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Als Gelehrter sei er Durch die Schule der Objektivität gegangen, die er auch zur Richtlinie seiner Amtsführung erwählen wolle. Die Rede machte in ihrer ernsten uni) ungekünftelren Art, aus der ein echter Patriotismus sprach, einen sehr guten Eindruck. Der neue Präsident ist 62 Jahre alt.

In Irland

ist in dem gegenseitigen Morden und Brandschatzen seit einiger Zeit ein Stillstand eingetreien und es meh­ren sich die Anzeichen, daß besonders durch die Be­mühungen der Bischöfe und der Geistlichkeit die irische Frage gütlich beigelegt wird. Auch die englische Re­gierung hat, wie es scheut, eingesehen, baß man mit C-ewalt mch' weiter kommt und daß ein Friede nur bei gegenseitiger friedlicher Verständchung möglich ist. Viel­leicht bringt das Weihnachtsfest der grünen Insel den ersehnten inneren Frieden.

^^§;ese Fulda» ^^

Ihr 2Lsähriges Prieslerrublläum können am 21. Dezember begehen die Herren Pfarrer Langel, Somborn, E r n st, Naumburg, Gnau, Uttrichshausen, Kramm, Schröck, Siadrpfarrer Gramm und Pro­fessor Dr. Lübeck, Fulda.

Das neueste Dezemberheft der Acta Aposto- ßca Sedis, des römischen Amtsblattes für Die Gesamtkirche, oeröffür-tlicht das Breve des Hl. Vaters Papst Benedikt XV. vom 5. August d. Js., worin ein Teil des Apostolischen Vikariats Seoul in Corea ab- xetrennt und als ein neues Apostolisches Vikariat Einen-San errichtet wird. Die Leitung de- ses neuen Apostolischen Vikariats toirb darin zugleich den Benediktmermönchen der bayerischen Kongregation von St. Ottilien, die sich um die katholische Mission in Corea große Verdienste erworben hccben, anoertraut. Zum ersten Apostolischen Vikar wurde am 25. August unser Landsmann, b«r aus Oberufhausen gebürtige dcchw. Abt des St. Venedikts-Klosters in Seoul Boni- satius Sauer ernannt und ihm als Sitz die Stadt Ouen San, wonach bies neue Vikariat enannt wird, zugewiesen Wir rufen unserem Landsmann im fer­nen Osten zu seiner neuen Würde ein herzliches Ad multos annos zu.

Priestermisslousbund. Zur Pflege t>e5 Mistions- pedankens bei dem Klerus und durch diesen bei den Gläubigen hat unser Hochw. Herr Bischof für feine Diözese einen Zweig des Weltbundes der unio cleri pro missionibus rns Leben gerufen. Dem neuen Vereine obliegt die Förderung des Tavercus- und des Boa.ffatiusvereines. Zum Tiözesandcrektor wurde Herr Prof. Dr. Lübeck in Fulda ernannt. Da es der Wunsch des Dl. Vaters ist, daß möglichst alle Kleriker dem Priesternussionsbunde beitreten, dürfte diese organisierte Arbeit von großem Nutzen für die äußere und innere Mission der beut] eben Katho­liken sein.

