Der h!. Vater
hatt? bekanntlich im vorigen Jahre für den Tag der Unschuldigen Kinder in der ganzen katholischen Welt eine allgeme ne K'uch-nkcllekte für die K i n d e r M i t - teteuropas engeordnet; jetzt hat er diese Anordnung auch für das taufende Jahr getroffen und einen warnten Appell besonders auch an die Kinder der Reichen und deren (Eltern gerichtet, dieses Werk der Barmherzigkeit nach Möglichkeit zu begünstigen. Er selbst hat 100 0U0 Lire für diesen Zweck gespendet.
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Schon über 3 Wochen
ist nun der Völkerbund in Genf zusammen, von pwk- tifi^en Ergebnissen ist aber kaum etwas zu berichten, obwohl sehr viel geredet wird. Auch an Festessen fehlt es nicht und wenn man auch auf die Völkerbundstagung das Wort vom Wiener Kongreß nicht anwenden kann: Er tanzt,.— so läßt sich von ihr gewiß sagen: sie ißt. — Jeder Tag bringt irgend ein neues Festessen, das irgend eine Delegation irgend einer anderen in einem der großen Genfer Palasthotels gibt, oder Las die Stadt- und Kantonalbehörden zu Ehren der Gäste veranstalten. Inzwischen kommt es auch noch und noch zu Zerwürfnissen unter den Mitgliedern und manche Stoaten wollen nicht mehr mittun. Die bisherigen Verhandlungen, in denen die selbständigen Anträge der mehr oder minder freiwilligen kleineren Mitläufer von den großmochtigen Ententeherren brutal niederveritien narrten, lassen er wahrlich auch erklärlich erscheinen, wenn Völker von Ehre und politischer S-lbstänLiakeit nichts mehr vom Völkerbund wissen wollen. Zum Sprecher der Minderheit hat sich Argentinien gemacht, das im Zainen ter südamsrika- wschen Staaten den Antrag stellte, kurzerhand alle Staaten, also auch Deutschland, in den „Völkerbund" aufzunehmen. Dieser Antrag, wurde ater auf Verlangen Frankreichs »nä Englands abgelehnt, olmwhl er inzwischen auch von Kanada unterstützt wurde. Daraufhin bat Argentinien seine Mitarbeit am Völkerbund eingestellt. Hut ab vor dem Mannesmut der aufrech- len Araentinie^! Der „Völkerbund", diese fammer- volle Karrlkatur eines Bundes angeblich seldftäizdiaer Staaten, ist in Wahrheit nichts anderes als die Ge- richtsvollzkherei des sattsam bekannten Raubverban- des »md ein Mittel zur teuersten Knebelung Deutschlands. Wahrscheinlich wud der Schr'tt Argentimens auch von anderen nachgemocht werden.
Unerbittlich
mit ihren Diehablieserungen ist die Entente. Im Friedensvertrag ist die Zahl oenau festgesetzt; es sind 149 964 Pferde, 888150 Rinder, 896 895 Schafe. 27165 Ziegen, 1 740 000 Stück Geflügel, 15250 Schweine und 290 000 Kaninchen. Bei der end gütigen Festsetzung sollte die Leistungsfähigkeit Deutschlands berücksichtigt wer- den. Cs hat nun seit 15. Nov. eine Kommission, zu der ter frühere LandtvüchchoftsmLnister Frhr. v. Schortaner gehört, in Paris getagt. Bei den Dsrhandlungen hat sich herausgestellt, daß auf eine Herabsetzung ter Zahl die Entente sich nicht sinläßt: zu erreichen war nur ehrt Milderung in ter Bestimmung der Fristen. Danach müssen wir in den nächsten 6 Monaten liefern: 30 000 Stück Merde, 125 000 Schafe, 60 000 Ochsen und Stiere, 30'»00 tragende Kühe und Färsen. Natürlich ist auch in dieser Form bas Ergebnis äußerst nieder drückend. Die Forderung bedeutet eine große Schwächung unserer tm Aufbau begriffenen Landwirtschaft und einen unerträglichen Verlust für die gesamte Dolkscrnöhrurig. Dies« Regelung ist wahrlich kein Beweis dafür, daß bei unseren ehemaligen Feinden, besonders bei den Franzosen. ter Geist ter Versöhnung und eine Annäherung sich allmählich wieder bemerkbar macht. Während wir gerade für unsere darbenden, frierenden, hungernden Kinder, deren es viele Hunderttaus'/nde in Deutschland gibt — von 650 Kindern einer Schule in Berlin haben 305 kein Hemd oder nur Lumpen auf br-m Leib und mehr als die Hüifie sah zu Hause nie einen Tropf an Milch — im garten Lande sammeln, kommt als Wri^nachirdolschr.fl unserer Feinde diese unmenschliche Ferderorg. Wann endlich wird der Wahre Zriede isieder euf der Erde einkchrrn?
