich anzugeben. Es begab sich aber, als sie daselbst teuren, iam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren erstg^bornen Sohn, wickelte Ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, weil in Der Herberge kein Platz für sie war. Und cs waren Hirten in derselben Gegend, welche hüteten und Nachtwache hielten bei ihren Beerben. Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr. Der Engel aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, beim siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird: denn heute ist euch in der Stadt Davios der Heiland geboren worden, welcher Christus, der Herr, ist. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln eingewickelt, und in einer Krippe liegend Uno sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerscharen, welche Gott lobten, und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind!
Da§ Dreigestirn am weihnachtstzimme!.
M Sternenhimmel erglänzt in Hellen Winlernächten ein prächtiges Sternbild, das du gewiß schon gesehen hast. Es ist der Orion, kenntlich an drei schönen, gleichmäßigen Sternen, die eine gerade Linie mit ein
ander bilden und den „Gürtel" des Orion aus machen. .
Ein ähnliches Dreigestirn am Himmel des Kirchenjahres sind die drei Weihnachtsmessen, durch welche der Chri tag ausgezeichnet ist und welche die dreifache Geburt des Heilandes sinnbilden.
Die erste Messe ist die Mette.« Im Schweigen der Nacht ertönt Glockengeläute unb ruft die Gläubigen zum Gotteshaus. Stiöme von Licht fluten durch die stimmungsvollen Räume. Hier in der Altar mit den schimmernden Kerzen; hier sind die Tanuenbäu: e, mit blitzenden Gold- und Silber-
fäden behangen; hier ist — welche Augenweide — die Krippe mit den armen Hirten, mit dem strahlenden Stern und der Menge von Lichtern. Flüchtig huscht
Weihnacht.
wacht auf! wacht auf aus Schlaf und Träumen, Die Stocken rufen nah und fern, Und silberfchimmernd rieht ein Stern Qerab aus ew'gen Qimmelsräumen.
Unendlich ist der Liebe Sehnen. Halleluja' Der Herr ist nah, In dieser heil'gen Nacht geschah, Daß Crb’ und Himmel sich versöhnen.
Ein Zrühling in des winters Gärten Erblühte still und unerkannt, Und Hirten hat der Herr gesandt Als Weltengruß dem Herrn der Erden.
3n Armut, hart auf Stroh gelegen, 3m Kalten Stall zu dunkler Nacht Ein Nindlein sroh und freudig lacht Dem bittren Erdenleid entgegen.
Und was uns seine Aeuglein künden, 3 ft nicht das Leben, Kreuz und Tod, 3 ft nicht Verachtung, Spott und Not, — Es ist die Sühne für die Sünden. So ründet tausend Helle Kerzen Und singt dem Gotteshinb im Stall halleluja im Zreudenschall Und reißt die Sünde aus dem Herren!
Dann wird der Zrühling nie vergehen Und jubeln wird die ganze Welt, wenn sie dereinst in Trümmer fällt, halleluja im Nufersiehen.
Otto Burgbarbt.
das Auge weg über all diese Herrlichkeiten unb sucht das Jesuskind und findet es auf hartem St oh, mitleidig angehaucht von Ochs und Esel, angebetet von &i ar ia unb Joseph. Und wer mag dieses Kind wohl sein? Der Priester verkündet es uns, wenn er
am Altar den Introitus ließt: Dominus dixit ad me: „Der Herr sprach zu mir: mein Sohn bist du, heute habe ich dich geboren". Es sind Worte des Heilandes, die ihm der Psalmist in den Mund legt. Es ist, als würde b< j Kind selber seinen Mund öffnen und sagen: zwar bin ich klein unb armselig bon Gestalt; aber ich bin Gottes Sohn, vom Vater ge« hören in der Ewigkeit, ohne Eingang und ohne Ausgang, ohne Anfang und ohne Ende. — Und gleich sieht die Kirche einen wütenden Sturm sich erheben gegen den neugeborenen König unb halb staunend, halb unwillig fragt sie: „Warum toben die Heiden und schmieden die Völker unsinnige Pläne? Sie wollen nicht tragen das Joch seiner Gebote, sich nicht binden an seine Lehre. Doch der Herr lächelt ob ihrer fruchtlosen Anstrengungen, zermalmt die stolzen Widersacher gleich einem Tongefäß, kommt dereinst als gewaltiger Richter, belohnt seine Getreuen, verdammt seine Feinde in den höllischen Abgrund".
Doch schon winkt uns der zweite Stern: es ist die Hirtenmcsse. Sie ist nicht so prächtig unb pompös wie der Mette, sondern einfach unb bescheiden wie eine Familienfeier, voll Anmut und Liebreiz, voll Innerlichkeit und Herzlichkeit. Gewöhnlich liest sie der Geistliche still, während die Gläubigen jene süßen, trauten Weihnach>slieder singen, die uu§ bis zu Tränen rühren. Ter Introitus ist bem Propheten Jwias entnommen: Èin Licht strahlt heute über uns, weil uns der Herr geboren ist". Diese Messe gedenkt also vorzüglich der zweiten Geburt des Heilandes, der zeitlichen Geburt aus dem Schoße der Jungfrau, und gerade diese Geburt ist eigentlich der Mittelpunkt der Weihnacht. Der Sohn Gottes, der von Ewigkeit her beim Vater war, ist im Fleische erschienen als Kind, gebettet in die Krippe, umgeben von Hirten.
Die dritte Messe wird am hellen, lichten Tage gefeiert und Hochamt genannt. Was immer die Kirche hat an kostbaren Paramenten, an kunstvollen Gefäßen, an erhabenen Gebeten, an klingenden Melodien, an Blumen unb Lichtern, an demütigem Glauben und zärtlicher Liebe, das alles stellt sie in den Dienst des menschgewordenen Gottessohnes. Vom Altar und vom Kirchenchor ertönt als Festintroims jene großartige Prophezeihung des Jsaias: „?usr natus est nobis": ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, auf dessen Schultern die Herrschaft ruht, und sein Name wird fein Wunderbarer, Ratgeber, Gott, starker Held, Vater der Zukunft, Fürst des Friedens. — Welche „Herrschaft" ruht denn auf seinen Schultern? Die Herrschaft nicht bloß über die oten Elemente und die unvernünftige Kreatur, die Herrschaft nicht bloß über die Gestirne und die Planeten, nicht bloß über die Luft und das Wasser, die Herrschaft nicht bloß über den Blitz und den Tonner- die Herrschaft nicht bloß über die Fische und Vögel, über die Pflanzen und Tiere, nein auch die Herr- schafl über die Menschen und die Herzen, eine Herrschaft nicht mit Bajonett und Maschinengewehr, nicht mit Feuer und Eisen. nicht mit Gewalt und Zwangs