Himmelschreiend hat am Parteitag der Zentrums- Partei der Staatssekretär Wilderrnarm die Not der Geist- tuhen genannt. Das Volk u-eiß vielfach gar nicht, wie armselig ihre Gehälter sind; abgesehen von einer ganz unzulänglichen Teuerungszulage von 1200 Mark sind sie zumeist die gleichen geblieben wie vor der Teue­rung. Dagegen muß der Geistliche für Kleider, Schuhe und Lebensmittel die nämlichen hohen Preise begabten wie jeder andere. Die älteren Herren waren gezwun­gen, ihre kleinen, für die Tage des Alters zurückgeteg- ten Ersparnisse anzugreifen, die jüngeren mußten Schul­den machen, um das Leben zu fristen. Nun sollen sie ja auch endlich aufgebessert werden, nachdem die Ver­handlungen sich monatelang hingezogen haben. Die Pfarrer werden dann ungefähr das Doppelte dessen er« basten, was sie seither bekamen (ungefähr 913 000 Mark), unter den heutigen Verhältnissen, wo alles das 10- und 20fadje gegen früher kostet, wahrlich eine sehr bescheidene Ausbesserung. Immerhin ist damit wenigstens etwas zur Hebung der Notlage der Pfarrer zeschrhen. Noch trauriger ist die Lage der Hilfsgeist- lchen, besonders ter Karaten. Das hat auch Staats« efretär Wildermcmn bei der oben erwähnten VermÄas- wrg zugegeben. Er sagte: Besondere Schwierigkeiten bereitet die Frage der Hilfe für die hllfsgeisilichen. aber ich kann versichern, di« Mitglieder unserer Frak­tion im Besoldungsavsschuß arbeiten mit Eiser und Geschicklichkeit daran, auch diese Frage ihrer Lösung entgegenzuführen." Hoffentlich sind die Bemühungen von Erfolg begleitet. Die Hilssgeistlichen: Kapläne und Kuraten bekommen bekanntlich Dom Staat überhaupt nichts, auch keine Teuerungszulage, Ihre ganze Besol­dung muß aus tirchlirüLA Misteln aufgebracht wer dem

vor ter Teuerung besamen die Kuraten durchschnittlich Tätigkeit des Herrn Contents völlig gerecht zu werden,

1800 Mk. jährlich, jetzt bekommen sie noch nicht einmal das Doppelte, dabei müssen sie geradeso ane Sie Pfar­rer einen eigenen Haushast führen und biefdbe Arbeit leisten. Auf die Dauer sind diese Derhältmste unhalt­bar, zumal es jetzt in unserer Diözese ungefähr 15 Jahre dauert, bis ein Geistlicher Pfarrer wird. Es muß ver­langt werden, daß der Staat, so gut wie er für die jun­gen evangel. Geistlichen (bie allerdings gleich den Titel Pfarrer bekommen) Zuschüsse zahlt, auch den katholi­schen die zum Auskommen erforderlichen Beiß Isen nicht verfügt, es muß volle Gleichstellung erfolgen. Allerdings hat, soweit der Staat rechtlich aber durch Beschlüsse des Parlaments nicht hvrcmgezogen wird, auch das katholische Dock die Pflicht, für seine Priester zu sorgen. edfon der hl. Paulus weist nachdrücklich darauf hin, daß. der Priester das Recht Hot, von den Gläubigen den Lebensunterhalt zu beziehen. Er darf sich dabei auf ein Gebot des Herrn berufen. Als der Heiland be Apostel aus sandte, sprach er zu ihnen: Gehet hin und verkündiget das Evangelium und heilet die Kranken: nehmet aber nichts mit auf den Weg. fein Geld und kein Brot; sondern da, wo ihr hin­kommet, kehret ein in ein Haus und effct und trinket, was euch vorgesetzt wird: denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Mit Recht schreibt darum Paulas in seinem ersten Korintherbrief, der Herr selber habe diese Anordnung getroffen, daß die Verkündiger des Evangeliums auch vom Evangelium leben. Davon waren die Gläubigen auch immer überzeugt und dieser Ueberzeugung verdanken unsere Pfarreien, die kirchlichen Stiftungen, ihr Entstehen, daher die Kirchen-, Pfarr- unb Koplcmeflonds, aus dem u. a. auch die G Halter der Geistlichen bestritten werden. Jetzt reichen sie nickst mehr aus, deshalb ist es Pflicht des kath. Volkes, was die frommen Vorfahren einst geschaffen, zeit- gemäß cuszugestalten und zu ergänzen.