Ueber bas deutsche FinLnzeteud
st schon viel gesprochen und geschrieben worden, aber besser ist es bis jetzt noch nicht geworden, auch die ge- Weitesten Leute wissen ken Heilmittel für diese rzinanznot. Bekanntlich soll das Reichsnowpfer jetzt schneller eingebracht werden und zwar schon 1921 bis zu einem Drittel. Bei Besprechu.rg dieser Voklage äußerte sich auch der Relchsbrnlkprüsider»; haveuflein über die augenblickliche Loge der deulscheu Zinanz- verhüliniffe, es gelte dem rollenden Rad der ocrn.ch- tenden Entwicklung einen Hemmsâ-uh anzuleAe»» unb dèe schwerste kaum ausbentbarfte Liatastrophe von unserer Wirlfchaft und unserem Volke abzuwenden. Dr Papier- geldunttauf habe heute eine Höhe von 75 Milliarden erreicht, er tonne nur verringert werden, wenn die zur Zeit 11/ Milliarden betragenden schwebenden Schulden des Reiä-es nicht mehr zunähmen, sondern »verringert würden oder wenigstens zum Stillstand kämen. De Aussichten dazu seien aber sehr schlecht, es sei zu befürchten, daß im laufenden Finanzjahr sich die schwebende Schuld eher noch um 30 bis 40 Milliarden vermehren werde. Wie miftT diesen Umständen die allgemem und auch in Brüssel als richtig arierfonnte Liolwendigleit, die Notenpresse stiLzulegen oder wenigstens langsamer gehen zu lassen, zur Durchführung gelangen soll, fei nichr zu ersehen. Die schnelle Einführung des Rerchs-Notopfers werd« ja wohl men günstigen Einfluß ausüben und die Zunahme der schwebenden Schuld wenigstens verlangsamen, einen wirklich großen Erfolg verspreche er sich aber nur von einer von ihm schon früher oo ».geschlagenen Zwatigs- anlsihe, bei der jeder ein Bertel seines Vermögens als 4prorenhgr Zwangsanleihe anlege, wobei die fslbftgeze chnete Kriegsescleihe zirr Anrechnung kommen sollte, um einen Ausgleich für diejenigen zu schaffen, meiste schon während des Krieges ihr Vermögen dem Valeriande zur Verfügung ^stellt Hütten. Die Zwangsattleche solle zur Einza^ung auf das Reichs- notopfer tenutjt werden sönnen, dese solle also n^ht neben dem Reichsnotopser, sondern in Verbi ndur>g mit dem Reichsnotopser stehen. Diese Abteilungen eines so ersahrerren Finanzkenners marinen natürüch tiefen Eindruck; ob man den angegebenen Weg ernfchlagen wird, stelzt noch dahin. Daß unsere Zukunft außerordentlich trübe ist, ist dadurch aufs neue bestätigt worden, wenn auch im (Einzelnen die Ansichten aus» ernanderZehsn. Pessimisten haben gar keine Hoffnung und meinen, wir eilten rettungslos dem Untergang entgegen, dagegen möchten die Optimisten nicht alle Hoffnung auf geben und aewi > sermaßen „hoffen, gegen alle Hoffnung". Wie trübe manche Politiker in de Zukurrfl j (bauen, zeigt u. a. der polmfch-e Rundschauer im „Christi. Pilger", dem Sonntagsblatt in der Diözese Speyer. Er meint:
Der Blick in die Zukunst des deutschen Volkes wird mit jedem Tag düsterer und aussichtsloser. Die Schuldenlast des Reiâ-es steigt immer höher und unser Papiergeld hat nicht bée ihm gebühre r^)e Deckung von Wertem. Infolgedessen wird unsere Reichsmark immer werlloser und die Preise für Lebensmittel und son- ftige Gcbrauchsgegei stände steigen dementsprechend höher. Dieses »rurfacht wieder eine Erhöhm'g der Löhne und Gehälter und so geht es weiter, bis eures Tages der Augenblick kommt, wo der bisher künstlich gehaltene Auftou jählings zusammenbricht.
Wie das werden wird und was dann kommen wird, das vermag heute noch niemand zu sagen. Die Besitzenden, namentlich diejenigen, die Papi-rgeid in Massen ausgehäitfi haben, zittern um ihre Ha,'re, während der leichtlebige Mensch, der von ter Hand in den Wund lebt und verausgabt, was er verdient, dann im Trüben glaubt f f >en zu köiEn. So viel ist sicher: Tausende von Existenzen werden wie bei einem Hause«'sturz unter den Ruinen begraben werden. Wir wolle» nicht unterlassen, unsere Leser mit allem Ernst auf die drohend werdende Gefahr aufmerffam zu machen. Wer Papiergeld in Massen zuhause aufbe- wahrl. dem kann es in den Guten wachsen, daß er es eures Tages als wertlose Mokuiabrr einftampfen oder es zur Taxierung feiner Wohnung benützen kc-inn. Dir deutsche Revclulion hat in ihrer bisizeri-; gen Entwicklung eine verfluchte Aehnlichkeit m t her ■ großen französischen Revolution. Die damaligen fron- zösischen Assignate sind von unseren Gcoßârn her in berüchtigter Erinnerurig. Handvollwe je sind sie als wertlose Scheitle in die Schippenbaurrnöfen ge-
wundert. Wer sich reale Werte für sein VuorerarlL aür Deuüüdcmb clxutwbea.
anschafst, wird gut daran tun. Mag manches heut» als »rock) so teuer erjche nen unb mag man es für den Augenblick vielleicht für nicht nötig erachten, es wird der Augenblick kommen, da man froh darum jcia wird, wenn man es besitzt.
Täusche man sich nicht: Die Throne sind gestürzt, die Autorität ist dahin, der Zusammenbruch lammt Das Kapital hält ihn nicht mehr auf. Der Kapitalismus ist die X.tarnt auf dein Weltmeere. Stolz fuhr sie hinaus in das Meer und überglücklich wähnten sich auf ihr die Reifenden. Titamk! Was kann der Mensch Oes zwanz gsten Jahrhunderts, der Mensch mit der vorausjetzungslosen Wissenschaft, der Mensch ohne ^itt, der Anbeter der goldenen Kalbes! Titcuük! (Ein Eisberg hat bie Titan k in der Mitte entzwei gejchnÄten. Hilflos mitten auf dem Meere barst sie in zwei Teüc nnb sank mitsamt den ungtücklichen Reifenden in d T«fe. Crsche.nl es nicht, als ob Gott der Herr ter lapitatistifchen ober materiolistifchen Welt durch die Tilar-ik ihren Untergang im Bilde vorausfagen wollte.