Ein Nliiteilungsblall für bie Zenlrumsorgcml- faHon im Regierungsbezirk Kastel, zunächst für den Kreis Fulda, ist dieser Tage an die Oeffentlichkett ge­treten Es soll hr zwangloser Folge mindestens mermal jährlich erscheinen und die Drganifationsarbdt fördern und vertiefen. DieMitteilungen", die von Herrn Parteisekretär Dr. Neubauer redigiert werden, bringen in ihrer ersten Nummer u. a. einen ausführlichen Bericht über den Stand der Zentrumsorganisation hn Bezirk Kastel. Danach bestehen in unserem Bezirk über 150 Ortsgruppen der Zentrumspariei mit ungefähr 35 000 Mitgliedern. Am besten aus ge­baut ist die Organisation im Kreise Fullm, der 55 Ortsgruppen mit 11 986 Mitgliedern zählt. Im Kreis Hünfeld bestehen 32, im Kreise Gersfeld 21, hn Kreise Schlüchtern 12, im Kr-ese Gelnhausen 17, im Kreise Hanau 5, im Kreise Kirchhain 14, in Fieber fressen einschließlich Kaste! 27 Ortsgruppen. Fast 50 Prozent der Zentrumswähier in Kurhellen sind bereits doti der Organisation erfaßt, ein trefflicher Erfolg, der m wei­terem Streben aneifern muß. Die erste Stummer der Mitteilungen" bringt auch jetem Zentrumsanhänger eine Zahlkarte ins Haus, deren er sich bedienen möge, um seiner Partei für den bevorstehenden Wohlkampf zum Preußenparlament ein N o t o p f e r zu übersenden. Das ist eine ernste Pflicht; ohne Geld sönnen wir den Wahlkampf nicht führen. Unsere Segnet misten das auch und sie sind vielfach in dieser Beziehung opferwilliger wie mir. Eben erst hat die Sozialdemokratische Partei besannt gegeben, daß ab 1. Iarmar von jedem organisierten Parteigenosten ein Wahlfondsbeklrag von monatlich 2 Mark erhoben wird. So sorgen unsere Gegner für ihre finanzielle Rüstung. Sollen wir do Zurückbleiben? Ein Beitrag für die Parteikasie der Zentrumspartei ist auch ein gutes Werk, so gut wie die Gaben für einen Kirchenbau oder für Ne Missionen. Wenn mtr bei der kommenden Lluseinandersetzung zwischen Staat und Kirche und bei der Regelung der Schnifrage un­sere katholischen Inleressen sichem wollen, bmm brau­chen wir ein starkes Zentrum; nur es allein bietet uns Gewähr, auf andere Parteien können wir uns nicht verlassen. Das hat sich gerade hr der letzten Zeit Mederholl deutlich gezeigt.

Der Landral des Kreises .Fulda, Gelieimer Re- aieiungerat Freiherr v. Doernberg, w'll nn 1. Januar 1921 von feinem Amte zurück­treten. Freiherr v. Doernberg wurde im Mai 1912 der Nachfolger des damals als Negierungsrat nach Wiesbaden berufenen Landrats Springorum, des jetzi­gen RegierungspräsidentQn in Kassel. Vorher hatte Frhr. v. Doernberg 12 Jahre lang den Kreis Gers­feld verwaltet. Er hat sich immer Äs tüchtiger Ber- UKrihmflsbeamter bewährt, der mit herzlicher Teilnahme das Wohl der Krsisbevölkerung in allen ihren Stän­de» und StiüKn au iörderr» lââ um» Um der

muß man die Schwierigkeit dieses Amtes erwägen unserer gärenden Zeit und in einem Kreise, in dem si^ Erzeuger- und Verbraucherirueressen gleich stark gegen« überstehen. Frhr. o. Doernberg hat sich der zerniür« benden Aufgabe, durch EMgegenkommen nach alle«. Seiten die Hesamlwohlfahrt zu fördern und vor Scha­den zu bewahren, in opferwilliger unb beharrlicher West«! gewidmet, die ihm im Kreise Fulda nicht vergessen wer­den wird, wenn er jetzt, aus eigenem Entschlusse, feie

Amt verläßt.

Das Herz-Iesu-Heim der barmherz-gen Brüder in Fulda ist nach Aushebung des Lazaretts einem gründlichen inneren Umbau unterzogen worden, um nunmehr für Zivilkranke in größerem Umfang Ver­wendung zu finden. Gsmäh den 2lbsichten, die zur Gründung des Hauses führten, werden zunächst männliche Kranke mit verkrüppelten Gliedern zur Hei­lung und Pflege ausgenommen. Sodann werden auch alle GefundbeNsstörungen, die erfahrungsgemäß häu­fig zu Deformitäten führen, in Behandlung genommen, z. B. Knochenbrüchr, akute und chronische Entzündun­gen an Weichteilen, Knochen und Gelenken. Ent­sprechend der Erweiterung der Räumlichkeiten kommen sodann außerdem innerlich Kranke jeder Art zur Auf­nahme. Ein Stockwerk ist speziell für Lungen- kranke eingerichtet worden, für welche große C egt« Hallen neu erbaut wurden. Die gesamten Einrichtun­gen entsprechen den Forderungen eines modernen all­gemeinen Krankenhauses. Im Erdgeschoß befindet sich ein großer Uebungssaal mit Heilgymnast schen ortho­pädischen Apparaten, sowie ein Baderaum für verschie­denartige Bäder, Heißlust- und elektrische Anwendun­gen. Neben dem Operationssaal ist eine RöMgenein- richtung zu diagnostischen Zwecken vorhanden, sowie eine Höhensonne zu Bestrahlungen. Eine bemerkens­werte Aenderung ist auch im Werkftäiienge- bäube eingetreten. Der Betrieb der orthopädischen Schuhmack>srei ist auf den seitherigen Meister pacht­weise übergegangen. Ebenso ist die orthopädische Werk­stätte cm einen erfahrenen Fachmann aus einer ange­sehenen rheinischen Firma abgegeben worden. Möge die Anstalt in der heutigen Umgestaltung wie seither den Werken der Caritas dienen, deren Pflege sich bre barmherzigen Brüder zur Lebensaufgabe gemacht haben.

Ein Bild seltener Einigkeit und Geschloffenheit bot die Sonntag nachmittag in der Harmonie tagende Versammlung der Diözesan- und Bezii ksvorstände, iomie der Delegierten der kaiholischen Sirbeiter«, Gesellen- und Iünglingsvereine und des christlichen Gewerkschastskartells Fulda. Ein eingehendes Referat behandelle das deutsche Wirlschasls- und F-nanzelen>, 'eine Ursachen und Wirkungen und die Frage: W e und wann kommen wir aus dem Elend heraus? Wenn auch jeber die Not im kleinen täglub an f h selber spürt, so wirkte doch die Schilderung der Sat des ganzen Volkes auf alle Anwesenden ergu em: und erschütternd. Das einzige 'Drittel, das uns zur Verfügung siebt, um aus dresem Elend herauszu- kommen, nämlich Ruhe und Ordnung, angedreng« teste Arbeit und äußerste Sparchmkeit, wird nichis nützen, wenn nicht zugleich eine Milderung des Friedensoertrages eintritt. Dazu ist bis Hilfe des Auslandes nötig. Darum haben sich bie oben genannten Verbände mit zusammen über 16 000 Mitgliedern unter Darlegung der Verhältnisse in Deutschlaird vornehmlich an ihre Brüder und Gesin­nungsgenossen, aber auch an alle menschlich denkenden Männer und Frauen des Auslandes um Hilfe ge­wandt. Wer den Völkerfrieden und die Völkeroersöh- nung will, wer will, daß die europäische Kultur und Sitte auch weiterhin bestehen bleibt, der muß helfen, das deutsche Volk retten Sein Untergang wäre der Untergang der Zivilisation. Seine Rettung bedeutet die Rettung der europäischen Kultur und Sitte. Die einstimmig angenommene Entschließung wird durch ge« eignete Vermittlung an die in Betracht kommenden Stellen des 2luslanbes weitergeleitet werden.

=» Ueber den 10. Kongreß der chrlsil. Gewerk­schoflen erstattete gestern im vollbesetzten Saale des kath. Gesellenhauses Bezirkslester Schleicher am Frankfurt a. M. Bericht. Mit großem Jnteressi lauschten die Versammelten den Ausführungen der Redners, die darin gipfelten, daß das Christentum wieder in den Mittelpunkt alles Geschehens gestellt werden müsse. Während der der Rede folgende« Aussprache wurde aus der Mitte der Versammlung folgende Entschließung eingebracht und einstimmig an­genommen:

Die am 12. Dezember 1920 im kath. Gesellenl)aus versammelten Mitglieder der christlichen Setoerffcfraften und konfessionellen Vereine haben mit großem Intereste den Berichi über den 10. flonors^ der djiilU. Gewert-