Da die Titanck sank, spielte die Musik auf da:. Verdeck das Lied: Rätzer zu Dir mein Gou! W r wolle»» und dürfe:» aâhmen, daß die Reifenden in der Reus ob ihrer Sünden von Gott gnädig auf genommen wurden. Wir wollen auch hoffen, daß beim Zufam, menbruâ) des durch den Matettalisnms tränierter Deulfd^anb das Volk näher zu Gott tommen wird Nur ter Glaube an Gott, nur die Gottesfurcht wird »ms retten, nur db» Neue ob unserer Abkehr von Gott nur die Rückkehr und der Anschluß an EM L«n uns das 5M und die Erlösung bringen.
Die preutz'sche Uerfeffung wurde mit 280 gegen 60 Stimmen der Dsulschna— nalen und Unabhängigen angenommen. Damit ha die preußische Oantesoerfammlung die ihr bei de Wahlen am 26. Januar 1919 übertragene Aufgol- erfüllt. Es hat fast zwei Jahre gedauert, bis da AZerk zustande gekommen ist. Ob das Wort, wo lange lvährt. wird gut, darauf Anwerbung finde» wir- die praktische Bewährung in der Zukunft zeige», müssen.
$ür die Abftllmnvns in Oberschlesien
hat die Entente Vorschlag« gemad/t, die mit dem Friede »rsoerl rag ixsi Versailles nicht im Eircklattg stehen. Danach füllen die nicht in Oberschlcsien wohnenden Oberschlcs^r (die Nichleingesessenen) nich^ wie das in Ostpreußen, Schleswig und Weftpreu^n der Fall war in ihren obschiefifchen Hein«!sgernemd>nr, sondern in einem Ort des besetzten Gebietes — in Köln — abstimmen. Von poliUsch-frcmzösrscher Selle wollte man anfangs den außerhalb OberschiesiMs woh- NLlidt'n gebürtigen Oberfchlcfiem die Teilnahme an der Abstimmung überhaupt versazzen. Als Grund gibt man an die Furcht vor Zus-rmmeiistößen, dLe die Sichcrheü der Walzt in Frage stellen könnten. Das ist aber nur Flunkerei. Unsere Gegner, die natürlich gar zu gern die Loslrennung LberjcHcsiens vom Reich durchsetzen möchten, fürchten die Abstiennimig der oberschlesischen Heimatstreuen, sie fühlen, daß die deutsche Stinrmen- zahl durch sie stark vcrmehtt wird, deshalb möchten sie gern ihre St mmen ßstcennl von denen der Eingesessenen erscheinen lassen, um damit ein besseres Verhältnis für bee Polen zu ermögückzerr und hernach unter dem Vorwand, die Dervc-Huer Oberschlesiens seien in der Mehrzahl für Polen, sich über das Ergebnis der 21 b ftimtriuna überhaupt hinwegzufetzen, falls es im Ganzen zu ihren Üngunfteu ausfallen würde. Die Regierung hat sich nod) reicht eMschlosfen, was sie aut» Worten will. Die Heimattreuen Omrschlcsier selbst ha- ben ganz g^w'ß in ihrer überwiegenden Mehrheit den Wunsch und den Willen, rmgeachtel der Deschwerlich- keilen ter Fahrt in ihrer Heimat abzustimmen. Sie wolle»» an Ort und Stelle ihren Landsleuten bekunde:», daß sie sich mit ihnen eng verbunden fühlen, sie »vollen tert ihr staatliches Bekenntnis ab legen mb sie wollen durch ihre Anwesenheit wich mit verhüten helferr, daß der pcinische Terror die biefnn stand g Ans gesetzten von der Abstin»mung zurücklzält oder gar zu neuen Austreibungen führt. Dagegen wird das (Erfülle r ter vielen Heimattreuen Oberfchlesiern ein Ansporn sein uiib eine Ermutigung für die in den nieten kleinen Gemeinden zerstreut woh-n^en Deutschen ihre Stürune